Sonntag, 15. Januar 2017

[REZENSION] Wie aus dem Nichts

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Wie aus dem Nichts
Autor: Sabine Kornbichler
Übersetzer: -/-
Verlag: Piper
Reihe: -/-
Ausführung: Broschur, 368 Seiten



Autor:
Sabine Kornbichler, geboren 1957, wuchs an der Nordsee auf und arbeitete in einer Frankfurter PR-Agentur, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Schon ihr erster Roman, »Klaras Haus«, war ein großer Erfolg. Mit »Das Verstummen der Krähe«, ihrem ersten Kriminalroman um die Nachlassverwalterin Kristina Mahlo, wurde sie für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert. Sabine Kornbichler lebt und arbeitet als Autorin in München.


WIE AUS DEM NICHTS

Dana kennt Alex noch nicht lange, fühlte sich aber von Anfang an von dem eher unscheinbaren Enthüllungsjournalisten angezogen. Dass er ihr sogleich von seiner noch bestehenden Partnerschaft mit einer anderen Frau erzählte nur ein weiterer Punkt für Dana ihm bedingungslos zu vertrauen. Doch plötzlich ist nichts mehr wie vorher. Alex wird in seiner Wohnung erschossen, Dana hat Glück, dass der Angreifer sie nicht entdeckt. Als sie versucht zu verstehen, werden ihr durch die Ermittlungen die Augen geöffnet, denn Alex war ganz und gar nicht der, der er vorgab zu sein...

Mein letztes Gespräch mit Alex drängte sich in den Vordergrund. Ich sah sein Gesicht vor mir und spürte seine Lippen auf meinen. Die Gewissheit, dass ich ihn nie wieder sehen würde, raubte mir den Atem. Nie wieder. (S. 106)

Eine ähnliche Situation wie sie sie nun in Alex Wohnung erlebt, hat Dana bereits in frühester Kindheit durchstehen müssen, kein Wunder also, dass ihr Umfeld glaubt, sie würde auf Grund des Schocks Dinge sehen und denken, die gar nicht existieren. Doch der Leser, der die Geschichte aus Danas Sicht verfolgt, ist ganz und gar auf ihrer Seite, obwohl man nicht einmal genau benennen kann wieso. Danas Darstellungen erscheinen rational, nicht überzogen, sondern einfach nur so, als würde sie endlich ein paar Antworten einfordern. Sicherlich ist man mit ihren Aktionen nicht immer einverstanden, manches erscheint mehr als unvernünftig, und doch wird die Notwendigkeit dessen zumindest im Nachhinein deutlich. Versetzt man sich einmal selbst in die Lage der Hauptprotagonistin, lässt sich beim besten Willen nicht sagen, ob man nicht schon längst resigniert hätte, nachdem die ersten Enthüllungen auf den Tisch kamen.

Sabine Kornbichler versteht sich auf spannende Darstellungen und Überraschungseffekte, die das Geschehen in seinen Grundfesten erschüttern können. Zwar hat man, nach einigen Sackgassen, eine Theorie im Hinterkopf, ob diese allerdings zutrifft ist fraglich, denn nahezu alles ist erst einmal reine Spekulation. Hinzu kommen die Ermittlungen der Polizei, die ebenfalls eine andere Richtung einschlagen. Verlässt man sich also lieber auf ein unbestimmtes Bauchgefühl oder professionelle Nachforschungen? Je nach Antwort zeigt sich die emotionale Nähe zu und der Identifizierungsgrad mit der Hauptperson.

Spannende Unterhaltung ist bei diesem psychologischen Verwirrspiel garantiert. Hauptsache man verliert sich selbst nicht aus dem Blick, denn es könnte alles ganz anders sein...


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