Freitag, 21. Oktober 2016

[REZENSION] Was geschah um 16:08?

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Was geschah um 16:08? (OT: The Ultimate Truth)
Autor: Kevin Brooks
Übersetzer: Uwe-Michael Gutzschhahn
Verlag: dtv
Reihe: Travis Delaney 1
empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahren
Ausführung: Taschenbuch, 336 Seiten



Autor:
Kevin Brooks, geboren 1959, wuchs in einem kleinen Ort namens Pinhoe in der Nähe von Exeter/Südengland auf. Er studierte in Birmingham und London. Sein Geld verdiente er lange Zeit mit Gelegenheitsjobs. Seit dem überwältigenden Erfolg seines Debütromans ›Martyn Pig‹ ist er freier Schriftsteller. Für seine Arbeiten wurde er mit renommierten Preisen ausgezeichnet, u.a mehrfach mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis sowie der Carnegie Medal für "Bunker Diary". Seit einiger Zeit schreibt er auch Kriminalromane für Erwachsene.


WAS GESCHAH UM 16:08?

Spätestens als er den Mann mit der Kamera auf der Beerdigung seiner Eltern entdeckt, bricht sich der Gedanke, der bereits längere Zeit in seinem Unterbewusstsein geschlummert hat, Bahn und Travis ist sich plötzlich sicher, dass der tödliche Unfall seiner Eltern gar keiner war. Jemand muss sie vorsätzlich beseitigt haben und Travis ist sicher, dass es etwas mit dem letzten Fall zu tun hat, an dem die beiden Detektive gearbeitet haben. Nun beginnt er seine ganz eigene Recherche, die ihm schnell vor Augen führt, dass das Ausmaß der Dinge um einiges größer ist als bisher vermutet...

„Dad hat null Orientierungssinn“, sage ich.
„Ich weiß“, antworte ich.
„Er nimmt immer sein Navi“, sage ich.
„Ich weiß“, antworte ich.
„Selbst für Fahrten im Ort“, sage ich.
„Ich weiß“, antworte ich.
… ich sehe mich an …
„Verstehst du was ich meine?“
„Ja“, sage ich mir. „Ich verstehe.“
(S. 168)

Für Travis ist es der wohl schlimmste Tag in seinem Leben, als seine Eltern, die bei einem Autounfall ums Leben kamen, zu Grabe getragen werden. Schlimmer noch als der Tag vor zwei Wochen als er erfahren musste, dass sie nie wieder zu ihm zurückkehren werden. Dass einen Menschen, egal welchen Alters, ein solches Erlebnis gehörig aus der Bahn werfen kann, wird jeder nachvollziehen können. Und ebenso geht jeder mit Verlusten auf seine ganz eigene Art um. Sicherlich, auch Travis kann seine Eltern nicht wieder lebendig machen, und doch ist er der festen Überzeugung ihren Tod aufklären zu müssen, denn er weiß, dass es kein Unfall gewesen sein kann – es war Mord.

Das Detektivgen hat Travis wohl von beiden Elternteilen geerbt, die Privatdetektei des Ehepaares lief gut, brenzlige Fälle scheint es nicht gegeben zu haben. Schnell allerdings merkt nicht nur Travis, dass vieles nicht so ist und war wie es auf den ersten Blick erscheint. Es lohnt sich, tiefer zu graben, um an versteckte Informationen und weitgreifendere Erklärungen zu gelangen, nur so ist es möglich, den Gegenspielern – und davon gibt es eine ganze Menge – entgegentreten zu können. Selbst für den geübten Krimileser stellt es eine Herausforderung dar, sämtliche Rückschlüsse zu ziehen, um ein Gesamtbild erkennen zu können. Kevin Brooks setzt auf Tempo, wodurch Verschnaufpausen vergeblich gesucht werden, schon eine unaufmerksame Sekunde kann dazu führen den Faden zu verlieren oder gar ins Visier der Gegner zu geraten.

Spannungsgeladen und actionreich fesselt der erste Band rund um Travis Delaney jeden Leser, egal ob in der jugendlichen Zielgruppe oder Erwachsene. Bis zum Schluss, und darüber hinaus, lässt sich nicht mit letzter Sicherheit sagen wem tatsächlich zu trauen ist und wer noch immer ein falsches Spiel spielt. Zu viele Verwicklungen stehen nach wie vor im Raum, die hoffentlich im zweiten und dritten Band ausgeräumt werden können, damit nicht nur Travis wieder ruhig schlafen kann.


Weitere erhältliche Ausgaben:

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Kommentare:

  1. Hallo und guten Tag,

    O.K. also kein Einzelband oder?

    LG..Karin...

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    1. Huhu karin,
      nein, von dreien weiß ich.. vermutlich bleibt es eine Trilogie, aber so genau weiß man das ja auch nie...
      LG

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