Freitag, 31. März 2017

[REZENSION] Brandstifter

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Brandstifter
Autor: Martin Krist
Übersetzer: -/-
Verlag: Edel Elements
Reihe: David Gross 3
Ausführung: eBook, 473 Seiten



Autor:
Martin Krist ist das Pseudonym des erfolgreichen Autors Marcel Feige. Geboren 1971, arbeitete er als leitender Redakteur bei verschiedenen Zeitschriften und lebt seit 1998 als Schriftsteller in Berlin.


BRANDSTIFTER

Als Valentina Starke auf der Suche nach ihrem Mann durch das gemeinsame Heim streift, ahnt sie noch nicht, welch grausame Entdeckung sie in Kürze machen wird. In Folge dessen befindet sie sich mit ihren Kindern und der Nanny regelrecht auf der Flucht. Wem kann sie überhaupt noch trauen?
Derweil ist David Gross mit einem Fall betraut, der mehr Fragen aufwirft, je tiefer er in die Materie eindringt. Dabei kreuzen sich seine Wege mit immer weiteren Personen, die in irgendeiner Weise in die Tat verwickelt sein könnten. Wird er auch Valentina begegnen?

Martin Krist hat schon häufig bewiesen, dass er gekonnt mit Perspektiven, Zeiten und Ebenen jonglieren kann. Die Kunst dabei ist, dennoch das Ziel vor Augen zu haben, um nicht plötzlich im luftleeren Raum zu schweben. Auch dieses Mal ist er wieder vollkommen in seinem Element, als Leser muss man auf alles gefasst und vor allem von Anfang an konzentriert bei der Sache sein. Schnell hat man ansonsten den Faden verloren und irrt fast schon kopflos durch die Gegend.

Recht bald wird klar, dass man zumeist auch von einem Zeitsprung ausgehen kann, sobald sich ein Perspektivwechsel anbahnt. Dadurch werden diverse Handlungsstränge beleuchtet, die mal mehr mal weniger, mal früher mal später, aufeinandertreffen. Wer diese jedoch schnellstmöglich in die korrekte chronologische Abfolge bringen möchte, muss aufmerksam lesen, um jeden noch so versteckten Hinweis zu entdecken. Ist man einmal drin, geschieht die Zuordnung quasi nebenher, man verbeißt sich geradezu ins Geschehen. Es tauchen immer mehr Ungereimtheiten, aber auch Zusammenhänge auf, wodurch sich eigene Gedankengänge ergeben, die im besten Fall in dieselbe Richtung wie die des Autors weisen.

An Spannung mangelt es dem Werk in keinster Weise, es ist wahrlich nicht leicht das Buch aus der Hand zu legen. Zum Ende eines Kapitels ergeben sich immer wieder Cliffhanger, die man unbedingt noch aufgelöst haben muss, um wenigstens ein bisschen Ruhe zu finden. Einzig der Schluss erscheint nicht ganz befriedigend. Ein gänzlich offenes Ende ergibt sich zwar nicht, doch hätte man sich noch die ein oder andere Antwort mehr gewünscht. So bleibt nur zu hoffen, dass es schon bald für und mit David Gross weiter geht.


Reiheninfo:
Band 1: Drecksspiel
Band 2: Engelsgleich

Donnerstag, 30. März 2017

[INTERVIEW] Interview mit Greg Walters

Redakteur: Kerstin Caywood

Greg Walters, geboren 1980, begann während seines Geschichts- und Politikstudiums mit dem Schreiben von Fantasygeschichten. Sein Debütroman „Die Geheimnisse der Âlaburg“ (Farbseher Saga 1) hat sich mittlerweile mehr als 10.000x verkauft und eroberte die Amazon-Bestsellerlisten. Das Buch ist der Beginn einer vierteiligen Reihe um den jungen Zauberer Leik. (Die Farbseher Saga.) Der zweite Teil der High-Fantasy-Serie "Die Legenden der Âlaburg" (Farbseher Saga 2) ist ebenfalls exklusiv bei Amazon erhältlich. Teil 3 der Farbseher Saga "Die Chroniken der Âlaburg" ist fast beendet und wird im Frühjahr 2017 erscheinen. Für alle Hörbuchfans: Die ersten beiden Bände der Farbseher Saga werden Anfang 2017 als Hörbücher erscheinen. Gemeinsam mit seiner Frau und seiner rotblonden Labradorhündin Lenka lebt Greg Walters in Braunschweig, wo er derzeit am dritten Band der Farbseher Saga arbeitet. Weiteres zum Autor: www.gregwalters.de


Ein Mensch, der von der Magie beherrscht wird,
ein Zwerg, der nicht zaubern kann,
ein übergewichtiger Zwergelbe,
ein hinkender Ork.

