Donnerstag, 30. Juni 2016

[REZENSION] Veilchenzauber

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Veilchenzauber
Autor: Isabella Muhr
Übersetzer: -/-
Verlag: Forever by Ullstein
Reihe: Blumenzauber-Reihe 2
Ausführung: eBook, 250 Seiten



Autor:
Isabella Muhr, geboren 1984 in Moosburg an der Isar, lebt und liebt seit 2001 in München und arbeitet dort als Erzieherin. Bereits zu Schulzeiten hat sie ihre Klassenkameraden mit kleinen Kurzgeschichten unterhalten und sich schließlich kurz vor ihrem dreißigsten Geburtstag den großen Traum vom ersten eigenen Roman erfüllt. Seither schreibt sie mit Begeisterung an neuen Projekten. Zusammen mit ihrem Mann, ihren beiden Söhnen und ihrer Katze wohnt sie am Münchener Stadtrand und backt und häkelt, als hätte sie eine Großfamilie.


VEILCHENZAUBER

Linda hat keine Lust mehr nur still zu leiden, um ihren Mann nicht in Rage zu versetzen. Überhaupt hat sie das Gefühl, dass Dennis sich seit der Geburt der gemeinsamen Tochter immer weniger für sie interessiert oder sich gar um sie bemüht. Kein Wunder, dass Linda den Avancen ihres Nachbarn nicht gänzlich abgeneigt ist, und doch bleibt immer ein Restfunke Hoffnung, ihre Familie noch retten zu können. Gut, dass zumindest ihre besten Freundinnen Ella und Nadine mit Rat und Tat zur Seite stehen, auch wenn sie nicht immer einer Meinung sind. Linda ist sicher, dass ein neuer Abschnitt in ihrem Leben beginnt, mit oder ohne Dennis, das wird sich zeigen...

Mit „Veilchenzauber“ legt Isabella Muhr den zweiten Band der Blumenzauber-Reihe vor, die die Geschichten der drei Freundinnen Linda, Ella und Nadine erzählt. Jeder Band ist allerdings insofern in sich abgeschlossen, dass er ohne Probleme unabhängig von den anderen gelesen werden kann. In diesem zweiten Band nun geht es um Lindas Geschichte, ihre Gefühle, Gedanken und Probleme. Allerdings werden auch die anderen beiden Frauen nicht gänzlich außen vor gelassen, denn jede spielt im Leben der anderen eine Rolle, die mal mehr mal weniger Gewicht hat.

Mit Hilfe von Rückblenden erfährt man einiges über Lindas Jugend und die Zeit, in der sie Ella kennenlernte, so dass ihr Charakter über einen längeren Zeitraum deutlich wird und nicht nur eine Momentaufnahme bietet. Trotz der dadurch entstandenen Nähe, kann man seine Sympathien nur bedingt an Linda abgeben. Es wirkt fast, als würde sie nicht nur sich selbst immer fremder, sondern auch dem Leser. Die erhoffte Tiefe, die der Einstieg prophezeit, kann über weite Teile leider nicht gehalten werden. Häufig fallen Passagen dadurch zu oberflächlich aus, von denen man sich deutlich mehr erwartet hatte. Erst im letzten Drittel gelingt es dahingehend das Anfangsniveau erneut zu erreichen, um den Leser tatsächlich abzuholen und ins Geschehen hinein zu ziehen.

Eine gute Mischung indes bietet das Verhältnis von Vorhersehbarkeit und Überraschungen. Es gibt solche und solche Momente, wodurch man immer gebannt darauf wartet, ob die eigenen Gedankengänge bestätigt oder über den Haufen geworfen werden. Bis zum Schluss ist somit alles offen, es gibt diverse Möglichkeiten ob des Verlaufs, das Geschehen zu einem Ende zu bringen. Notwendig sind Kenntnisse aus dem Vorläufer wie bereits erwähnt nicht, dennoch überlegt man nach der Lektüre, ob man nicht doch auch Nadines und später Ellas Geschichte erfahren möchte.


Reiheninfo:
Band 1: Schneeglöckchenzauber

[TTT] Top Ten Thursday #267 (Anette)



Der Top Ten Thursday ist eine wöchentliche Aktion von Steffis Bücherbloggeria.

