Dienstag, 28. Februar 2017

[REZENSION] Kartenglück

Titel: Kartenglück
Verlag: monbijou
Reihe: -/-
Ausführung: 30 Postkarten in Box



KARTENGLÜCK

"Kartenglück" ist eine Box mit 30 Grußkarten zum Verschicken oder Selbstbehalten aus dem "Schöner Schenken" Programm des Lingen Verlags.
Die äußere Gestaltung der Box gibt auf Vorder- und Rückseite einen Vorgeschmack auf die darin enthaltenen Karten - insgesamt neun von dreißig Designs sind so von außen einsehbar. Viele der Karten sind mit Sprüchen, einige wenige rein grafisch gestaltet, ich finde hier ist für viele Geschmäcker und Anlässe etwas dabei. Keine Karte gleicht der anderen, es sind tatsächlich 30 unterschiedliche Motive enthalten.
Die Ausführung der Karten ist relativ dünn, aber für das Preis-Leistungsverhältnis finde ich die Qualität der Karten absolut angemessen. Für den Postversand wäre eine stabilere Papierqualität wohl wünschenswert, als Geburtstagskarten oder zu Dekorationszwecken gibt es jedoch nichts zu beanstanden.
Auf der Rückseite sind auf der rechten Hälfte der Karten vier Linien vorgedruckt zum Eintragen des Adressaten für den Postversand.
"Kartenglück" ist eine Postkartensammlung, die tatsächlich schon fast zu schön zum Teilen ist, vielleicht sollte man sich angesichts des günstigen Preises direkt zwei Zulegen: eine zum Selbstbehalten und eine, um anderen Menschen ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern!


 

Montag, 27. Februar 2017

[REZENSION] Die Gesichter der Toten

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Die Gesichter der Toten
Autor: Petra Reski
Übersetzer: -/-
Verlag: Atlantik
Reihe: Serena Vitale 2
Ausführung: Taschenbuch, 320 Seiten



Autor:
Petra Reski wurde im Ruhrgebiet geboren und lebt in Venedig. Seit 1989 schreibt sie über Italien – für Die Zeit, Geo, Merian, Focus und Brigitte – und immer wieder über das Phänomen Mafia. Sie drehte einen Film über Mafiafrauen und wurde für ihre Reportagen und Bücher mehrfach ausgezeichnet, in Deutschland zuletzt als »Reporterin des Jahres«. In Italien erhielt sie für ihr Antimafia-Engagement den Premio Civitas und den Amalfi Coast Media Award. Petra Reski hat mehrere Romane und Sachbücher veröffentlicht, zuletzt bei Hoffmann und Campe Von Kamen nach Corleone. Die Mafia in Deutschland (2010) und Palermo Connection (2014).


DIE GESICHTER DER TOTEN

Niemandem ist es bisher gelungen, den Paten Alessio Lombardo dingfest zu machen. Nun wird Staatsanwältin Serena Vitale mit dem Fall betraut, ihr traut man zu den Untergetauchten aufzuspüren und der Cosa Nostra einen Stich zu verpassen. Die Ermittlungen laufen gut an, mit Hilfe eines Informanten gelangt sie sogar an Insiderwissen. Doch scheinen nebenbei noch Sachen zu laufen, die nicht nur Serenas Leben gefährden...

Serena holte gerade Luft, da sagte Paolo schon: Ende der Pressekonferenz, tut uns leid. Und schob Serena an den Journalisten Vorbei in ihr Büro und schloss die Tür hinter sich.
Nicht, dass ich damit gerechnet hätte, dass du jetzt den Lotossitz vorgemacht hättest, Serena. Ich weiß, dass sein Lebensprinzip lautet: Bloß keinem Streit aus dem Weg gehen. (S. 64)

Explosiv und aufbrausend wie eh und je, vor allem wenn es um Gerechtigkeit geht, ermittelt Serena Vitale in ihrem zweiten Fall. Dieser ist allerdings komplett unabhängig vom ersten Band les- und nachvollziehbar. Es werden ein paar wenige Ereignisse der Vergangenheit aufgegriffen, ohne jedoch Informationen vorwegzunehmen, sollte der Leser sich nicht an die chronologische Reihenfolge halten wollen.

