Donnerstag, 18. Januar 2018

[REZENSION] Ich wollt, ich wär ein Kaktus

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Ich wollt, ich wär ein Kaktus
Autor: Mina Teichert
Verlag: Planet!
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 10 Jahren
Ausführung: Hardcover, 192 Seiten


Autor:
Mina Teichert wurde in dem schneereichen Jahr 1978 in Bremen geboren und lebt mit ihrer kleinen Familie im ländlichen Idyll Niedersachsens. Nachdem sie zunächst als Kind hartnäckig das Ziel verfolgte, Kunstreiterin im Zirkus und Wahrsagerin zu werden, sattelte sie mit vierzehn um und träumte von dort an von der Schriftstellerei. Heute schreibt sie mit Begeisterung Geschichten für Jung und Alt.


ICH WOLLT, ICH WÄR EIN KAKTUS

Lu besitzt eine große Kakteensammlung, spielt Trompete und ist verzweifelt als es ernst wird und ihre Eltern sich endgültig trennen. Gemeinsam mit ihrer Mutter soll sie zu Oma Käthe, und dann auch noch in eine neue Schule. Missmutig beschließt Lu, dass alles viel einfacher wäre, selbst zu einem Kaktus zu mutieren, dann käme einem niemand zu nah und Schmerzen verspürte man auch nicht. Allerdings muss sie feststellen, dass das Leben dann auch einsamer wäre, und eigentlich ist Mamas neuer Freund doch gar nicht so übel und Lil und Julian aus ihrer Klasse könnten echte Freunde werden...

Einerseits ist Lu noch ein Kind, das erst die 6. Klasse besucht, andererseits wird von ihr erwartet sich vernünftig zu verhalten, wenn es um die Trennung ihrer Eltern geht. Dabei sollte klar sein, dass es dabei einiges zu verarbeiten gibt und in diesem Alter noch lange nicht alles verständlich ist was Erwachsene von sich geben. Somit ist der Leser total auf Lus Seite, selbst wenn ihre Aktionen bereits im Vorfeld zum Scheitern verurteilt oder als absolutes Trotzverhalten einzustufen sind. Man wünscht sich jedoch, dass das Geschehen einen Punkt erreichen wird, an dem es ein Entgegenkommen aller Seiten gibt, um die eingefahrene Situation bestmöglich zu entschärfen.

Die Vergleiche zwischen menschlichem Handeln und Kakteen sind gut gelungen. Tatsächlich erscheint es manches Mal sinnvoll die eigene Haut mit Stacheln zu versehen. Doch wie bei allem gilt auch hier das richtige Maß zu finden, und Lu ist gerade dabei auszutesten welches ihres ist. Dabei geraten nicht nur ihre Emotionen in Turbulenzen. Manche Ereignisse sind vorherzusehen, andere wiederum ergeben sich überraschend, zwischenzeitlich gibt es zudem irrwitzige Momente, in denen man nicht sicher ist, ob man lachen oder Mitleid haben soll. Somit ergibt sich ein gelungener Mix.

Es sind mehr oder minder alltägliche Probleme, mit denen Lu zu kämpfen hat, gar nicht unähnlich denen, die wohl jeder schon einmal erlebt hat oder vielleicht noch erleben wird. Entsprechend wichtig ist es zu verstehen, dass man niemals aufgeben sollte, sich allem entziehen zu wollen wird nämlich nicht funktionieren. Sowohl Leser der eigentlichen Zielgruppe wie auch Erwachsene nehmen einiges mit, inwiefern jedoch eine Umsetzung dessen stattfindet muss jeder für sich selbst entscheiden.


MUSS ICH HABEN!


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