Das Thema diese Woche lautet:
Eure bisherigen Lesehighlights 2016

Ich hatte zunächst meine Zweifel, ob ich zehn Titel für die Liste finde. Nicht, dass ich in diesem Jahr zu vielen schlechten Büchern gegriffen hätte, ich hatte nur so das Gefühl mir nicht viel anderes als Bilderbücher angesehen zu haben :D Meine Tochter ist so gut wie raus aus dem Alter, meine Leidenschaft dafür bleibt jedoch ungebrochen. Aber keine Panik... ein Bilderbuch oder zwei... - im weitesten Sinne - haben es auf die Liste geschafft, mehr nicht ;)

1. Michael G. Bauer: Ismael und seine Freunde (Hörspiel)
2. Marci Lyn Curtis: Alles, was ich sehe
4. Michael G. Bauer: Rupert Rau, Superheld
5. Benjamin Lacombe und Sébastien Perez: Kleine Katzenkunde
8. Kenneth Oppel: Das Nest
9. Dan Gmeinhart: Die wirkliche Wahrheit
10. Jonathan Stroud: Lockwood und Co. 3: Die Raunende Maske



Das Thema für den 07. Juli 2016 lautet:
10 Bücher aus dem Script 5 / Loewe Verlag

[REZENSION] Krasshüpfer


Redakteur: Anette Leister

Titel: Krasshüpfer (OT: Spinder)
Autor: Simon van der Geest
Illustrator: Karst-Janneke Rogaar
Übersetzer: Mirjam Pressler
Verlag: Thienemann
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 11 Jahren
Ausführung: Hardcover, 240 Seiten



Autor:
Simon van der Geest, geboren 1978, ist einer der bedeutendsten niederländischen Nachwuchsautoren. Für Krasshüpfer, sein drittes Buch, gewann er 2013 bereits zum zweiten Mal den Goldenen Griffel.


KRASSHÜPFER

Es herrscht Krieg zwischen den beiden Brüdern Hidde und Jeppe! Jeppe will sich den geheimen Keller seines Bruders unter den Nagel reissen, in dem dieser seine Insektenzucht beherbergt. Anvertrauen kann sich Hidde nur seinem Heft. Hier schreibt er alles zu seiner heimlichen Liebe zu seiner Klassenkameradin Lieke auf, schildert seine Zuchtversuche zwischen den verschiedenen Insektenarten, denen er unter anderem seinen Spitznamen Spinnerling zu verdanken hat, und wird ihm ein besonderes Geheimnis anvertrauen, bevor Jeppe ihm alles kaputt macht. Dieses Geheimnis hat mit dem Keller zu tun und mit Hiddes und Jeppes großem Bruder Ward, der vor drei Jahren gestorben ist.

21. Juni
Du weißt nicht, was du in Händen hältst.
In diesem Heft, das du jetzt vor dir hast, habe ich den Krieg beschrieben, den Krieg zwischen mir und meinem Bruder.
Auf diesen Seiten habe ich vor einem Monat begonnen, alles über meine Insekten zu erzählen. Und über meinen Bruder und unsere Geheimnisse.

Mit seiner Mutter kann er nicht darüber reden, nicht einmal sie weiß etwas von dem Keller. Also versucht Hidde Lieke auf seine Seite zu bringen, damit er im Kampf gegen Jeppe nicht alleine steht und dieser vielleicht einen Rückzieher macht, wenn er sieht, dass es jemanden gibt, der Hiddes verschrobene Interessen teilt und der Keller nicht mehr nur ein Geheimnis zwischen den beiden ist.

