Samstag, 11. März 2017

[REZENSION] Camp 21. Grenzenlos gefangen (Hörbuch)

Redakteur: Christiane Demuth (19.02.2017)

Titel: Camp 21. Grenzenlos gefangen
Autor: Rainer Wekwerth
Sprecher: Mark Bremer
Übersetzer: -/-
Verlag: Rubikon
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren
Ausführung: Ungekürzte Lesung, ca. 468 Minuten, 1 mp3-CD



Autor:
Rainer Wekwerth ist Autor aus Leidenschaft. Oft liest man, ein Autor habe sein Hobby zum Beruf gemacht. Rainer Wekwerth dagegen bezeichnet das Schreiben als Sucht: Er kann gar nicht anders. Wekwerth ist Autor erfolgreicher und preisgekrönter Bücher. Neben dem Schreiben coacht er Autoren und Schreibschüler, ist Ehemann und Vater einer Tochter. Rainer Wekwerth lebt mit seiner Familie im Stuttgarter Raum.

Sprecher:
Mark Bremer entschied nach Volontariat und Schauspielschule, dass auch Sprechen seine Berufung ist und gehört seitdem zu den profiliertesten deutschen Stimmen. Mit Hörbüchern kam er schon Mitte der 90iger Jahre in Kontakt, als dieses Medium in Deutschland noch unbekannt war. Er produzierte die ersten Titel von "der Hörverlag" und "Hoffmann & Campe", bevor er als Sprecher Karriere machte. Die Liebe zum Hörbuch blieb. Die Verlagsgründung ist die Gelegenheit, selbst Einfluß auf Stoffe zu nehmen.


CAMP 21. GRENZENLOS GEFANGEN

Mike und Kayla landen aus unterschiedlichen Gründen in einer Art Bootcamp für schwer erziehbare Jugendliche. Isoliert von der Außenwelt, sollen sie auf den rechten Weg zurück gebracht werden, um im Anschluss wieder zu ihren Familien zurückkehren zu können. Doch ein unbedachter Vorfall führt dazu, dass sie ins Camp 21 verlegt werden, eine Sicherheitsstufe höher, die Rückkehr nach Hause rückt in weitere Ferne. Schlimm genug, dass Kayla Mike dafür verantwortlich macht, dass sie in diesem Camp gelandet ist, sie werden auch noch mit elektronischen Armbänder miteinander verbunden. Ein zu großer Abstand zwischen ihnen und die Fesseln senden Schmerzimpulse, die kaum auszuhalten sind. Irgendetwas stimmt nicht mit dieser Einrichtung, da ist Mike sich sicher. Jetzt braucht er Kaylas Hilfe, um die wahren Hintergründe aufzudecken und die Jugendlichen retten zu können. Gemeinsam planen sie ihre Flucht, die noch weitaus gefährlichere Aspekte bereit hält als die beiden sich hätten vorstellen können...

Der Hörer ahnt bereits bei Ankunft im Camp, selbst in der eher „harmlosen“ Form, dass hier nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Warum werden beispielsweise Aufenthalte, auf Grund vorgeschobener Gründe, verlängert, kurz bevor die Jugendlichen hätten zurückkehren sollen? Doch bis man überhaupt so weit kommt, hat man einen längeren Weg vor sich, denn zunächst verfolgt man Mikes und Kaylas Wege getrennt, bis sie sich begegnen. Der Einstieg erweist sich somit als einer der ausschweifenderen Natur. Obwohl natürlich einiges geschieht, wartet man eigentlich nur auf das Zusammentreffen der beiden Hauptcharaktere, die Hinführung bis zu diesem Punkt hätte durchaus ein wenig abgekürzt werden können, auch ohne dass wichtige Hinweise verloren gegangen wären.

Befindet man sich schlussendlich im Camp 21 weiß man zwar noch nicht welche Motivation sich hinter dem Ganzen verbirgt, doch dass es sich um eine Art Experiment handeln muss, wird schnell klar. Zu wenig lassen sich diverse Veränderungen der Protagonisten auf logische Weise erklären, zu sehr wird geheimnisvoll getan, obwohl andererseits der Schein gewahrt wird, dass alles nur dazu dient, die Campbewohner bald wieder heim schicken zu können. Ob der ein oder andere vielleicht darüber nachdenkt, dass er oder sie Eltern und Geschwister möglicherweise gar nicht mehr wiedersehen wird? Könnte es tatsächlich so weit kommen? Gemeinsam mit Mike und Kayla begibt der Hörer sich auf einen Höllentrip, der vor den Pforten der Einrichtung noch lange nicht zu Ende ist. Mit Spannung verfolgt man das Geschehen, das in weiten Teilen unvorhersehbar bleibt und diverse Überraschungen bereit hält.

