Montag, 24. Oktober 2016

[REZENSION] Panikstadt

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Panikstadt
Autor: Sebastian Thiel
Übersetzer: -/-
Verlag: Edition M
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 202 Seiten



Autor:
Schon seit frühester Kindheit von phantastischen Welten begeistert, versuchte Sebastian Thiel bald eigene Geschichten zu entwickeln.
Mittlerweile ist er freiberuflicher Autor und, neben dem Schreiben von Romanen, auch in den verschiedensten Internet-Foren aktiv, in denen er seine Kurzgeschichten der Härte des Webs aussetzt. Ob nun für eine Kurzgeschichte, oder einen ganzen Roman, versucht der Autor immer den Leser nicht nur gut zu unterhalten, sondern für einen Moment in die Geschichte zu entführen und durch seine Augen eine andere Welt, vielleicht ein ganz anderes Universum sehen zu lassen.
Mehr zum Autor unter: www.sebastianthiel.net


PANIKSTADT

Niemand fühlt sich in Düsseldorf mehr so richtig sicher, so dass Orte, die ansonsten von einer Horde Feierwütiger bevölkert wurden, wie ausgestorben erscheinen. Aber wer ist derjenige, der eine ganze Stadt in Angst und Schrecken versetzt und seinen Opfern tödliche Drogencocktails spritzt? Marc Schütte kommt mit seinen Ermittlungen partout nicht weiter und holt daraufhin seinen besten Freund Rasch, eigentlich nicht mehr im Dienst, mit ins Boot. Wenn einer sich in die Psyche des Täters hineinversetzen kann, dann er. Doch schon bald schlägt der Serienmörder wieder zu, Rasch muss sich beeilen, bevor noch weitere Menschen zu Schaden kommen...

Doch schließlich gelingt es mir. Die Haut auf seiner Stirn ist aufgescheuert und auch seine Nase und sein Kinn bluten aus mehreren Wunden. Die weißen Sitze sind nun mit roten Striemen überzogen. Wenn man es nicht besser wüsste, hätte man meinen können, das Muster wäre beabsichtigt und von irgendeinem Stardesigner entworfen worden. (S. 9)

Der Autor schmeißt nicht nur seine Protagonisten, sondern auch den Leser sofort mitten ins Geschehen. Viel Zeit zur Orientierung bleibt nicht, das Kennenlernen der Charaktere geschieht automatisch im weiteren Verlauf. So werden nicht nur unnötige Längen vermieden, auch wirkt das gesamte Geschehen dadurch lebendiger und authentischer. Die meisten Figuren weiß man zunächst nicht so recht einzuschätzen, auf sein Bauchgefühl möchte man sich nicht unbedingt verlassen, schließlich kann jeder eine Maske zur Schau tragen, die erst im letzten Moment gelüftet wird.

Natürlich überlässt man es nicht ausschließlich den Ermittlern nach dem Täter zu suchen. Es werden zahlreiche Hinweise geliefert, die diverse Theorien nach sich ziehen, welche allerdings noch verifiziert werden müssten. Dass sich dies als schwieriger Aspekt darstellen würde, hatte man bereits erwartet. Nichtsdestotrotz ist man nicht gewillt sich geschlagen zu geben, jeder Täter begeht früher oder später einen Fehler...

Gespickt mit einigem Lokalkolorit gelingt Sebastian Thiel ein Thriller der etwas anderen Art. Erschreckend vor allem, da das Szenario überhaupt nicht abwegig erscheint und quasi vor der eigenen Haustür stattfinden könnte. Die Spannung ist gut dosiert, und auch wenn manche Ereignisse nicht (mehr) allzu überraschen erscheinen, so bleibt der Leser doch am Ball, um zu erfahren wer schlussendlich der Übeltäter ist. Trotz dessen, dass man innerhalb des Geschehens mehrfach nah an dessen Seite ist, kann man doch nicht hundertprozentig sagen um wen es sich handelt. Nach und nach kristallisiert sich eine Lösung heraus, mit der man zumindest zu Beginn niemals gerechnet hätte.

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