Donnerstag, 31. März 2016

[TTT] Top Ten Thursday #254 (Anette)


Der Top Ten Thursday ist eine wöchentliche Aktion von Steffis Bücherbloggeria.

Das Thema diese Woche lautet:
10 Bücher, in denen Tiere einen Einfluss haben

Das Thema ist mir leicht gefallen, da ich früher viel Tierfantasy oder dystopische Geschichten mit Tieren in der Rolle von Menschen gelesen habe, aber auch in Kinder- oder Jugendbücher spielen Tiere häufig einflussreiche oder tragende Rollen.

1. Erin Hunter: Warrior Cats
2. Kate DiCamillo: Despereaux
3. Kate DiCamillo: Winn-Dixie (bisher nur als Film gesehen)
4. Kathryn Lasky: Die Legenden der Wächter (subbt ab Band 2)
5. Kenneth Oppel: FlügelTrilogie
6. Michael Gerard Bauer: Mein Hund Mister Mattie
7. Richards Adams: Unten am Fluss
8. Richard Adams: Die Hunde des schwarzen Todes (subbt)
9. Peter S. Beagle: Das letzte Einhorn
10. George Orwell: Farm der Tiere

 
Das Thema für den 07. April 2016 lautet:
10 Bücher, die du unbedingt haben wolltest und die nun Staub im Regal ansetzen

Mittwoch, 30. März 2016

[REZENSION] Kaninchenschmuggel oder Wie ich Mehlchen vor dem Verschimmeln rettete

Redakteur: Anette Leister

Titel: Kaninchenschmuggel oder Wie ich Mehlchen vor dem Verschimmeln rettete
Autor: Timm Milan
Illustrator: Susanne Göhlich
Verlag: Thienemann
Reihe: Granola 1
empfohlenes Lesealter: 8-10 Jahre
Ausführung: Hardcover, 112 Seiten



Autor:
Timm Milan wurde in Wuppertal geboren und lebt auch heute noch in seiner Heimatstadt. „Du musst mal hier rauskommen“, riet ihm ein Freund nach dem Abi. „Besonders, wenn du Schriftsteller werden willst!“ Timm Milan zog das zwar in Erwägung, er blieb jedoch. Das Fernweh braucht er für seine Geschichten über Diebstähle und wilde Freundschaften. Neben seiner schriftstellerischen Arbeit engagiert sich Timm Milan in einer Grundschule, wo er zwischen Schulhoflärm und Klassenzimmerproblemen immer wieder auch Inspiration für seine Bücher findet. "Kaninchenschmuggel oder wie ich Mehlchen vor dem Verschimmeln rettete" ist sein erstes Buch bei Thienemann.

Illustrator:
Susanne Göhlich, geboren 1972 in Jena, studierte Kunstgeschichte in Leipzig. Neben dem Studium gestaltete sie Plakate und zeichnete. Seit 2004 arbeitet sie als freie Grafikerin und Illustratorin in Leipzig.


KANINCHENSCHMUGGEL ODER WIE ICH MEHLCHEN VOR DEM VERSCHIMMELN RETTETE

Granola hat eine Grammatik-Intoleranz und bringt deshalb lange oder fremdklingende Wörter und ganze Sätze etwas durcheinander. Damit man das granolisch-deutsch besser versteht hat der Autor die wichtigsten Wörter im Anhang aufgeführt.

Abgelenkt von der leichten und lustigen Geschichte in großem Druck, der ideal für Leseanfänger ist, hat mich nur das granolisch-deutsch, welches ich zwar sehr witzig finde und das perfekt zu Granolas Geschichte passt, jüngere Leser, die vielleicht erst seit einigen Monaten lesen, könnten dadurch allerdings im Lesefluss gestört werden. Zudem sind nicht alle "granolischen" Begriffe im Anhang aufgeführt.

