Sonntag, 31. Juli 2016

[RUND UMS BUCH] Neuzugänge KW30


Anette:
Der goldene Käfig, Anna Castagnoli, Carll Cneut (RE)
Der Hund, den Nino nicht hatte, Edward van de Vendel, Anton van Hertbruggen (RE)
Kellerkind, Kristien Dieltiens, Carll Cneut (RE)
Krebsmeistersch​aft für Anfänger, Edward van de Vendel (RE)

Christiane:
Interview mit einem Mörder, Bernhard Aichner (RE)
Wie eine Nuss mein Leben auf den Kopf stellte, Alexa Hennig von Lange (RE)

Donnerstag, 28. Juli 2016

[REZENSION] Bitte nicht öffnen: Bissig!

Redakteur: Anette Leister

Titel: Bitte nicht öffnen: Bissig!
Autor: Charlotte Habersack
Illustrator: Frederic Bertrand
Verlag: Carlsen
Reihe: Bitte nicht öffnen 1
empfohlenes Lesealter: ab 8 Jahre
Ausführung: Hardcover, 240 Seiten







Autor:
Charlotte Habersack begann schon früh, auf der Schreibmaschine ihrer Mutter ihre ersten eigenen Geschichten zu tippen. Heute schreibt sie vor allem Drehbücher und Romane für Kinder oder düst mit ihrem Motorrad durch ferne Länder. Zusammen mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern lebt sie in München.

Illustrator:
Fréderic Bertrand hat Illustration und Trickfilm in Bremen studiert. Heute lebt und zeichnet er in Berlin und lässt schnodderige Schneemonster, bissige Vampire und bleiche Skelette bei sich zur Untermiete wohnen.


BITTE NICHT ÖFFNEN: BISSIG!

Nemo wohnt mehr oder weniger am Arsch der Welt - in dem Städtchen Boring, in dem nie etwas passiert. Das ändert sich jedoch mit dem Erhalt eines sehr seltsamen Paketes, das an "niemand" (Nemo bedeutet Niemand), wo der Pfeffer wächst (Nemo wohnt in der Pfeffergasse) am Arsch der Welt (Boring könnte man kaum besser umschreiben) adressiert ist. Leider steht eine Warnung darauf, dass man es nicht öffnen soll. Doch sobald Nemos Eltern weg sind und sein Freund ihm zuredet UND sich das Paket bewegt, als ob der Inhalt lebendig ist, öffnet er es dennoch und danach passieren seltsame Dinge...
Ein Plüschyeti befindet sich im Paket, der jedoch urplötzlich zum Leben erwacht, ständig an Größe zunimmt und ein Wetterchaos in Boring hervorruft, mitten im Sommer fängt es an zu schneien! Das ganze Leben in Boring ist lahmgelegt. Da Nemo und sein Freund Frederik den Yeti nicht zuhause lassen können, nehmen sie ihn notgedrungen in einer Kühlbox mit zur Schule, dort können sie ihn vor fast allen verbergen, nur Nemos heimliche Liebe Oda bekommt ihn zu sehen, und so ist es nun ein Dreierbund aus Kindern, der versucht das Geheimnis um das lebendig gewordene Plüschtier zu lüften, Boring aus dem Chaos zu retten und den Yeti zurück zu seinem rechtmäßigen Besitzer zu bringen.

