Freitag, 6. Mai 2016

[REZENSION] Das Spiel beginnt


Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Das Spiel beginnt (OT: Superhelden.nl)
Autor: Marcel van Driel
Übersetzer: Kristina Kreuzer
Verlag: Oetinger Taschenbuch
Reihe: Pala 1
empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahren
Ausführung: Taschenbuch, 320 Seiten



Autor:
Marcel van Driel ist ein niederländischer Autor, der bereits mehr als fünfzig Kinderbücher geschrieben hat. Er ist für seine temporeichen, spannenden Geschichten bekannt, die oft mit Online-Computerspielen verknüpft sind. Mit der Trilogie Pala landete der in den Niederlanden auf Anhieb einen Bestseller-Erfolg. Marcel van Driel lebt in Utrecht, ist verheiratet und hat zwei Söhne. Wenn er nicht gerade ein neues Buch schreibt, spielt er mit seinen Söhnen Computerspiele.


DAS SPIEL BEGINNT

Iris' Rückzugsort ist Pala, die virtuelle Welt eines Online-Games, in dem sie sich niemandem erklären muss, eine Superheldin sein kann und knifflige wie abenteuerliche Prüfungen bestehen soll. Doch ist wirklich alles nur ein Spiel? Plötzlich scheint die fiktive Welt sich mit der Realität zu verbinden oder ersetzt sie diese gar vollends? Iris hat viele Fragen, erhält aber nur wenige oder ausweichende Antworten. Dennoch weiß sie, dass sie ihren Bruder nur retten kann, wenn sie das Spiel spielt...

„Und warum sollte Mr Oz das wollen?“
„Das weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass es genau so läuft, wie er es will. Du kennst Mr Oz, er hat immer einen Plan in einem Plan in einem Plan.“ (S. 263)

Passend zum Trilogie-Auftakt heißt der erste Band „Das Spiel beginnt“, und hier ist der Name wirklich Programm. Denn alle Ereignisse, jegliches Geschehen, deutet darauf hin, dass es sich hier nur um den Anfang handelt, auch wenn dieser in weiten Teilen schon beängstigend genug erscheint.

Iris beginnt mit einem Online-Game, nachdem ihr Bruder verschwand, ohne zu ahnen, was ihr noch bevor steht. Gemeinsam mit ihr macht der Leser sich auf, die virtuelle Welt zu erkunden, nur um schon bald festzustellen, dass die Wirklichkeit noch viel grausamer sein kann als alles Erdachte. Dennoch kommt man nicht umhin Iris' Verhalten zu bewundern. Ob es sich bei ihrem Agieren tatsächlich um Mut handelt oder doch nur um Starrköpfigkeit, durch die sie sich zu unüberlegten Reaktion hinreißen lässt, sei dahingestellt, doch fragt man sich unweigerlich, wie man sich selbst in der jeweiligen Situation verhalten würde.

Das Geschehen nimmt von Seite zu Seite mehr Spannung und Tempo auf und stiftet gleichzeitig Verwirrung, indem man niemals sicher sein kann, ob wirklich jeder der ist, der er vorgibt zu sein. Vertrauen ist ein großes Wort, welches nicht leichtfertig verwendet werden sollte, schon gar nicht auf Pala. Und doch erwischt man sich immer wieder dabei, wie man hofft, dass sich die Erzählung in eine bestimmte Richtung entwickeln wird, obwohl man überhaupt keine Anhaltspunkte dafür hat, dass dem so sein könnte. Unwillkürlich fragt man sich, ob man möglicherweise selbst schon viel zu sehr in der virtuellen Welt gefangen ist.

Zum Schluss wird das Tempo nochmals spürbar angezogen, hier dann leider auch zu Lasten der Ereignisse, die scheinen, als würden sie nur mal eben schnell abgehandelt. Sicherlich wäre es möglich, dass sie im Nachfolgeband nochmals aufgegriffen und näher erläutert werden, für den Moment fehlt dem Leser aber doch ein kleines Stück. Hier hätte man sich ein paar Seiten oder wenigstens Zeilen mehr gewünscht.

Nichtsdestotrotz handelt es sich bei „Das Spiel beginnt“ um einen gelungenen Auftakt zur Pala-Trilogie, die bereits im Juni fortgesetzt werden wird. Eine lange Wartezeit entfällt somit glücklicherweise, denn natürlich sind einige Fragen beantwortet worden, essentielle Antworten allerdings stehen noch aus.

Kommentare:

  1. Hey!
    Eine schöne Rezension hast du geschrieben. Hätte ich das Buch nicht schon gelesen würde ich es mir wohl jetzt kaufen ;-) Ich freue mich auf Band 2.
    LG
    Yvonne

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  2. Huhu,

    schade das das wieder so ein Mehrteiler wird.

    LG..Karin...

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