Sie können die Welt retten – oder vernichten.

Leik, 16 Jahre, erlebt einen Winter, der sein ganzes Leben auf den Kopf stellt. Er trifft seine erste Liebe, besucht eine Universität, in der Magie gelehrt wird, und findet zum ersten Mal im Leben Freunde.
Aber seine Welt ist dem Untergang geweiht. Nur wenn Leik es schafft, die Farben der Zauberei richtig einzusetzen, kann er sie retten. Denn außer ihm kann niemand auf der Welt alle drei magischen Farben sehen. Das macht ihn außergewöhnlich – und gefährlich...

Greg,
 
bei der Farbsehersaga handelt es sich um Highfantasy für Jugendliche. Welche Bücher hast du selbst als Jugendlicher gelesen?

Ich habe sehr viel gelesen als Jugendlicher. Vor allem Klassiker, wie Jack London, Jules Vernes oder auch Daniel Defoe. Ich war vollkommen fasziniert von diesen aufregenden Abenteuern. Auch Robin Hood habe ich immer wieder und in unterschiedlichen Versionen gelesen. Merkwürdigerweise habe ich in jungen Jahren keine Fantasy gelesen. Den Herrn der Ringe etwa habe ich erst mit Anfang 20 verschlungen.

Erkennst du dich in einem deiner Buchcharaktere wieder? Hast du Vorbilder für deine Figuren?

So richtig erkenne ich mich nicht wieder. Ich finde man sollte sich als Autor nicht zu ernst nehmen und seinen Figuren ein Eigenleben schenken. Vorbilder gibt es natürlich aus dem Familien- und Bekanntenkreis für eine meiner Charaktere, aber die werden hier nicht verraten 😉.

Ich finde toll, dass alle deine Protagonisten Ecken und Kanten haben. Jeder der vier hat persönliche Probleme auf die eine oder andere Art. Hast du das bewusst eingesetzt, um den jungen Lesern zu vermitteln, dass es ok ist anders zu sein?

Ja. Im Kern ist die Farbseher Saga eine Geschichte über Freundschaft und Toleranz und die Idee, dass im Grunde genommen alle (Menschen kann man jetzt schlecht sagen) gleich sind. Diese Botschaft zu vermitteln ist mir schon wichtig, aber es soll nicht aufgesetzt wirken, sondern auch einfach gute Unterhaltungsliteratur sein.

Wie leicht oder schwer fiel es dir deine Buchideen umzusetzen? Wie kam dir die Idee zur Farbseher Saga?

Grundsätzlich fällt mir das Schreiben mittlerweile leicht und ich habe mehr Ideen, als Zeit sie umzusetzen. Die Idee zu Leik kam mir vor mehr als sieben Jahren auf einer Reise durch China. Ich habe dann auch auf der Rückreise angefangen zu schreiben, allerdings noch fünf weitere Jahre gebraucht bis zur Veröffentlichung.

Hast du damit gerechnet, dass deine Bücher so erfolgreich werden würden?

Nein, niemals. Zumal die Reihe auch von allen bekannten Verlagen abgelehnt wurde und ich dadurch so enttäuscht war, dass ich fast gar nicht veröffentlicht hätte. Ich habe den Schritt als Selfpublisher zu veröffentlichen bis heute nicht bereut, so kann ich sehr nah an meinen Lesern sein, was unglaublich toll ist.

Im "richtigen Leben" bist du Lehrer. Wie reagieren deine Schüler auf deine Bücher. Und wie hat sich dein Beruf auf deine Bücher ausgewirkt?

Die Schüler finden es interessant, aber für sie bleibe ich in meiner Rolle als Lehrer, daher reden sie mit mir fast gar nicht über mein Wirken als Autor. Mein Beruf fließt schon viel mit in meine Geschichten ein. Die Âlaburg ist ja eine Lehranstalt und so mag Leik etwa Geschichte besonders. Ein Fach, dass ich auch im „richtigen Leben“ unterrichte 😉.

Welche Charakterzüge schätzt du am meisten an deinen Protagonisten? Hast du einen persönlichen Liebling?

Leik ist natürlich der Kerncharakter. Ohne ihn würde es die Farbseher Saga nicht geben und für ihn habe ich sie geschrieben. Ansonsten mag ich Morlâ auch ganz besonders, vor allem seinen Humor. Aber eigentlich bin ich ein Fan aller meiner Figuren. Auch der Bösen 😊.

Was war dein schönstes Erlebnis als Autor?