Granolas Klasse hat die Lehrerin gewechselt. Bis vor Kurzem war noch Frau Mehl ihre Klassenlehrerin, aber nach einem Unfall wird sie von Frau Kron vertreten. Nach einem Streit in der Klasse machen die Kinder zusammen mit der Lehrerin einen Ausflug in den Streichelzoo, der aber von Anfang an unter schlechten Sternen steht: zunächst verpasst Granola den Ausstieg, weil zwei ihrer Mitschüler ihr die Abteiltür zuhalten, danach entführt sie versehentlich ein Kaninchen. Das Kaninchen sitzt zitternd im Regen, damit es nicht verschimmelt, setzt Granola es in die Strickjacke gekuschelt in ihren Rucksack. Danach schafft sie es nicht unbemerkt das Kaninchen aus dem Rucksack zurück in das Gehege zu setzen und wird zum Dieb wider Willen.
Über das Kaninchen wächst die Klassengemeinschaft zusammen, die vorher Probleme mit der Integration lernschwacher Schüler hatten. Endlich leben die Kinder eine Klassengemeinschaft und kämpfen gemeinsam für eine Sache, statt wie zuvor Grüppchen zu bilden und Flausen auszuhecken.
In der verrückten Geschichte von Granola und dem Kaninchen Mehlchen wird klar, wie wichtig es ab einem gewissen Alter ist, das Kindern lernen Verantwortung zu übernehmen und das es auch für Erwachsene nie zu spät ist seine Träume zu verwirklichen.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwierig es für Grundschulkinder sein kann, wenn außerplanmäßig Lehrerwechsel durchgeführt werden müssen, zudem diese Klasse noch ein Modell behandelt mit altersgemäß entwickelten Kindern und lernschwächeren. Timm Milan "don't tell, but show" wie und warum die Probleme im Klassenverband auftreten und wie man dagegen antreten kann.

Nachdem auf dem Buchrücken vom ersten Band von Granola die Rede ist, hoffe ich sehr schon bald weitere Klassengeschichten von dem sympathischen Mädchen und ihren Mitschülern lesen zu dürfen, außerdem möchte ich ja erfahren, wie es unserem Mehlchen nun geht :)

Dienstag, 29. März 2016

[REZENSION] Schandkreuz

Redakteur: Anette Leister

Titel: Schandgold
Autor: Helge Weichmann
Verlag: Gmeiner
Reihe: Ernestine Nachtigall 3
Ausführung: Taschenbuch, 443 Seiten



Autor:
Helge Weichmann wurde 1972 in der Pfalz geboren und lebt seit 20 Jahren in Mainz. Während seines Studiums jobbte er als Musiker und Kameramann, bevor er sich als Filmemacher selbstständig machte. Heute betreibt der promovierte Geowissenschaftler eine Medienagentur, arbeitet als Moderator und lehrt an der Universität Mainz. Er ist begeisterter Hobbykoch, Weinliebhaber und Sammler von Vintage-Gitarren. Mit der chaotischen Historikerin Tinne Nachtigall und dem dicken Reporter Elvis hat Helge Weichmann zwei liebenswerte Figuren geschaffen, die ihre außergewöhnlichen Abenteuer mit viel Pfiff, Humor und Improvisationstalent meistern.


