Dienstag, 3. Mai 2016

[REZENSION] Die Ungehörigkeit des Glücks

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Die Ungehörigkeit des Glücks (OT: Unbecoming)
Autor: Jenny Downham
Übersetzer: Astrid Arz
Verlag: C. Bertelsmann
Reihe: -/-
Ausführung: Hardcover, 480 Seiten



Autor:
Jenny Downham war Schauspielerin, bevor sie mit ihrem ersten Roman Bevor ich sterbe einen Weltbestseller schrieb. Sie lebt mit ihren beiden Söhnen in London.


DIE UNGEHÖRIGKEIT DES GLÜCKS

Alles wird anders, als Katie erfährt, dass ihre Großmutter, von der sie bis dato gar nicht wusste, bei ihnen wohnen wird. Es soll nur für eine Nacht sein, doch daraus wird eine lange Zeit, in der einiges ans Tageslicht befördert wird, was so mancher lieber weiterhin verdrängt hätte. Mary leidet an Demenz und scheint mehr als nur Erinnerungen verloren zu haben. Enkelin Katie versucht mit allen Mitteln sie zu unterstützen, um Marys innere Unruhe zu bändigen. Doch Katies Mutter Caroline ist voll und ganz gegen diese Verbindung...

„Vergnügen wächst in vereinzelten Blüten über die ganze Erde verstreut, um von jedem gepflückt zu werden, der es findet. […]“ (S. 145)

In Jenny Downhams Roman werden drei Generationen vereint, die auf den ersten Blick vollkommen unterschiedlich sind, bei genauerer Betrachtung dann aber doch mehr und mehr Ähnlichkeiten aufweisen. Nicht nur dem Leser fällt dies auf, auch die Protagonisten selbst erfahren diese Veränderung auf ganz unterschiedliche Art und Weise, manch einer möchte es vor allem bis zum Schluss am liebsten gar nicht wahr haben.

Schon früh verteilt der Leser seine Sympathien, die sich möglicherweise im Laufe der Lektüre ein wenig verschieben können, allerdings immer nur um Nuancen. Vor allem Mary und ihre Geschichte hat es einem angetan, man ahnt schnell, dass sich unter der Oberfläche noch einiges verbirgt, das herauszufinden ein wahres Abenteuer werden wird und von dem nicht einmal sicher ist, ob es sich tatsächlich um die komplette Wahrheit handelt. Doch ist man gewillt den schwierigen Weg gemeinsam mit den Protagonisten zu gehen. Immer wieder erhält man Einblicke in Marys Vergangenheit, die dazu beitragen sie und ihr Verhalten ein wenig besser zu verstehen und doch tauchen danach immer wieder neue Fragen auf, auf die man hofft ebenfalls bald eine Antwort zu bekommen.

Über weite Teile ist man gebannt von der Erzählung, die viel mehr hergibt, als man zunächst vermutet hätte. Doch manches Mal verliert die Autorin sich in beinahe unendlichen Beschreibungen, so dass es schwer ist dem roten Faden weiterhin zu folgen. Die Handlung stagniert, fast schon kommt Langeweile auf. Das ist wirklich schade, denn ansonsten gibt die Geschichte wirklich einiges her. Immer wieder ertappt man sich dabei mit den Gedanken abzuschweifen, um selbst zu spekulieren welche Geheimnisse sich noch eröffnen werden, denn es gibt wahrlich einige Überraschungen, die en Leser hereinbrechen und einmal mehr zum Nachdenken anregen.

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