Da muss ich zwei Erlebnisse nennen. Das erste war, als mir jemand geschrieben hat, dass ihn die Farbseher Saga zum Lesen gebracht hat und er nun ein Buch nach dem anderen verschlingt und das zweite die LBM17 vor einigen Tagen. (Meine erste große Buchmesse.) Es war so unglaublich, dass extra Leute zu mir gekommen sind und teilweise sogar angestanden haben, nur um mit mir über die Farbseher Saga zu sprechen. Dafür bin ich sehr dankbar.

Welchen Autor würdest du gerne einmal persönlich treffen? Hast du ein Vorbild?

Ich bin ein großer Fan von Stephen King. Es wäre toll ihn einmal persönlich zu treffen. Vorbilder habe ich aber eher unter den erfolgreichen Selfpublisher Autoren. Etwa Sam Feuerbach oder auch Marah Woolf. Beide sind unglaublich erfolgreiche und professionell arbeitende Autoren und ich bin sehr beeindruckt von ihnen.

Welcher Rasse (Mensch, Ork, Zwerg oder Elben) würdest du am liebsten angehören und warum?

Ich bleibe unter den Menschen. Die Orks würden mich nur verhauen, das Essen der Zwerge würde ich nicht vertragen und die Elben sind mit zu arrogant.

Die Farbseher Saga ist als Vierteiler geplant. Du schreibst ja unheimlich schnell. Hast du schon Pläne für ein Folgeprojekt?

Das mit dem Schnellschreiben, das erscheint nur aus der Ferne so. Ich arbeite seit 2010 an der Farbseher Saga. Aber grundsätzlich habe ich schon zahlreiche Pläne für Folgeprojekte. Das sich direkt an die Farbseher Saga anschließende ist schon komplett geplotet und ich habe auch schon ein bisschen angefangen zu schreiben. Diesmal wird es ein Dreiteiler und ich bleibe im Fantasy- Jugendbuch Bereich. Es juckt mir in den Fingern in neue Charaktere und Geschichten einzutauchen.

Vielen Dank für die spannenden Fragen und das tolle Interview.

Mittwoch, 29. März 2017

[REZENSION] So groß wie deine Träume

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: So groß wie deine Träume (OT: The Hope Chest)
Autor: Viola Shipman
Übersetzer: Anita Nirschl
Verlag: Fischer Krüger
Reihe: -/-
Ausführung: Broschur, 384 Seiten



Autor:
Viola Shipman arbeitet regelmäßig für People.com, Entertainment Weekly und Coastal Living sowie öffentliche Rundfunkprogramme. Der erste Roman »Für immer in deinem Herzen« war sofort ein Bestseller. Viola Shipman schreibt im Sommer in einem Ferienort, inspiriert von der grandiosen Kulisse des Michigansees.


SO GROSS WIE DEINE TRÄUME

Don und Mattie blicken auf eine lange Liebe zurück, beinahe 50 Jahre sind sie schon glücklich verheiratet. Doch inzwischen ist die Zeit des Abschieds gekommen, der sich schleichend nähert. Mattie ist an ALS erkrankt, Don fällt es immer schwerer sie alleine zu pflegen. Als Pflegerin Rose und ihre kleine Tochter Jeri in das Leben des Ehepaars, das selbst keine Kinder hat, treten, ist es, als blühe alles noch einmal auf. Gegenseitig geben sie sich Kraft, denn auch Rose und Jeri haben ihre Päckchen zu tragen. Was als Arbeitsbeziehung beginnt, entwickelt mit der Zeit zarte Pflänzchen der Freundschaft und Zuneigung, was nicht zuletzt an Matties Hochzeitstruhe und den darin enthaltenen Geschichten geschuldet ist...

Auch wenn das Mittel der Wahl, Erinnerungen mit Hilfe längst vergessener Gegenstände lebendig zu machen, ein wenig an den Vorgängerroman erinnert, so nutzt Viola Shipman dieses Element auch hier gekonnt und auf eine Weise, die ansonsten überhaupt keine Parallelen zulässt, sondern ein wirklich eigenständiges Werk erschafft.

Auf Grund der Thematik ließe sich hier eine schwermütige, gedrückte Erzählung vermuten, die eine deprimierende Stimmung hervorruft. Doch bereits nach den ersten Seiten wird klar, dass im Grunde das Gegenteil der Fall ist. Zwar ist Matties Krankheit allgegenwärtig, auch die zwangsläufige Entwicklung lässt sich nicht wegdiskutieren, dennoch versprüht die Geschichte Freude, wie man sie viel zu selten verspürt beziehungsweise zulässt. Man ist als Leser sofort gefangen im Geschehen und baut eine Nähe zu den Protagonisten auf, durch die man noch einmal tiefer eindringt in vergangene Erinnerungen und gegenwärtige Ereignisse. Mit der Zeit lernt man jeden Einzelnen noch besser kennen und schätzen, die Rückblenden tragen zu einem großen Maß dazu bei.