SCHANDKREUZ

"Weck, Worscht und Wadenweh!" Der Gutenbergmarathon steht vor der Tür und wie es das Schicksal so will, trifft es den übergewichtigen Raucher und Gourmet Elmar Wissmann, der gegen seinen Willen unter den Reihen tapferer AZ-Kämpfer zur Auswahl steht, für seine Zeitung anzutreten. Es kommt wie es kommen muss: wenn einer mit dem entsprechenden Konterfei und dem abgewandelten rhoihessischen Schlachtruf "Weck, Worscht und Woi" eine Ansage macht, dann geht dieser fast durchmarschähnlich aus dem Wettbewerb hervor. Gut für Elvis, schlecht für Tinne: die beiden müssen nun gemeinsam Trainieren, um Elvis für den Marathon im Mai streckenfest zu machen. Die Brigade unterstützt die beiden an den Streckenfestpunkten mit speziellen Elvis-T-Shirts und Ballons und gelegentlichem Grölen des Schlachtrufs.
Bevor das Rennen tatsächlich am Muttertag angepfiffen werden kann, wird das Leben von Tinne und Elvis aber mal wieder gehörig durcheinandergewürfelt. Bevor es mit dem eigentlichen Plot losgeht wird der Leser zugegen bei einem Hexenprozess im frühen siebzehnten Jahrhundert in Bodenheim, danach nehmen wir an einem Cold Case mitten der neunziger Jahre in Partenheim teil - noch scheinen die beiden Fälle nichts miteinander zu tun zu haben, aber je länger die Zeit fortschreitet und im hier und jetzt die Hexerei wieder lebendig zu werden scheint, trägt jeder Tode der letzten Jahrhunderte sein Scherflein zur Aufklärung dieses Falls bei.
Zwischendurch dachte ich einmal klipp und klar jetzt führen die Anzeichen genau dahin, wie der Fall letzten Endes aufgelöst wird, aber da habe ich Helge Weichmann gewaltig unterschätzt, mich hat er jedesmal an der Nase herum geführt. Blutige Anschläge auf ermittelnde Personen stellen die eigenen Gedankengänge zusätzlich in Frage und lassen die scheinbar klaren Ideen für die Auflösung des Falls rückhaltlos verpuffen. Die Verbindung aller drei Fälle deckt er tatsächlich erst auf den letzten Seiten der Geschichte auf.
Gelungen lässt er wieder alle liebgewonnen Charaktere in seinem neuesten Geniestreich auftreten, trotzdem bieten seine Geschichten auch immer noch Platz für neue und nicht minder interessante Personen.
Obwohl durch den Fund des Hexengrabs Bodenheim als Hauptspielort gekennzeichnet ist, habe ich auch vieles in und um Mainz angetroffen, wovon ich natürlich am liebsten lese, da ich jeden Tag meines Lebens in dieser Stadt verbringe. Für uns Rhoihesse ist es einfach toll von der Heimat zu lesen, den verschrobenen und doch so offenen Charakteren, den Besonderheiten der Landschaft und dem guten Essen und Trinken, für welches die Region bekannt ist. Selbst meine ehemalige Ausbildungsstätte findet in Schandkreuz Erwähnung, auch einige der benannten Lokalitäten habe ich schon besucht. All dem haucht Helge Weichmannn gekonnt Leben und Spannung ein, so das man anfängt seine Umgebung wieder mit offeneren Augen zu durchschreiten und  zu gucken, hinter welcher Ecke sich das nächste Abenteuer von Elvis und Tinne verstecken könnte.

Reihen-Info:
Schandgrab
Schandgold
Schandkreuz

Montag, 28. März 2016

[REZENSION] All die schönen Dinge

Redakteur: Anette Leister

Titel: All die schönen Dinge
Autor: Ruth Olshan
Verlag: Oetinger
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 13 Jahren
Ausführung: Hardcover, 288 Seiten



Autor:
Ruth Olshan wurde 1970 in Moskau geboren. Ein Jahr später emigrierte die Familie nach Israel, 1974 kam sie nach Deutschland. Aufgewachsen in Berlin studierte Olshan über ein Stipendium in Leeds (UK) und Köln Filmregie und Drehbuch. Sie arbeitet als freie Autorin und Filmemacherin für Dokumentar- und Spielfilm. Für ihr Werk wurde Olshan mehrfach ausgezeichnet. Ihre Erfahrung als Drehbuchautorin und Filmemacherin bereichert ihr Schreiben von Kinder- und Jugendliteratur.


ALL DIE SCHÖNEN DINGE

Tammie hat ein für 16jährige sehr ungewöhnliches Hobby: sie sammelt Sprüche von Grabsteinen. Wenn man jedoch weiß, dass Tammie ein Aneurysma im Gehirn hat, versteht man, warum sie in ihrem jungen Alter nicht nur auf Pistazieneis steht.

"Ich weiß, was ein Aneurysma ist. Und ich weiß, dass man sehr schnell davon sterben kann. Ich weiß nur nicht, was das Platzen des Aneurysmas auslöst."
"Niesen, Sport, Drücken auf dem Klo und Orgasmen."
"All die schönen Dinge also." (S.127)

