Donnerstag, 5. Oktober 2017

[REZENSION] Sieh nichts Böses

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Sieh nichts Böses
Autor: Inge Löhnig
Verlag: List
Reihe: Kommissar Dühnfort 8
Ausführung: Taschenbuch, 448 Seiten


Autor:
Inge Löhnig studierte an der renommierten Münchner Akademie U5 Grafik-Design. Nach einer Karriere als Art-Directorin in verschiedenen Werbeagenturen machte sie sich mit einem Designstudio selbstständig. Heute lebt sie als Autorin mit ihrer Familie und einem betagten Kater in der Nähe von München.


SIEH NICHTS BÖSES

Kaum von seiner Hochzeitsreise zurückgekehrt, hat der Arbeitsalltag Kommissar Dühnfort bereits wieder voll im Griff. Die halbverweste Leiche einer seit langem vermissten Frau wird gefunden, neben ihr eine Affenfigur, der zunächst keine großartige Bedeutung beigemessen wird. Doch als die tiefergehenden Nachforschungen zum Thema und ein weiterer unaufgeklärter Mord darauf hindeuten, dass ein Zusammenhang besteht, muss Dühnfort schnell handeln, denn schon bald könnte es ein weiteres Verbrechen geben. Außerdem darf er sein Privatleben nicht vernachlässigen, denn Gina erwartet ihr gemeinsames Kind.

Inge Löhnig geht mit „Sieh nichts Böses“ und Kommissar Dühnfort in die achte Runde und schafft es noch immer die Leser abzuholen. Auf Grund ihres ruhigen, gleichzeitig flüssigen, Schreibstils ergibt sich eine Atmosphäre, in der man sich wohlfühlt, zugleich aber auch die Anspannung der Protagonisten spürt, also entsprechend nah am Geschehen ist. Egal ob man Dühnfort und Gina bereits in einem oder mehreren ihrer früheren Fälle erlebt hat oder nicht, das Gefühl des Wiedererkennens setzt fast sofort ein. Wichtige Hintergrundinformationen und vergangene Ereignisse werden kurz angeführt, um Brücken zu schlagen und Zusammenhänge deutlich zu machen. Als Neuling fühlt man sich daher auch zu keiner Zeit benachteiligt. Im Gegenteil, man ist gewillt sich auch in die Lektüre der Vorgänger zu vertiefen, von denen es bereits einige gibt.

Die Ermittlungen im vorliegenden Fall gestalten sich als schwierig, da das Verschwinden der jungen Frau bereits einige Jahre zurück liegt. Alte Verbindungen müssen ausgegraben und neue Schlüsse gezogen werden, damit endlich Klarheit herrscht und vor allem die Eltern mit diesem Kapitel auf gewisse Weise abschließen können. Bei seinen Recherchen gerät Dühnfort immer tiefer in ein kurioses Geflecht, das noch die ein oder andere Überraschung bereit halten soll, auch für den Leser. Obwohl man sich erstaunlich selten auf dem Holzweg befindet, sondern im Kopf beharrlich an seiner eigenen Theorie festhält, versuchen immer wieder Momente des Skepsis an die Oberfläche zu dringen.

Ist man gewillt den Hinweisen konsequent zu folgen und sich nicht einschüchtern zu lassen, so bleibt im Grunde nur eine mögliche Lösung übrig, die jedoch noch verifiziert werden muss. Zum Ende hin sinkt somit leider ein wenig die Spannungskurve, da auch kaum noch mögliche Wendungen eingebaut werden, wodurch die Marschrichtung schnell deutlich wird.

Dem Lesefluss und -vergnügen steht dies allerdings nicht im Wege, auch der achte Band der Reihe hat durchaus seinen Reiz. Vor allem im Hinblick auf Ginas und Dühnforts privates Glück, erst die Hochzeit, jetzt die freudige Erwartung. Logisch, dass hier ein genauerer Blick riskiert und die Gefühls- und Gedankenwelt der Protagonisten eingehender betrachtet wird als in so manchem Vorgänger. Alles in allem also erneut ein spannender Fall für Kommissar Dühnfort, der natürlich tatkräftige Unterstützung erhält, um dem Chaos Herr werden zu können.


Reihen-Info:
Band 1: Der Sünde Sold
Band 2: In weißer Stille
Band 3: So unselig schön
Band 4: Schuld währt ewig
Band 5: Verflucht seist du
Band 6: Deiner Seele Grab
Band 7: Nun ruhet sanft


MUSS ICH HABEN!


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1 Kommentar:

  1. Hallo und guten Tag,

    hm, der Herbst ist auch irgendwie Krimizeit oder?

    LG...Karin..

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