Wieder einmal legt die unerschrockene Staatsanwältin sich mit Personen an, die sämtliche Register ziehen, Verbindungen in alle Welt haben und somit unantastbar erscheinen. Auch sie bekommt den ein oder anderen Treffer zu spüren, schreckt aber dennoch nicht davor zurück weiterhin an ihrer Strategie festzuhalten. In welche Gefahr sie sich dadurch tatsächlich begibt, ist lange Zeit nicht absehbar, doch das Ausmaß könnte verheerend sein. Andererseits zollt man ihr dafür durchaus Respekt, manch anderer hätte (in der Realität) schon längst eingelenkt.

Schön zu sehen ist auch, dass man dieses Mal ein wenig tiefer in Serena Vitales Privatleben eindringt. Man erhält einen Einblick in die Vergangenheit, der sofort deutlich macht, dass auch hier sicherlich noch einiges zu holen ist. Vielleicht in einem dritten Band? Den frühen Tod ihres Vaters hat Serena noch lange nicht verwunden, nun scheint es endlich an der Zeit Antworten zu finden, die sie lange gesucht hat und die ihr bei der Verarbeitung helfen können.

Spannungstechnisch gelingt Petra Reski erneut ein gelungener Mix aus zu- und abnehmenden Tempo, sowie versteckter Hinweise, wodurch der Leser angehalten wird eigenständig Verbindungen zwischen den verschiedenen Ereignissen zu finden, im Idealfall bevor die Auflösung diese hergibt. Trotz der Vielfalt der Charaktere und diverser Handlungsstränge, gelingt es der Autorin einen roten Faden zu spinnen, der größtenteils unproblematisch zu verfolgen ist.

Ein weiterer gelungener Band rund um Staatsanwältin Serena Vitale, in dem nicht nur Italien einmal von anderer Seite gezeigt wird. Die Reihe wird vor allem dadurch besonders, dass konkret aufgezeigt wird, was tatsächlich möglich sein kann, wenn genügend Einfluss besteht. Hier wird Tacheles geredet, auch wenn der ein oder andere manche Dinge lieber unter Verschluss halten möchte.


Reiheninfo:
Band 1: Palermo Connection


Weitere erhältliche Ausgaben:

   EBOOK  

Sonntag, 26. Februar 2017

[RUND UMS BUCH] Neuzugänge KW8


Anette:
P.F.O.T.E. - Ein (fast) perfekter Hund, Bettina Obrecht (RE)

Christiane:
Cup Soups, Marianne J. Voelk (GS)
Mörderische Côte d'Azur, Hörbuch, Christine Cazon (GK)
Es klingelte an der Tür, Rex Stout (GW)
Kalle und Kasimir 03. Flitterwochen im Pfötchenhotel, Mirjam Müntefering (RE)
Brandstifter, Martin Krist (RE)

[REZENSION] Weggetreten

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Weggetreten
Autor: Mark Pätzold
Übersetzer: -/-
Verlag: Heyne
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 304 Seiten



Autor:
Mark Pätzold, Jahrgang 1974, studierte Luft- und Raumfahrttechnik, Systemtechnik und Philosophie. Davor landete er allerdings zunächst bei einer Fallschirmjägereinheit der Bundeswehr. Er arbeitete unter anderem als Publizist, Redakteur, Journalist - aber auch als Tauchlehrer, Grafiker, Fotograf, Systemadministrator, Veranstaltungstechniker und Industriekletterer.
Mit seinem ersten Roman "Sturzflug", der 2006 bei Goldmann erschien, gewann er den BRIGITTE-Roman-Wettbewerb. 2008 erschien „Das Lachen am Ende der kippenden Leiter“ (Kurzprosa und Kolumnen). Weitere Texte und Beiträge wurden weltweit in verschiedenen Anthologien und Zeitschriften publiziert. Mark Pätzold lebt in Berlin.


WEGGETRETEN

Mark Pätzold, einst selbst Fallschirmjäger, wandelt auf den Spuren seiner Vergangenheit und erinnert sich an seine Zeit bei der Bundeswehr. Von der Musterung, über die Grundausbildung, bis hin zur Heimkehr, er lässt nichts aus, zahlreichen Anekdoten sei Dank.

