Montag, 3. Oktober 2016

[REZENSION] Zum Glück braucht mich niemand

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Zum Glück braucht mich niemand (OT: Det er heldigvis ingen som trenger meg)
Autor: Liv Marit Weberg
Übersetzer: Nora Pröfrock
Verlag: Fischer Sauerländer
Reihe: Anne-Lise 2
empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren
Ausführung: Hardcover, 208 Seiten



Autor:
Liv Marit Weberg wurde 1988 als schüchternes kleines Mädchen geboren und lebt heute in Oslo, Norwegen. Sie hat am Norwegischen Kinderbuchinstitut literarisches Schreiben studiert und ihren Master in Nordischer Literatur an der Universität Oslo gemacht. In ihrem Debütroman ›Zum Glück bemerkt mich niemand … dachte ich‹ verarbeitet sie auch ihre eigenen Erfahrungen – auf die Spitze getrieben!


ZUM GLÜCK BRAUCHT MICH NIEMAND

Anne-Lise ist so glücklich mit Stian, dass sie sogar Oslo verlässt, um mit ihm eine Tierhandlung in der Pampa zu übernehmen. Trotz Beziehung hat Anne-Lise ihre Schüchternheit noch nicht ganz ablegen können, weshalb sie auch immer noch nicht so recht sagen kann, wenn ihr etwas nicht passt. Ihr gesamtes Weltbild gerät ins Wanken und Anne-Lise muss zunächst ganz alleine herausfinden wer sie eigentlich ist.

Bei „Zum Glück braucht mich niemand“ handelt es sich um den zweiten Band rund um die schüchterne Anne-Lise und ihre Ängste. Schnell wird jedoch deutlich, dass es keineswegs notwendig ist den Vorgängerband zu kennen, der vorliegende ist vollkommen unabhängig lesbar.

Die Erzählweise erinnert stark an eine Art Tagebuch. Allerdings wird nicht jeder Tag und jedes Ereignis thematisiert. Nach welcher Grundlage die Hauptprotagonistin diverse Erlebnisse auswählt, erschließt sich dem Leser nicht unbedingt. Sicherlich, es geht immer wieder um Situationen, in die sie hauptsächlich auf Grund ihrer Schüchternheit gerät. Doch manches Mal erscheint Anne-Lise beziehungsweise ihre Erzählung vollkommen irrational, wie einem (Fieber)Traum entsprungen. Gedankengänge lassen sich dann kaum bis gar nicht verfolgen, ob die Situation als solche überhaupt richtig erfasst werden kann, ist ebenfalls fraglich.

Und doch geht mit der Zeit eine Wandlung vonstatten, die man natürlich erwartet hat, die aber nochmals eine wahre Herausforderung darstellt. Niemand kann sich, seine Charaktereigenschaften, Ansichten oder Angewohnheiten von heute auf morgen ändern. Es bedarf einer gewissen Zeit, Rückschläge wird es ebenso geben wie Erfolgserlebnisse. Bei all dem begleitet der Leser Anne-Lise, ist sich aber niemals wirklich sicher, wie diese Entwicklung am Ende aussehen wird, ob tatsächlich ein Umdenken stattgefunden hat. Alte Muster abzulegen und neue Wege einzuschlagen ist niemals einfach, die Ungewissheit schwebt förmlich über einem wie das Damoklesschwert.

Zugegebenermaßen ist man recht schnell genervt von Anne-Lise, Schüchternheit hin oder her. Auch wirken manche Passagen zu gewollt humoristisch, dass man nicht so recht warm wird mit Personen und Geschehen. Thematisch gesehen eine gute Idee, die in der Umsetzung nicht zu Gänze durchdacht erscheint.


Reiheninfo:
Band 1: Zum Glück bemerkt mich niemand ... dachte ich


Weitere erhältliche Ausgaben:

   EBOOK  

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