Mittwoch, 28. Juni 2017

[REZENSION] Nach dem Schmerz

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Nach dem Schmerz
Autor: Lucas Grimm
Verlag: Piper
Reihe: David Berkoff 1
Ausführung: Broschur, 320 Seiten


Autor:
Lucas Grimm ist das Pseudonym eines erfolgreichen Drehbuchautors, der sein Leben jahrelang als Musiker, Schauspieler, Filmemacher und Entrepreneur gefristet hat. Nach einem Schicksalsschlag ist er mehrere Monate durch Amerika, Indien, Tansania und Israel gereist und hat begonnen zu schreiben. 2017 erschien sein erster Roman "Nach dem Schmerz".


NACH DEM SCHMERZ

Wenn Hannah Gold auf der Bühne steht, gibt es nur noch sie und ihre Musik. Gemeinsam mit ihrem Cello begeistert und berührt sie die Massen. Selbst allerdings spürt sie bereits seit 25 Jahren nichts mehr. Die Folter, die sie über sich ergehen lassen musste, hat sie zu der Frau gemacht, die sie heute ist. Und alles wegen irgendwelcher Informationen, die ihr Vater angeblich besitzen soll. Als Walter Gold, einst totgeglaubt, plötzlich in Hannahs Konzert auftaucht, scheint das Geheimnis, welches so lange unentdeckt blieb, sich seinen ganz eigenen Weg ans Tageslicht zu bahnen...

In Lucas Grimms "Nach dem Schmerz" begegnet Hannah Gold diversen Dämonen, die mal mehr mal weniger real greifbar sind. Definitiv aber wird ihr nichts anderes übrig bleiben, als sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen, die ihr damals in der DDR beinahe zum Verhängnis wurde. Schier unglaublich erscheinen die Machenschaften und Methoden der damaligen Zeit, wenn es um die Beschaffung von Informationen ging. Und doch weiß man im Grunde, dass die Darstellung erschreckenderweise authentisch ist. Somit wird ein Teil Historie beleuchtet, mit dem man gemeinhin nicht unbedingt in Berührung kommt, der aber dennoch nicht ausgeschlossen werden sollte und durchaus in Erinnerung gebracht werden darf.

Welche Charaktere nun ein Bündnis eingehen, wer für wen spioniert oder wer sich nur zum Schein auf die gegebenen Spielregeln einlässt, aber eigentlich sein eigenes Ding durchzieht, wird nicht auf den ersten Blick deutlich. Zugegeben, das wäre auch ziemlich langweilig und die Geschichte schnell erzählt. Entsprechend ist hier Konzentration gefragt, um nicht plötzlich den Faden zu verlieren. Es ergibt sich ein dicht gesponnenes Netz aus diversen Intrigen, die teilweise vorhersehbar, in den meisten Fällen aber überraschend daher kommen. Dadurch entwickelt sich im Laufe des Geschehens eine (An)Spannung, der man sich als Leser nicht mehr entziehen kann. Ist man einmal in dem Sog gefangen, der sich etwa nach einem Drittel der Geschichte einstellt, gibt es nur noch die Flucht nach vorn.

Gemeinsam mit den Protagonisten begibt sich der Leser auf eine Reise ins Ungewisse. Es ist weder klar was die Vergangenheit ans Licht bringt, noch was die Zukunft daraus macht. Alles ist möglich, so dass man zwar Spekulationen ob des Schlussakkords anstellen kann, den tatsächlichen Hergang allerdings erst erfahren wird, wenn die Zeit gekommen ist.


MUSS ICH HABEN!


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