Zwar hat man im Laufe des Geschehens immer wieder eigene Vorstellungen und Wünsche wie es womöglich weiter- und ausgehen könnte, von denen sich manche tatsächlich verwirklichen, dennoch schaffen es auch immer wieder Überraschungen ans Tageslicht, die der Erzählung nochmal eine andere Richtung oder zumindest andere Gedankengänge geben. Im Grunde könnte man stundenlang über dieses Buch referieren, doch wäre die Gefahr zu groß sämtliche Inhalte vor dem Zuhörer auszubreiten. Lieber sollte jeder selbst die Erfahrung machen diese wundervolle Geschichte zu entdecken.

Nach „Für immer in deinem Herzen“ ist Viola Shipman ein weiteres Highlight gelungen. Ein wahrlich emotionaler Roman, keine leichte Kost hinsichtlich der Thematik, und doch so mitreißend und lebhaft erzählt, dass die Hoffnung fast schon aus jedem Buchstaben entspringt.


Weitere erhältliche Ausgaben:

   EBOOK  

HÖRBUCH

Montag, 27. März 2017

[FILM-REZENSION] Wanted

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Wanted
Regie: Timur Bekmambetow
Darsteller: Morgan Freeman, James McAvoy, Angelina Jolie, Terence Stamp, Thomas Kretschmann u.a.
Studio: Universal
Reihe: -/-
FSK: ab 18 Jahren
Laufzeit: ca. 106 Minuten



WANTED

Wesley Gibson hasst seinen Job, seine Chefin, seine Freundin, seinen besten Freund, kurz gesagt, sein ganzes Leben. Erst als er der geheimnisvollen und aufregenden Fox begegnet, ergibt sich für ihn die Möglichkeit eine andere Richtung einzuschlagen. Tritt er der Bruderschaft bei, so werden ihm Antworten auf diverse Fragen, vor allem zu seinem verschollen geglaubten Vater, versprochen. Wes muss sich entscheiden. Doch schon bald wird sein Vertrauen auf eine harte Probe gestellt...

Die eigentliche Handlung des Films ist recht simpel, fast schon banal und durchschaubar, doch so wirklich geht es darum eigentlich gar nicht. Die Geschichte lebt von knallharter Action und hohem Tempo. Es scheint beinahe als solle man überhaupt nicht alles verstehen, schon gar nichts hinterfragen, sondern einfach die Gegebenheiten akzeptieren. Klingt zunächst verlockend, doch eigentlich möchte man schon ein wenig tiefer in die Thematik eintauchen und Hintergründe erfahren. Sicherlich werden einige Informationen bewusst zurückgehalten, um sie am Schluss auszuschütten, etwas mehr Background hätte allerdings nicht geschadet.

Generell gesehen vergeht die Zeit wie im Flug, das Geschehen entwickelt eine Art Sog, dem sich der Zuschauer kaum entziehen kann, was durchaus auch den Leistungen der Schauspieler geschuldet ist. Sie leben ihre Rollen, identifizieren sich in gewisser Weise mit ihrer Figur und entwickeln somit eine Identität. Natürlich fragt man sich manches Mal, wie eine solche Organisation schon lange Zeit unentdeckt agieren kann, ohne dass zumindest Nachforschungen angestellt werden, aber über den Punkt des Zweifels der Authentizität ist man schnell hinweg, gekonnter Ablenkung sei Dank.

Auch wenn nicht alles realistisch oder gar logisch erklärbar erscheint, so fühlt man sich doch über den gesamten Zeitraum gut unterhalten und wird mittels rasanter Elemente mehr als entschädigt.

Sonntag, 26. März 2017

[RUND UMS BUCH] Neuzugänge KW12


Anette:
Das geheime Logbuch, das magnetische Mädchen und eine fast brillante Erfindung, Simon van der Geest (RE)
Die wirkliche Wahrheit, Hörbuch, Dan Gemeinhart (GK)
Geheimnisvolles Meer: Unglaublich, gefährlich, atemberaubend, Karolin Küntzel / Franco Tempesta (RE)

Christiane:
Cherringham - Folge 1 & 2, Hörbuch, Matthew Costello / Neil Richards (GW)
Das Joshua-Profil, Sebastian Fitzek (GT)
Der nasse Fisch, Arne Jysch / Volker Kutscher (GK)
Raubtiere, Lisa Jackson (GS)

Freitag, 24. März 2017

[REZENSION] Durch Nacht und Wind (Hörbuch)