Das Werk versteht sich als eine Art Handbuch für Anfänger und Fortgeschrittene, plakativ sogar betitelt mit 'Erspart die Grundausbildung'. Dass sich hier einiges an Ironie mehr oder minder versteckt hält, ist entsprechend auf den ersten Blick sichtbar. Allerdings sollte man nun nicht dem Irrglauben verfallen, dieses Buch sei nur für Leser, die selbst einen Bezug zur Bundeswehr haben oder hatten. Sicherlich werden diese einige Ereignisse aus persönlichen Erfahrungen kennen, vielleicht sogar ähnlich (oder auch gänzlich anders) wahrgenommen haben, doch auch alle anderen werden mit einer ordentlichen Prise Humor bedacht, der manchmal bewusst eingesetzt wird, manchmal einfach aus der vorliegenden Situation entsteht.

Die Aussicht, mit 50 Kilo Ausrüstung an einem Fallschirm aus einem vollkommen intakten Flugzeug zu springen, zig Kilometer bei jedem Wetter durch Schlamm, Wüste und Schnee zu latschen, um dann auf irgendjemanden, den ich nicht kannte, loszuballern, entlockte mir ein schlichtes: „Ja, das würde ich gerne machen.“ (S. 35)

Sämtliche Fachbegriffe werden ausführlich erläutert, damit niemand ob des Kenntnisstandes benachteiligt wird. So hat man beinahe tatsächlich das Gefühl vor Ort zu sein, wobei man nach wie vor realistisch genug sein sollte, um zu verstehen, dass man vom Leben bei/innerhalb der Bundeswehr eigentlich nur den Hauch eines Eindrucks erlangen kann.

Inwiefern es sich in der Gänze um tatsächliche Ereignisse und Darstellungen handelt, selbst wenn man von einer autobiographischen Erzählung ausgehen darf, ist reine Spekulation. Manches erscheint überzeichnet, anderes womöglich verharmlost. Vergessen werden darf dabei allerdings nicht, dass es sich immer um subjektive Informationen des Autors handelt.

Obwohl eher im Sachbuch angesiedelt, wirken die beschriebenen Ereignisse nicht ausschließlich wie eine Aneinanderreihung von Fakten. Es wird fast schon eine Geschichte erzählt, der man jedoch nicht allzu ernsthaft gegenüber treten sollte, ein gesundes Maß an Sarkasmus ist unumgänglich.

Samstag, 25. Februar 2017

[PRODUKT-REZENSION] Forest Friends: Magnetic Bookmarks & Sticky Notes

Redakteur: Anette Leister

Mit dem monbijou Verlag aus der Lingen Verlagsgruppe kann man in Zukunft noch schöner schenken:

In der bisher erschienenen Produktpalette sind zwei Produkte unter dem Label "Forest Friends" erhältlich, die sicherlich das Herz aller Fuchs-, und Eulenfans höher schlagen lassen, denn diese zwei angesagten und beliebten Tierchen befinden sich neben vier weiteren Tieren unter den "Forest Friends".
Von den "Forest Friends" sind Magnetic Bookmarks erhältlich, die 6 Motive umfassen, sowie ein "Sticky Notes" Block, der 480 dekorative Stickies in unterschiedlichen Größen und Designs enthält.

Anbei stelle ich die beiden Produkte aus der Designlinie "Forest Friends" näher vor.

Die 6 Magnete sind auf einem Pappstreifen gehaltert, der ebenfalls im "Forest Friends" Design gestaltet ist, das finde ich vor allem für den Fall sehr schön, wenn man die magnetischen Lesezeichen jemandem schenken möchte, aber auch zur Aufbewahrung, wenn die Lesezeichen gerade nicht im Einsatz sind.
Den Bücherwurm hätte ich zwar nicht unter "Forest Friends" eingeordnet, aber für Bücherwürmer und Leseratten ist er sicherlich eine lustige und schöne Ergänzung zu Fuchs, Eichhörnchen, Hase, Eule und Biber.
Die Magnetkraft ist ausreichend stark als Lesezeichen, aber auch um 4-5 Blätter zusammenzuhalten, wenn mal keine Büroklammer zur Hand ist.
Beim Herausnehmen aus dem Papphalter sollte man darauf achten, die Tierköpfe nicht zu knicken, ebenso ist Achtsamkeit gefordert, wenn die Lesezeichen in Büchern stecken, die man unterwegs mit sich führt. Gerade der Bücherwurm ist sehr dünn und empfindlich ausgearbeitet.



