Freitag, 28. Oktober 2016

[COOL-TOUR-KATZE] Buchmesse Frankfurt 2016: Guest of Honour oder Wie ich beinahe meinen Verstand verlor...

Redakteur: Anette Leister


Da so eine Woche auf der Buchmesse mit Terminen gefüllt werden will, am besten halbstündlich, damit Langeweile nicht den Hauch einer Chance hat, habe ich mich in diesem Jahr als Volunteer für den Guest of Honour Flandern und die Niederlande gemeldet. So bin ich bereits am Montag der Buchmessewoche in den Trubel gestartet, denn an diesem Tag wurden die anderen Volunteers und ich gebrieft und durften den Ehrengastpavillon vor allen anderen Besuchern kennenlernen.
Der erste Eindruck vom Pavillon war eine Mischung zwischen spartanisch und heillosem Durcheinander, tatsächlich wird im Pavillon noch bis kurz vor der Eröffnungsfeier gearbeitet, in den Hallen sogar die Nacht auf den Mittwoch durch, bevor die Tore dann um neun Uhr für die Fachbesucher öffnen.

Flandern und die Niederlande haben sehr viele Installationen geschaffen, die auf ein Miteinander mit den Besuchern bauten. Obwohl ich die ganze Woche vor Ort war, habe ich längst nicht alles geschafft selbst auszuprobieren:
Es gab VR-Installationen, die Kinky and Cosy Experience, eine Präsentation eines Chocolatiers, der den Besuchern zeigte, wie die leckeren belgischen Pralinen hergestellt werden, man konnte seine Gehirnströme beim Lesen messen oder sich Gedichte in das Ohr flüstern lassen, während man sich im Ehrengastpavillon auf einem Stuhl ausruhte, verrückte Fotos in einem Bully machen und vieles mehr...

Meinen Volunteerdienst verrichtete ich zweimal im Pavillon. Einmal während des Eröffnungsabends hinter den Kulissen, als Belohnung genossen wir im Anschluss noch die leckeren Begrüßungshäppchen sowie das belgische Bier. Meinen anderen Dienst dort hatte ich im "Theater" bei dem es täglich Podiumsdiskussionen der flämischen und niederländischen Autoren gab mit anschließender Signierstunde. Meinen dritten Dienst verrichtete ich in Halle 4.1 an einer der VR-Installationen, bei der man der "Fernweh-Oper" beiwohnen konnte. Zum Glück habe ich die Installation dort selbst ausprobiert, bevor es zu technischen Problemen kam, denn leider habe ich es den Rest der Woche nicht mehr geschafft, sie mir ein zweites Mal anzusehen.

Nun zu allem, was ich als Besucher der Ehrengastpräsentation erlebt habe:

Mittwoch: Volunteer bei der Fernweh-Oper, Schokoladenverkostung, Foto-Bully, Happy Hour, Comic


In Halle 4.1 war am Mittwoch noch sehr wenig los, was sich aber als Glück herausstellte, denn die Technik der VR-Installation wollte nicht so wie sie sollte :( Zum Glück konnte ich aber noch hineinhören und -sehen, als sie noch funktionierte.
Auf der Agora gab es viele Ausstellungen des Ehrengastes, die zum Mitmachen einluden, es blieb nicht bei der einen Schokoladenverkostung...



Hinter dem Schokoladenzelt stand der Foto-Bully, in dem man mit verrückten Accessoires lustige Bilder wie aus einem Fotoautomaten machen konnte (und nein: diese Bilder taugen nicht, um sie der Öffentlichkeit zu präsentieren *ggg*)


Am Nachmittag gingen wir uns den Pavillon ansehen, passend zur "Happy Hour", denn ich hatte Ina und Julia von den köstlichen Häppchen und dem leckeren belgischen Bier vorgeschwärmt. Nach einem anstrengenden Messetag setzen sich die Kalorien von Frikandeln, Bitterballen, Frietjes und Bier auch kaum fest an den Hüften ;)
Im Pavillon konnte man Illustratoren bei der Arbeit über die Schulter sehen und sich einen kleinen Comic zum Mitnehmen binden lassen.

Donnerstag: Volunteer im Theater, Bloggertreffen "Kinky and Cosy"

Erst am Donnerstag sind mir die Ständer mit "königlicher" Pfefferminze aufgefallen.

 

Fotos sollte ich während meinem Dienst nicht machen. Für mich waren während meiner Schicht im "Theater" aber auch keine Vorträge dabei, die ich zwingend hätte dokumentieren oder anderweitig festhalten müssen. Die Podiumsdiskussion von Cees Nooteboom war sehr gut besucht, die restlichen Autoren kannte ich vor diesem Tag namentlich gar nicht. Sehr gerne hätte ich in den Folgetagen einige Vorträge besucht, hatte aber immer Überschneidungen mit fixen Terminen.

Da ich die Agentur, die Flandern auf der Messe präsentierte, bereits über die Bierverkostung auf dem Museumsuferfest kennengelernt habe, kam ich zu der Ehre für das Bloggerevent bei "Kinky and Cosy" eingeladen zu werden, die beiden, beziehungsweise ihr Macher Nix, waren mit einem rosa Container auf der Agora vertreten, dort verlor ich dann meinen Verstand ;) bekam im Gegensatz dazu aber das wahrscheinlich beste Messegoodie zum Geschenk: neben dem Comic aus dem avant Verlag (auf dem Foto könnt ihr sehen, wie Nix ihn mir im Anschluss an das Treffen signiert), gab es einen 4er-Pack Kirschbier und Pralinen und belgische Frietjes (von denen nicht mal mehr ein Foto existiert, sorry!!!).