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Durch Nacht und Wind
Autor: Stefan Lehnberg
Sprecher: Oliver Kalkofe
Übersetzer: -/-
Verlag: DAV
Reihe: -/-
Ausführung: Ungekürzte Lesung, ca. 334 Minuten, 4 CDs



Autor:
Stefan Lehnberg ist ein wahres Multitalent. Schauspiel, Regie, Schriftstellerei - in all diesen (und zahllosen weiteren) Bereichen ist der Wahlberliner unglaublich erfolgreich. So war er unter anderem als Autor für Harald Schmidt und Anke Engelke tätig, seine tägliche Radiocomedy „Küss mich, Kanzler“, bei der er als alleiniger Autor, Regisseur und männlicher Hauptdarsteller fungiert, hat es bereits auf über 2000 Folgen gebracht, und sein Roman „Mein Meisterwerk“ wurde mit dem Ephraim-Kishon-Satirepreis ausgezeichnet. Einen weiteren Geniestreich aus seiner Feder stellt „Das persönliche Tagebuch von Wladimir Putin“ dar. Außerdem sieht er gut aus, ist hochintelligent und verfügt über einen edlen Charakter.
Doch ist ihm nichts davon zu Kopfe gestiegen. Im Gegenteil: Er ist immer der sympathische Kumpel von Nebenan geblieben, der sich auch keineswegs zu schade ist, mal ein paar biographische Zeilen über sich selbst zu schreiben.

Sprecher:
Oliver Kalkofe, geboren 1965, ist einer der populärsten Comedians Deutschlands (»Kalkofes Mattscheibe«). Er lieh Garfield seine Stimme im Kinofilm »Garfield 2« und übernahm in seinen Hörbuchlesungen die Rollen von Sherlock Holmes und Hercule Poirot.


DURCH NACHT UND WIND

Als der Großherzog unter mysteriösen Umständen zu Tode kommt, nehmen Goethe und Schiller sich des Falls sofort an. Eine Herausforderung, die nicht nur zahlreiche Fragen aufwirft, sondern auch auf anderweitige Verbindungen schließen lässt. Doch bis es soweit ist, geben die beiden Spürnasen alles, um dem Verbrecher das Handwerk zu legen. Dass es noch lange nicht vorbei ist, zeigt sich, als ein weiteres Opfer zu beklagen ist, wodurch der Fall noch undurchsichtiger wird als zuvor. Dennoch lassen Goethe und Schiller nicht locker, sie sind bereit dem Übeltäter auf die Spur zu kommen. Oder ist gar doch etwas dran an dem Fluch, der auf dem alten Smaragdring des Großherzogs liegen soll?

Goethe und Schiller auf den Spuren von Holmes und Watson? Nicht nur als Schreibtischtäter aktiv, sondern auch mit kriminalistischen Ermittlungen vertraut? Tatsächlich scheint es im Leben der beiden Figuren den ein oder anderen Aspekt zu geben, der bisher nicht an die Öffentlichkeit gelangt ist. Stefan Lehnberg hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, Schillers Aufzeichnungen in einer Form zu Papier zu bringen, dass der geneigte Krimileser beziehungsweise -hörer seine helllichte Freude daran haben wird.

Nun könnte man sagen, nicht zuletzt auf Grund der Sprecherwahl, dass man es mit Klamauk zu tun bekommt, doch dem ist mitnichten so. Sicherlich geht es mitunter skurril zu, nicht immer sind alle Handlungselemente klar nachvollziehbar und natürlich muss mit Absurditäten gerechnet werden. Und doch geht es im Großen und Ganzen ernsthaft zu, Goethe und Schiller haben immer ihr Ziel vor Augen und bemühen sich redlich, Ablenkungen jedweder Art zu übergehen. Schließlich haben sie einen Auftrag zu erledigen, den sie mit bestem Wissen und Gewissen zu einem positiven Abschluss bringen möchten.

Gebannt verfolgt der Hörer die Ermittlungen der Schriftsteller, die nicht nur mit Worten jonglieren können. Da werden Zusammenhänge erfasst, Widersprüche aufgedeckt und Intrigen entlarvt, und das in einem Tempo, bei dem man sich gehörig anschnallen muss. Nicht immer sind die Gedankengänge für den Hörer sofort logisch nachvollziehbar, glücklicherweise wird aber immer noch einmal etwas ausgeholt, um auch wirklich jedem begreiflich machen zu können was gerade geschehen ist. Trotz der zahlreichen Wiederholungen, die dadurch entstehen, wirkt das Geschehen nicht zäh oder langwierig, eher kurzweilig, unterhaltsam und spannend.

