Dienstag, 31. Mai 2016

[SPIEL-REZENSION] Kuddelmuddel

Redakteur: Anette Leister

Titel: Kuddelmuddel
Autor: Haim Shafir, Günter Burkhardt
Grafik: Yaniv Shimoni
Verlag: Amigo
empfohlenes Alter: ab 5 Jahre
Spieleranzahl: 2-4 Spieler





KUDDELMUDDEL

"Kuddelmuddel" liegt ein ähnliches Spielprinzip wie "Halli Galli" zu Grunde: auch hier geht es um das Erkennen von bestimmten Mustern, einer gewissen Schnelligkeit diese zu erkennen und dies durch Drücken der beiliegenden Glocke kund zu tun.

Inhalt:
80 Karten
1 Glocke
1 Spielanleitung

Im Gegensatz zu den Karten bei "Halli Galli" ist auf den Karten kein Obst in verschiedener Anzahl abgedruckt, sondern jeweils vier verschiedene Gegenstände. Ziel des Spiel ist es durch abwechselndes Ziehen einer Karte vom Kartenstock eine Kartenfolge von sieben Karten zu erreichen, bevor dies einem der Mitspieler gelingt. Eine Karte darf immer dann an die letzte abgelegte Karte angelegt werden, wenn sie mindestens einen gleichen Gegenstand wie diese aufweist. Sobald man sieben Karten vor sich liegen hat, die diese Voraussetzung erfüllen, drückt man die Glocke und sichert sich damit die sieben Karten. Alle anderen Mitspieler müssen ihre Karten wieder dem Kartenstock zuführen. Im Gegensatz zu "Halli Galli" ist die Geschwindigkeit im Spiel nicht ganz so schnell, es müssen keine Gegenstände addiert werden, sondern nur Paare erkannt werden, so dass "Kuddelmuddel" für ein noch jüngeres Spielepublikum geeignet ist als "Halli Galli", zudem bewegen sich Kinder und Erwachsene auf fast gleicher Ebene, was die Gewinnchancen angehen, da beim Ziehen der passenden Karten natürlich auch eine Portion Glück gefragt ist.
Die einfache Anleitung ermöglichst einen schnellen Einstieg ins Spiel und eine kurze Rundendauer von 15 Minuten bietet sich dazu an, einige Runden hintereinander zu spielen, damit jeder Spieler die Chance auf einen Rundengewinn hat.

Wer einfache Kartenspiele mag, gerne mit mehreren Generationen spielt und kurze Spielrunden bevorzugt, liegt mit "Kuddelmuddel" genau richtig. Trotzdem wird das Spiel auch nach mehreren Durchgängen nicht langweilig, da sich Glück nicht vorherbestimmen lässt und die Chancen auf einen Spielgewinn somit immer gleich verteilt sind.

Montag, 30. Mai 2016

[REZENSION] Wie das Licht von einem erloschenen Stern

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Wie das Licht von einem erloschenen Stern (OT: Hul i hovedet)
Autor: Nicole Boyle Rødtnes
Übersetzer: Gabriele Haefs
Verlag: Beltz & Gelberg
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren
Ausführung: Hardcover, 243 Seiten



Autor:
Nicole Boyle Rødtnes, geb. 1985, gründete 2002 den Verein »Hoffnungsvolle junge Schriftsteller«, der zahlreiche erfolgreiche dänische Schrift steller hervorgebracht hat. 2010 debütierte sie mit dem Roman »Dødsbørn«, dem ersten Band einer Serie, der bei einem kleinen Verlag herauskam und schnell sehr erfolgreich wurde.


WIE DAS LICHT VON EINEM ERLOSCHENEN STERN

Vegas Leben ändert sich von einer Sekunde auf die andere, als sie auf einer Party stürzt und später, als sie im Krankenhaus aufwacht, weder lesen, sprechen noch schreiben kann. Auch ihre Familie muss nun lernen mit der Diagnose Aphasie umzugehen, Vega Hilfestellungen zu geben, aber auch Freiraum zu lassen, wenn sie diesen benötigt. Immer wieder träumt Vega von ihrem Unfall, schon bald hat sie das Gefühl, dass etwas ganz anderes passiert ist, jemand sie geschubst hat. Doch Freunde und Familie wollen von diesen Gedanken nichts wissen, also macht Vega sich zunächst allein, später mit Hilfe von Theo, auf die Suche...