Von seinen Themen und besonders von den zahlreichen authentischen Illustrationen und absolut coolen Insektenzeichnungen ist das Buch ein wirklich krasses Jungenbuch! Allerdings sollte man sich bei der Zielgruppe an das empfohlene Alter von 11 Jahren - lieber etwas älter - halten, da das Buch eher ruhig erzählt wird. Von Anfang an steht zwar das unausgesprochene Geheimnis zwischen Hidde und Jeppe im Raum, vorrangig geht es aber um den Kellerkrieg, ein ständiges Hin und Her zwischen einem ungleichen Brüderpaar, einer verückt nach Insekten, der andere Schlagzeuger in einer Band. Wer vorrangig nach Spaß oder zumindest spannender Unterhaltung sucht, ist mit "Krasshüpfer" schlecht beraten, hier geht es unterschwellig um schwere Familienprobleme, deren Geheimnis sich jedoch erst ganz am Ende des Buches lüftet. Wer dagegen emphatisch veranlagt ist und ein Gespür für die komplizierte Gefühlswelt zweier Jungen in einer unvollständigen Familie hat, findet in "Krasshüpfer" ein ganz besonderes Buch.
Ich persönlich hatte manchmal mit einem gewissen Ekel zu kämpfen - nicht wegen der Insekten, sondern den Zuchtversuchen Hiddes oder Tötungsaktionen Jeppes - dass ich mich an einigen Stellen zum Weiterlesen durchringen musste.
Wovon ich jedoch von Anfang an verzaubert war sind zum einen die beeindruckende Covergestaltung mit den leuchtenden Insekten und zum anderen die zahlreichen Illustrationen im Inneren, die das Buch tatsächlich wie das Tagebuch eines Jungen wirken lassen.

Mittwoch, 29. Juni 2016

[COOL-TOUR-KATZE] "Anders" im Theater

Redakteur: Anette Leister


Es bedarf nicht vieler Worte... - wer Worte braucht, findet mehr in meiner Rezension zum Buch ;)

Andreas Steinhöfels Buch "Anders" hat den Weg auf die Theaterbühne geschafft und wurde dort mit minimalistischer Ausstattung und Rollen in Mehrfachbesetzung kongenial in Szene gesetzt.
Sollte es das Stück noch einmal ins Programm schafffen, kann ich einen Besuch sehr empfehlen, aber entgegen der Empfehlung ab 11, würde ich die Untergrenze auf 14 Jahre setzen.


obere Reihe:
links: Eindrücke aus dem Programmflyer, Hörbuch und Eintrittskarte
rechts: Huhn Romy und Anders/Felix

untere Reihe:
links: während der Vorstellung, ein Szenenbild mit allen mitwirkenden Darstellern
rechts: nach der Vorstellung vorm Theaterhaus

[REZENSION] Bei Anpfiff Übergabe (Hörspiel)

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Bei Anpfiff Übergabe
Autor: Martin Hofstetter (nach Motiven von Stefan Wolf)
Sprecher: Erzähler: Wolfgang Kaven
Übersetzer: -/-
Verlag: Europa
Reihe: TKKG 197
empfohlenes Lesealter: ab 8 Jahren
Ausführung: Hörspiel, ca. 64 Minuten, 1 CD



Sprecher:
Wolfgang Kaven, Sascha Draeger, Niki Nowotny, Manou Lubowski, Rhea Harder, Stefan Brönneke, Tobias Diakow, Urs Affolter, Christiane Leuchtmann, Jürgen Holdorf, Robin Brosch, Sabrina Heuer-Diakow, Tim Grobe, Robert Missler, Manfred Reddemann, Till Huster


BEI ANPFIFF ÜBERGABE

Es ist wieder soweit, der Ball rollt, die EM ist in vollem Gange. Doch das Public Viewing wird überschattet vom Einsatz des SEKs. Wie TKKG erfahren, scheint es sich um einen illegalen Wettring zu handeln, den die Polizei schon seit geraumer Zeit im Visier hat, und doch ist es ihnen bisher nicht gelungen den Kopf der Bande dingfest zu machen. Als Nico das Zimmer neben dem Adlernest bezieht, haben die Freunde plötzlich noch einen Grund sich näher mit dem Fall auseinanderzusetzen. Dabei müssen sie allerdings darauf achtgeben, nicht den Handlangern des Drahtziehers in die Hände zu fallen, Tim durfte bereits früh mit einem von ihnen Bekanntschaft machen...

Pünktlich zur EM 2016 gibt es auch wieder eine Fußballfolge von TKKG, verknüpft mit illegalen Wetten, die das Sportthema weitestgehend in den Hintergrund rücken. Ausgerechnet Klößchen wirkt in dieser Folge übermotiviert, um die Thematik des runden Leders doch immer wieder in den Fokus zu rücken, gleichzeitig wirkt er dabei jedoch so unbeholfen, dass man sich unweigerlich fragt, ob dies wirklich nötig gewesen wäre.