Oliver Kalkofe trägt die Aufzeichnungen aus Schillers Sicht gekonnt und authentisch vor. Selbst altertümliche Sprache hindert den Sprecher nicht daran seine eigene Note einzubringen, wodurch die Interpretation des Geschehens einen angenehm lebendigen Touch erhält. So vergisst man zuweilen sogar, dass man sich eigentlich im 18. Jahrhundert in Weimar und nicht in der Gegenwart befindet, was einem erst wieder bewusst wird, wenn man sich beispielsweise die verwendeten Verkehrsmittel vergegenwärtigt.

Goethe und Schiller haben in „Durch Nacht und Wind“ einen wahrlich ominösen Fall zu lösen, dem weit mehr Verstrickungen zu Grunde liegen als zunächst gedacht. Auch darf man sich niemals zu sicher sein das Rätsel bereits gelöst zu haben, denn mit überraschenden Wendungen wird nicht gegeizt. Fragt sich nur, ob es noch weitere Aufzeichnungen gibt, die der Nachwelt in Bälde zur Verfügung gestellt werden!?


Weitere erhältliche Ausgaben:

   EBOOK  

   BUCH     

Donnerstag, 23. März 2017

[REZENSION] Das Adenauer-Komplott

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Das Adenauer-Komplott
Autor: Sebastian Thiel
Übersetzer: -/-
Verlag: Gmeiner
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 311 Seiten



Autor:
Sebastian Thiel, Jahrgang 1983, lebt in Tönisvorst am Niederrhein. Durch seine Arbeit als IT-Manager an Nachtschichten gewöhnt, schreibt er auch heute noch am liebsten nachts. Als Basis seiner Romane dienen historische Ereignisse und Personen, die er zu fantasievollen Geschichten verwebt. Seit mehreren Jahren ist Sebastian Thiel freiberuflicher Autor und widmet sich komplett dem Schreiben.


DAS ADENAUER-KOMPLOTT

Durch unbedachte Aussprüche in der Gegenwart der falschen Personen wird Maximilian Engel, ehemaliger Kampfpilot, von der Gestapo abgeführt und findet sich im Gefängnis wieder. Als er Besuch und ein mehr oder minder undurchsichtiges Angebot von der geheimnisvollen Luisa erhält, die ihn von Anfang an fasziniert, bleibt Max nicht viel Zeit mögliche Konsequenzen zu betrachten oder abzuwägen welcher Weg der richtige ist. Er willigt ein, dem ehemaligen Bürgermeister von Köln, Konrad Adenauer, zur Flucht zu verhelfen, verbleibt im Zuge dessen weiterhin in dessen Diensten und sieht dem weiteren Verlauf der Geschichte ins Auge...

In seinen Träumen war er wieder in der Luft.
Keine Kampfhandlung, kein Formationsflug, kein Ausbilder, der ihm im Rücken saß, sondern nur er, die Geräusche der Motoren und die Wolken, die er durchbrach.
Pure Freiheit. (S. 53)

Sebastian Thiel, im Krimi- und Thrillerbereich wahrlich kein Unbekannter, wagt sich erneut an eine historische Thematik, die sicherlich einiges an explosivem Stoff bietet, denn wer weiß schon wirklich, was unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit alles geschah. Bereits auf den ersten Seiten vermag es der Autor den Leser ins Geschehen zu ziehen, eine Atmosphäre und ein Bild zu erschaffen, das authentischer nicht sein könnte. Man fühlt sich in der Zeit zurück versetzt, jedoch gleichzeitig mit dem Wissen, diese glücklicherweise nicht live miterleben zu müssen.

„Das Adenauer-Komplott“ folgt keiner klaren Linie, was einerseits darin begründet ist, dass zahlreiche Charaktere ihre eigenen Ziele verfolgen, andererseits soll der Leser nicht schon zu Beginn erahnen können in welche Richtung sich das Geschehen entwickelt. So wird man hin und wieder in Sackgassen geführt, kann diverse Handlungen zunächst nicht ein- oder zuordnen und fragt sich ein ums andere Mal wem man nun bedingungslos vertrauen kann. Doch zu einer klaren Antwort kann man sich nicht durchringen, so sehr man es auch möchte, denn jeder scheint eine Rolle zu spielen, fragt sich nur auf welcher Seite. Nichtsdestotrotz ist man bestrebt den gelieferten Ausführungen weiter zu folgen, vielleicht versteckt sich doch noch der ein oder andere Hinweis zwischen den Zeilen.