Die Geschichte beginnt bereits sehr spannend, als ein Unbekannter im Prolog den Plüschyeti einem kleinen Jungen klaut und ihn anschließend an die ominöse Adresse versendet. Dieser Kreis schließt sich, da man am Ende von Band 1 "Bissig!" erfährt, dass in der Fortsetzung "Schleimig!" einem Jungen ein Schleimi gestohlen wird, der wiederum an die bekannte Adresse versendet wird und wie der Plüschyeti bei Nemo landet. Außer dem immer noch unbekannten Dieb, spielt auch wieder der gleiche Spielzeugladen eine Rolle, in dem bereits der Plüschyeti gekauft wurde. Der Auftakt der "Bitte nicht öffnen"-Reihe bietet neben Spannung und rätselhaften Entwicklungen vor allen Dingen einen großen Lesespaß! Die Wortspielereien wie "Nemo = Niemand" und dem Rest der Adresse setzt sich in vielen Namen von Personen und Orten in der Geschichte weiter fort. Icy-Ice Monsta ist einfach liebenswert und der Rest der Protagonisten eine kunterbunte Sammlung aus netten, verrückten und auch mysteriösen Charakteren. Außer, dass der Plüschyeti wieder an seinen Besitzer zurückvermittelt werden kann und die Ausnahmesituation zumindest vorerst ihr Ende findet, bleiben die weiteren Rätsel der Reihe offen und versprechen auch im zweiten Band einen großen Rätselspaß und jede Menge Spannung!

Cover und Illustrationen sind sehr ansprechend gestaltet für die angesprochene Zielgruppe, aber auch als Erwachsener hat mich die Gestaltung angesprochen. Das Hardcover ist ein besonders fester Einband, es ist von allen Seiten perfekt einem Paket nachempfunden, das Klebeband wird dank Spottlacktechnik sehr real. Durch ein Loch im Paketdeckel kann man den Inhalt bereits erahnen, den man auf der Vorsatzseite dann komplett zu Gesicht bekommt: den Plüschyeti Icy-Ice Monsta. Der Text lässt sich leicht und schnell lesen und ist so spannend und skurril, dass sicher auch Lesemuffel davon gefesselt sein werden. Der Ausblick auf den zweiten Band weckt definitiv die Lust darauf, diese Reihe weiter zu verfolgen.


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HÖRBUCH

[TTT] Top Ten Thursday #271 (Anette)



Der Top Ten Thursday ist eine wöchentliche Aktion von Steffis Bücherbloggeria.

Das Thema diese Woche lautet:
10 Bücher, die zum Sommer passen

Zum Sommer passen einige meiner Lieblingskinderbücher von Astrid Lindgren:
Karlsson vom Dach
Die Kinder von Bullerbü
Michel
Madita
und
Ronja Räubertochter
und schwupp... habe ich die Hälfte der Top Ten bereits voll.

Eine weitere Sommerautorin war für mich Lucy Maud Montgomery, ihre Anne Bücher besitze ich heute alle noch inkl. der alten Realverfilmung, sowie des Anime und der Umsetzung auf Hörspiel.

Aber keine Panik... ich habe noch 5 weitere Titel gefunden, die mich sehr an den Sommer erinnern und die ich vor gar nicht allzu langer Zeit gelesen habe:

Das Thema für den 04. August 2016 lautet:
10 Bücher, die alle lieben, aber mir nicht gefallen haben

Mittwoch, 27. Juli 2016

[REZENSION] Mein Sommer mit Holly

Redakteur: Anette Leister

Titel: Mein Sommer mit Holly
Autor: Stephanie Polák
Verlag: ArsEdition
Reihe: -/-
Ausführung: Klappenbroschur, 176 Seiten



Autor:
Stephanie Polák lebt mit ihrem Mann, ihren zwei Kindern und einer uralten Katze in Berlin. Sie arbeitete viele Jahre bei Film und Fernsehen, unter anderem als Musikredakteurin bei MTV und in der Produktion von internationalen Kinofilmen im Studio Babelsberg. Irgendwann begann sie, ihre eigenen Geschichten zu erfinden. Etwas anderes möchte sie nie wieder tun.


