Freitag, 8. September 2017

[REZENSION] New York zu verschenken

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: New York zu verschenken
Autor: Anna Pfeffer
Verlag: cbj
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahren
Ausführung: Broschur, 336 Seiten


Autor:
Ulrike Mayrhofer und Carmen Schmit, die beiden Autorinnen hinter dem Pseudonym Anna Pfeffer, sind seit ihrer gemeinsamen Schulzeit in Wien befreundet. Schon damals entwarfen sie Geschichten, die aus Lehrern paranoide Agenten und aus Mitschülern tragische Helden machten. Heute leben sie in Hamburg und Wien, sind zusammen über 70 Jahre alt, haben zwei Männer, sechs Kinder und einen Hund und schreiben noch immer zusammen.


NEW YORK ZU VERSCHENKEN

Anton wurde gerade von seiner Freundin verlassen, obwohl er ihr doch eine Luxusreise nach New York geschenkt hatte. Jetzt versucht er sein Glück im Netz, denn das verbliebene Ticket ist auf den Namen Olivia Lindmann gebucht. Tatsächlich meldet sich eine Liv, die einerseits zwar nicht unbedingt Antons Vorstellungen entspricht, ihn aber andererseits dennoch neugierig macht. Wird sie wirklich seine neue Reisebegleitung?

Wer würde nicht zugreifen, wenn er die Chance bekäme New York kennenzulernen? Anton kann partout nicht verstehen, wie Olivia sich dagegen, und somit auch gegen ihn, entscheiden konnte. Der Leser wiederum erhält nach und nach einen Einblick dessen, was möglicherweise zwischen den beiden schief gelaufen sein könnte und stellt sich ebenfalls die Frage, wie er selbst wohl gehandelt hätte. Spielt Anton nur eine Rolle? Hat er Angst sich mit tiefsinnigeren Themen auseinanderzusetzen? Oder ist er tatsächlich der oberflächliche Macho, den er immer wieder darstellt? Sicher ist, dass es nicht einfach ist Anton zu mögen, auch wenn man schnell spürt, dass unter der harten Schale etwas schlummert, von dem er selbst vielleicht noch gar nicht gewusst hat, dass es existiert. Dennoch ist man gewillt ihm eine Chance zu geben, schließlich sollte niemand sofort verurteilt werden, ohne dass man ihn richtig kennt.

Als Anton und Liv virtuell aufeinander treffen, werden Unterschiede und Spannungen sogleich deutlich. Für den Leser steht schon früh fest, dass es eine explosive Reise werden würde, sollten diese beiden wirklich gemeinsam in den Flieger steigen. Doch ob dies wirklich geschieht? Je länger die Unterhaltung andauert, desto mehr steht das gesamte Vorhaben auf der Kippe. Für den Leser ist der Verlauf in weiten Teilen vorhersehbar, dennoch ist man neugierig, ob sich nicht noch die ein oder andere Überraschung finden lässt.

Einen Roman ausschließlich in Chatform stattfinden zu lassen ist immer schwierig. Sicherlich lernt der Leser die Figuren dadurch besser und näher kennen, sie können aber ebenso einiges verheimlichen, was vielleicht für den Fortgang des Geschehens wichtig gewesen wäre. Man kann also nie sicher sein, ob die Darstellung nun authentischer Natur ist oder nicht. Sinnvoller wären zumindest ein paar füllende Absätze, die aus der beobachtenden Perspektive eine kurze Zusammenfassung dessen liefern, was beispielsweise in den Köpfen der Protagonisten vorgeht. Dies geschieht zwar auch innerhalb der Kurznachrichten, aber auch hier wiederum nur in abgespeckter Form.

Im Großen und Ganzen bleiben die Autorinnen ihrem bekannten, lockeren Stil treu. Ein wenig vermisst man aber den gewohnt bissigen, leicht sarkastischen Humor. Natürlich werden komische Elemente eingestreut, der gewisse Pep fehlt allerdings.


MUSS ICH HABEN!


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1 Kommentar:

  1. Hallo und guten Tag,

    poppiges Cover mit einer ungewöhnlichen Handlung oder?

    LG..Karin...

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Viele Grüße die Katze mit Buch und ihre Mitbewohner