Kaum bis gar nicht vorstellbar ist es, wenn man nicht mehr auf die Art kommunizieren kann wie man es jahrelang gewohnt war. Egal auf welcher Seite man steht, versetzt man sich in die vorliegende Situation, kann man einige Gedanken durchaus nachvollziehen. Das liegt hauptsächlich an der lebhaften und authentischen Erzählweise der Autorin, die dem Leser eine Krankheit näher bringt, mit der man sich möglicherweise noch nicht allzu oft auseinandergesetzt hat. Verständigung ist eines der wichtigsten Elemente, die es gibt. Was tun, wenn das nicht mehr vollends gegeben ist und man nicht weiß, ob es je wieder so wird wie es einmal war?

Von Anfang an wird man in die Geschichte hineingezogen, ist emotional ganz nah dran. So glaubt man auch sofort, dass es sich um kein Hirngespinst handelt als Vega von ihren Träumen berichtet. Dennoch ist man besorgt, vor allem ob der möglichen Wendungen und Auflösungen, die sich ergeben können. Denn nicht unbedingt muss es eine Erleichterung bedeuten, wenn man die Wahrheit erfährt. Doch bevor es soweit ist, liegt noch ein langer Weg vor Vega und dem Leser, ein Weg voller Höhen und Tiefen, die man gerne bereit ist mit ihr zu meistern, sieht man daran doch, dass sie sich noch lange nicht aufgegeben hat.

Bis zum Schluss ist man nicht sicher, ob man tatsächlich erfahren möchte was wirklich auf der Party vorgefallen ist, deuten alle Hinweise schließlich auf das schlimmste hin. Nicole Boyle Rødtnes erschafft eine ergreifende Atmosphäre, die den Leser sofort für sich einnimmt und auch lange Zeit nach der Lektüre noch nicht loslassen wird.

Sonntag, 29. Mai 2016

[RUND UMS BUCH] Neuzugänge KW21


Anette:
Darkmouth 2: Die andere Seite, Shane Hegarty

Christiane:
PotzBlitz 04. Verschwörung der Schatten, Hörspiel (RE)
Morgan + Bailey 04. Das letzte Abendmahl, Hörspiel (RE)
Mord in Serie 22. Safe House, Hörspiel (RE)
Kuckucksnest, Hörbuch, Hera Lind (RE)

[REZENSION] Finsteres Hochland (Hörspiel)

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Finsteres Hochland
Autor: Jonas Maas
Sprecher: Sascha Rotermund, Reent Reins u.a.
Übersetzer: -/-
Verlag: Lübbe Audio
Reihe: Oscar Wilde & Mycroft Holmes 2
Ausführung: Hörspiel, ca. 75 Minuten, 1 CD



Sprecher:
Sascha Rotermund, Reent Reins, Leonhard Mahlich, Jaron Löwenberg, Douglas Welbat, Dietmar Wunder, Volker Brandt, Rainer Fritzsche, Marie Bierstedt, André Beyer, Michael Bideller, Rüdiger Schulzki


FINSTERES HOCHLAND

Was hat es mit dem Verschwinden der Reisenden auf sich, wenn sie die einsamen Straßen der Highlands passieren? Wird das schottische Hochland von einer ganz und gar durchtriebenen Räuberbande heimgesucht oder treibt jemand anders hier sein Unwesen? Gemeinsam mit einer kleinen Gruppe von Ermittlern wird Oscar Wilde in ebenjene Gegend entsandt, um die Informationen über die Vermisstenfälle genauer zu ergründen. Dabei stößt er auf Hinweise, die eine ungeheuerliche wie tödliche Wahrheit bereithalten...

Sich seines Standes vollkommen bewusst, sieht Oscar Wilde dennoch nicht ein, sich zu verstecken, im Gegenteil, er lebt sein ausschweifendes Leben offener als zuvor, und doch spürt er, wann es an der Zeit ist, die Reißleine zu ziehen und nach den Regeln anderer zu spielen, widerwillig zwar, aber man muss schließlich Opfer bringen. Dabei erkennt er, dass es durchaus auch andere Personen gibt, die mehr oder minder freiwillig nach Mycroft Holmes' Pfeife tanzen. Langsam aber sicher ergibt sich so ein Bild von dem Netzwerk, welches sich dieser aufgebaut hat und aus dem er reichlich zu schöpfen versteht.