MEIN SOMMER MIT HOLLY

Jeden Sommer verbringt Sophie einen Teil ihrer Ferien bei ihren Großeltern auf dem Land. Doch dieses Jahr steht das kleine Dorf Oldenkirch Kopf: in das Nachbarhaus von Sophies Großeltern ist die international erfolgreiche Schauspielerin Dana van Norden eingezogen, ihr aktueller Film wird vor Ort gedreht und neben haufenweise Gepäck und Angestellten hat auch Danas Tochter Holly Einzug gehalten. Sophie stellt sich Holly vor, aber zunächst sieht es nicht danach aus, als ob das Mädchen aus dem reichen Künstlerhaushalt Interesse daran hat mit Sophie Freundschaft zu schließen. Doch nach und nach bröckelt die Fassade von Holly und man erkennt, dass hinter den schicken Klamotten jemand steckt, der nicht viel anders tickt als Teenager, die in einer normalen Familie aufwachsen. Und nach und nach erkennen sowohl Sophie als auch Holly, dass es nicht unbedingt wünschenswert ist mit berühmten Eltern und viel Geld groß zu werden. Doch bis zu dieser Erkenntnis muss nicht nur Holly viel dazu lernen, sondern auch Sophie, denn lange ist sie der Meinung, dass sie einige ihrer Interessen vor Holly verbergen muss, da diese ihr zu kleinkariert erscheinen könnten. Das führt zu einigem Ärger und Enttäuschung auf Seiten ihrer Großeltern, denn diese freuen sich wie jedes Jahr auf das Heuballenfest der kleinen Gemeinde, welches in diesem Jahr auf der Kippe steht wegen den Dreharbeiten zu Dana van Nordens neuem Film. Ob sich die beiden ungleichen Mädchen sowie die eingesessene Dorfgemeinschaft und die Filmleute zusammenraufen können?

"Mein Sommer mit Holly" ist ein lockerleichter Lesespaß, der dennoch tiefgründige Themen zu bieten hat. So muss Sophie durch ihrer Freundschaft mit Holly lernen, dass man sich selbst treu bleiben und zu seinen Interessen stehen muss, auch wenn Freunde diese nicht immer teilen. Sie muss lernen Kompromisse zu schließen, um die Freundschaft zu Holly zu vertiefen, aber anderseits ihre Großeltern nicht zu enttäuschen. Es ist nicht immer einfach - und manchmal sogar völlig unmöglich  - es jedem Recht zu machen, wichtig ist es mit seinen Freunden zu reden, denn unter wahren Freunden oder innerhalb der Familie herrscht viel mehr Verständnis als man manchmal denkt. Auch Holly erlangt zu einigen Erkenntnissen: unter den Filmleuten herrscht teilweise eine sehr oberflächliche Atmosphäre, richtige Familie lernt sie zum ersten Mal bei Sophies Großeltern kennen.

Für beide Mädchen entwickelt sich dieser Sommer zu den besten Ferien aller Zeiten, eine großartige Mischung aus alten und neuen Erfahrungen und Erlebnissen, bei denen der Leser richtiges Summerfeeling bekommt! Die sonnigorangene Gestaltung der Klappenbroschur und die Blütenornamente zu Anfang jeden Kapitels krönen diesen Sommerlesegenuss noch gestaltungstechnisch.
Wer sich ein bisschen Sonne in den Lesesessel oder den Liegestuhl holen möchte und zudem interessante, nette und manchmal etwas schräge Charaktere kennenlernen will, findet in "Mein Sommer mit Holly" den richtigen Lesestoff. Das Ende ist abgeschlossen, wobei ich es schön finden würde, wenn man Sophie und Holly irgendwann einen weiteren Sommer begleiten könnte.


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Dienstag, 26. Juli 2016

[REZENSION] Wir beide wussten, es war was passiert

Redakteur: Anette Leister

Titel: Wir beide wussten, es war was passiert (OT: The Simple Gift)
Autor: Steven Herrick
Übersetzer: Uwe-Michael Gutzschhahn
Verlag: Thienemann
Reihe: -/-
Ausführung: Hardcover, 208 Seiten



Autor:
Steven Herrick wurde in Brisbane als jüngstes von sieben Kindern geboren. Er arbeitet schon seit vielen Jahren als Autor, auch wenn er noch lieber Profi-Fußballer geworden wäre. Steven Herrick lebt mit seiner Partnerin in den Blue Mountains bei Sydney in Australien und hat zwei erwachsene Söhne.