Ich hoffe sehr, die kurzen Clips von "Kinky and Cosy" werden irgendwann für das deutsche Fernsehen übersetzt, in Nix' Heimatland laufen sie mit großem Erfolg, wir in Deutschland dürfen nun immerhin seinen Comicband in den Händen halten, ihn durchblättern und lesen und dabei schräg lachen :D Das Vorhaben von Kinky and Cosy ist es, dass wir unsere Manieren über Bord werfen, unter anderem mit dem Ziel, dass wir keinen Spaß mehr im Leben verpassen. Ich bin mit der Lebensweisheit aus dem Container gekommen, dass ich nie wieder das letzte Stück Torte stehen lasse, denn so verpasst man 365 komplette Torten in seinem ganzen Leben!

Wo ist der Freitag? - Kind an Bord... Tag der tausend Interviews... - da musste ich leider passen mit weiteren Besuchen der Ehrengastpräsentationen

Samstag: Gedichteflüstern, Schokoladenpräsentation, Collateralroom

Am Samstag habe ich mir von Liane, die ich über den Volunteerdienst kennengelernt habe, zwei Gedichte vorflüstern lassen.


Nachdem ich die leckere belgische Schokolade bereits an den Vortagen verkosten durfte, habe ich mir am Samstag endlich auch die dazugehörige Präsentation von Ruben angesehen, Chocolatier des Schokoladenmuseums in Brügge.


 

Neben Rubens Präsentation gab es auch ein zentnerschweres Schokoladenbuch in verschiedenen Farben zu bewundern.



Kurz vor Messeschluss habe ich dann auch noch geschafft gemeinsam mit Julia den Collateralroom in Augenschein zu nehmen. Am eigenen Laib haben wir ihn nur kurz getestet, uns wurde total schwindelig - eigentlich schon vom Zusehen ;)

Sonntag: Rundumblick im Ehrengastpavillon, Kinky and Cosy

Chrischi schafft es wegen der Entfernung zwischen Wuppertal und Frankfurt meistens nur Sonntags auf die Messe. Die anderen Mädels hingegen lassen den Sonntag meistens aus, weil sie bis dahin am Rande der totalen Erschöpfung stehen, nachdem ich sie von Termin zu Termin gejagt habe. Chrischi habe ich noch kurz den Ehrengastpavillon vorgestellt, auch wenn die Zeit nicht reichte die Dinge dort selbst auszuprobieren.
Nachdem das Kinky and Cosy Experience eines meiner Messehighlights war, habe ich als persönlichen Messeabschluss meine Gehirnwäsche dort aufgefrischt. Chrischi war zu diesem Zeitpunkt leider bereits auf dem Nachhauseweg :(

Ein Resumee...

Zum Abschluss wunderbare Worte, die nicht von mir, sondern einer anderen Bloggerin und Besucherin der Messe stammen, ich darf sie mit ihrem Einverständnis zitieren und auf ihrem Blog findet ihr einen Bericht ihres Messebesuches und das Special zum Ehrengastpavillon.
Vielen Dank Brigitta für deine Worte, ich hätte es nicht schöner ausdrücken können und freue mich, dass ich mit ihnen meinen Beitrag zum diesjährigen Ehrengast der Frankfurter Buchmesse abschließen darf.

Brigitta Hiller / Wunderbare Geschichten:
Für mich war der Pavillon des Ehrengastlandes, diesmal Flandern & Niederlande, der gelungenste und schönste Pavillon seit Jahren. Wenn nicht der Schönste überhaupt.
Ich fand die Darstellung von Flandern und Niederlande einfach nur total getroffen und passend. Trotzdem der Raum begrenzt war und auch nicht lichtdurchflutet, kam die Weite des Horizonts der Region unheimlich gut zum Ausdruck.
Mit wenigen Mitteln solche Darstellung zu schaffen ist schon eine Kunst.
Der Boden "verklinkert", Schaukästen in den Boden eingelassen um die Weite des Blickes nicht zu stören und um die Illusion von Strand, Meer und unendlichem Horizont aufrecht zu erhalten, und die Hotspots für Besucher außerhalb der Mitte angeordnet, ließen den Eindruck von Platz und Freiheit entstehen.
Manchmal hatte man das Gefühl, es hätten sich nicht viele Besucher in den Pavillon verirrt, aber dieses Gefühl täuschte, denn durch die optische Weite verlor man auch den Überblick über die Menge der Besucher.
Obwohl es auf dem ersten Blick nicht so aussieht, konnte man trotzdem unheimlich viel in diesem Pavillon erleben.
Poesieflüsterer flüsterten Gedichte auf den Poesieliegen (hach, war das schön ), Gehirnströme beim Lesen messen, Virtual Reality, das entstehen einer Graphic Novel miterleben, natürlich leckere Köstlichkeiten entdecken und genießen und vieles mehr.
Hier wurde die Balance zwischen Ruhe und Aktivität so genial getroffen, dass es einfach nur unglaublich beeindruckend war.

Einige Fotos für den Blogbericht hat die liebe Ina beigesteuert. In den gesonderten Berichten zu größeren Events und Interviews werdet ihr euch auf noch mehr Fotos der Messe freuen können :)

Kommentare:

  1. Hey, das Buch aus Schokolade ist ja echt cool oder?

    LG..Karin...

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    1. Leider nur zum Angucken :D
      Ja, in "echt" sah es noch beeindruckender aus, Wahnsinn, welche Details aus Schokolade geschaffen werden können als dekorative Elemente.
      Aber zum Essen war die Schoki auch total lecker und da hat Ruben die Messebesucher ja bestens versorgt ;)

      LG Anette

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  2. Oh, das Bier und die Schokolade hätte ich zu gern auch probiert! :-)

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