Ansonsten bietet „Bei Anpfiff Übergabe“ die gewohnte Portion Action und Spannung. Der Gefahrenfaktor liegt recht hoch, dessen sind auch TKKG sich vollkommen bewusst, dennoch lassen sie sich von ihrem Plan nicht abbringen. Die Ermittlungen der Polizei dauern eindeutig bereits zu lange an, maßgebliche Informationen konnten sie bisher jedoch nicht sammeln. Warum gerade dies nun ein paar Jungdetektiven gelingen soll ist fraglich, manchmal hilft aber auch der Zufall weiter, ebenso wie das Aufstellen diverser Behauptungen, die möglicherweise den gewünschten Effekt erzielen. Über manche Methode lässt sich streiten, schlussendlich kommt es aber doch immer auf das Ergebnis an.

Ebenso wie die Freunde gerät auch der Hörer ob der ermittelten Informationen gehörig ins Schwimmen, denn es gibt einfach immer noch zu viele offene Fragen und zu viele mögliche Verbindungen, um den Gesuchten zweifelsfrei zu identifizieren. Ist er denn wirklich so unsichtbar wie immer behauptet wird oder hat man ihn womöglich bereits kennengelernt?

Dienstag, 28. Juni 2016

[REZENSION] Alles, was ich sehe

Redakteur: Anette Leister

Titel: Alles, was ich sehe (OT: The one thing)
Autor: Marci Lyn Curtis
Übersetzer: Nadine Püschel
Verlag: Königskinder
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahre
Ausführung: Hardcover, 432 Seiten







Autor:
Marci Lyn Curtis wuchs in Nordkalifornien auf, wo sie Biologie studierte. Sie lebt mit ihrem Mann, ihren zwei Kindern und einem Dackel in Maryland. „Alles, was ich sehe“ ist ihr erster Roman.



ALLES, WAS ICH SEHE

Durch eine Hirnhautentzündung verliert Maggie ihr Augenlicht. Sie hasst es blind zu sein, sie will weder schwach sein, noch Mitleid von anderen bekommen, sie hat keine Lust die Brailleschrift zu lernen oder wie man als Blinde alleine den richtigen Bus nimmt. Außerdem hat sie durch den Verlust des Augenlichts noch etwas anderes verloren: ihre Liebe zum Fußball! Fußball war ihr größtes Hobby, ihr absolutes Ding. Aber es war nicht nur ihr Hobby, sondern auch die Beziehung zu ihrer Mutter war durch den Fußball definiert und besiegelt. Ihre Mutter musste auf Grund eines Unfalls ihre Fußballkarriere an den Nagel hängen, Maggie war sozusagen ihre zweite Chance auf einen Profifußballer in der Familie. Da Maggies gesamter Freundeskreis ebenfalls auf Fußball basierte, steht sie nach der Hirnhautentzündung nicht nur im Dunkeln, sondern vor allen Dingen verlassen da.
Maggie weiß aber natürlich, dass dies zum größten Teil ihre Schuld ist, denn sie hat sich nie wirklich darum bemüht alte Freundschaften aufrecht zu erhalten, aber auch an ihrer neuen Schule schafft sie es nicht soziale Kontakte zu knüpfen.
Nach einem Schulstreich wartet sie vor dem Raum ihres Lehrers Mr Sturgis darauf von ihrem Onkel abgeholt zu werden und glaubt auf einmal - ja, tatsächlich! - ihren Augen nicht. Ein etwa zehnjähriger Junge taucht im Wartebereich auf und SIE KANN IHN SEHEN! Mit Ben tritt zum ersten Mal seit sechs Monaten wieder Freude in ihr Leben. Ben hat selbst eine Behinderung, von Geburt an, aber er ist die pure Lebensfreude und färbt damit auf sein gesamtes Umfeld ab, selbst Maggie kann sich dagegen nicht zur Wehr setzen und sieht sich schon bald als Bens Gast bei ihm zu Hause.
Dort stellt sich heraus, dass Bens älterer Bruder der Sänger von Maggies Lieblingsband ist. Wie soll sie Mason nur verdeutlichen, dass sie tatsächlich blind ist und wegen Ben zu ihnen zu Besuch kommt? Auch wenn sie nicht lange verleugnen kann, dass sie anfängt sich in Mason zu verlieben, aber verliert sie dadurch Ben?