Nachdem die Ermittler im ersten Abenteuer nur knapp einer Katastrophe entgehen konnten, sehen sie sich nun erneut einem unsichtbaren Gegner gegenüber. Es gibt diverse Hinweise und auch leidliche Spuren, aber niemand scheint sich konkret äußern zu wollen oder zu können. Die Angst geht um, was durchaus verständlich ist, wenn man bedenkt, dass von jetzt auf gleich Menschen einfach so verschwinden, ohne dass sie einen Laut von sich geben. Entsprechend neugierig ist man also selbst, was die Lösung des Falls angeht, und doch scheint sofort klar, dass der kleinen Gruppe ein steiniger Weg bevorsteht.

Gemeinsam mit ihnen begibt sich der Hörer immer tiefer in ein unglaubliches Geflecht, das viel mehr verbirgt als man zu denken gewagt hätte. Man möchte sich gleichzeitig abwenden und weitergraben, so paradox es klingen mag. Ähnlich geht es der Gruppe rund um Oscar Wilde, die überall lieber wären als in dem abweisenden Hochland. Im Verlauf des Geschehens zeigt sich, dass es unbedingt Sinn ergibt die chronologische Reihenfolge der Serie einzuhalten, denn es werden erste Zusammenhänge geknüpft, die nur vollends nachzuvollziehen sind, wenn man bereits Vorkenntnisse besitzt. Da man davon ausgehen kann, dass sich dies auch in den nachfolgenden Teilen fortsetzt, lohnt es sich entsprechend am Ball zu bleiben.

Diese zweite Folge steht der ersten in nichts nach, man hängt förmlich an den Lippen der Sprecher, als könne man sie sehen. Das Geschehen lässt eine düstere Atmosphäre aufkommen, die dem Hörer eine regelrechte Gänsehaut beschert und ihn gleichzeitig eine Sogwirkung entfaltet, der man sich weder entziehen kann noch will.


Reiheninfo:
Folge 1: Zeitenwechsel

Samstag, 28. Mai 2016

[REIHEN-REZENSION] Vom Löwen, der noch ganz viele Dinge lernen musste

Redakteur: Anette Leister & Victoria

Titel: Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte
Autor & Illustrator: Martin Baltscheit
Verlag: Beltz
empfohlenes Lesealter: 4-6 Jahren
Ausführung: Hardcover, 40 Seiten



Titel: Die Geschichte vom Löwen, der nicht bis 3 zählen konnte
Autor & Illustrator: Martin Baltscheit
Verlag: Beltz
empfohlenes Lesealter: 4-6 Jahren
Ausführung: Hardcover, 40 Seiten




Autor und Illustrator:
Martin Baltscheit, geboren 1965 in Düsseldorf, studierte Kommunikationsdesign an der Folkwangschule Essen. Im Anschluss tätig als Comic-Zeichner, Illustrator, Schauspieler, Kinderbuch-, Prosa-, Hörspiel- und Theaterautor. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Für die große Neuausgabe der Dschungelbücher als Buch und Hörbuch (bei HÖRCOMPANY) bündelte er seine zahlreichen Talente. Martin Baltscheit lebt mit seiner Familie in Düsseldorf.


DIE GESCHICHTE VOM LÖWEN, DER NICHT SCHREIBEN KONNTE

Die Geschichte im Format eines Briefumschlags, mit Martin Batscheit Absender an den Adressaten "Löwe, der nicht schreiben konnte", geht an den König des Dschungels, den LÖÖÖWEN.

Der Löwe konnte nicht schreiben.
Aber das störte den Löwen nicht,
denn der Löwe konnte brüllen und Zähne zeigen.
Und mehr brauchte der Löwe nicht.

Eines Tages jedoch verliebte er sich in eine Löwin, und da diese sehr belesen war, wollte er sie mit einem Brief erobern. Doch wie anstellen, wenn man nicht schreiben kann?