Bücher über sterbenskranke Kinder und Jugendliche sind nicht neu, "All die schönen Dinge" war aber unter der ganzen Masse an Büchern über schwere und tödliche Krankheiten tatsächlich das erste, welches ein Aneurysma zum Thema hatte. Darüber trifft man als Leser auf Tammie nachdem sie bereits seit Jahren mit der Diagnose Aneurysma lebt und so ziemlich abgeklärt und stark durchs Leben geht trotz ihrer Erkrankung. Erschüttert wird man eventuell zunächst durch ihr ungewöhnliches Hobby auf der Suche nach einem Spruch für das eigene Grab und ihrem Drang sich von Dingen zu trennen, um möglichst ballastfrei durch die letzten Tage, Wochen, Monate oder Jahre ihres Lebens zu gehen. Beides entwickelt sich jedoch in eine Richtung, die das Buch humorvoll und leicht wirken lassen. Über ihr Hobby lernt sie Fynn kennen, der neben ihrer besten Freundin Pat schon bald nicht mehr aus ihrem Leben wegzudenken ist und ihr Drang sich von Sachen zu trennen steckt nach und nach die ganze Familie an und zeigt, wie befreiend es ist materiellen Ballast von sich zu stoßen.
Die Freundschaft mit Fynn entwickelt sich schon bald zu Liebe und damit der Frage, wie gefährlich es ist mit einem Aneurysma Sex zu haben. Ruth Olshan behandelt Themen wie Krankheiten, Tod und Sex sehr unbefangen und humorvoll in ihrem Buch, dass ich trotz der schwierigen oder heiklen Themen bei der Lektüre weit mehr am Schmunzeln war als das mich der Inhalt traurig gemacht hätte. Neben den starken und sympathischen Hauptfiguren hauchen auch die Nebencharaktere der Geschichte eine besondere Note und Originalität ein: egal, ob es sich dabei um Fynns Hund Okay, seine nervige Tante, zu deren Hochzeit sie eingeladen sind, oder um drei Frauen Namens Blumentopf handelt, auf die sie auf Grund eines ganz speziellen Grabspruchs aufmerksam werden.

Der Beginn des Buches hat mich etwas gefordert, da ein Großteil der Protagonisten innerhalb kürzester Zeit eingeführt werden - ich kann an der Stelle nur empfehlen notfalls die ersten 2 bis 3 Kapitel ein zweites Mal zu lesen, um mit den Figuren bekannter zu werden und sich danach besser auf die skurrilen Ereignisse und den besonderen Humor der Geschichte einlassen zu können, denn nicht alle sind auf Anhieb zu einnehmend wie Fynn, aber auf jeden Fall alle lohnenswert sie kennenzulernen.

"All die schönen Dinge" ist ein ganz besonderes Buch, das ernste Themen auf ungewöhnliche Art und Weise behandelt mit einer speziellen Art von Humor und starken Charakteren, so dass es den Leser trotz einiger trauriger Passagen sehr glücklich zurücklässt!

Sonntag, 27. März 2016

[RUND UMS BUCH] Neuzugänge KW12


Anette:
nix

Christiane:
Irisches Roulette, Hannah O'Brien (RE)
Inspektor Jury und die Frau in Rot, Hörbuch, Martha Grimes (RE)

[REZENSION] Feuerrot

Redakteur: Anette Leister

Titel: Feuerrot
Autor: Nina Blazon
Verlag: Ravensburger
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren
Ausführung: Hardcover, 512 Seiten



Autor:
Nina Blazon, geboren 1969 in Koper bei Triest, aufgewachsen in Neu-Ulm, las schon als Jugendliche mit Begeisterung Fantasy-Literatur. Selbst zu schreiben begann sie während ihres Germanistik-Studiums – Theaterstücke und Kurzgeschichten – bevor sie den Fantasy-Jugendroman 'Im Bann des Fluchträgers' schrieb, der 2003 mit dem 'Wolfgang-Hohlbein-Preis' und 2004 mit dem 'Deutschen Phantastik-Preis' ausgezeichnet wurde. Seither haben Nina Blazons Bücher zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Die erfolgreiche Jugendbuchautorin lebt in Stuttgart.