Die Sticky Notes befinden sich in einem Block mit Klappcover, auf einer Seite kann man Notizen festhalten, oder beispielsweise seine Adresse eintragen, auf der anderen Seite sind insgesamt 8 verschiedene Designs und Größen der Sticky Notes angeordnet.
Die Klebekraft der schmalen Streifen könnte etwas stärker sein, zum mehrmaligen Ablösen und wieder Aufkleben sind sie weniger geeignet als Sticky Notes von Büromaterialherstellern. Zum einmaligen Markieren und für Leute, die es gerne individuell und farbenfroh mögen, sind sie jedoch absolut empfehlenswert.
Die enthaltenen Größen sind sehr unterschiedlich und praxisorientiert ausgeführt, der größte Zettel ist geeignet für einen Einkaufszettel, die mittleren für Notizen an Kollegen, die kleinen als Marker in Arbeitsbüchern und Unterlagen. Sehr gut gefällt mir, dass die kleinen Marker nicht in einem Einheitsdesign ausgeführt wurden, sondern wie der Rest unterschiedliche Designs und Farben aufweist.


Bestelllinks:
Forest Friends: Lesezeichen Wald
Forest Friends: Sticky Notes (zur Zeit nicht gelistet)

Fazit:
Kleine Büro- und Ordnungshelfer für Fuchs- und Eulenfans, beziehungsweise Fans von heimischen Waldtieren allgemein, in liebevoller Gestaltung und sinnvoller Ausführung. So ausgestattet macht die Arbeit gleich mehr Spaß!

[REZENSION] Liebe mich nicht

Redakteur: Natalie Burger

Titel: Liebe mich nicht
Autor: Marah Woolf
Verlag: Dressler
Reihe: Götterfunke 1
empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren
Ausführung: Hardcover, 464 Seiten



Autor:
Marah Woolf wurde 1971 in Sachsen-Anhalt geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Mann und drei Kindern lebt. Sie studierte Geschichte und Politik und erfüllte sich mit der Veröffentlichung ihres ersten Romans 2011 einen großen Traum. Die Arbeit an der MondLichtSaga wurde Ende 2012 abgeschlossen. Seitdem haben die Bücher sich als E-Book oder Taschenbuch mehr als 1 Million Mal verkauft. Der erste Teil der vierteiligen MondLichtSaga "MondSilberLicht" wurde auf der Leipziger Buchmesse 2013 mit dem ersten Indie-Autoren-Preis ausgezeichnet. Der dritte Teil der BookLessSaga erhielt 2014 von den Lovelybookslesern, Deutschlands größter Leserplattform, den ersten Preis in der Kategorie Fantasy.
Die Bücher gibt es mittlerweile in französischer, englischer und koreanischer Sprache.
Die Vertonung der der MondLichtSaga und der Zuckergussgeschichten ist abgeschlossen. Die FederLeichtSaga wie auch Finian Blue Summers folgen in Kürze.
Die FederLeichtSaga ist als siebenteilige Serie geplant. Diese Serie spielt in St Andrews in Schottland, wo Marah mit ihrer Familie ein komplettes Jahr verbrachte, dass sie für ausgedehnten Recherchen nutzte.Mittlerweile sind die ersten 4 Bände der FederLeichtSaga erschienen. Im Frühjahr 2017 startet eine Trilogie beim DresslerVerlag.

Unter dem Pseudonym Emma C. Moore schreibt Marah außerdem zuckersüße Kurzromane, die alle in der kleinen Stadt Crossville in Tennessee spielen.

Besuchen Sie Marah auf: https://www.facebook.com/marahwoolf.de
https://www.marahwoolf.com


LIEBE MICH NICHT

Inhalt:
Jess freut sich auf die letzten Ferien mit ihrer besten Freundin im Camp der Rockys. Doch schon bei der Anfahrt begegnet sie einem Jungen der sie nicht loslässt und dieser Junge, Cayden, ist mit im Camp. Um Jess ist es geschehen. Nichtsahnend das Cayden für seine Zeit im Camp ganz andere Dinge geplant hat für. Er, der Göttersohn Prometheus, hat mit Zeus eine Vereinbarung getroffen: Wenn er ein Mädchen findet das ihm widersteht macht Zeus ihn sterblich. Ein Spiel bei dem keiner wirklich gewinnen kann, oder doch?

Meine Meinung:
Bisher kenne ich von Marah Woolf nur den ersten Federleicht Band, doch der gefiel mir so gut das sie seitdem auf meiner Liste der zu lesenden Autoren gehört. Götterfunke ist der erste Band einer neuen Reihe auf die ich sehr gespannt bin. Von Göttern als Figuren von Jugendromanen habe ich noch nicht oft gelesen.