WIR BEIDE WUSSTEN, ES WAR WAS PASSIERT

Der Hauptgrund für mich zu diesem Buch zu greifen, war der ungewöhnliche Aufbau und Übersetzer Uwe-Michael Gutzschhahn.
Vor einigen Jahren habe ich ein Buch gelesen, welches komplett in Versform geschrieben war, das Gutzschhahn kongenial ins Deutsche übertragen hat und er seitdem einer meiner liebsten Übersetzer vom Englischen ins Deutsche ist. Da "Wir beide wussten, es war was passiert" vom Aufbau ebenfalls alles andere als 08/15 ist, wenn auch nicht gereimt, war mir klar, dass ich es allein wegen seiner Übersetzungskünste lesen möchte und ich wurde nicht enttäuscht. Der Text ist nicht gereimt, er ist auch nicht wie Poetry Slam, auch nicht lyrisch oder Prosa, er wirkt viel mehr runtergeschrieben wie die Gedanken der Protagonisten, spontaner, wenig strukturiert. Wer sich nicht sicher ist, ob diese Art von Text für einen über 200 Seiten lang gut lesbar ist, sollte zunächst einen Blick in das Buch oder eine Leseprobe werfen.
Für mich passte diese Art zu schreiben perfekt auf den Inhalt des Buches, denn so vermittelt der Autor die Gefühlswelt seiner Protagonisten greifbar und echt. Jeder der drei agierenden Protagonisten erzählt aus der Ich-Perspektive.

Der 16jährige Billy haut zuhause vor seinem alkoholabhängigen und gewalttätigen Vater ab.
Er strandet in der Stadt Bendarat.
Dort lernt er auf einem leerstehenden Bahnhofsgelände den obdachlosen Alkoholiker Old Bill kennen und das Mädchen Caitlin, welches im McDonalds arbeitet, wo sich Billy von den Resten anderer Gäste ernährt.
Caitlin ist ein Mädchen aus reichem Haus, aber nicht oberflächlich, sie erkennt den Menschen hinter Billy, sie blickt hinter die Fassade des obdachlosen Penners.
Old Bill ist wie Billys Vater Alkoholiker, hinter seiner Entwicklung stehen jedoch schwere Schicksalsschläge. Billy, Old Bill und Caitlin haben alle mehr oder minder schwere Probleme, sie helfen sich gegenseitig und haben so die Chance auf eine bessere Zukunft.

Dermaßen abgehackt würde der Inhalt der Geschichte in Anlehnung an den Stil des Autoren lauten. Wie gesagt, auf mich wirkt es, es lässt er einfach die Gedanken aus den Köpfen seiner Protagonisten strömen, aber so habe ich mich jeder der drei Figuren extrem nahe gefühlt. Mit Old Bill hatte ich zunächst Probleme wegen seiner Alkoholsucht, zumal man ja ganz zu Beginn der Geschichte mit den schlimmen Auswirkungen einer Suchterkrankung auf Familienangehörige konfrontiert wird. Nach und nach versteht man aber seinen Charakter immer besser und als das Geheimnis gelüftet wird, warum er in den Alkoholismus und die Obdachlosigkeit abgerutscht ist, steht man als Leser auf seiner Seite. Billy und Caitlin sind obwohl von den Lebensumständen so grundverschieden situiert, beide von Anfang an klare Sympathieträger. Zwischen den drei Charakteren verknüpfen sich immer stärkere freundliche und sogar familiäre Bande, letzten Endes verdankt Billy es Old Bill, das er in Bendarat ein neues Leben anfangen kann und nicht zurück zu seinem Vater muss.

