Sonntag, 19. Juni 2016

[REZENSION] Die andere Seite

Redakteur: Anette Leister

Titel: Die andere Seite (OT: Darkmouth Book 2: Worlds Explode)
Autor: Shane Hegarty
Übersetzer: Bettina Münch
Verlag: Oetinger
Reihe: Darkmouth 2
empfohlenes Lesealter: 10-12 Jahre
Ausführung: Hardcover, 368 Seiten



Autor:
Shane Hegarty lebt in Irland, war einst Stand-up-Comedian, arbeitete beim Radio und Fernsehen und war viele Jahre Journalist bei der "Irish Times".
Er hat vier Kinder. Die sechsteilige Serie "Darkmouth" ist sein Debüt.


DIE ANDERE SEITE

In Darkmouth endete Finns erstes Abenteuer und dort beginnt es auch wieder im zweiten Band "Die andere Seite". Wie man vom Titel her schließen kann, wird es aber nicht ausschließlich dort spielen...In einer kurzen Zusammenfassung "Was bisher in Darkmouth geschah" wird dem Leser noch einmal kurz in Erinnerung gerufen, was Finn im Auftaktband "Der Legenjäger" erlebt hat.

Es herrschte ein bisschen Chaos. Da waren sich im Rat der Zwölf alle einig. (S.7)

Nach dem atemlosen Showdown des ersten Bandes hat es neben dem Verräter Mr Glad auch Finns Vater Hugo auf die Verseuchte Seite verschlagen. Gemeinsam mit seiner Freundin Emmie will Finn seinen Vater retten. Irgendwann gelingt es den beiden gemeinsam mit einem Gutachter des Rats der Zwölf tatsächlich ein Tor zur anderen Seite zu öffnen. Bis es soweit ist kam ich leider wesentlich schlechter in die Geschichte hinein als damals beim ersten Band der Darkmouth-Reihe. Die Geschichte ist zwar wieder spannend und humorvoll, allerdings hatte "Der Legendenjäger" von allem einen Tick mehr zu bieten meinem persönlichen Empfinden nach. Protagonisten, die ich im ersten Band sehr lieb gewonnen beziehungsweise zu schätzen gelernt hatte, habe ich im zweiten Band schmerzlich vermisst. Die Szenen mit dem Gutachter Estravon Eichensprung sind zwar humorvoll und ironisch, kommen meiner Meinung nach aber bei weitem aber nicht an die Stellen aus dem ersten Band mit Mr Ernest Glad heran, auch von Finns Mutter Clara hätte ich gerne wieder mehr gelesen, aber diese taucht in "Die andere Seite" nur am Anfang und gegen Ende wieder auf, da sie sich die ganze Zeit in Darkmouth befindet, die Geschichte aber zum größten Teil auf der Verseuchten Seite spielt. In diesem Band der Reihe habe ich extrem gespürt, wie sehr eine Story abhängig von ihren Figuren ist, ganz egal, ob der Autor mit seinen Ideen, dem Spannungsaufbau und dem Witz an den Vorgänger anschließen kann. Zudem gibt es in der Darkmouth-Reihe so viele verschiedene Legenden und Wesen, dass neben der Zusammenfassung am Anfang des Buches ein Glossar wünschenswert gewesen wäre, denn mit einigen Begriffen konnte einfach nichts mehr anfangen.
So war "Die andere Seite" alles in allem zwar wieder spannend zu lesen, voller Humor und reicht von der liebevollen Ausstattung absolut an den Vorgängerband heran, andererseits war es für mich auch ein Beispiel dafür, dass manchen Reihen eine straffere Erzählweise zugute kommen würde und ein Glossar nicht nur nettes Beiwerk ist, sondern manchmal zwingend notwendig, damit sich ein Leser nach einer mehrmonatigen Abstinenz in der Buchwelt seiner Protagonisten wieder schneller zurechtfindet.
Das Ende des Buches macht einige Längen vom Anfang wieder wett und hinterlässt den Leser in spannender Erwartung des dritten Bandes und dem Wiederlesen einiger alter Bekannter...

Reihen-Info:
Der Legendenjäger
Die andere Seite
Die Legenden schlagen zurück

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