Montag, 4. April 2016

[REZENSION] Zeit für Eisblumen

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Zeit für Eisblumen
Autor: Katrin Koppold
Übersetzer: -/-
Verlag: rowohlt
Reihe: Band 2
Ausführung: Taschenbuch, 320 Seiten



Autor:
Katrin Koppold arbeitete nach ihrer Schulzeit als Journalistin, Fitnesstrainerin, TV-Darstellerin und Pferdepflegerin auf einem Gestüt in Irland, bevor sie sich dazu entschloss, sesshaft zu werden. Heute wohnt sie mit ihrer Familie und ihren zwei Katzen bei München. Als E-Book-Autorin hat sie sich bereits in die Herzen vieler Leserinnen geschrieben.


ZEIT FÜR EISBLUMEN

Fee hatte immer einen strukturierten Plan für ihr Leben und glaubte, diesen auch mit Kind weiterführen zu können. Doch plötzlich merkt sie, dass es nicht bloß reine Organisationssache ist, Job und Familie unter einen Hut zu bringen. Hinzu kommt ihre Befürchtung, dass ihr Freund Sam sie mit ihrer verhassten Kollegin betrügt. Nachdem Fees Chef ihr einen Zwangsurlaub verordnet packt sie ihre Koffer, ihr Kind und ihre Mutter und reist nach Irland – auf der Suche nach David, mit dem sie eine leidenschaftliche Erinnerung teilt...

„Aber es war doch einmal anders. Als wir noch zur Schule gingen oder als wir studiert haben. Wann zum Teufel hat es angefangen, dass wir uns nur noch irgendwie durchgeboxt haben?“
Nina lächelte. „Als wir erwachsen geworden sind und uns das echte Leben eingeholt hat.“ (S. 69f.)

„Zeit für Eisblumen“ ist der zweite Band der Sternschnuppen-Reihe in der jeweils eine von vier Schwestern den Hauptpart ausfüllt. Dieses Mal darf der Leser Fee begleiten, die immer genau wusste wie ihr Leben im Luxus auszusehen hat – bis sie ungeplant schwanger wird und ihr Freund ihr eröffnet beruflich noch einmal vollkommen umsatteln zu wollen. Plötzlich muss sie sich mit anderen Dingen und Personen beschäftigen, nicht nur mit sich selbst, und begibt sich dabei auf eine Reise, im wörtlichen wie auch im übertragenen Sinn.

Unweigerlich stellt man sich während der Lektüre die Frage, ob man mit einer Person wie Fee privat ebenfalls schon in Berührung gekommen ist oder ob man gar an eigene Wesenszüge erinnert wird. Fakt ist jedoch, dass sie innerlich ein anderer Mensch ist als sie nach außen zeigt. Nicht einmal sich selbst gegenüber gesteht sie alles ein, erst während der Reise wird ihr manches bewusst, wodurch möglicherweise sogar ein Umdenken stattfindet. Gerne verfolgt man die Geschehnisse in Irland, wäre auch gerne selbst vor Ort, egal ob es stürmt oder schneit, denn die wahrlich bildhaften Beschreibungen können einen nicht abschrecken, im Gegenteil, sie faszinieren geradezu. Doch nicht nur Fee macht eine Wandlung durch, die Reise scheint so manchem die Augen und das Herz zu öffnen.

Unsere Blicke trafen sich, mir fielen auf einen Schlag mindestens zehn schmutzige Dinge ein, die wir miteinander getan hatten, und ich musste meine ganze Körperspannung aufbieten, um nicht seitlich vom Pferd zu rutschen. (S. 241)

Die Geschichte lebt von ihrer Authentizität, die deutlich macht, dass im Leben nun einmal nicht alles rosarot ist und schon gar nicht vorgefertigten Plänen folgt. Entsprechend ergibt sich eine emotionale Nähe zwischen Leser und Protagonisten wie es selten der Fall ist. Egal ob man die geschilderten Situation so oder so ähnlich bereits erlebt hat oder nicht, man kann sich hundertprozentig in die Gefühlswelt der agierenden Personen hineinversetzen. Der flüssige Erzählstil tut sein übriges, um den Leser durchgängig zu fesseln.

Viel Wahres steckt in Fees Geschichte, die sie selbst erzählt, so dass man nicht nur während der Lektüre, sondern auch im Nachhinein über die ein oder andere Charaktereigenschaft, die einem selbst zu eigen ist, noch einmal bewusster nachdenkt. Auch bestimmte Erlebnisse können durchaus in einem anderen Licht betrachtet werden. Sicher ist aber in jedem Fall, dass man nun unbedingt wissen möchte mit welcher Schwester und welcher Geschichte es nun weiter geht.


Reiheninfo:
Band 1: Aussicht auf Sternschnuppen

1 Kommentar:

  1. Hey!
    Ich kann deine Rezension gut nachvollziehen, auch wenn ich zuerst wirklich schlimme Probleme hatte mit Fee warm zu werden. Zuerst konnte ich ihr und ihrer Geschichte nichts abgewinnen. Dann bat Katrin mich, Fee doch noch eine Chance zu geben, da sie die Figur ist, die ihr am ähnlichsten ist und sehr am Herzen liegt, und plötzlich konnte ich mich auf die Geschichte einlassen. Beim zweiten Lesen (ich bin froh, dass ich es gemacht habe), war ich genauso begeistert wie du.
    LG
    Yvonne

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