Zunächst meint man in einer der üblichen Sick-Lit einer Jugendlichen gelandet zu sein, die es auf Grund ihrer Behinderung nicht mehr schafft ihr Leben zu genießen, neue Hobbys zu finden, geschweige denn ihre Freundschaften am Laufen zu halten. Bis Ben in ihr Leben tritt... Das Maggie auf einmal Ben und die Dinge in seiner unmittelbaren Umgebung sehen kann ist ein Wunder! Auch wenn der lebensfrohe Ben damit auf einmal Zweifel kommen, ob Maggie mit ihm wirklich befreundet sein will, oder es einfach genießt in seiner Nähe ihr Augenlicht wiedergewonnen zu haben.

Die Protagonisten in "Alles, was ich sehe" sind weiß Gott nicht alle einfach zu nehmen. Maggie, genau wie ihre Mutter, haben eine Art, dass man versteht, warum es für sie teilweise so schwierig ist Freundschaften zu knüpfen und dieses auch zu halten. Mason wirkt arrogant, bis es uns die Autorin erlaubt hinter seine harte Schale zu sehen. Nur Ben... Ben ist ein dermaßen toller Charakter, ein wunderbarer Freund, ein wertvoller Mensch, viel weiser, als er es für seine 10 Jahre sein dürfte, für einen Freund wie ihn käme man ins Grübeln freiwillig sein Augenlicht oder sein absolutes Ding aufzugeben!

Es sollte sich keiner abschrecken lassen, dass die Geschichte durch das plötzliche Sehen von Maggie irgendwie fantastisch anmutet. Warum Maggie Ben sehen kann, klärt sich gegen Ende des Buches sehr logisch auf. Ich fand in der Geschichte nichts übertrieben oder unglaubwürdig.
Ansonsten wird die Geschichte stark von ihren Protagonisten geprägt: neben Maggie entwickeln sich auch andere Personen in der Geschichte sehr stark, so dass man neben der Auflösung des mysteriösen partiellen Sehens auch einfach immer weiter und weiter miterleben will, wie sich die Personen im weiteren Verlauf der Geschichte entwickeln. Ob Maggie und ihre Mutter wieder zueinanderfinden, ob Maggies und Bens Freundschaft eine Zukunft hat und neben der aufblühenden Liebe zu Mason bestehen kann und ob Maggie sich irgendwann mit ihrem Schicksal abfindet und ein neues absolutes Ding finden will...

"Wann hast du zum letzten Mal Fußball gespielt?"
"Hm, so vor sechs Monaten vielleicht? Kurz bevor ich blind geworden bin?", sagte ich etwas kleinlaut.
"Dann ist es nicht dein absolutes Ding. Nicht mehr." (S.55)

Mein absolutes Ding ist dieses Buch: nur selten kommt man in den Genuss einer Geschichte, die es schafft einen an alle wichtigen Figuren zu binden, und einen mit ihnen leiden, weinen, aber auch lachen lässt! Definitiv eines der schönsten Debüts, die ich je in meinem Leben gelesen habe.

Montag, 27. Juni 2016

[REZENSION] Blut und böser Mann

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Blut und böser Mann
Autor: Elias Haller
Übersetzer: -/-
Verlag: -/-
Reihe: Erik Donner 3
Ausführung: Taschenbuch, 314 Seiten



Autor:
Elias Haller, Jahrgang 1977, lebt mit seiner Familie in einer sächsischen Großstadt. Der Zündstoff für seine Thriller sind seine beruflichen Erfahrungen im Umgang mit Rechtsbrechern und Opfern von Straftaten. Dank der langjährigen Leidenschaft für das Schreiben kann Elias Haller (kaltblütige) Mörder und (tragische) Helden aufeinander loslassen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.


BLUT UND BÖSER MANN

Ein Jagdwaffenhersteller und seine Familie verschwinden spurlos. Als Kriminalkommissar Erik Donner von einem Kollegen um einen eher unkonventionellen Gefallen gebeten wird, ahnt er gleich, dass eine größere Sache dahintersteckt als zunächst angenommen. Trotz dessen, dass Donner versucht alles richtig zu machen und nicht zu sehr in den Fokus zu geraten, befindet er sich plötzlich mitten im Visier der Täter – und seiner eigenen Kollegen. Wem kann er noch vertrauen?