Im Laufe der Geschichte geht der Löwe von einem Dschungelbewohner zum anderen, um einen Brief für die Löwin schreiben zu lassen, doch die Ergebnisse sind allesamt so schrecklich, dass seine Antwort jedesmal lautet:
"Aber neiiiiin!", brüllt der Löwe, "So etwas hätte ich doch nie geschrieben."
So wird das Vorlesen zu einer halben Theatervorstellung, denn die Aussage des Löwen werden jeweils lautstark von den kleinen Zuhörern mitgekröhlt.
Zum Glück nimmt die Geschichte noch ein glückliches Ende, bei dem das Ende für einen neuen Anfang steht.


Die erste Löwengeschichte hat so eingeschlagen, dass sie sogar zum Schulstoff der ersten beiden Klasse wurde. Die Löwin war die erste "Person", der meiner Tochter einen Brief geschrieben hat.

Der Löwe als Lerninhalt in der Grundschule:
"Liebe Löwin,
magst du mit mir über die ganze Welt reisen..."




DIE GESCHICHTE VOM LÖWEN, DER NICHT BIS 3 ZÄHLEN KÖNNTE

Die Aufmachung steht der vom Schreibabenteuer des Löwen in nichts zurück: wiederum ist das Buch gestaltet wie ein Briefumschlag, nur auf den Vorsatzseiten sind dieses Mal statt vieler kunterbunter Briefmarken Zahlbilder und Lineale abgebildet, schließlich kann der Löwe diesesmal nicht zählen.

Wer begeistert von Löwes ersten Abenteuer war, ist dies nicht automatisch vom zweiten. Das zweite wird auf einer Ebene erzählt, die tatsächlich mehr ältere Leser und sogar Erwachsene anspricht. Selbst mir ging der Witz noch nicht beim Selbstlesen voll auf, sondern erst, als ich einer Lesung von Martin Baltscheit beiwohnte.
Von meiner Tochter jedoch weiß ich, dass das Buch ein paar Textstellen enthält, die ihr nicht so gut gefallen wie die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte. Dies waren Sprachwitze, mit denen sie mit 8 Jahren noch nichts anfangen konnte, und eine in ihren Augen unnötige Prügelei zwischen Löwen und einem Konkurrenten.
Trotzdem will sie noch viel, viel, viel mehr von ihrem Dschungelfreund erfahren. So kommen wir in gemeinsamer Abstimmung trotzdem auf die beste Wertung auch für diesen zweiten Band um den Löwen und die anderen Dschungelbewohner.


Weitere Werke rund um den Löwen und seine Freunde:
Max will immer nur küssen
Das Löwenalphabet ABC-Poster
Das Löwenmalheft
Die Geschichte vom Löwen, der nicht schwimmen konnte
Löwenherzen weinen nicht

Interviews mit Martin Baltscheit:
2012
2013
2015

Freitag, 27. Mai 2016

[REZENSION] Sehnsucht nach Zimtsternen

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Sehnsucht nach Zimtsternen
Autor: Katrin Koppold
Übersetzer: -/-
Verlag: rowohlt
Reihe: Band 3
Ausführung: Taschenbuch, 336 Seiten



Autor:
Katrin Koppold arbeitete nach ihrer Schulzeit als Journalistin, Fitnesstrainerin, TV-Darstellerin und Pferdepflegerin auf einem Gestüt in Irland, bevor sie sich dazu entschloss, sesshaft zu werden. Heute wohnt sie mit ihrer Familie und ihren zwei Katzen bei München. Als E-Book-Autorin hat sie sich bereits in die Herzen vieler Leserinnen geschrieben.


SEHNSUCHT NACH ZIMTSTERNEN

Im verflixten siebten (Ehe)Jahr erwischt es nun auch Lilly und Torsten. Er hat eine andere und will sich scheiden lassen. Lilly ist nicht nur wie vor den Kopf gestoßen, plötzlich steht sie vor einem großen Loch. Keinen Mann, keinen Job und möglicherweise schon bald auch keine Wohnung mehr, denn die gehört immer noch Torsten beziehungsweise seinen Eltern. Bis es jedoch soweit ist, muss sie sich das Heim mit Frauenheld Jakob teilen, mit dem sie mehr schlecht als recht auskommt. Dann aber zieht ein neuer Nachbar ein, der bei genauerer Betrachtung doch eher Prinz als Frosch sein könnte...