Ein wenig stolpert man zuweilen über diverse Zeitsprünge. In der Zwischenzeit vermag zumeist nichts relevantes geschehen zu sein, wenn doch wird es erwähnt, dennoch versucht man die Lücken zu füllen, Gedankensprünge zu erklären und Antworten auf offene Fragen zu finden. Da dies jedoch generell mit der Haupthandlung nicht im Zusammenhang steht, verliert man sich und den Bezug zum Geschehen zunehmend. Es bedarf einiger Konzentration, um den Blick erneut auf wesentliche Situationen und Ereignisse zu richten, ohne sich ein weiteres Mal ablenken zu lassen.

Dem Autor gelingt im Großen und Ganzen ein spannender Kriminalroman, dem eine fundierte Recherche sichtbar zu Grunde liegt. Selbst in Passagen, die vermeintlich blass und für das Vorankommen der Handlung nicht von Bedeutung sind, wird der Leser unterschwellig zum Nachdenken animiert, so dass man durchweg neugierig ob des weiteren Verlaufs ist.


Weitere erhältliche Ausgaben:

   EBOOK  

Mittwoch, 22. März 2017

[REZENSION] Frischer Wind um Hanni und Nanni (Hörspiel)

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Frischer Wind um Hanni und Nanni
Autor: Enid Blyton
Sprecher: Erzähler: Lutz Mackensy
Übersetzer: -/-
Verlag: Europa
Reihe: Hanni und Nanni 54
empfohlenes Lesealter: ab 6 Jahren
Ausführung: Hörspiel, ca. 57 Minuten, 1 CD



Autor:
Enid Blyton, 1897 in London geboren, begann im Alter von 14 Jahren, Gedichte zu schreiben. Bis zu ihrem Tod im Jahre 1968 verfasste sie über 700 Bücher und mehr als 10.000 Kurzgeschichten, die in über 40 Sprachen übersetzt wurden. Bis heute gehört Enid Blyton zu den meistgelesenen Kinderbuchautoren der Welt und mit den »Fünf Freunden« hat sie die bekanntesten Helden aller Zeiten geschaffen.

Sprecher:
Lutz Mackensy, Regine Lamster, Manuela Dahm, Reinhilt Schneider, Susanne Wulkow, Barbara Schipper, Kerstin Draeger, Lina Fölster, Renate Pichler, Elga Schütz, Heidi Schaffrath, Christian Stark, Svenja Pages


FRISCHER WIND UM HANNI UND NANNI

Frau Theobald benötigt schnellstmöglich eine Aushilfslehrkraft für den Lindenhof und ist erleichtert, als ihre Suche schon bald von Erfolg gekrönt ist. Erstaunt muss sie jedoch feststellen, dass es sich bei Andrea Porto um einen Mann handelt, hatte sie doch fest mit einer weiblichen Kraft gerechnet. Die Direktorin setzt sofort alle Hebel in Bewegung, um den Fauxpas auszumerzen, doch die Schülerinnen setzen sich für Herrn Porto ein, denn seine Lehrmethoden sorgen von Anfang an für Begeisterung. Als sich herausstellt, dass der beliebte Lehrer ein Geheimnis hütet, welches ihm nicht nur die Anstellung kosten kann, sind die Mädchen ebenfalls sofort zu Stelle, um das Schlimmste zu verhindern...

Dass sie einmal von einem Mann unterrichtet werden würden, hätten sich die Mädchen wohl nicht vorstellen können, schließlich gibt es auf dem Lindenhof seit jeher nur weibliches Personal. Würde es ausschließlich nach Direktorin Theobald gehen, änderte sich auch in der Zukunft nichts daran. Doch besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen und wer weiß wozu der frische Wind im Internat noch gut sein wird. Denn dass nicht nur die Schülerinnen hochmotiviert sind, ist sofort spürbar. Das Kollegium ist auch nicht traurig um dem Neuzugang, zumal er es scheinbar mit Leichtigkeit schafft die Mädchen fürs Lernen zu begeistern.

Doch Andrea Porto hütet ein schwerwiegendes Geheimnis, das wird dem Hörer schnell klar. Auch wenn man noch nicht ahnt worum genau es sich handelt und welchen Ausmaßes es ist, so überträgt sich seine Nervosität schnell auf die gesamte Atmosphäre. Auch die Mädchen bemerken die Veränderungen, die sie natürlich nicht ohne Weiteres übergehen können und wollen. Glücklicherweise, muss man geradezu sagen, führt ihre Neugierde dazu, dass sie etwas entdecken, dass Herrn Porto beruflich das Genick brechen könnte. Wird es Hanni und Nanni gelingen ihm die richtige Richtung zu weisen?

Der Ausgang des Geschehens bleibt bis zum Schluss ungewiss, zu viele Faktoren müssen bedacht werden, um eine Prognose zu treffen. Vor allem Frau Theobalds Agieren lässt sich schwer vorwegnehmen, stand sie dem „Experiment“ bereits zu Beginn skeptisch gegenüber. So bleibt nur zu hoffen, dass sie Mädchen Argumente anzubringen wissen, die keine andere Möglichkeit zulassen als ein positives Ende...

