Mittwoch, 20. April 2016

[REZENSION] Böse Leute

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Böse Leute
Autor: Dora Heldt
Verlag: dtv
Reihe: Karl Sönnigsen 1
Ausführung: Broschur, 448 Seiten



Autor:
Dora Heldt, 1961 auf Sylt geboren, ist gelernte Buchhändlerin, seit 1992 als Verlagsvertreterin unterwegs und lebt heute in Hamburg. Mit ihren spritzig-unterhaltenden Romanen hat sie sämtliche Bestsellerlisten erobert, die Bücher werden regelmäßig verfilmt.


BÖSE LEUTE

Seit einiger Zeit wird die Insel von einem Einbrecher, oder gar einem Team, heimgesucht, so dass sich vor allem ältere Generationen nicht mehr sicher fühlen und schon überlegen, ob es nicht besser sei aufs Festland zu ziehen. Als schließlich noch ein Mord geschieht ist es mit der Ruhe gänzlich vorbei. Karl Sönnigsen, Hauptkommissar a.D., trommelt seine Freunde zusammen, um undercover zu ermitteln, die Polizei bekommt die Lage scheinbar alleine nicht in den Griff...

„ […] Wir saßen ja dann m „Café Wien“, als Inge sich geschickt zurückgezogen hat. Ein gutes Gespür, meine Liebe, Frau Geschke wurde im Zweiergespräch sehr viel zutraulicher.“
„Hast du das geahnt?“, fragte Charlotte ihre Schwägerin erstaunt.
„Nö“, antwortete Inge. „Ich musste noch zur Reinigung und die macht um dreizehn Uhr zu.“ (S. 204)

Dora Heldt, bisher in erster Linie bekannt für humorvolle Unterhaltungsliteratur, legt mit „Böse Leute“ ihren ersten Kriminalroman vor, der natürlich dennoch nicht ganz ohne Witz und Ironie auskommt. Gemeinsam mit Karl Sönnigsen und seiner Rentnertruppe macht man sich auf das Rätsel um die mysteriösen Einbrüche zu lüften, die hiesige Polizei scheint dringend Unterstützung zu benötigen. Auch wenn Karl dem Leser manches Mal ein wenig übereifrig erscheint, so kommt man nicht umhin ihn und seine Freunde durchaus sympathisch zu finden. Jeder hat so seine Eigenart, die zum einen der Wiedererkennung dient, andererseits eben das Individuum ausmacht. Bald schon hat man das Gefühl die Charaktere allesamt seit Urzeiten zu kennen.

Welchen Zusammenhang mag es zwischen den Einbrüchen wohl geben und warum ist die Polizei dem Täter noch nicht auf die Spur gekommen? Allen Grübeleien zum Trotz hält sich der Schuldige sehr bedeckt und gekonnt im Hintergrund, so dass es nicht gerade leicht ist ihm auf die Schliche zu kommen. Sicherlich gibt es den ein oder anderen Lösungsansatz, der sich im Verlauf des Geschehens abzeichnet, doch konkrete Hinweise fehlen zunächst, so dass man auf seine Intuition vertrauen muss, um auch weiterhin auf der richtigen Spur zu bleiben. Die Auflösung wird zeigen, ob man in Karls Team mitwirken darf oder lieber noch ein wenig üben sollte.

Neben urkomischen Dialogen schafft die Autorin es die gewisse Ernsthaftigkeit, die es für einen solchen Fall unbedingt braucht, ebenfalls einzubringen. Nur so ist es möglich Spannung zu erzeugen, die auch hier spürbar vorhanden ist. Nicht immer auf demselben Niveau, je nachdem in welche Richtung die Handlung sich gerade bewegt, aber doch stetig. Unweigerlich fragt man sich nach Beendigung der Lektüre, ob man noch weitere Abenteuer mit der Rentnertruppe erwarten darf.

Kommentare:

  1. Huhu,

    irgendwie scheinen Krimis mit der See zur Zeit echt "in" zu sein. Bin gerade nämlich mit dem Roman Leuchtturmmord von der Autorin Katherina Peters fertig.

    Kennt Du den möglicherweise auch?

    LG..Karin...

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    1. Huhu,
      nein, den kenne ich leider nicht, nur vom Titel her.
      LG

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    2. Kann ich empfehlen.

      Lg..Karin...

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