Gelesen wird Rainer Wekwerths neuestes Werk von Mark Bremer, der bereits diverse Hörbuchprojekte vorweisen kann, somit innerhalb der Branche durchaus eine bekannte Stimme ist. Er schafft es, die vorherrschende Atmosphäre gekonnt einzufangen und auf den Hörer zu übertragen. Mal aufgeregt, mal nervös, sämtliche Emotionen bahnen sich einen Weg in die Wahrnehmung des Lauschers. Dabei spürt man ganz deutlich, dass Mark Bremer sich nicht nur mit dem Inhalt auseinandergesetzt, sondern diesen auch verinnerlicht hat.

Sicherlich macht man sich so seine ganz eigenen Gedanken bezüglich der Realitätsnähe des Geschehens. Doch ehrlicherweise muss man auch gestehen, dass man sich in erster Linie unterhalten lassen sowie mit den Protagonisten mitfiebern möchte, ohne sich im Hinterkopf überlegen zu müssen inwiefern die fiktiven Darstellungen in der Wirklichkeit verankert sein könnten.



Redakteur: Julia Ehrenberg

Mike und Kayla sind eigentlich ganz normale Jugendliche. Durch eine Verkettung von Ereignissen landen sie aber in einem Erziehungscamp. Nach kurzer Zeit werden sie aus einem normalen Camp in das Camp 21 verlegt. Dort sind immer zwei Jugendlichedurch ein elektronisches Armband aneinander gefesselt. Sie können sich nicht weit voneinander enRtfernen, sonst empfangen sie unglaubliche Schmerzen. Doch was geschieht noch im Camp 21?

Camp 21 ist ein spannender Jugendroman, in dem Rainer Wekwerth mal wieder zeigt, dass er es schafft, Leser zu fesseln. Ich war auf jeden Fall gleich gefangen von der Geschichte rund um Kayla und Mike. Am Anfang liest sich alles noch wie ein recht normaler Bericht über ein Bootcamp. Kayla und Mike kommen beide relativ unverschuldet in dieses Erziehungscamp, auch wenn beide sicher keine Engel sind. Klar haben sie nicht alles richtig gemacht, aber ein Erziehungscamp erscheint doch als übertriebene Maßnahme. Und genau deswegen haben die Beiden auch gleich mein Herz gewonnen, waren mir sympathisch und ich habe mit ihnen mitgefiebert.

Je weiter die Geschichte fortschreitet, desto spannender und geheimnisvoller wird sie. Es wird schnell klar, dass irgendetwas im Camp 21 nicht stimmt. Was genau und warum? Nun, um das zu erfahren, muss man selbst eintauchen in die Geschichte.

Ich kann sagen, das lohnt sich, denn ich fühlte mich von dem Hörbuch, das Mark Bremer eindrucksvoll eingelesen hat, von der ersten bis zur letzten Minute gut unterhalten. Nicht alles ist ganz logisch, und manches ging vielleicht etwas zu schnell, aber insgesamt habe ich die Geschichte zufrieden beendet. Auch wenn ich am Schluss gerne noch mehr über die Hintergründe erfahren hätte, so ist das Ende doch wirklich gelungen. Nachdem ich mit dem Ende der Labyrinth-Reihe von Rainer Wekwerth so meine Probleme hatte, hatte ich hier etwas Bedenken. Aber nein, das Ende ist nicht offen und wirklich zufriedenstellend.

Insgesamt ein spannender Jugendroman, dem ein paar Seiten mehr um mehr in die Tiefe bei den Hintergründen und den einzelnen Charakteren gehen zu können, gut getan hätten, der aber auch so eine rasante eindrucksvolle Geschichte bietet.

Eine Geschichte, die eine Sogwirkung auf mich hatte, so dass ich das Hörbuch in kürzester Zeit verschlungen hatte.


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