Freitag, 24. Februar 2017

[REZENSION] Billy the Beast

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Billy the Beast
Autor: Jörg Menke-Peitzmeyer
Übersetzer: -/-
Verlag: Ullstein
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 272 Seiten



Autor:
Jörg Menke-Peitzmeyer, 1966 in Westfalen geboren, studierte Schauspiel und Literarisches Schreiben. Er lebt als freier Autor für Dramatik und Prosa in Berlin und Istanbul. Seine Arbeit an "Billy the Beast" wurde mit einem Jahresstipendium des Deutschen Literaturfonds gefördert. Es ist sein erster Roman.


BILLY THE BEAST

Bert leidet nicht nur unter seinem Körpergewicht von satten 101kg, und das mit sechzehn, sondern auch unter den spöttischen Bemerkungen seiner Mitmenschen und Anfeindungen durch seine Mitschüler, sei es beim Sport, in der Pause oder im Unterricht. Doch immer, wenn er sich selbst schwor, dass es damit jetzt vorbei ist, hielt die Motivation nie lange an, bereits nach ein paar wenigen Wochen kam der Rückfall. Durch einen glücklichen Zufall erkennt Bert, dass er wie geschaffen dafür ist, das Maskottchen des örtlichen Eishockeyvereins zu werden. Wie es das Schicksal will, passt ihm das Kostüm von „Billy the Beast“ wie eine zweite Haut. So wird er nicht nur eins mit dem Ganzkörperanzug, sondern beginnt, auf Grund der unausweichlichen Bewegung in dem dicken Fell, zu schwitzen, was die Pfunde nur so purzeln lässt...

...vor Rückschlägen allerdings ist er, wie jeder andere auch, natürlich dennoch nicht gefeit. Es ist immer die Frage was man daraus macht, resigniert man, oder kämpft man weiter. Egal, ob es ums Abnehmen, die Liebe, den Job oder etwas ganz anderes geht, jeder kennt solche Situationen, in denen man am liebsten kapitulieren möchte, sich einigeln, um dem unausweichlichen Fortgang nicht ins Gesicht sehen zu müssen. Aber warum nicht einfach mal den steinigen Weg gehen, beim Anblick der Hürden nur zurückweichen, um Anlauf zu nehmen, nicht um sich zu verstecken? Der Leser hofft, dass auch Bert die Kurve bekommt, damit man ihn, ohne die lästige Frage nach dem „Was wäre, wenn...“, auf seinem weiteren Weg begleiten kann.

Billy hat alles was Bert auch gerne hätte, eine große Fangemeinde, wahre Freunde und Selbstbewusstsein. Dass er in dem Anzug steckt, ist für ihn noch nicht ausschlaggebend genug, die Eigenschaften auf sich selbst zu projizieren, wobei er aufpassen muss seine eigene Identität nicht zu verlieren. Es zeichnet sich ab, dass Bert einen Hang zu Extremen hat, in sämtlichen Bereichen. Dennoch, oder gerade deswegen, ist man gewillt, ihn so gut wie möglich zu unterstützen, in der Hoffnung, vielleicht sogar einige Tipps zu bekommen, um ebenfalls durchzuhalten, welchem Dämon auch immer man gerade gegenübersteht. Sicherlich geht man nicht mit allen Ansichten und Meinungen konform, die im Laufe des Geschehens auf den Tisch kommen, doch sind die Darstellungen weitestgehend authentisch und dadurch lebendig.

Wenn Bert auch zu Beginn ein wenig wehleidig und vor Selbstmitleid fast schon triefend erscheint, so kann man sich doch nach seinen Ausführungen, die aus der Ich-Perspektive geschrieben sind, ein recht gutes Bild der Gesamtsituation machen, um eine gewisse Verbindung aufzubauen. Seine Gedankengänge mögen manches Mal wirr erscheinen und auch das ein oder andere Mal vorgreifend sein, doch fügt sich nach und nach alles zusammen und jedes Ereignis findet seinen angestammten Platz. Der Kampf gegen die Kilos hat begonnen und es kann nur einen Sieger geben...

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