Montag, 25. April 2016

[REZENSION] Rache und roter Schnee

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Rache und roter Schnee
Autor: Elias Haller
Übersetzer: -/-
Verlag: -/-
Reihe: Erik Donner 2
Ausführung: Taschenbuch, 330 Seiten



Autor:
Elias Haller, Jahrgang 1977, lebt mit seiner Familie in einer sächsischen Großstadt. Der Zündstoff für seine Thriller sind seine beruflichen Erfahrungen im Umgang mit Rechtsbrechern und Opfern von Straftaten. Dank der langjährigen Leidenschaft für das Schreiben kann Elias Haller (kaltblütige) Mörder und (tragische) Helden aufeinander loslassen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.


RACHE UND ROTER SCHNEE

Nach seinem traumatischen Erlebnis will Kriminalkommissar Erik Donner eigentlich nur noch eins: Zurück zur Mordkommission. Stattdessen wird er mehr und mehr aufs Abstellgleis geschoben. Seinen persönlichen Tiefpunkt glaubt er erreicht zu haben, als er mit der Bewachung des Weihnachtsmarktes betraut wird. Doch plötzlich wird eine übel zugerichtete Leiche gefunden, ausgerechnet im Sack des Weihnachtsmanns. Dass es sich hierbei nur um den Auftakt einer mysteriösen Reihe von Morden handelt, ahnt noch niemand, doch Donner weiß was er will: Ermitteln!

Jetzt musste sie schmunzeln, als sie daran dachte, wie der verkrüppelte Kriminalhauptkommissar auf die Bühne gesprungen war. Und sie hatte mitbekommen, wie im Eifer des Gefechts jemand diesen Donner mit Monster angeredet hatte.
Monster! Narbengesicht! Scarface! (S. 57)

Nachdem das Schicksal Erik Donner im ersten Band, „Tod und tiefer Fall“, alles andere als gut gesonnen war, könnte man meinen ihn nun vollkommen unmotiviert und desinteressiert anzutreffen. Wer würde es ihm verübeln. Doch nichts davon ist der Fall, natürlich hat das Erlebte seine Spuren hinterlassen, innerlich wie äußerlich, und doch ist und bleibt Donner eine Kämpfernatur. Nicht immer sind seine Methoden konventionell und schon gar nicht abgesegnet, aber das Herz sitzt am rechten Fleck, auch wenn er selbst kaum noch glaubt eins zu besitzen.

Nichts ist langweiliger als 08/15-Ermittler, deren Verhalten schon meilenweit im Voraus zu erkennen. Gut dass Erik Donner alles andere als berechenbar ist, auch wenn man dadurch das ein oder andere Mal gehörig nach Luft schnappen muss, wenn er sich wieder einmal zu einem seiner Alleingänge auf den Weg macht. Glücklicherweise gibt es doch einige wenige Personen, denen er ebenfalls ans Herz gewachsen ist und die ihn nicht sehenden Auges ins Verderben laufen lassen wollen. Dass sie noch immer zu ihm halten, selbst wenn er sie gehörig vor den Kopf stößt, zeugt von wahrer Freundschaft, die er unbedingt benötigt, sei er noch so hart im Nehmen.

Trotz Donners Einmischung in den vorliegenden Fall kommt die Polizei nicht so recht weiter. Jeden Tag müssen sie befürchten eine weitere grausam inszenierte Szene vorzufinden, alle bisherigen Spuren führen ins Leere. Dem Leser geht es nicht anders. Zwar erhält man den ein oder anderen Hinweis, allzu weit vorwärts bringt einen das dennoch nicht. Das wahrhaftige Ausmaß des Falls vermag man kaum greifen zu können, am Anfang ahnt man nicht einmal den schrecklichen Zusammenhang der einzelnen Taten. Mit Spannung verfolgt man das Geschehen, das mehr und mehr Puzzleteile zutage fördert, die sich im weiteren Verlauf zu einem Gesamtbild zusammensetzen lassen, das einen wahrlich nicht kaltlassen wird. Es besteht eher die Gefahr gedanklich abzudriften und eine Gratwanderung zu vollziehen, die hoffentlich auf der richtigen Seite endet...

Auch der zweite Fall für Erik Donner, „Rache und roter Schnee“, zieht den Leser sofort in den Bann. Nicht nur der eigenwillige Ermittler, sondern auch der, bis ins kleinste Detail, verworrene Fall lassen einen nicht mehr los. Nur gut, dass es bereits einen dritten Band gibt und auch danach vermutlich noch nicht Schluss sein wird.


Reiheninfo:
Band 1: Tod und tiefer Fall

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