Der Einstieg war leicht. Zunächst erfährt der Leser die Regeln des Spiels der Götter. Danach geht es direkt mit den Aufzeichnungen von Hermes weiter, der so eine Art Kommentator und Beobachter in der Geschichte ist. Er half mir am Anfang sehr alles zusammen zu fassen was passiert ist. Seine Ausführungen stehen immer am Beginn eines Kapitels.

Die Kapitel selber sind nicht übermäßig lang, aber prall gefüllt mit Ereignissen. Langweilig wird es nie. Da gibt es nicht nur das Spiel mit der Liebe um die Sterblichkeit von Prometheus von Cayden und Zeus, sondern auch Streitigkeiten innerhalb der Götterfamilie, die für die Menschen gefährlich werden könnten und natürlich auch die Geschichte von Jess, die Caydens Weg kreuzt und nun unsterblich verliebt ist. Es gab keinen Moment an dem diese Geschichte langweilig war. Ich fühlte mich immer gut unterhalten und wollte auch stets weiter lesen. Gerade am Ende mochte ich die Finger nicht mehr vom Buch lassen.

Die Figuren sind zahlreich, Jess und ihre Freunde, Campbewohner und Arbeiter, Die Götterfamilie und doch hatte ich kein Problem all diese Personen auseinander zu halten und einzuordnen. Die Figuren sind alle sehr speziell und mit prägnanten Eigenschaften ausgestattet. Zudem gab es keine bzw. nur wenige ähnlich klingende Namen so dass auch hier nur wenig Gefahr bestand Personen zu verwechseln.
Jess steht im Mittelpunkt. Aus ihrer Sicht wird der erste Band erzählt, wenn nicht Hermes seines Ausführungen wieder gibt. Sie hat ein geringes Selbstbewusstsein, was wohl auch mit ihrer Vergangenheit zu tun hat. Auf ihr lastet schon viel kümmert sie sich zuhause neben der Schule noch um ihre kleine Schwester und um den Haushalt, weil ihre Mutter nicht dazu in der Lage ist. Jess ist stark, auch wenn sie es selber nicht so sieht. Sie freut sich auf die sechs Wochen Camp und hat sich dafür viel vorgenommen. Im Laufe der Zeit muss sie allerdings einiges mitmachen, wächst aber auch weiter über sich hinaus.
Cayden oder auch Prometheus. Er müsste einem unsympathisch sein so wie er mit den Mädels spielt um sein Ziel zu erreichen und doch hat er Momente an dem man ihm einfach nur gern haben kann. Er möchte sein Ziel erreichen und ist darin sehr ehrgeizig und doch kümmert er sich um Jess. Das macht es jedoch für beide Seiten nicht leichter.
Jess kommt mit Robyn, Josh und Camaron ins Camp. Sie kennen sich von Zuhause und wollten gemeinsam ein paar schöne Wochen verbringen. Robyn ist Jess beste Freundin, sie fand ich allerdings unausstehlich. Sie ist egoistisch und kann sehr fies werden Josh ist Jess bester Freund und fängt sie auf wenn sie traurig ist. Er gibt gute Ratschläge, obwohl er selber teilweise nicht besser ist wie Cayden, doch verletzt er Jess nicht.
Dazu kommen Leah, die Enkelin der Herbergseltern Henry und Rose. Apoll, Athene, Zeus und Hera die man hier mal ganz anders kennen lernt als in der griechischen Mythologie. Und auch noch andere Campkids, hauptsächlich Mädchen.

Am Ende freue ich mich sehr auf den zweiten Band, den man hier sogar schon anlesen kann wenn man möchte. Da ich weiß, dass ich gewiss auch dann weiter lesen möchte, und nicht kann, lasse ich lieber die Finger davon und warte geduldig auf Erscheinen von Band Zwei: Götterfunke – Hasse mich nicht.

Reihen-Info:
Band 1: Liebe mich nicht
Band 2: Hasse mich nicht
Band 3: Verlasse mich nicht


Weitere erhältliche Ausgaben:

   EBOOK   

HÖRBUCH

Freitag, 24. Februar 2017

[REZENSION] Billy the Beast

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Billy the Beast
Autor: Jörg Menke-Peitzmeyer
Übersetzer: -/-
Verlag: Ullstein
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 272 Seiten



Autor:
Jörg Menke-Peitzmeyer, 1966 in Westfalen geboren, studierte Schauspiel und Literarisches Schreiben. Er lebt als freier Autor für Dramatik und Prosa in Berlin und Istanbul. Seine Arbeit an "Billy the Beast" wurde mit einem Jahresstipendium des Deutschen Literaturfonds gefördert. Es ist sein erster Roman.


