Montag, 5. März 2018

[REZENSION] Der werfe den ersten Stein (Hörspiel)

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Der werfe den ersten Stein
Autor: Markus Topf / Timo Reuber
Sprecher: Joachim Tennstedt, Ulrike Möckel u.a.
Verlag: Contendo Media
Reihe: Morgan + Bailey 9
empfohlenes Lesealter: ab 16 Jahren
Ausführung: Hörspiel, ca. 65 Minuten, 1 CD


Sprecher:
Joachim Tennstedt, Ulrike Möckel, Alexandra Lange, Pat Murphy, Lutz Riedel, Annette Gunkel, Christian Zeiger, Luisa Wietzorek, Rüdiger Schulzki, Douglas welbat, Sven Plate, Peter Lontzek, Swen Mai, Christoph Walter, Bejo Dohmen


DER WERFE DEN ERSTEN STEIN

Familie Ibrahim ist neu in Heaven's Bridge und bekommt direkt den Zorn einiger Dorfbewohner zu spüren. Nicht nur, dass die Fassade ihres neuen Heims beschmiert wird, zusätzlich geht ein anonymer Hinweis an die Polizei, ihr Sohn Nabil sei Mitglied einer Terrorzelle. Da die Ermittler bei ihren Nachforschungen auf belastendes Material stoßen, bleibt Nabil vorläufig in Gewahrsam. Rose Bailey und Charles Morgan jedoch glauben an einen perfiden Plan, mit dem die Ibrahims vertrieben werden sollen. Sofort macht sich das Gespann auf die Suche nach Beweisen, die die Unschuld des Jungen belegen sollen.

Schnell wird die Thematik der vorliegenden Folge deutlich, als der ein oder andere Bewohner des Küstenstädtchens seinen Unmut über die neuen Nachbarn vom Stapel lässt. Auch vor klischeehaften Vorurteilen Ausländern, hier explizit Muslimen, gegenüber wird nicht Halt gemacht. Rose und Charles stellen sich sofort schützend vor die Familie und ermahnen ihre Mitbürger ihre Ansichten zu überdenken. Der Polizei bleibt sicherlich keine andere Wahl als konkreten Hinweisen nachzugehen. Zumal sie sich scheinbar als wahr erweisen. Dennoch erhält der Hörer den Eindruck, dass auch hier vorgefertigte Meinungen eine große Rolle spielen und man nicht bereit ist über den Tellerrand hinaus zu schauen.

Entsprechend nachvollziehbar ist die Reaktion der Geistlichen wieder einmal selbst auf Verbrecherjagd zu gehen. Einmal mehr begeben sie sich dabei in brenzlige Situationen, deren Ausgang nicht von vornherein absehbar ist. Doch auch wenn ihr Vorhaben durchaus hilfsbereiter Natur ist, verkörpern sie so manches Mal das andere Extrem und ziehen niemals in Betracht, dass Nabil etwas Unrechtes getan haben könnte. Die Stimmung dahingehend sollte allgemein ausgeglichener sein.

„Der werfe den ersten Stein“ bietet eine spannende Geschichte in Verbindung mit einer absolut aktuellen Thematik, die gar nicht oft genug aufs Tapet gebracht werden kann. Und doch erscheint der moralische Zeigefinger in diesem Fall übergroß, ein wenig mehr Zurückhaltung hätte nicht geschadet, die Aussage wäre dieselbe geblieben.


MUSS ICH HABEN!


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