Die Gestaltung des Covers - ebenso wie der Kapitelanfänge - ist so schlicht wie genial und passt wie die Faust aufs Auge zu dieser Geschichte.

Wer sich auf den ungewöhnlichen Schreibstil einlassen kann, wird in "Wir beide wussten, es war was passiert" eine sehr gefühlvolle Geschichte finden, die einen direkt von Beginn packt und bis auf die letzte Seite nicht mehr loslässt! Eine zarte Erzählung, die vom Verlieben, von Freundschaften und familiären Beziehungen handelt.



Redakteur: Ina Ostwald (10.08.2016)

Es ist die Geschichte von Billy, der von zu Hause weg läuft, weg von seinem gewalttätigen Vater und einem Leben ohne Perspektive. Er landet in einer fremden Stadt und in richtet sich am dortigen Bahnhof in einem ausrangierten Waggon ein. Dort trifft er auf Old Bill, einen alten Trinker, der mit seinem Schicksal hadert, und auf Caitlin, eine Tochter aus reichem Haus, die bei McDonalds jobbt, um gegen ihren Vater zu rebellieren.

Dieses Buch ist ein kleiner Schatz, das durch seinen besonderen Aufbau direkt auffällt - denkt man auf den ersten Blick, es könnte sich um Gedichte handeln, sind es doch "nur" einfach Sätze, die in mehreren Zeilen umbrochen werden. Wer jedoch meint, dies wäre banal, der hat die Worte, die sich wohl gewählt Zeile um Zeile aneinander reihen, nicht auf sich wirken lassen. Ich habe gemerkt, wie ich viel bewusster und auch viel langsamer gelesen habe, um die volle Bedeutung zu begreifen und die Bilder in meinem Kopf entstehen zu lassen. Auch wenn es keine Gedichte sind, so ist diese Geschichte nichtsdestotrotz voller Poesie, voller Gefühle, trauriger Momente und vor allem schöner Augenblicke, die man unerwartet morgens am Gleis in der kalten Morgenluft findet.


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Montag, 25. Juli 2016

[REZENSION] In einer Sommernacht wie dieser

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: In einer Sommernacht wie dieser
Autor: Tanja Heitmann
Übersetzer: -/-
Verlag: Oetinger
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren
Ausführung: Hardcover, 368 Seiten



Autor:
Tanja Heitmann wurde 1975 in Hannover geboren. Sie arbeitet in einer Literaturagentur und lebt mit ihrer Familie auf dem Land. Ihr Debütroman "Morgenrot" war ein sensationeller Erfolg und stand monatelang auf den Bestsellerlisten.


IN EINER SOMMERNACHT WIE DIESER

Obwohl das Sommerhaus ihres Vaters in Teilen noch einer Baustelle gleicht, hat die 17-jährige Leo vor, ihre Ferien dort zu verbringen, auch wenn sie schon im Vorfeld ahnt, dass ihr Vater nicht annähernd soviel Zeit für sie haben wird wie angekündigt. Bei ihrer Ankunft trifft sie auf Alexei, der dem Gärtner zur Hand geht und Leo sogleich fasziniert, trotz seiner dunklen Aura, die leicht beängstigend wirken kann. Während Leo noch dabei ist die Umgebung und die Menschen, allen voran Alexei, zu erkunden und ergründen, geschieht ein Mord, der das Gleichgewicht gehörig ins Schwanken bringt. Wem ist jetzt noch zu trauen und wer kann eine solch brutale Tat begangen haben?