Irgendwie war ich immer die Einzige in unserer Familie. Die Einzige, die Zeit hatte, Opa Willy zur Fußpflege zu fahren, unserem Vater in seinem Liebeskummer zur Seite zu stehen, an Geburtstagen Kuchen zu backen. Und nun war ich die Einzige, die Nils' Freund Jakob für die Dauer seines aktuellen Projekts Asyl gewähren konnte, bis er im August nach Barcelona zog. (S. 15)

Mit „Sehnsucht nach Zimtsternen“ geht Katrin Koppolds „Sternschnuppen-Reihe“ in die dritte Runde. Dieses Mal dreht sich alles in der Hauptsache um Lilly, die von jetzt auf gleich vor den Trümmern ihrer Ehe steht und ziellos in die Zukunft blickt. Natürlich werden auch die anderen Schwestern und der Rest der Familie in die Ereignisse einbezogen, manches Mal gibt es auch Verknüpfungen zu den anderen, bereits erzählten, Geschichten, und doch bleibt Lilly der Mittelpunkt. Dadurch lernt man sie schnell besser kennen und ahnt schon bald, dass ihr größtes Problem darin liegt, nicht „Nein“ sagen zu können. Sicherlich ist es immer einfacher einen Weg einzuschlagen, der kaum bis gar keine Hindernisse aufweist, nachgeben ist ebenso leichter als sich durchzusetzen, und doch spürt auch Lilly, dass sich noch viel mehr ändern muss, wenn Torsten bereits die erste große Veränderung einläutet.

Gemeinsam mit Lilly und den anderen Protagonisten durchlebt man ein wahres Wechselbad der Gefühle, die Latte an Emotionen ist lang und ebenso abwechslungsreich. Von einer Sekunde auf die andere kann man im wahrsten Sinne von ganz hoch oben unheimlich tief fallen. Doch genau diese Nähe erwartet man, vor allem, wenn man bereits die ersten beiden Bände, rund um Helga und Fee, verfolgt hat. Selten fühlt man sich so sehr mit den Protagonisten verbunden wie innerhalb dieser ganz besonderen Reihe.

Zwangsläufig macht man sich seine Gedanken um den weiteren Verlauf des Geschehens und mitunter gibt es Begebenheiten, die vorhersehbar sind. Dennoch erfreut man sich dieser Passagen ebenso wie jener, die vollkommen überraschend hereinbrechen, die vielleicht einmal kurz angeklopft haben, aber doch nicht in die Köpfe der Leser vorgedrungen waren, bis es schließlich soweit ist. Dadurch ergibt sich ein gelungener Mix, bei dem man sich ob der kommenden Ereignisse niemals zu sicher sein sollte.

Fast ein bisschen traurig ist man jedoch, auf Grund des Wissens, dass nur noch ein einziger Band dieser Reihe aussteht, wenn man chronologisch vorgegangen ist. Dennoch ist man ebenso gespannt auf Mias Erlebnisse, die sicherlich nochmals eine gänzliche andere Richtung einschlagen werden als das was man bisher von den Schwestern gelesen hat.


Reiheninfo:
Band 1: Aussicht auf Sternschnuppen
Band 2: Zeit für Eisblumen

Donnerstag, 26. Mai 2016

[REZENSION] Unicorns don't swim

Redakteur: Anette Leister

Titel: Unicorns don't swim
Autor: diverse
Herausgeber: Antje Wagner
Verlag: Aviva
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahre
Ausführung: Taschenbuch, 256 Seiten



Herausgeber:
Antje Wagner, geb. 1974 in Lutherstadt Wittenberg, schreibt Bücher für Erwachsene und Jugendliche. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Leipziger Lesekompass, den ver.di Literaturpreis und den Mannheimer Feuergriffel.
Gerade hat sie einen Erzählband beendet, der unter einem Pseudonym erscheinen soll.
Als nächstes geplant sind ein Mysteryroman für Erwachsene und ein unheimlicher Jugendthriller.
Besuche Antje Wagner auch auf Facebook: https://www.facebook.com/pages/Antje-Wagner/1524755244414251 und auf ihrer Website: www.wagnerantje.de

Autoren:
Ingrid Annel, Juliette Bensch, Anja, Frisch, Sabine Funder, Laura Henkel, Vera Kissel, Katharina Korbach, Anja Kümmel, Sophie Micheel, Anthonie Partheil, Kim Katharina Salmon, Kathrin Schrocke, Claudia Schuster, Corinna Waffender, Antje Wagner, Tania Witte


