Freitag, 10. März 2017

[REZENSION] Was Kassy wusste

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Was Kassy wusste
Autor: Lara De Simone
Übersetzer: -/-
Verlag: Oetinger 34
Reihe: Secrets 3
empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren
Ausführung: Hardcover, 240 Seiten



Autor:
Lara De Simone wurde 1993 in Heidelberg geboren, wo sie dreisprachig aufwuchs. Mit dreizehn Jahren begann sie, an ihrer ersten Romanreihe zu schreiben. An ihrem Gymnasium gründete sie 2010 eine Theater-AG für Kinder der Unterstufe, mit der sie zwei Eigenproduktionen aufführte. 2012 wurde sie beim Treffen Junger Autoren auf den Berliner Festspielen ausgezeichnet. Zurzeit lebt sie in Hildesheim, wo sie seit 2013 Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus studiert.


WAS KASSY WUSSTE

Nach Maries Sturz von der Klippe ist nichts mehr so wie früher. Emma und Kassy haben sich kaum noch etwas zu sagen, jede versinkt in ihrer eigenen Trauer, dabei ist ein klärendes Gespräch überfällig. Von Angstattacken geplagt versucht Kassy mit Hilfe ihrer Arbeit und ihrem neuen Freund jeden Tag aufs Neue zu bezwingen, ohne daran denken zu müssen, dass Marie nie wieder vor ihr stehen wird. Als sie von der Polizei erfährt, dass es definitiv kein Selbstmord gewesen sein kann, bricht sie vollends zusammen. Kassy fühlt sich beobachtet und verfolgt, sieht sogar eine dunkle Gestalt gegenüber ihres Zuhauses. Wer stellt ihr nach und was will diese Person von ihr?

Mit Kassys Geschichte endet die Trilogie rund um die drei Freundinnen, von denen eine die Party nicht überlebte. Es ist demnach sinnvoll beziehungsweise gar notwendig die chronologische Reihenfolge der Bände einzuhalten, da das Geschehen nur im Gesamtkontext stimmig wird.

Natürlich ist man mehr als nur gespannt darauf was der Abschluss für den Leser bereit hält. Nach den ersten beiden Bänden gab es noch viele Fragen, die sicherlich bereits zu Spekulationen geführt haben, doch fehlte bis zuletzt die Bestätigung, ob die gezogenen Schlüsse tatsächlich richtig sind. Was passierte wirklich an der Klippe in der verhängnisvollen Nacht? Eine elementare Frage, die sich zwangsläufig durch die gesamte Trilogie zählt, schließlich ist sie Dreh- und Angelpunkt des gesamten Geschehens. Nichtsdestotrotz lassen auch Nebenhandlungen Raum für Interpretation und sollten daher nicht einfach als gegeben hingenommen werden. Manchmal tarnen sich wichtige Hinweise, in der Hoffnung, nicht entdeckt zu werden.

Detailliert und bildhaft beschrieben, kann sich der Leser in Kassys Gedankengänge hineinversetzen, sogar ihre Panikattacken nachfühlen, wodurch eine emotionale Nähe entsteht. Auch wenn man ihr Handeln nicht in allen Punkten unterstützt, so kann man dennoch einige Aktionen zumindest besser nachvollziehen. Vor allem aber hofft man, dass nicht noch ein Opfer zu beklagen sein wird, denn es gibt immer noch die seltsame Gestalt, die Kassy scheinbar nachstellt.

Die Secrets-Trilogie kann man zweifelsohne als gelungenes Projekt betiteln, schließlich wurde jeder Band aus der Sicht einer der drei Freundinnen und von jeweils einer anderen Autorin geschrieben. Sprachlich und stilistisch ließ sich hier kein Bruch erkennen, gewollte und unabdingbare Unterschiede liegen ausschließlich aus dem Grund vor, dass jede Hauptperson eigene Charaktereigenschaften besitzt und andere Wahrnehmungen des Geschehens hat. Es mag sein, dass die (Auf)Lösung schlussendlich zu einfach erscheint, das Finale zu abrupt, das wird jedoch jeder Leser subjektiv für sich selbst entscheiden (müssen).


Reiheninfo:
Band 1: Wen Emma hasste
Band 2: Wem Marie vertraute


Weitere erhältliche Ausgaben:

   EBOOK  

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