FEUERROT

"Feuerrot" spielt gegen Ende des 15. Jahrhunderts in Ravensburg zur Zeit der Hexenverfolgung.
Die junge Madda ist Magd im Hause des vermögenden Kaufmanns Humpe, der Besuch eines italienischen Verwandten erhält. Dieser versucht anfangs Magdalena zu verführen, bevor er seine Künste auf die Enkeltochter des Hauses ausdehnt. Unwetter, unheilbar kranke Kinder, eine Frühgeburt... viele Tragödien passieren zu diesen Zeiten und es genügt ein verleumdenter Satz, um eine Frau unter den Verdacht zu stellen, dass sie eine Hexe sei. Da sich in Ravensburg zu jener Zeit auch Heinrich Kramer, Inquisitor und Autor des Hexenhammers aufhält, verwundert es den Leser kaum,  das auch Madda nach der Zurückweisung des jungen Lucio und dem Tod ihrer jüngsten unheilbar kranken Schwester dieses Urteil erhält. So erfährt man nach und nach an ihrem Schicksal und dem einiger anderer Ravensburger Frauen, wie grausam die damaligen Foltermethoden waren und die Chancen auf Rechtssprechung ausnehmend gering.
Für mich war "Feuerrot" nicht der erste historische Roman aus Nina Blazons Feder, bereits in den vergangenen Jahren habe ich zu einigen ihrer historischen Stoffe gegriffen und durfte mich wieder einmal an einem hervorragend recherchierten Stoff erfreuen, der fiktive Charaktere und Handlungsstränge mit historisch belegten Personen und Fakten gekonnt verknüpft. "Feuerrot" ist mit seiner Komplexität, den sehr gut ausgearbeiteten Charakteren und dem spannenden Handlungsverlauf nicht nur für jugendliche, sondern absolut auch für erwachsene Liebhaber von historischen Romanen empfehlenswert.
Eins von Nina Blazons Hauptaugenmerken liegt in jedem Fall in den Charakteren, darüber kommt der historische Hintergrund, die Stadt Ravensburg und das Thema der Hexenverfolgung aber keinesfalls zu kurz - nicht umsonst umfasst die eigentliche Geschichte fast 500 Seiten, ergänzt durch ein Nachwort und ein Glossar, welche auf die belegten historischen Hintergründe und die wichtigsten zeitgeschichtlichen Begriffe aus der Zeit des 15. Jahrhunderts eingehen.

Egal ob fantastische oder historische Stoffe: für mich ist Nina Blazon ein Garant für spannende und sprachlich ausgefeilte Geschichten, die dank der einnehmenden Charaktere und sehr gut recherchierten Hintergründe auch einen anspruchsvollen Lesegenuss für ältere Leser darstellen.

[REZENSION] Viel Gerenne um eine Henne

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Viel Gerenne um eine Henne
Autor: Tanya Stewner
Illustrator: Florentine Prechtel
Übersetzer: -/-
Verlag: FISCHER KJB
Reihe: Band 3
empfohlenes Lesealter: ab 6 Jahren
Ausführung: Hardcover, 80 Seiten



Autor:
Tanya Stewner wurde 1974 im Bergischen Land geboren und begann bereits mit zehn Jahren, Geschichten zu schreiben. Ihre Kinderbuchserien um Liliane Susewind und die Elfe Hummelbi sind Welterfolge. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Wuppertal.

Illustrator:
Florentine Prechtel malte schon in ihrer Kindheit die Gehwege an und studierte dann auch folgerichtig Malerei und Bildhauerei in Mönchengladbach, Karlsruhe und Freiburg. Die Neugier trieb sie übers Meer, und sie lebte in Rom, Berlin und Barcelona. Inzwischen hat sie sich mit Mann, Kind und Katz in Freiburg niedergelassen.


VIEL GERENNE UM EINE HENNE

Für Lillis Hund Bonsai ist es ein besonderes Vergnügen die Hühner auf dem Bauernhof aufzuscheuchen. Doch plötzlich fehlt eine Henne, und ausgerechnet ihre Küken schlüpfen gerade. Doch glücklicherweise kann Lilli mit Tieren sprechen, so dass schon bald alle Tiere und Menschen des Bauernhofs mithelfen, um die verschwundene Mama wiederzufinden...

Liliane Susewind ist schon kaum mehr aus den Kinderzimmern wegzudenken, mit ihr hat Tanya Stewner eine Figur erschaffen, die Jung und Alt gleichermaßen begeistern kann. Nun gibt es die Erfolgsserie auch für Leseanfänger in abgespeckter Form, mit einer geringeren Seitenanzahl, kurzen Geschichten und liebevollen Illustrationen. Leseverständnis sollte allerdings beim Selbstlesen unbedingt schon vorhanden sein. Auch die Schrift ist recht groß gehalten, dennoch gibt es auf einigen Seiten eine Menge an Informationen, die erst einmal begriffen und interpretiert werden wollen.

Woher Lillis Fähigkeiten kommen weiß man nicht, es stellt sich aber auch gar nicht die Frage. Man nimmt die Fakten einfach als gegeben hin und erfreut sich der Geschichte. Wobei die Aufregung natürlich groß ist als plötzlich eine Henne spurlos verschwindet, obwohl gerade ihre Küken schlüpfen. Gemeinsam mit Lilli und ihren tierischen Gesellen macht man sich auf die Suche, doch sie scheint wie vom Erdboden verschluckt.

