Sonntag, 26. Februar 2017

[REZENSION] Weggetreten

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Weggetreten
Autor: Mark Pätzold
Übersetzer: -/-
Verlag: Heyne
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 304 Seiten



Autor:
Mark Pätzold, Jahrgang 1974, studierte Luft- und Raumfahrttechnik, Systemtechnik und Philosophie. Davor landete er allerdings zunächst bei einer Fallschirmjägereinheit der Bundeswehr. Er arbeitete unter anderem als Publizist, Redakteur, Journalist - aber auch als Tauchlehrer, Grafiker, Fotograf, Systemadministrator, Veranstaltungstechniker und Industriekletterer.
Mit seinem ersten Roman "Sturzflug", der 2006 bei Goldmann erschien, gewann er den BRIGITTE-Roman-Wettbewerb. 2008 erschien „Das Lachen am Ende der kippenden Leiter“ (Kurzprosa und Kolumnen). Weitere Texte und Beiträge wurden weltweit in verschiedenen Anthologien und Zeitschriften publiziert. Mark Pätzold lebt in Berlin.


WEGGETRETEN

Mark Pätzold, einst selbst Fallschirmjäger, wandelt auf den Spuren seiner Vergangenheit und erinnert sich an seine Zeit bei der Bundeswehr. Von der Musterung, über die Grundausbildung, bis hin zur Heimkehr, er lässt nichts aus, zahlreichen Anekdoten sei Dank.

Das Werk versteht sich als eine Art Handbuch für Anfänger und Fortgeschrittene, plakativ sogar betitelt mit 'Erspart die Grundausbildung'. Dass sich hier einiges an Ironie mehr oder minder versteckt hält, ist entsprechend auf den ersten Blick sichtbar. Allerdings sollte man nun nicht dem Irrglauben verfallen, dieses Buch sei nur für Leser, die selbst einen Bezug zur Bundeswehr haben oder hatten. Sicherlich werden diese einige Ereignisse aus persönlichen Erfahrungen kennen, vielleicht sogar ähnlich (oder auch gänzlich anders) wahrgenommen haben, doch auch alle anderen werden mit einer ordentlichen Prise Humor bedacht, der manchmal bewusst eingesetzt wird, manchmal einfach aus der vorliegenden Situation entsteht.

Die Aussicht, mit 50 Kilo Ausrüstung an einem Fallschirm aus einem vollkommen intakten Flugzeug zu springen, zig Kilometer bei jedem Wetter durch Schlamm, Wüste und Schnee zu latschen, um dann auf irgendjemanden, den ich nicht kannte, loszuballern, entlockte mir ein schlichtes: „Ja, das würde ich gerne machen.“ (S. 35)

Sämtliche Fachbegriffe werden ausführlich erläutert, damit niemand ob des Kenntnisstandes benachteiligt wird. So hat man beinahe tatsächlich das Gefühl vor Ort zu sein, wobei man nach wie vor realistisch genug sein sollte, um zu verstehen, dass man vom Leben bei/innerhalb der Bundeswehr eigentlich nur den Hauch eines Eindrucks erlangen kann.

Inwiefern es sich in der Gänze um tatsächliche Ereignisse und Darstellungen handelt, selbst wenn man von einer autobiographischen Erzählung ausgehen darf, ist reine Spekulation. Manches erscheint überzeichnet, anderes womöglich verharmlost. Vergessen werden darf dabei allerdings nicht, dass es sich immer um subjektive Informationen des Autors handelt.

Obwohl eher im Sachbuch angesiedelt, wirken die beschriebenen Ereignisse nicht ausschließlich wie eine Aneinanderreihung von Fakten. Es wird fast schon eine Geschichte erzählt, der man jedoch nicht allzu ernsthaft gegenüber treten sollte, ein gesundes Maß an Sarkasmus ist unumgänglich.

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