Dass Alexei ein Geheimnis birgt, wird nicht nur Leo schnell klar. Auch der Leser ist sich angesichts seiner häufigen Stimmungswechsel nicht sicher was von ihm zu halten ist. Gleichzeitig spürt man, auch auf Grund eingeschobener Rückblicke im Buch, dass ein traumatisches Erlebnis sein Dasein überschattet, welches er am liebsten ganz weit von sich schieben würde. Nichtsdestotrotz lässt er niemanden nahe genug an sich ran, um jegliches Misstrauen zu verscheuchen. Ähnlich geht es dem Leser aber auch bei den anderen Protagonisten. Außer Leo scheinen alle etwas für sich behalten zu wollen, wodurch die Glaubwürdigkeit nicht unbedingt erhöht wird. Andererseits steht so aber auch jeder im Fokus die schreckliche Tat begangen zu haben. Motive und Verdächtige gibt es zuhauf, auch wenn sich die Ermittler schon auf einen ganz bestimmten Täter eingeschossen haben.

Neben der erwarteten Spannung, die sich im Großen und Ganzen auf einem ordentlichen Niveau bewegt, knistert es gewaltig, was durchaus vorhersehbar und im Vorfeld angekündigt war. Ein wenig klischeehaft gestaltet sich die Annäherung zwischen den beiden Hauptprotagonisten, so dass das Auf und Ab der Gefühle leider keine großartigen Überraschungen mehr bereit halten kann. So bleibt nur die Hoffnung, dass es anderweitig noch die ein oder andere Wendung gibt, mit der nicht von Anfang an gerechnet werden konnte.

Und hier tut sich tatsächlich etwas. Zwar wird man immer wieder durch kleinste Hinweise auf eine bestimmte Richtung aufmerksam gemacht und ahnt ebenfalls, dass hier der Knackpunkt liegt, doch so richtig greifen lässt der Aspekt sich lange Zeit nicht. Es ist mehr ein Gefühl, dem man immer weiter nachgibt, ohne zu wissen was einen am Schluss erwarten wird. So schafft es die Autorin den Leser nahezu bis zum Ende im Ungewissen zu lassen und doch bei der Stange zu halten. Denn nun möchte man das Geheimnis auch lüften, die weitere Entwicklung nicht verpassen, denn es kann noch einiges geschehen...


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Sonntag, 24. Juli 2016

[RUND UMS BUCH] Neuzugänge KW29


Anette:
Bitte nicht öffnen: Bissig!, Charlotte Habersack (RE)
Im Garten der Pusteblumen, Hörspiel, Noelia Blanco (RE)
Wenn du wieder bei mir bist, Jessica Thompson (GW)
Wenn Schmetterlinge Loopings fliegen, Petra Hülsmann (GW)

Christiane:
Zum Glück braucht mich niemand, Liv Marit Weberg (GW)
Wer erbt, muss auch gießen, Hörbuch, Renate Bergmann (RE)
Ernest Shackleton. Gefangen im Packeis, Hörspiel (RE)
Die Audiobuch-Humorbox. Das kann ja heiter werden..., Hörbuch, Diverse (RE)

Samstag, 23. Juli 2016

[REZENSION] These broken Stars: Lilac und Tarver

Redakteur: Anette Leister

Titel: These broken Stars: Lilac und Tarver (OT: These broken Stars)
Autor: Amie Kaufman, Meagan Spooner
Übersetzer: Stefanie Frida Lemke
Verlag: Carlsen
Reihe: Starbound 1
empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahre
Ausführung: Hardcover, 496 Seiten







Autor:
Amie Kaufman wuchs in Australien und Irland auf und hatte als Kind das Glück, in der Nähe einer Bücherei zu wohnen. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihrem Hund Jack in Melbourne und schreibt Science-Fiction- und Fantasy-Romane für Jugendliche. Sie liebt Schokolade und Schlafen, hat eine riesige Musiksammlung und einen ganzen Raum voller Bücher.

Meagan Spooner wuchs in Washington, D.C., auf. Sie las und schrieb schon als Kind in jeder freien Minute, träumte damals aber noch von einer Karriere als Archäologin, Meeresbiologin oder Astronautin. Heute lebt sie ihre Abenteuerlust beim Schreiben und beim Reisen aus. In ihrer Freizeit spielt sie Gitarre, Videospiele und mit ihrer Katze.