Zwischenzeitlich lernt man Lillis Freunde und Gefährten kennen, die sie durch jeden Band begleiten, von denen man aber dennoch immer auch noch etwas neues erfahren kann. Auch neue Freunde kommen hinzu, so dass sich bald schon eine große Gemeinschaft ergibt. Natürlich hofft man darauf am Ende das Rätsel lösen zu können, doch hätte man diesen Ausgang nicht komplett so vorhergesehen. Eine schöne, spannende Geschichte für Kinder, ob zum Selbst- oder gemeinsam Lesen.

Samstag, 26. März 2016

[REZENSION] Zorn und Morgenröte

Redakteur: Anette Leister

Titel: Zorn und Morgenröte (OT: The Wrath and the Dawn)
Autor: Renée Ahdieh
Übersetzer: Dietmar Schmidt
Verlag: One
Reihe: Band 1
empfohlenes Lesealter: ab 16 Jahren
Ausführung: Hardcover, 400 Seiten



Autor:
Renée Ahdieh wuchs in Südkorea und in den USA auf. Ihre familiären Wurzeln hat sie im Mittleren Osten und Asien, weshalb sich Einflüsse und Inspiration durch verschiedene Kulturen in ihrer Arbeit finden lassen. Die Autorin engagiert sich in der Kampagne "We need Diverse Books" für ein Literaturangebot, das die kulturelle Vielfalt der Gesellschaft widerspiegelt. "The Wrath and the Dawn" ist ihr erster Young Adult Roman und erfüllt das bekannte Märchen von Sherazade aus "1001 Nacht" mit neuem Leben. Ihr Erstlingswerk erscheint 2016 auf dem deutschen Buchmarkt unter dem Titel "Zorn und Morgenröte" und ist der erste Teil einer Buchreihe. Renée Ahdieh lebt mit ihrem Mann in North Carolina in den USA.


ZORN UND MORGENRÖTE

"Zorn und Morgenröte" ist der erste Band einer Reihe, in der Renée Ahdieh die Geschichte von 1001 Nacht adaptiert.
Der junge Herrscher Chalid nimmt jeden Tag ein anderes Mädchen zur Frau und lässt sie am nächsten Tag hinrichten. So hat Sharzad ihre beste Freundin Shiva verloren. Um die Tat zu sühnen meldet sich Sharzad freiwillig als Braut mit dem Ziel der Hinrichtung zu entgehen und ihrerseits Chalid zu töten. Jede Nacht kurz vor der Morgenröte beginnt sie eine Geschichte zu erzählen und tatsächlich gewinnt sie so einen um den anderen Tag Aufschub von ihrer Hinrichtung, bis sie Chalid besser kennenlernt und anfängt hinter die Fassade zu blicken: Chalid ist gar nicht der tyrannische Herrscher, für den ihn alle halten, sondern jemand mit einem traurigen und brutalen Geheimnis...

Im Prolog wird leider direkt eine Sache angedeutet, die auf das Ende des Buches anspielt, welches ansonsten weit mehr überraschen kann. Man sollte sich also gut überlegen, ob man die Geschichte lieber mit dem ersten Kapitel beginnt und sich den Prolog für nach der Auflösung am Ende des Buches aufhebt. Ansonsten konnte mich die Autorin vor allem mit dem zauberhaften Auftakt à la 1001 Nacht gefangen nehmen, wenn Sharzad beginnt dem Kalifen ihre Geschichten zu erzählen, danach leider erst wieder gegen Ende, wenn das Geheimnis um Chalid aufgelöst wird.
Dazwischen plätscherte die Handlung für mich leider nur dahin, soweit man von einer wirklichen Handlung sprechen will. Vielmehr verliert sich Renée Ahdieh zu sehr in der Beschreibung ihrer Welt und den Figuren, wirklich innovative Ideen fehlen und der durchaus vorhandene Zauber reicht einfach nicht an das Original heran, die Figuren brennen sich kaum in das Gedächtnis des Lesers ein.
So lautet mein Resümee für die Geschichte leider: bis auf Anfang und Ende konnte mich die Geschichte kaum fesseln und auf Grund des unnötig in die Länge gezogenen Mittelteils werde ich definitiv nicht zu einer Fortsetzung der Geschichte greifen.