BILLY THE BEAST

Bert leidet nicht nur unter seinem Körpergewicht von satten 101kg, und das mit sechzehn, sondern auch unter den spöttischen Bemerkungen seiner Mitmenschen und Anfeindungen durch seine Mitschüler, sei es beim Sport, in der Pause oder im Unterricht. Doch immer, wenn er sich selbst schwor, dass es damit jetzt vorbei ist, hielt die Motivation nie lange an, bereits nach ein paar wenigen Wochen kam der Rückfall. Durch einen glücklichen Zufall erkennt Bert, dass er wie geschaffen dafür ist, das Maskottchen des örtlichen Eishockeyvereins zu werden. Wie es das Schicksal will, passt ihm das Kostüm von „Billy the Beast“ wie eine zweite Haut. So wird er nicht nur eins mit dem Ganzkörperanzug, sondern beginnt, auf Grund der unausweichlichen Bewegung in dem dicken Fell, zu schwitzen, was die Pfunde nur so purzeln lässt...

...vor Rückschlägen allerdings ist er, wie jeder andere auch, natürlich dennoch nicht gefeit. Es ist immer die Frage was man daraus macht, resigniert man, oder kämpft man weiter. Egal, ob es ums Abnehmen, die Liebe, den Job oder etwas ganz anderes geht, jeder kennt solche Situationen, in denen man am liebsten kapitulieren möchte, sich einigeln, um dem unausweichlichen Fortgang nicht ins Gesicht sehen zu müssen. Aber warum nicht einfach mal den steinigen Weg gehen, beim Anblick der Hürden nur zurückweichen, um Anlauf zu nehmen, nicht um sich zu verstecken? Der Leser hofft, dass auch Bert die Kurve bekommt, damit man ihn, ohne die lästige Frage nach dem „Was wäre, wenn...“, auf seinem weiteren Weg begleiten kann.

Billy hat alles was Bert auch gerne hätte, eine große Fangemeinde, wahre Freunde und Selbstbewusstsein. Dass er in dem Anzug steckt, ist für ihn noch nicht ausschlaggebend genug, die Eigenschaften auf sich selbst zu projizieren, wobei er aufpassen muss seine eigene Identität nicht zu verlieren. Es zeichnet sich ab, dass Bert einen Hang zu Extremen hat, in sämtlichen Bereichen. Dennoch, oder gerade deswegen, ist man gewillt, ihn so gut wie möglich zu unterstützen, in der Hoffnung, vielleicht sogar einige Tipps zu bekommen, um ebenfalls durchzuhalten, welchem Dämon auch immer man gerade gegenübersteht. Sicherlich geht man nicht mit allen Ansichten und Meinungen konform, die im Laufe des Geschehens auf den Tisch kommen, doch sind die Darstellungen weitestgehend authentisch und dadurch lebendig.

Wenn Bert auch zu Beginn ein wenig wehleidig und vor Selbstmitleid fast schon triefend erscheint, so kann man sich doch nach seinen Ausführungen, die aus der Ich-Perspektive geschrieben sind, ein recht gutes Bild der Gesamtsituation machen, um eine gewisse Verbindung aufzubauen. Seine Gedankengänge mögen manches Mal wirr erscheinen und auch das ein oder andere Mal vorgreifend sein, doch fügt sich nach und nach alles zusammen und jedes Ereignis findet seinen angestammten Platz. Der Kampf gegen die Kilos hat begonnen und es kann nur einen Sieger geben...

Donnerstag, 23. Februar 2017

[REZENSION] Wir zwei in fremden Galaxien

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Wir zwei in fremden Galaxien (OT: The Loneliness of Distant Beings)
Autor: Kate Ling
Übersetzer: Anja Hackländer
Verlag: One
Reihe: Ventura-Saga 1
empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren
Ausführung: Hardcover, 336 Seiten



Autor:
Kate Ling hat bereits Short Stories und Gedichte in verschiedenen Anthologien und Magazinen veröffentlicht, Die Anziehungskraft großer Gefühle, Band 1 der Ventura-Saga, ist ihr Romandebüt. Die Autorin schreibt bereits an der Fortsetzung.