THESE BROKEN STARS: LILAC UND TARVER

Bei einer Veranstaltung auf dem Raumschiff Icarus begegnen sich Lilac, das reichste Mädchen des Universums und Tarver, ein gefeierter Kriegsheld aus einfachen Verhältnissen, zum ersten Mal. Beide fühlen sich vom anderen angezogen, Lilac versucht ein näheres Kennenlernen jedoch zu verhindern, da sie aus der Vergangenheit weiß, dass ihr Vater - Besitzer von LaRoux Industries dies nicht nur nicht gutheißen würde... Kurz nach dieser Begegnung wird die Icarus aus dem Hyperraum gezogen - ein Schiffbruch im Weltraum, der an die Tragödie der Titanic erinnert. Lilac und Tarver erreichen eine der Rettungskapseln und stranden mit dieser auf einem scheinbar unbewohnten Planeten, der einerseits unserer Welt ähnelt, andererseits eine unbekannte Lebensform zu beherbergen scheint. Es folgt ein langer Kampf auf der Suche nach Rettung, auf der Lilacs Fassade des reichen Mädchens nach und nach brökelt und sich die beiden näher kommen, allen Konventionen zum Trotz...

Ich bin mit keiner Erwartungshaltung an das Buch herangegangen, war aber anderseits neugierig, da es bereits sehr viele positive Stimmen zum englischsprachigen Original gab. Der Schreibstil des Autorinnenduos ist sehr fesselnd, die beiden unterschiedlichen Charaktere, die mit jedem Kapitel im Wechsel zu Wort kommen, sind ein weiterer Faktor dafür, dass man schnell und leicht durch die Geschichte gleitet. Hinzu kommt, dass jedes Kapitel mit dem Auszug aus einem Verhör beginnt, welchem Tarver ausgesetzt wird, nachdem Lilac und er von dem Planeten gerettet wurden.
Das Verhör, die Perspektivwechsel und die beiden Charaktere haben mir sehr gut in der Umsetzung gefallen, so dass ich mir bis in die Hälfte des Buches ein wahres Lesehighlight versprochen habe. Leider konnte der weitere Verlauf aber nicht mehr das halten, was der Beginn der Geschichte versprochen hat. Statt einfach einen spannenden Science-Fiction Roman zu liefern, der in einer unbekannten Umgebung spielt, kommen zu viele fantastische oder dystopische Elemente dazu, die Fans der SiFi-Genres eher abschrecken, vom Mix aber auch nicht jeden Leser von Fantasy oder Dystopie ansprechen werden. Mir war es teilweise etwas zu sehr an den Haaren herbeigezogen, aber immerhin der Grund dafür, dass die Geschichte im letzten Drittel nicht zu einer einfachen Liebesgeschichte mutierte. Wenn den Autorinnen für das Ende mehr eingefallen wäre, hätte ich mich mit den fantastischen Elementen sicher noch anfreunden können, aber der Schluss hat weit weniger gehalten, als die Auszüge aus dem Verhör mir den kompletten Verlauf des Romans versprochen haben. So hat mich das Buch über die meisten Teile hinweg zwar wirklich sehr gut unterhalten, die letztendliche Richtung, in der sich die Geschichte entwickelt und das für mich einfallslose Ende wecken bei mir aber keine Lust darauf, die beiden weiteren Romane aus dem Starbound Universum zu lesen. Zum Glück ist "Lilac und Tarver" mehr oder weniger in sich abgeschlossen, so dass man das Buch gut als Stand Alone lesen kann.

Reihen-Info:
These broken Stars: Lilac und Tarver
This shattered World (These broken Stars: Jubilee und Flynn, 25. November 2016)
Their fractured Light (noch ohne dt. Titel und Erscheinungstermin)


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