[BLOGTOUR] Feuerrot von Nina Blazon: Die Gewinner der Blogtour


Liebe Leser,

wir haben uns sehr über Eure Beteiligung bei unseren Beiträgen gefreut und hoffen das wir Euch neugierig zurücklassen konnten :-)

Hier sind nun unsere Gewinner.

Je ein Exemplar von "Feuerrot" geht an:

* Blue Ocean
* Nicole Ramge
* Susanne G.
* Marysol Fuega
* Sarah Runge

Herzlichen Glückwunsch!

Bitte schickt Eure Adresse an folgende Mailadresse des Gewinnspielveranstalters:

Mail: netzwerkagenturbookmark@gmail.com

Betreff: Feuerrot

Euer Ansprechpartner ist Katja Koesterke

Wir wünschen Euch viel Spaß beim Lesen!

[REZENSION] Mondscheinjunge (Hörbuch)

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Mondscheinjunge
Autor: Carla Buckley
Sprecher: Mark Bremer
Übersetzer: -/-
Verlag: Rubikon
Reihe: -/-
Ausführung: Ungekürzte Lesung, ca. 757 Minuten, 1 mp3-CD



Autor:
Carla Buckley kommt ursprünglich aus Washington, D.C., wo sie unter anderem für einen Senator und das renommierte Smithsonian-Institut arbeitete. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Chapel Hill, North Carolina.

Sprecher:
Mark Bremer entschied nach Volontariat und Schauspielschule, dass auch Sprechen seine Berufung ist und gehört seitdem zu den profiliertesten deutschen Stimmen. Mit Hörbüchern kam er schon Mitte der 90iger Jahre in Kontakt, als dieses Medium in Deutschland noch unbekannt war. Er produzierte die ersten Titel von "der Hörverlag" und "Hoffmann & Campe", bevor er als Sprecher Karriere machte. Die Liebe zum Hörbuch blieb. Die Verlagsgründung ist die Gelegenheit, selbst Einfluß auf Stoffe zu nehmen.


MONDSCHEINJUNGE

Auf Grund einer tückischen Krankheit darf Tylor der Sonne und ihren Strahlen keineswegs ausgesetzt werden, das könnte seinen sicheren Tod bedeuten. Daher streift er umso sicherer und selbstverständlicher durch die Nacht, seine Kamera immer dabei. Plötzlich verschwindet Amy, ein Mädchen aus der Nachbarschaft, niemand hat sie gesehen, keiner weiß was mit ihr geschehen ist. Tylor will nicht tatenlos zusehen, sondern begibt sich auf die Spur, das Mädchen zu finden. Dabei entdeckt er nicht nur ein furchtbares Geheimnis...

Zu Beginn lässt sich die Geschichte recht ruhig an, doch möchte man noch nicht zu früh ein Urteil fällen, schließlich handelt es sich laut Verlagsangabe um einen „Psychologischen Spannungsroman“, der natürlich auf einer anderen Ebene angesiedelt ist als klischeebehaftete Krimis und Thriller. Somit gibt man dem Geschehen durchaus eine Chance, schon allein, da man dazu über 12 Stunden Zeit hat, denn es handelt sich zudem noch um eine ungekürzte Lesung.

Tylors Krankheit zwingt ihn dazu sich nur des nachts aus dem Haus zu begeben, doch augenscheinlich kann er inzwischen relativ gut damit umgehen. Nachvollziehen kann man als Hörer eine solche Situation vermutlich eher weniger, man würde schon allein bei der Vorstellung schier wahnsinnig werden. Verständlich hingegen ist voll und ganz, dass er sich ein Hobby sucht, und seine Wahl auf das Fotografieren fällt.

Der Hörer erlebt das Geschehen mit all seinen Facetten und weiß daher auch was mit Amy geschehen ist. Dennoch bleiben noch viele Fragen offen, nicht zuletzt die, ob die Wahrheit jemals ans Licht kommt. Die Ermittlungen stellen ein ständiges Auf und Ab dar, es werden Erkenntnisse gewonnen, von denen niemals die Rede war und die eigentlich überhaupt nichts mit dem Verschwinden des Mädchens zu tun haben. Entsprechend ausschweifend gestaltet sich das Geschehen, so dass man immer mal wieder Mühe hat den roten Faden zu entdecken.