WIR ZWEI IN FREMDEN GALAXIEN

Seren ist auf der Ventura geboren und kennt das Leben auf dem Planeten Erde nur aus Erzählungen, die, wie sie vermutet, zensiert sind, damit niemand auf blöde Gedanken kommt und die Mission nicht gefährdet wird. Das Raumschiff folgt einem Signal, von dem nicht ganz klar ist wo es herkommt, doch ist man voller Hoffnung am Ende auf Zivilisation zu treffen. Doch Seren hat es satt. Sie lehnt sich gegen das System auf, in dem alles vorbestimmt ist, sogar wen sie lieben und wessen Kinder sie austragen soll. Alles würde sie dafür geben, um mit Dom zusammen sein zu können, glücklich zu werden, ohne Anleitung, ohne totale Überwachung. Wird es Seren aller Widrigkeiten zum Trotz gelingen einen Ausweg zu finden, oder ist das Unterfangen von Anfang an zum Scheitern verurteilt?

Wie kann es sein, dass einer Partnerschaft genaueste Berechnungen und Kalkulationen zu Grunde liegen, anstatt die Anziehung, die zwischen zwei Menschen eine viel größere Rolle spielen sollte? Sicherlich befindet man sich auf der Ventura auf endlichem Raum, auf einer Mission, die noch mehr als zweihundert Jahre dauern wird, weshalb der Fortbestand der Besatzung gewährleistet werden muss und Inzest möglichst vermieden werden soll. Nachvollziehbar sind einige Argumente der Tonangeber durchaus, doch ihre Beharrlichkeit und die Vehemenz, mit der sie ihre Ziele verfolgen, erscheint doch häufig als zu viel des Guten. Welche Geheimnisse gibt es, die unter Verschluss gehalten werden? Was genau hat es wirklich mit der Mission auf sich? Fragen, auf die man sich die ein oder andere Antwort gewünscht hätte, die aber leider auch nach der Lektüre noch immer offen sind. Ein paar mehr Hintergrundinformationen würden dem Leser das ganze System vermutlich noch verständlicher machen. So aber schlägt man sich schnell auf Serens Seite, die natürlich auch nicht in jeder Situation korrekt agiert, aber doch für ihre Träume einsteht und für ihre Wünsche kämpft.

Natürlich handelt es sich in erster Linie um die Liebe zwischen zwei Menschen, die eigentlich, nach Maßstäben der Ventura, nicht sein darf. Schnell wird klar, dass Kate Ling hier den Hang besitzt abzudriften, zu viel Kitsch und Klischees einzusetzen, um deutlich zu machen wie eng die Bindung zwischen Seren und Dom ist. Ein bisschen weniger wäre allerdings deutlich mehr gewesen, die tiefe Verbundenheit noch inniger geworden. So wirkt alles ein wenig konstruiert und zu sehr gewollt, womöglich auf Grund der Befürchtung, dass ansonsten die Aussage des Geschehens nicht explizit genug dargestellt ist. Nichtsdestotrotz hofft und bangt der Leser mit den Hauptprotagonisten, ob sich ihnen Lücken auftun, um überhaupt einen Plan zu entwickeln, und diesen schlussendlich durchzuführen.

Spannungsmäßig befindet man sich die meiste Zeit auf einem gleichbleibenden Niveau, welches im Mittelfeld angesiedelt werden kann. Einige Vorkommnisse kündigen sich bereits weit im Voraus an, andere erscheinen gänzlich überraschend, in der Summe hält sich hier die Waage. Im letzten Drittel ergibt sich zudem eine Wendung, die man zwar hätte vorhersehen können, aber eigentlich eher glaubt hier handele es sich um eine Finte. Dadurch werden Tempo und Spannung für einige Zeit spürbar angezogen, der weitere Verlauf wird richtiggehend inhaliert. Doch kann dieser gelungene Abschluss dennoch nicht alles wett machen. Vor allem zu Beginn gibt es einige langwierige Passagen, bei denen es fraglich ist, ob sie überhaupt zum Fortgang der Handlung beitragen beziehungsweise wann mit Aktionen und Reaktionen der Figuren zu rechnen ist.

Alles in allem ein solider Auftakt der Ventura-Saga, der trotz aller Mittelmäßigkeit neugierig auf den nächsten Band macht.


Weitere erhältliche Ausgaben:

   EBOOK  
HÖRBUCH