Erik Donner kommt nicht nur Ruhe. Zieht er immer die mysteriösen Fälle an oder sind es vielmehr die Fälle, die ihn suchen? Ein seltsamer Vermisstenfall hält die Polizei dieses Mal in Atem, denn trotz der Tätigkeit des verschwundenen Familienvaters fehlt eindeutig das Motiv sowie Hinweise darauf wohin die Familie verschleppt worden ist. Obwohl Donner nichts mit den Ermittlungen zu tun hat, rutscht er doch immer weiter in den Fall hinein, ob er will oder nicht.

Auch für den Leser mutet das Geschehen seltsam an, kann man sich lange Zeit schließlich keinen Reim darauf machen was tatsächlich vorgefallen ist und aus welchem Grund. Eingestreute Ereignisse aus der Vergangenheit fördern zwar einige Hinweise ans Licht, dennoch fehlen natürlich grundlegende Informationen, um die Lösung bereits vorwegnehmen zu können. Zugegebenermaßen wäre dies auch ziemlich langweilig, weshalb man sich weiterhin darin versucht mögliche Verbindungen herzustellen, und herauszufinden wer vielleicht nicht der ist, der er vorgibt zu sein. Einige Kandidaten bieten sich regelrecht für diese Rolle an.

Elias Haller fackelt auch im dritten Band mit Erik Donner nicht lange und geht schnell in die Vollen. Spannung und Tempo sind von Beginn an hoch – und bleiben es auch. Dem Sog kann man sich einfach nicht entziehen, man muss unbedingt immer noch eine Seite mehr lesen, es könnte eine wichtige Entwicklung auf den Leser warten. Und wenn nicht, halb so wild, wird halt noch eine Seite gelesen, vielleicht versteckt sich die Wendung ja dort. So geht es immer weiter, bis man schlussendlich am entscheidenden Punkt angelangt ist. Durch geschickt platzierte Hinweise und das gesunde Misstrauen des geneigten Thriller-Lesers lassen sich bereits im Vorhinein einige Verknüpfungen herstellen, von denen man sicher ist, nur noch auf die Verifizierung warten zu müssen. Nichtsdestotrotz ist auch „Blut und böser Mann“ erneut keine leichte Kost, man muss tatsächlich einmal mehr gehörig schlucken, und doch möchte man weiterhin mit Erik Donner auf Verbrecherjagd gehen.


Reiheninfo:
Band 1: Tod und tiefer Fall
Band 2: Rache und roter Schnee

Sonntag, 26. Juni 2016

[RUND UMS BUCH] Neuzugänge KW25


Anette:
Das hier ist kein Tagebuch, Erna Sassen (RE)
Fußballquiz, Hörbuch, Gerhard Delling / Peter Lohmeyer (GW)
Rosie und Moussa 1, Michael De Cock (RE)
Rosie und Moussa 2: Der Brief von Papa, Michael De Cock (RE)
Rosie und Moussa 3: Beste Freunde für immer, Michael De Cock (RE)
Süße Weihnachtsgrüße, Pia Deges (RE)
These Broken Stars 1: Lilac und Tarver, Amie Kaufman / Meagan Spooner (RE)
Weihnachtlicher Dekospaß, Pia Pedevilla (RE)

Christiane:
Maigret & Co. - Meisterhafte Fälle, Hörspiel, Georges Simenon (RE)
Niemand sieht mich kommen, Lisa Scottoline (GW)
Die Nacht in dir, Christa Bernuth (RE)
Pala 02. Das Geheimnis der Insel, Marcel van Driel (GW)
Kalle und Kasimir. Der geheimnisvolle Nachbar, Mirjam Müntefering (GW)
Leons Erbe, Michael Theißen (RE)

[COOL-TOUR-KATZE] 175 Jahre Beltz - ein Fest!

Redakteur: Anette Leister


Zum 175 jährigen Jubiläum der Verlagsgruppe Beltz gab es gestern ein großes Lesefest in Weinheim, wo das Verlagshaus seinen Sitz hat.

