Donnerstag, 2. März 2017

[REZENSION] Steinroller (Hörbuch)

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Steinroller
Autor: Martin Lassberg
Sprecher: Boris Aljinovic
Verlag: DAV
Reihe: -/-
Ausführung: Ungekürzte Lesung, ca. 429 Minuten, 1 mp3-CD




Autor:
Martin Lassberg lebt im Inntal und ist als Journalist leidenschaftlicher Sammler und Jäger von außergewöhnlichen Geschichten. Auf seinen zahlreichen Reisen hat der promovierte Literaturwissenschaftler immer wieder den Ursprüngen der Menschheit und der alten Kulturen nachgeforscht. Einmal im Jahr ernährt er sich vier Wochen lang von einer Steinzeit-Diät, deren Grundzüge er bei den Ojibwa-Indianern in Kanada erlernt hat.

Sprecher:
Boris Aljinovic, geboren 1967, ist Ensemblemitglied des Berliner Renaissance-Theaters. Man kennt ihn aus zahlreichen Film- und Fernsehrollen (u. a. »Tatort«, »Die 7 Zwerge«). 2007 erhielt er den Deutschen Hörbuchpreis.


STEINROLLER

Steinroller ist anders als die anderen in seiner Sippe. Anstatt auf die Jagd zu gehen, widmet er sich lieber seinen Höhlenmalereien. Da er sich zudem in der glücklichen Lage befindet mit Intelligenz ausgestattet zu sein, ist für ihn sofort klar, dass er den Tod eines Sippenmitglieds aufklären wird, denn Steinroller weiß sogleich, dass es sich nicht um einen Unfall handelt. Gemeinsam mit seiner Gefährtin Weichhaar und seinem Assistenten begibt er sich also auf Spurensuche, um den Mord schnellstmöglich aufzuklären, nicht, dass noch weitere Opfer beklagt werden müssen...

Ermittlungen ohne neueste Technik, ohne die Möglichkeit der beinahe totalen Überwachung? Inzwischen fast schon undenkbar, jedoch nicht unmöglich. Das zeigt Martin Lassberg, indem er Steinroller, den wohl ersten Ermittler der Menschheitsgeschichte, auf den Plan ruft. Natürlich ist dieser mitunter etwas unbeholfen, doch gleichsam erfinderisch, wenn der eingeschlagene Weg in einer Sackgasse zu enden droht. Mit gegebenen Mitteln erschafft er so einen spannenden Kriminalfall, den man sicherlich nicht so schnell vergessen wird. Damals wie heute wird vor Intrigen nicht zurückgeschreckt, Neid und Missgunst bahnen sich ebenfalls ihren Weg. Entsprechend sind durchaus Parallelen zur heutigen Zeit zu finden, man muss manche Dinge nur zu deuten wissen.

Steinroller wird von seiner Gemeinschaft nicht unbedingt ernst genommen, zeitweise sogar verspottet, und doch schafft er es immer wieder sich zu motivieren, nicht aufzugeben und sein Ziel weiter zu verfolgen. Nicht nur intelligenter als der Rest der Sippe, auch mit Humor ausgestattet, den nicht unbedingt jeder versteht, hat Steinroller eine Mission, die es bestmöglich zu beenden gilt. Dabei geht es keineswegs nur bierernst zur Sache, mit viel Wortwitz bestückt, wird der Hörer an die Geschichte gefesselt. Gleichzeitig wird durchweg, mal mehr mal weniger, Spannung aufgebaut, schließlich darf man den Todesfall nicht aus den Augen verlieren, auch wenn die Spurensuche sich manches Mal mühsamer als gedacht gestaltet. Dadurch wirken manche Passagen etwas langwierig, bei denen man sich durchaus ein paar wenige Kürzungen gewünscht hätte.

Boris Aljinovic haucht dem Steinzeitkommissar und seiner Sippschaft Leben ein, indem er die Geschichte lebendig und authentisch erzählt. Die Darstellung ähnelt mehr einem Bühnenstück als einer einfachen Lesung, wodurch konkrete Bilder im Kopf des Hörers entstehen, die man mit ein wenig Fantasie noch weiter ausschmücken kann. Stellt sich die Frage, ob es weitere Fälle für Steinroller geben wird, die ihren Weg in die reale Welt antreten wollen?!


MUSS ICH HABEN!


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