Dienstag, 6. Juni 2017

[REZENSION] So, und jetzt kommst du (Hörbuch)

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: So, und jetzt kommst du
Autor: Arno Frank
Sprecher: Devid Striesow
Verlag: Random House Audio
Reihe: -/-
Ausführung: Ungekürzte Lesung, ca. 598 Min., 8 CDs



Autor:
Arno Frank geboren 1971 in Kaiserslautern, ist Publizist und freier Journalist. Er schreibt u.a. für die taz, Die Zeit, Spiegel Online, Musikexpress, Dummy, Fluter und das Arte Magazin. Er lebt mit seiner Familie in Wiesbaden.

Sprecher:
Devid Striesow ist in zahlreichen ausgezeichneten Filmen zu sehen und erhielt u. a. den Grimme Preis und den Deutschen Fernsehpreis. Seit 2013 ermittelt er als Hauptkommissar Jens Stellbrink im Tatort Saarbrücken und spielte 2015 Hape Kerkeling in Ich bin dann mal weg. Ein brillanter Hörbuchsprecher ist er ebenfalls.


SO, UND JETZT KOMMST DU

Eine ganz normale fünfköpfige Familie, die plötzlich über eine Menge Geld verfügt und nach Frankreich auswandert. Kommt zwar nicht täglich vor, an sich aber dennoch nicht unbedingt ungewöhnlich. Allerdings wirkt das recht überstürzte Aufbrechen auffällig, als läge etwas im Verborgenen, das bisher jedoch weder für den Hörer noch für alle Protagonisten greifbar ist. Entsprechend bleibt nur abzuwarten wie sich das Geschehen weiterhin entwickelt, um möglicherweise über Hinweise zu stolpern, die darauf hindeuten womit man es hier zu tun hat.

In seinem autobiographischen Roman erzählt Arno Frank erschreckend authentisch von seiner Kindheit und Jugend, die alles andere als normal verlief. Gemeinsam mit Sprecher Devid Striesow nimmt er den Hörer mit auf eine Reise ins Ungewisse, vielleicht sogar ohne Wiederkehr. Alles kann, nichts muss, überhaupt scheinen Regeln nur Richtlinien und Auslegungssache zu sein. Sich ins Gedächtnis zu rufen, dass es sich um keine fiktive Darstellung hat, ist nicht notwendig, die Realität ist in jedem Wort, in jedem Satz und in jeder Emotion spürbar.

Leider liegt hier jedoch auch die Gefahr, dass Passagen zu langwierig ausfallen, die Handlung dadurch stagniert und der zuvor entstandene Bann gelöst wird. Auch Arno Frank ist davor nicht gefeit. Trotz wirklich grandioser Sprecherleistung und interessantem wie mitreißendem Inhalt, kommt es immer wieder zu Sequenzen, denen eine Kürzung durchaus gutgetan hätte. Sicherlich sollte hier keine Spannungskurve á la Krimi oder Thriller erwartet werden, nichtsdestotrotz sind Schwankungen im Erzählfluss ebenfalls ein Kriterium, wenn es um positive oder negative Hörerlebnisse geht.

"So, und jetzt kommst du" ist mit Sicherheit nicht jedermanns Sache, man sollte sich eventuell im Vorfeld über den Inhalt informieren. Hat man die Entscheidung gefällt das Wagnis einzugehen, wird sich ein Gefühlspotpourri entladen, welches man so selten gesehen hat. Es wird definitiv kontroverse Meinungen geben, auf jeden Fall sollte sich jeder sein eigenes Bild machen.


MUSS ICH HABEN!


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