An verschiedenen Orten in der Stadt fanden Aktionen, Lesungen und Gesprächsrunden statt.


Auf dem Atrium, wo auch die große Beltzbuchhandlung zu finden ist, fanden verschiedene Aktionen für Kinder statt: Kinderschminken, Dosenwerfen und Glücksraddrehen mit schönen Gewinnen, Malaktionen, ein Grüffelo Walking Akt und der Start der Stempel Rallye, bei der man sich auf einer Stempelkarte an 6 von 11 Veranstaltungsorten Stempel einholen musste, um anschließend an einem Gewinnspiel für einen von 175 Buchgewinnen teilnehmen zu können.


Den Startschuss für das Lesefest gab die Gesellschafterin des Verlags Marianne Rübelmann, Auftaktveranstaltung des Lesefestes war André Gatzke mit zahlreichen Spielen aus seinem Buch "Das André Spiele Buch", welches meine Tochter und ich bereits im letzten Jahr auf der Frankfurter Buchmesse kennengelernt haben.

Im letzten Jahr haben wir uns die Show auf Grund der Buchneuerscheinung angesehen und Katze mit Buch Redaktionsmitglied Julia mehr oder weniger dazu überredet sich doch dort mit uns zu treffen - danach konnten wir nur einstimmig sagen, dass es für uns eine der besten Veranstaltungen der Messe war, so dass es natürlich außer Frage stand, dass meine Familie und ich sie uns auch in Weinheim ansehen mussten.

Einige Spiele kannten meine Tochter und ich schon live von der Präsentation in Frankfurt, andere lernten wir hier kennen, wie zum Beispiel vom Boden aufstehen, ohne dass einem ein Geldstück von der Nase fällt oder Sachen in Wasser versenken und vorher tippen, ob diese schwimmen oder untergehen. Den Schrecken, dass André tatsächlich ein Buch ins Wasser geschmissen hat, habe ich immer noch nicht verdaut, mir tat das Handy, welches hinterherflogt, weit weniger Leid ;)


Eine Veranstaltung, die sich meine Tochter im Anschluss gerne angesehen hätte, war zeitlich etwas knapp hinter André terminiert, für eine andere hätten wie in eine komplett entgegengesetzte Richtung laufen müssen und sie wäre nur für mich interessant gewesen, und da wir uns in der Altstadt von Weinheim erstmal zurechtfinden mussten - auch wenn dies dank dem Veranstaltungsflyer sehr gut gelangt - verzichteten wir notgedrungen auf diese beiden und schauten uns in Ruhe die Stadt an und hielten dabei schon einmal Ausschau nach den Veranstaltungsorten, die wir zu den Nachmittagslesungen besuchen wollten.

Ins Stadtmuseum führte uns die Aussicht auf den vierten benötigten Stempel für die Stempelkarte, dort fand ein Gespräch über Märchen statt - ein Termin, der eher interessant für Erwachsene war, so dass Victoria passend zum Event ihren Wolfsstempel bekam und wir uns anschließend so still wie möglich die Exponate des Museums angesehen haben. Ein doppelköpfiges Kalb hatte es meiner Tochter dabei besonders angetan. Nein, es war kein Fabeltier, sondern siamesische Zwillinge, deren Mutter bei der Geburt starb und auch die Kälbchen lebten nicht länger als fünf Stunden.


Nach der kleinen Stadterkundungstour, einem Eis und dem Abstecher ins Museum sind meine Tochter und ich zurück zum Atrium gelaufen, wo mein Mann uns einen Platz für die Grüffeloshow freigehalten hatte.

Axel Scheffler skizzierte die Tiere, Maus und Grüffelo waren selbstverständlich in echt vor Ort, Ilona Schulz erzählte und sang.


Im Anschluss gab es auch noch allerlei von Zoog, dem kleinen Drachen zu erfahren, unter anderem die Info, dass es im Herbst ein weiteres Buch von ihm geben wird, aber da mussten wir uns bereits langsam auf den Weg zum Schlosspark machen, wo ich Mann und Tochter zwischenparken wollte bis zum Beginn von Martin Baltscheits Bilderbuchshow.

