Freitag, 25. März 2016

[REZENSION] Tränen aus Blut

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Tränen aus Blut
Autor: Mark Roderick
Übersetzer: -/-
Verlag: Fischer
Reihe: Post Mortem 1
Ausführung: Taschenbuch, 512 Seiten



Autor:
Mark Roderick arbeitete nach dem BWL-Studium jahrelang als Personalentwickler und Projektmanager im Finanzbereich, bevor er 2008 ins Controlling eines juristischen Fachverlags wechselte. Er lebt mit seiner Familie in der Nähe von Stuttgart.


TRÄNEN AUS BLUT

Obwohl Avram Kuyper mit seinem Bruder und dessen Familie seit einigen Jahren kaum Kontakt hat, ist er sofort alarmiert, als er eine Botschaft auf seinem Anrufbeantworter findet. Sein Bruder Goran bittet ihn, sich an denjenigen zu rächen, die sie getötet haben. Auch Interpol-Agentin Emilia Ness erhält eine kryptische Nachricht des Mannes, obwohl sie ihm noch nie begegnet ist. Avram und Emilia verfolgen dasselbe Ziel, allerdings jeder auf seine eigene Art und Weise, die nicht unbedingt mit der des anderen kompatibel ist...

Komm nach Hause und räche dich an denen,
die uns getötet haben
- so lautete die Nachricht, die Goran ihm auf dem Anrufbeantworter hinterlassen hatte. (S. 32)

Da man aus dem Klappentext bereits erfahren hatte was es mit den Hauptpersonen Emilia Ness und Avram Kuyper auf sich hat, erschienen die ersten 100 Seiten ziemlich langwierig, für einen Thriller gar zu unspektakulär, da hier hauptsächlich die Einführung der Figuren stattfand, das Vorantreiben der Handlung blieb unlängst auf der Strecke. Entsprechend hoffte man, dass das Tempo im weiteren Verlauf noch angezogen würde, damit auch die Spannung, die durchaus unterschwellig zu erahnen war, noch Raum finden würde sich zu entfalten.

Gut gelungen waren hingegen von Anfang an die Perspektivwechsel, so sprang man hin und her zwischen Emilias und Avrams Sicht, immer darauf lauernd, wann ihre Wege sich kreuzen würden, auch wenn Emilia mitunter ein wenig nerven konnte. Natürlich versucht man trotzdem herauszufinden was sich auf dem Kuyper-Hof zugetragen hat und warum Goran seinen Bruder bittet sich zu rächen. Es sind einige Szenarien denkbar, doch an die schreckliche Wahrheit, die sich nach und nach abzeichnet, wird das Erdachte wohl nicht herankommen.

Obwohl die Erzählung über weite Teile nach wie vor recht ruhig bleibt, verändert sich die Atmosphäre doch merklich, so dass auch endlich die gewünschte und lang ersehnte Sogwirkung eintritt. Man taucht immer tiefer ein in ein Dickicht aus Korruption und Macht, das man gar nicht so einfach zu entschlüsseln vermag. Wer hängt wirklich mit drin, wo befinden sich die Drahtzieher und was für ein morbides Spiel wird hier überhaupt gespielt? Fragen, bei denen man sich gar nicht so sicher ist, ob man die Antwort erfahren möchte.

„Tränen aus Blut“, der erste Teil der Post-Mortem-Reihe, endet mit einem lauten Knall und in einem fulminanten Finale, das allerdings deutlich macht, dass noch lange nicht Schluss ist. Auch ohne die Leseprobe zum zweiten Teil ahnte man bereits, dass das Netzwerk noch viel weitreichender ist und es noch einiges zu tun gibt – für Avram und Emilia.

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