Mark Bremer gibt den Charakteren eine Stimme, seine weiß er auf jeden Fall einzusetzen. Dennoch kann auch diese Leistung leider nicht über eine gewisse langwierige Erzählweise hinwegtäuschen, obwohl man ihm gerne lauscht.

„Mondscheinjunge“ ist durchaus psychologisch und spannend angelegt, ufert allerdings manches Mal zu weit aus, so dass die Konzentrationsfähigkeit mitunter nachlässt, obwohl es sich im Großen und Ganzen um eine interessante Geschichte handelt, die man gerne verfolgt.

Freitag, 25. März 2016

[REZENSION] Tränen aus Blut

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Tränen aus Blut
Autor: Mark Roderick
Übersetzer: -/-
Verlag: Fischer
Reihe: Post Mortem 1
Ausführung: Taschenbuch, 512 Seiten



Autor:
Mark Roderick arbeitete nach dem BWL-Studium jahrelang als Personalentwickler und Projektmanager im Finanzbereich, bevor er 2008 ins Controlling eines juristischen Fachverlags wechselte. Er lebt mit seiner Familie in der Nähe von Stuttgart.


TRÄNEN AUS BLUT

Obwohl Avram Kuyper mit seinem Bruder und dessen Familie seit einigen Jahren kaum Kontakt hat, ist er sofort alarmiert, als er eine Botschaft auf seinem Anrufbeantworter findet. Sein Bruder Goran bittet ihn, sich an denjenigen zu rächen, die sie getötet haben. Auch Interpol-Agentin Emilia Ness erhält eine kryptische Nachricht des Mannes, obwohl sie ihm noch nie begegnet ist. Avram und Emilia verfolgen dasselbe Ziel, allerdings jeder auf seine eigene Art und Weise, die nicht unbedingt mit der des anderen kompatibel ist...

Komm nach Hause und räche dich an denen,
die uns getötet haben
- so lautete die Nachricht, die Goran ihm auf dem Anrufbeantworter hinterlassen hatte. (S. 32)

Da man aus dem Klappentext bereits erfahren hatte was es mit den Hauptpersonen Emilia Ness und Avram Kuyper auf sich hat, erschienen die ersten 100 Seiten ziemlich langwierig, für einen Thriller gar zu unspektakulär, da hier hauptsächlich die Einführung der Figuren stattfand, das Vorantreiben der Handlung blieb unlängst auf der Strecke. Entsprechend hoffte man, dass das Tempo im weiteren Verlauf noch angezogen würde, damit auch die Spannung, die durchaus unterschwellig zu erahnen war, noch Raum finden würde sich zu entfalten.

Gut gelungen waren hingegen von Anfang an die Perspektivwechsel, so sprang man hin und her zwischen Emilias und Avrams Sicht, immer darauf lauernd, wann ihre Wege sich kreuzen würden, auch wenn Emilia mitunter ein wenig nerven konnte. Natürlich versucht man trotzdem herauszufinden was sich auf dem Kuyper-Hof zugetragen hat und warum Goran seinen Bruder bittet sich zu rächen. Es sind einige Szenarien denkbar, doch an die schreckliche Wahrheit, die sich nach und nach abzeichnet, wird das Erdachte wohl nicht herankommen.

Obwohl die Erzählung über weite Teile nach wie vor recht ruhig bleibt, verändert sich die Atmosphäre doch merklich, so dass auch endlich die gewünschte und lang ersehnte Sogwirkung eintritt. Man taucht immer tiefer ein in ein Dickicht aus Korruption und Macht, das man gar nicht so einfach zu entschlüsseln vermag. Wer hängt wirklich mit drin, wo befinden sich die Drahtzieher und was für ein morbides Spiel wird hier überhaupt gespielt? Fragen, bei denen man sich gar nicht so sicher ist, ob man die Antwort erfahren möchte.

„Tränen aus Blut“, der erste Teil der Post-Mortem-Reihe, endet mit einem lauten Knall und in einem fulminanten Finale, das allerdings deutlich macht, dass noch lange nicht Schluss ist. Auch ohne die Leseprobe zum zweiten Teil ahnte man bereits, dass das Netzwerk noch viel weitreichender ist und es noch einiges zu tun gibt – für Avram und Emilia.