Mann auf einer Bank im Schloss geparkt, Kind auf einen Spielplatz geschickt und schnell zu dem Café geeilt, wo um 15 Uhr Christian Duda aus "Elke" lesen sollte. Ich habe Christian Duda zwar in Frankfurt kennengelernt und mich nett bei einem Stück Russischen Zupfkuchens - der in der Geschichte eine große Rolle spielt - über das Buch unterhalten können, aber seine Lesung dort hatte ich leider verpasst.


Christian Duda liest so toll und schafft es wirklich ohne große Mimik und theatralisch zu werden seinen Protagonisten ganz eigene Stimmen und Charakterzüge zu verleihen. Ich bin so froh, dass ich es endlich zu einer Lesung von ihm geschafft habe, auch wenn ich etwas früher gehen musste, da ich rechtzeitig bei Martin Baltscheits Bilderbuchshow sein wollte.

Was ich auch ganz besonders schön fand, dass bei vielen Lesungen die Autorenkollegen aus dem Verlag anwesend waren und lauschten, die ihre Lesungen schon gehalten hatten oder erst zu einem späteren Zeitpunkt halten würden. So traf ich bei Martin dann auch wieder auf André, der mich - nachdem er sich mit Martin über mich unterhalten hatte (hoffentlich nur Gutes!!!) - erkannte und zu Frankfurt zuordnen konnte. Martin MUSS mich mittlerweile erkennen, nach 5 oder 6 Shows, Interviews und zufälligen Messetreffen, sowie mit Herausplatzen der Lösungen bei seinen Fragerunden, kann ich mich nicht mehr verleugnen :P Irgendwann bekomme ich zu seinen Veranstaltungen nur noch Zugang mit einem großen Stück Panzertape quer über das Quasselloch.


Martin stellte das erste Löwenabenteuer vor, sowie das aktuelle "Vom Löwen, der nicht schwimmen konnte". Außerdem den Gedichtband "Gans für dich" und "Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor".

Lange verwöhnte uns Weinheim mit Sonne, nach der Vorstellung des zweiten Bilderbuches zog es jedoch zu und ein unwetterartiger Regenschauer kam vom Himmel, die Zuhörer saßen zum Glück einigermaßen gut überdacht und trocken. Was von der Markise an Regenwasser herunterkam saugten mein Po und mein T-Shirt leider auf, weil die Sitzgarnitur am Rand eben doch nicht ganz im Trockenen stand, so dass ich auf der anschließenden Heimfahrt ziemlich gefröstelt habe.

Es kam die Frage auf, ob Baltscheits Bilderbücher autobiographische Züge tragen? Neiiiiiin! Keine Ahnung, wie jemand auf so etwas kommen kann...


Martin hat uns noch so lange unterhalten, dass am Ende der Show nur noch ein paar harmlose Tropfen Regen vom Himmel kamen. Wir sind hinunter zum Atrium und haben dort Victorias Stempelkarte abgegeben, die wir mit einem Kuchenstempel von der Elke-Lesung und einem Löwenstempel bei Martins Show vervollständigen konnten. Zu der Zeit gab Fredrik Vahle eine Show im Zelt auf dem Atrium, aber da ich aussah, als wäre ich in einen Teich geplumpst, war die Gewinnspielteilnahme die letzte Aktion vor unserem Heimweg.

Wer André mal live sehen möchte: er ist am 10. Juli auf dem Kinderfest im Mainzer Volkspark zu sehen, auf die anderen Autoren hoffe ich auf der Frankfurter Buchmesse, denn gerade von Martins Shows werde ich wohl nie genug bekommen.

Vielen Dank für das tolle Programm, an die Autoren und Illustrationen, die Helfer aus dem Beltz und die hervorragende Organisation, dem Wettergott für den strahlenden Sonneschein bis gegen Ende... Wobei Blitz und Donnergrollen genau auf Martins Buchvorstellungen abgestimmt waren (ich bin sicher, er hat sich das Wetter so bestellt).

Wäre es zeitlich möglich gewesen, hätten wir uns sicher noch eine oder zwei Lesungen mehr angesehen, aber so hatten wir eben einen entspannteren Tag und die Veranstaltungen, die wir besuchen konnten, waren alle sehr gelungen und haben uns viel Spaß gemacht!