Dienstag, 21. März 2017

[REZENSION] Sturmwarnung (Hörbuch)

Redakteur: Sabrina Best

Titel: Sturmwarnung
Autor: Elizabeth George
Sprecher: Laura Maire
Übersetzer: Ann Lecker
Verlag: Lübbe Audio
Reihe: Whisper Island 1
Ausführung: Hörbuch, CD



Autor:
Eine Amerikanerin in London – zumindest zeitweise lebt Elizabeth George in der britischen Hauptstadt. Dort recherchiert die preisgekrönte Krimiautorin detailversessen an den Orten des Geschehens. Ihre größtenteils verfilmten Geschichten sind eher Gesellschaftsromane als „nur“ spannende Storys – von denen George allerdings eine Menge versteht. Denn Handwerk und Kunst des Schreibens hat sie lange Jahre als Lehrerin für Englische Sprache und Literatur sowie später in Unikursen für Kreatives Schreiben unterrichtet. Bekannt wurde sie vor allem mit ihrem Ermittlerduo Inspector Lynley und Sergeant Havers. Geboren wurde Elizabeth George 1949 in Warren im US-Bundesstaat Ohio. Nach vielen Jahren in Kalifornien lebt sie heute im Nordwesten der Vereinigten Staaten bei Seattle.


STURMWARNUNG

Kurzbeschreibung:
Der Beginn einer geheimnisvollen Reise
Becca King kann die Gedanken anderer Menschen hören. Sie umgeben sie wie ein ständiges Flüstern, dem sie nicht entrinnen kann. Ihr Stiefvater Jeff nutzte Beccas Fähigkeiten skrupellos aus - und ermordete dann seinen Geschäftspartner. Jetzt ist er hinter Becca her. Auf einer geheimnisvollen, abgeschiedenen Insel soll sie sich bei einer Freundin ihrer Mutter verstecken. Bei ihrer Ankunft erfährt Becca, dass die Freundin gestorben ist. Verzweifelt versucht sie, ihre Mutter anzurufen. Ohne Erfolg - das Handy ist tot...

Meine Meinung:
Ohne große Umwege taucht man direkt durch die schöne und angenehme Stimme von Laura Maire in die Geschichte ein.

Becca hört Stimmen in ihrem Kopf. Stimmen, von anderen Menschen, was sie denken, was sie fühlen.
Deshalb hat sie eine AOD Box, mit den Kopfhörern im Ohr hört sie die Gedanken der Menschen nicht mehr. Aber die trägt sie natürlich nicht immer und so erfährt sie, dass ihr Stiefvater seinen Geschäftspartner umgebracht hat. Er weiß um ihr Wissen und so beginnt die Flucht von Becca und ihrer Mutter.
Becca landet in einem kleinen Städtchen. Dort angekommen, mit neuer Identität und vielen Lügen im Gepäck, soll sie sich zu einer alten Freundin ihrer Mutter aufmachen. Ihre Mutter fährt weiter. Kaum angekommen bei der alten Freundin ihrer Mutter findet Becca dort Chaos vor: Krankenwagen, Polizei... Die Bekannte starb kurz vor Beccas Ankunft an einem Herzinfarkt. Becca weiß nun nicht, wo sie hin soll, dann trifft sie Seth, der schickt sie zu einer Frau, die ihr helfen könnte: Debby kann jedem helfen. Und so nimmt die Geschichte ihren Lauf...

Spannend, sympathische Charaktere, toller Stil - all das ist in dieser Geschichte vereint. Mein erster Roman in Hörbuchform von Elisabeth George war direkt ein voller Erfolg.
Nicht alle Charaktere lassen sich bis zum Ende des Buches durchschauen. Manche haben immer noch "blinde" und nicht aufgeklärte Seiten, die hoffentlich im nächsten Teil offenbart werden.
Charaktere, die im Hörbuch eine fiese Rolle spielen, da spürt man selbst als Hörer, dass sie einem in echten Leben nicht sympathisch wären.
"Sturmwarnung" ist eine Geschichte, die schnell in Fahrt kommt und ihr Tempo bis zum Ende durch hält.
Ob Jeff Becca findet, dass müsst ihr nun selbst lesen oder hören. Ich kann nur verraten, dass das Ende so aufhört, dass ich froh bin direkt den zweiten Teil von "Whisper Island" zur Hand zu haben und auch der dritte schon geordert ist.
Ich kann das Hörbuch jedem empfehlen, der die Mischung aus etwas Krimi, Herz und Spannung mag.