Sonntag, 18. September 2016

[REZENSION] Interview mit einem Mörder

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Interview mit einem Mörder
Autor: Bernhard Aichner
Übersetzer: -/-
Verlag: Haymon
Reihe: Max Broll 4
Ausführung: Hardcover, 288 Seiten



Autor:
Bernhard Aichner, geboren 1972, lebt als Schriftsteller und Fotograf in Innsbruck. Er schreibt Romane, Hörspiele und Theaterstücke. Für seine Arbeit wurde er mit mehreren Literaturpreisen und Stipendien ausgezeichnet, zuletzt mit dem Burgdorfer Krimipreis 2014 und dem Crime Cologne Award 2015.
Die Thriller seiner Totenfrau-Trilogie standen in Österreich und Deutschland monatelang auf den Bestsellerlisten. Die Romane wurden bisher in 16 Länder verkauft, u. a. auch in die USA und England. Eine US-Verfilmung ist in Vorbereitung. Bei Haymon erschienen u. a. die Romane: „Schnee kommt“ (2014), „Das Nötigste über das Glück“ (2015) und „Nur Blau“ (HAYMONtb 2015). Sein neuester Krimi "Interview mit einem Mörder", der vierte Band seiner erfolgreichen Krimiserie rund um den Totengräber Max Broll und seinen besten Freund, den Ex-Fußballstar Johann Baroni, ist bei Haymon erschienen.
www.bernhard-aichner.at


INTERVIEW MIT EINEM MÖRDER

Es sollte eine ausgelassen Feier werden, Ex-Fußballstar Johann Baroni eröffnet gerade seinen neuen Würstelstand, als er von einer Kugel getroffen zu Boden sinkt. Max Broll, Totengräber und Baronis bester Freund, hat den Schützen als einziger beobachtet – doch niemand glaubt ihm. Der Täter kann unbehelligt das Land verlassen und lädt Max sogar noch ein ihn zu begleiten. Dieser sieht keine andere Möglichkeit, er muss sich an die Fersen des Mannes heften, um ihn für seine Tat büßen zu lassen...

„Interview mit einem Mörder“ ist der inzwischen vierte Fall für Max Broll. Für Leser, die bisher noch nicht mit ihm oder Autor Bernhard Aichner in Kontakt gekommen sind, mag der Stil mitunter befremdlich, zumindest aber gewöhnungsbedürftig wirken. Kurze, prägnante Sätze, die nicht um den heißen Brei lamentieren. Gestochen scharfe Beschreibungen, die kaum Platz für individuelle Interpretationen lassen. Und doch wird eine Faszination ausgeübt, wie es selten der Fall ist. Vermutlich gerade weil man es hier nicht mit einem Mainstream-Autor, und schon gar keiner 08/15-Hauptfigur, zu tun hat.

Wie im Wahn verfolgt Max den Mann, der auf seinen besten Freund Baroni geschossen hat. Doch wie kann es sein, dass niemand sonst die Tat beobachtet hat, obwohl sich doch alle versammelt hatten? Und warum ergibt die Überprüfung des angeblichen Täters keine positiven Erkenntnisse? Bildet Max sich am Ende alles nur ein, weil er psychisch mit dem Erlebnis nicht zurecht kommt? Zugegebenermaßen ist der Leser zeitweise bereit sich mit dieser Erklärung zufrieden zu geben. Dennoch ist diese Vehemenz, mit der Max seine Beobachtung verteidigt, ein Grund, ihm zumindest die Möglichkeit der Erklärung zu geben, vielleicht kann er ja doch überzeugen.

Der Leser begibt sich also auf eine skurrile Reise, deren Ausgang mehr als ungewiss ist. Man wird mit sich hadern, schwanken und fluchen. Nichtsdestotrotz gibt man niemals auf, ebenso wenig wie Max, obwohl es zig Momente gibt, an denen dies passend erscheint. Zwei Gegenspieler, die sich nichts schenken, sowie eine Geschichte, so ungewöhnlich wie real, tragen dazu bei, dass die Spannung stetig ansteigt, um schließlich in ein Finale zu münden, mit dem wohl niemand, nicht einmal die Protagonisten, gerechnet hat.

Wer es noch nicht getan hat, sollte Max Broll unbedingt kennenlernen. Er mag ein Hitzkopf und manchmal eine Nervensäge sein, aber er ist auch ein guter Freund, der für die Gerechtigkeit einsteht.


Reiheninfo:
Band 1: Die Schöne und der Tod
Band 2: Für immer tot
Band 3: Leichenspiele


Weitere erhältliche Ausgaben:

   EBOOK  

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