Montag, 5. Juni 2017

[REZENSION] Teestunde mit Todesfall

Redakteur: Anette Leister

Titel: Teestunde mit Todesfall (OT: Arsenic for tea)
Autor: Robin Stevens
Übersetzer: Nadine Mannchen
Verlag: Knesebeck
Reihe: Ein Fall für Wells & Wong 2
empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahren
Ausführung: Hardcover, 288 Seiten 


Autor:
Robin Stevens wurde zwar in Kalifornien geboren, wuchs aber in einem College in Oxford, gleich neben dem Wohnhaus von Alice im Wunderland, auf. Schon in frühester Kindheit wollte sie entweder Hercule Poirot oder Agatha Christie werden. Als das mit dem beeindruckenden Schnauzbart nichts wurde, entschied sie sich für eine Karriere als Krimiautorin.
http://robin-stevens.co.uk/


TEESTUNDE MIT TODESFALL

Hazel verbringt die Ferien bei Daisys Familie in Fallingford. Doch auch außerhalb ihres Internats bleibt den beiden weder die Zeit noch der Abstand zum Mordfall an der Schule, da einer der Gäste zu Daisys Geburtstag vor den Augen aller vergiftet wird. Nun ist das Detektivbüro Wells und Wong zum zweiten Mal gefragt! Opfer des Giftmords ist der zwielichte Mr. Curtis, den außer Daisys Mutter niemand mochte, was die Liste der Verdächtigen dementsprechend in die Länge wachsen lässt. Und Daisys Mutter Gefallen an Mr. Curtis... nun ja... sollte sich für eine verheiratete Frau nicht geziemen. Kein Wunder also, dass ausgerechnet Daisys schusseliger, aber sehr sympathischer Vater zum Hauptverdächtigen in diesem Mordfall wird. Aber ist die Auflösung tatsächlich so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint? Je tiefer die Mädchen dem Ganzen auf den Grund gehen, desto mehr Motive für einen Mord an Mr. Curtis, der ein ausgebuffter Betrüger war, treten ans Tageslicht und Personen, die man zunächst als Tatverdächtige ausgeschlossen hat, finden nun doch einen Platz auf der Liste der möglichen Täter!

Von den Kritikpunkten, die ich im ersten Band der Wells und Wong Reihe angebracht hatte, fehlt nun jede Spur. Wo ich noch die oberflächliche Charakterausarbeitung kritisiert habe, muss ich nun meinen imaginären Hut vor der Autorin ziehen. Es war in mehrfacher Hinsicht ein kluger Schachzug von ihr, den Tatort für den zweiten Fall der Detektei Wells und Wong an einen anderen Ort zu verlegen. Zum einen kommt durch den neuen Schauplatz frischer Wind in die Handlung, zum anderen werden nicht so viele neue Charaktere eingeführt wie im Serienauftakt, so dass der Leser einfacher eine Bindung zu ihnen aufbauen kann. Daisy ist jetzt greifbarer als in "Mord ist nichts für junge Damen" und weckt Sympathien beim Leser, nachdem man ihre Familiensituation kennengelernt hat. Im ersten Band war sie für mich absolut nicht greifbar und blieb deutlich hinter Hazel, der Ich-Erzählerin, zurück.
Die Stärken aus dem ersten Band greifen auch im zweiten Fall der Detektivreihe: der altmodisch angehauchte Erzählstil, ein klassischer Whodunit ganz im Stil von Agatha Christie, ein junges Ermittlerduo, das an Arthur Conan Doyles Sherlock Holmes und Dr. Watson erinnert, dazu die liebevolle Gestaltung des Romans mit Abbildung des Tatorts und Nennung aller Beteiligten im Vorfeld der Geschichte und einem Glossar, in dem Hazel einige spezielle Begriffe erklärt, die den jungen Leserinnen heutzutage vielleicht kein Begriff (mehr) sind.
Auch wenn ich mir (fast) immer sicher war, wer als Täter auf keinen Fall in Frage kommt, so hat es Robin Stevens geschafft mich mit zwei oder drei Charakteren an der Nase herum zu führen. Die Auflösung des Falls war für mich also nicht vorhersehbar und nebenbei hatte ich sehr viel Spaß mit einigen der hier vorgestellten Charaktere, denn trotz des mörderischen Inhalts von "Teestunde mit Todesfall" spart die Autorin nicht an Witz und Situationskomik.

Der zweite Fall für Daisy Wells und Hazel Wong hat sich zu ihrem ersten Abenteuer noch weiter gesteigert, so dass ich die Reihe auf jeden Fall weiterverfolgen werde. Auch im dritten Band, der einen "Mord erster Klasse" behandelt, hat sich die Autorin einen neuen Tatort gesucht: es geht an Bord des berühmten Orientexpress! Ich bin sehr gespannt, welchen Herausforderungen sich die beiden jungen Detektivinnen dort stellen müssen und ob man vielleicht mit Zitaten auf den "Mord im Orientexpress" ihres Vorbilds Agatha Christies rechnen kann.

Liebhaber von klassischen Whodunits und Detektivgeschichten sollten auf die Reihe von Robin Stevens auf jeden Fall einen Blick werfen. Für ein junges Publikum durch die jugendlichen Helden lesenswert, aber im Hinblick auf die berühmten Fußstapfen Agatha Christies, in die Robin Stevens in meinen Augen erfolgreich tritt, ebenso lesenswert für erwachsene Krimileser!

Reihen-Info:
Murder most unladylike (Mord ist nichts für junge Damen)
Arsenic for tea (Teestunde mit Todesfall)
First class murder (Mord erster Klasse, 21. September 2017)
Jolly foul play
Mistletoe and murder
BOOK 6 COMING SOON


MUSS ICH HABEN!

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