Samstag, 23. September 2017

[REZENSION] Was kann einer schon tun?

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Was kann einer schon tun?
Autor: Peer Martin
Verlag: Oetinger
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren
Ausführung: Hardcover, 112 Seiten


Autor:
Peer Anders Martin wurde 1968 in Hannover geboren. Nach einem Studium der Sozialpädagogik arbeitete er mehrere Jahre mit Jugendlichen in Berlin, Brandenburg und Vorpommern, zuletzt auf der Insel Rügen. Diese Erfahrungen und die Gespräche mit einem syrischen Freund brachten ihn schließlich dazu, seinen ersten Roman niederzuschreiben, der auf vielen langen Spaziergängen an den Stränden der Ostseeküste entstand, wo er die Geschichte zuerst der geduldigen Hündin Lola erzählte. Inzwischen lebt er mit seiner Frau, drei Kindern und Lola in Quebec.


WAS KANN EINER SCHON TUN?

Klimakatastrophe, Erderwärmung, Flüchtlingspolitik, Terror – Projekte, die ein einzelner gar nicht stemmen kann. Oder etwa doch? Ausgestattet mit einem wahren Fragenkatalog begibt der Autor sich auf die Suche nach Antworten. Was kann einer schon tun? Wo fängt Hilfe an und wo hört Hilflosigkeit auf? In vier ganz unterschiedlichen Gesprächen stellt er dar was für ihn in der Welt „falsch“ läuft, welche Gedanken er sich macht, welche Ziele und Wünsche hinter all dem stecken und auch wie sein Gegenüber zu alldem steht.

Im Grunde findet sich jeder Leser, egal ob jugendlich oder erwachsen, an dem ein oder anderen Punkt der Erzählung wieder. Sei es im Hinblick auf ähnliche Gedankengänge, durchgeführte Aktionen oder innerhalb der Hoffnungen. Dinge, die inzwischen unseren Alltag begleiten, keine Lichtjahre entfernt, sondern quasi vor der eigenen Haustür. Da ist Wegschauen schon lange keine Option, auch wenn man, wie in jeder Lebenslage, hier ebenfalls ein gesundes Maß finden muss, damit ursprünglich positives Handeln nicht plötzlich ins Gegenteil umschlägt.

Die aufgeführten Gespräche stehen im Grunde exemplarisch für die gesamte Menschheit. Wenn man bereit ist die Augen nicht länger zu verschließen, wird man einiges anders erleben. Und ganz wichtig: Es fängt im Kleinen an. Die Welt zu retten ist sicherlich nicht Aufgabe eines einzelnen, zu hoch gesteckte Ziele führen ebenfalls nicht zum Erfolg. Daher unbedingt mit der notwendigen Ruhe die Dinge betrachten, neutral und von außen, vielleicht sogar die ein oder andere Situation eingehender analysieren, aber im Idealfall niemals impulsiv reagieren.

Trotz des geringen Umfangs ist „Was kann einer schon tun?“ wahrlich keine leichte Kost oder gar „mal eben schnell“ gelesen. Bedächtig verfolgt man die Zeilen, hält ein ums andere Mal inne und schweift mit den Gedanken ab, um in der Folge möglicherweise einige Passagen erneut zu lesen und aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Eigentlich gibt der Autor hauptsächlich Denkanstöße, doch das in einer Art und Weise, die nachdenklich stimmt und noch einige Zeit nachklingen wird. Im besten Falle natürlich auch im Alltag.


MUSS ICH HABEN!


ANDERE AUSGABE?
ebook:

1 Kommentar:

  1. Liebe Christiane,

    deine Rezi ist wirklich toll geworden und ich kann dir in allen Punkten zustimmen. Heute ist auch endlich meine Rezi zu dem Büchlein onlinegekommen und ich kann dir nur Recht geben. Es ist keinesfalls ein Buch, was man, wie du so schön geschrieben hast, mal so nebenbei lesen kann, sondern eins, dem man volle Konzentration schenkt. Die Denkanstöße fand ich wirklich toll und auch die aktuellen Themen, die der Autor in seine Gespräche einfließen ließ. Ein tolles Buch.

    Ich habe deine Rezi übrigens in meiner verlinkt. Wenn es für dich nicht in Ordnung ist, einfach kurz Rückmelden :)

    Liebe Grüße,
    Caterina

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