UNICORNS DON'T SWIM

"Unicorns don't swim" ist eine Sammlung von 21 Kurzgeschichten, in denen dem Leser in verschiedenen Genres und Stimmungen Mädchen in den unterschiedlichsten Lebenssituationen begegnen und unter anderem Themen weit ab des Mainstreams behandelt werden. So geht es hier auch darum mit dem Schubladendenken der Geschlechter zu brechen und Frauen - aber auch Männer - in Rollen zu zeigen, die mit dem konventiellen Denken der meisten nicht einher gehen. Um nicht zu spoilern, will ich nicht näher darauf eingehen, welche in der Anthologie vertretenen Autorinnen welche Genres oder Themen behandeln, da einige Geschichten besonders wirken, wenn der Überraschungsmoment nicht vorweg genommen wird.

Bei Anthologien und Kurzgeschichtensamlungen habe ich immer etwas Bammel, dass mir Großteile des Werkes nicht zusagen, aber bis auf ein oder zwei Geschichten, zu denen mit der Zugang leider verwehrt geblieben ist, haben mich hier alle Erzählungen angesprochen, trotz ihrer extremen Unterschiedlichkeit. Hier werden wirklich Leser aller Colour fündig: ob witzig, skurril, melancholisch, überraschend, ernst oder traurig - ob fantastisch, realistisch, sureal, eher für Jugendliche oder Erwachsene geeignet... "Unicorns don't swim" ist wie eine "Tüte Gemischtes", auf die man sich einlassen muss und dabei auf viele Bonbons stößt, die Lust darauf machen auch andere Werke der vertretenen Autorinnen kennen zu lernen.

Neben der Herausgeberin Antje Wagner sind folgende Autorinnen mit ein oder zwei Geschichten in der Anthologie vertreten:
Ingrid Annel, Juliette Bensch, Anja, Frisch, Sabine Funder, Laura Henkel, Vera Kissel, Katharina Korbach, Anja Kümmel, Sophie Micheel, Anthonie Partheil, Kim Katharina Salmon, Kathrin Schrocke, Claudia Schuster, Corinna Waffender, Tania Witte

Sehr gut gefallen hat mir, dass neben dem Vorwort abschließend eine kurze Vita von allen vertretenen Autorinnen enthalten ist, die bei jeder durch einen O-Ton ergänzt wird, in denen sie zu Wort kommen, warum ihnen die Themen Mädchen und die Erwartungshaltungen an ihre Geschlechterrolle so wichtig sind.

Für mich enthält dieses Buch etliche Perlen, so dass ich eigentlich keine Highlights benennen kann. Besonders im Kopf geblieben sind mir aber die Geschichte von Tania Witte, die von Ingrid Annel - die der Auftakt für einen Roman werden soll, von dem ich ganz, ganz dolle hoffe, dass er bald bei einem guten Verlag unterkommt - und jeweils einer der beiden enthaltenen Beiträge von Kathrin Schocke und Corinna Waffender.

[TTT] Top Ten Thursday #262 (Christiane)


Der Top Ten Thursday ist eine wöchentliche Aktion von Steffis Bücherbloggeria.

Das Thema diese Woche lautet:
10 Bücher aus dem Knaur Verlag

Endlich, nach langer, langer Zeit, komme auch ich mal wieder dazu einen TTT-Beitrag zu verfassen. Mal sehen, was sich aus dem Knaur-Verlag in meinem Regal verbirgt, einiges noch ungelesen, anderes vor ein paar Jahren verschlungen.. wie immer, es handelt sich um eine Auswahl, deren Reihenfolge nichts über Wertigkeit oder ähnliches aussagt...

1. Elisabeth Kabatek: Zur Sache, Schätzle!
2. Thomas Thiemeyer: Devil's River
3. Anna Koschka: Mohnschnecke
4. Lisa Jackson: T - Tödliche Spur
5. Markus Heitz: AERA - Die Rückkehr der Götter
6. Sebastian Fitzek: Der Nachtwandler
7. Kati Naumann: Die große weite Welt der Mimi Balu
8. Alex Berg: Dein totes Mädchen
9. Kate Brady: Puppengrab
10. Claudia Brendler: Eiertanz



Das Thema für den 02. Juni 2016 lautet:
10 Bücher, die verfilmt werden sollten