Sonntag, 10. April 2016

[REZENSION] Die Morde von Sherringford

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Die Morde von Sherringford (OT: A Study in Charlotte)
Autor: Brittany Cavallaro
Übersetzer: Anja Galic
Verlag: dtv
Reihe: Holmes & ich
empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren
Ausführung: Hardcover, 368 Seiten



Autor:
Brittany Cavallaro studierte zunächst am Middlebury-College in Vermont und dann an der University of Wisconsin/Madison Creative Writing und bereitet dort derzeit ihre Promotion vor. Sie ist Chefredakteurin mehrerer Universitäts-Zeitschriften, konnte dank diverser Stipendien ihr Schreibtalent ausbauen und veröffentlichte im Januar 2015 einen ersten Band mit Gedichten. Seit ihrer Kindheit ist Brittany Cavallaro ein riesengroßer "Sherlock"-Fan - so kam ihr die Idee zu "Holmes und ich", ihrem ersten Jugendbuchprojekt.


DIE MORDE VON SHERRINGFORD

Jamie Watson wechselt an ein Elite-Internat in den USA und trifft dort auf Charlotte Holmes. Egal wie umfangreich er sich auf die erste Begegnung vorbereitet hat, auf dieses Erlebnis war er wahrlich nicht gefasst. Für das Kennenlernen bleibt nicht viel Zeit, denn kurz nach Jamies Ankunft geschieht ein Mord, er und Charlotte gelten sofort als Hauptverdächtige. Sie müssen sich mit ihren eigenen Ermittlungen ranhalten, um ihre Unschuld zu beweisen und den wahren Täter zu überführen. Dabei läuft scheinbar nicht alles wie geplant...

Holmes und Watson gehören zusammen, daran gibt es keinen Zweifel. Der etwas skurrile Detektiv und sein treuer Freund und Weggefährte, die so einiges miteinander verband, sind von der Bildfläche noch lange nicht verschwunden, ihre Abenteuer werden auch in der Zukunft noch gelesen, gehört oder geschaut werden. In Brittany Cavallaros Werk treffen nun ihre Nachkommen in der heutigen Zeit aufeinander, im Teenageralter. Doch obwohl sie, ebenso wie ihre Vorfahren, absolut brillante Köpfe sind, müssen sie sich ebenso mit alltäglichen Problemen herumschlagen, wie jeder andere Jugendliche auch.

Kaum dass die Leiche eines Internatsschülers gefunden wird geraten Charlotte und Jamie ins Visier der Ermittlungen. Dem Leser ist sofort klar, auch wenn er die Charaktere noch nicht gänzlich einschätzen kann, dass hier ein perfides Spiel gespielt wird. Allerdings ahnt man noch nicht von wem oder warum, die gestiftete Verwirrung erscheint zu groß. Hinzu kommt, dass Charlotte Holmes nicht allzu freizügig damit ist ihre Erkenntnisse auf Grund ihrer deduktiven Fähigkeiten mit anderen zu teilen. Somit bleibt nur das banale Bauchgefühl und Kombinationsgabe, um hoffentlich auf die richtige Spur zu gelangen.

Im weiteren Verlauf lernt man nicht nur die Hauptcharaktere besser kennen, sondern auch die Familiengeschichte. Je tiefer man sich vorwagt, desto schlüssiger wird die ein oder andere Handlung, nachvollziehbarer die Gedankengänge. Doch wird man ziemlich lange an der Nase herumgeführt was den eigentlichen Fall angeht, immer wieder auf neue Hinweise gestoßen, die in eine vollkommen andere Richtung weisen als noch zuvor. Dabei müsste man eigentlich nur recht früh den Mut aufbringen auf sein profanes Bauchgefühl zu hören.

Trotz zahlreicher Vergleiche mit dem Urgespann zeichnen sich mit Charlotte und Jamie eigenständige Charaktere ab, denen man sich in gewisser Weise verbunden fühlt und die man gerne während weiterer Fälle näher kennenlernen würde.

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