Freitag, 4. März 2016

[REZENSION] Leise, stirb leise

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Leise, stirb leise
Autor: Reinhard Rohn
Übersetzer: -/-
Verlag: dtv
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 320 Seiten



Autor:
Reinhard Rohn, 1959 in Osnabrück geboren, lebt in Köln und Berlin und arbeitet als Verlagsleiter. Er hat zahlreiche Kriminalromane ins Deutsche übersetzt, bevor er selber mit dem Schreiben von Spannungsromanen begann. Unter dem Pseudonym Arne Blum hat er außerdem drei Romane mit Kim, dem Detektivschwein, veröffentlicht.


LEISE, STIRB LEISE

Ein Mann begeht vor sechsundzwanzig Jahren einen Mord, mit dem er nicht einmal ansatzweise in Verbindung gebracht wird. Der Fall wurde nie aufgeklärt. Plötzlich gibt es in der Gegenwart ein weiteres Opfer, hingerichtet auf dieselbe Art und Weise wie damals. Doch der Täter aus der Vergangenheit weiß, dass er es diesmal nicht war. Nach und nach wird ihm klar, welches perfide Spiel mit ihm und seiner Familie getrieben wird. Die Vergangenheit holt einen immer ein...

„Ich auch?“ Sein Herz begann in seiner Brust zu hämmern, als hätte man ihm reines Adrenalin in die Vene gespritzt.
Leo nickt eifrig. „ 'Ihr sollt alle kommen', stand in der Nachricht. 'Du, dein Bruder und auch dein Vater.' Wahrscheinlich ahnt der Erpresser, dass ich mir Geld von dir leihen muss.“ (S. 142)

Kann man tatsächlich einen Mord begehen und fast drei Jahrzehnte einfach weiterleben, als wäre nichts gewesen? Nicht einmal der hier als skrupellos dargestellte Täter kann dies, was ihm auch prompt zum Verhängnis wird. Hätte er dem Drang damals nicht nachgegeben, alles wäre anders gekommen. Doch nun muss er nicht nur mit der „alten“ Schuld leben, es wird noch einiges auf ihn zukommen, was er vermutlich mehr als nur bereuen wird. Zumindest spürt der Leser von Anfang an eine angespannte Atmosphäre, die sich mit jeder Seite weiter auflädt. Natürlich fragt man sich schnell wer eigentlich hinter der damaligen Tat steckt, ist man ihm möglicherweise während der Lektüre bereits begegnet, aber auch, ob es sich bei dem gegenwärtigen Täter tatsächlich um denjenigen handelt, der von mehreren Seiten angeprangert wird.

Irgendwie hat man das Gefühl, dass eigentlich viel mehr hinter der ganzen Sache steckt und man erst nach und nach mit Einzelheiten gefüttert wird. Bald schon soll sich herausstellen, dass man mit diesem Gedanken völlig richtig liegt. Nichtsdestotrotz kann man bis zum Schluss niemanden so recht als Erpresser ausschließen, geschweige denn charakterlich voll und ganz einschätzen. Jede Figur scheint etwas verbergen zu wollen, wodurch sie sich natürlich verdächtig macht. Ebenso gibt es diverse mögliche Motive, was des Rätsels Lösung definitiv nicht einfacher macht.

Gemeinsam mit der Polizei versucht man Parallelen herzustellen, Spuren zu verfolgen und Hinweise auszuwerten. Doch immer wieder scheint man dabei in Sackgassen zu gelangen, nach denen man beinahe wieder von vorne beginnen muss. Dennoch gibt man nicht auf, im Gegenteil, dadurch wird man sogar noch angestachelt immer weiter zu machen, die Spannung steigt dabei stetig weiter, bis zum Höhepunkt, der die ein oder andere Überraschung zu bieten hat.

Mit „Leise, stirb leise“ ist Reinhard Rohn ein spannungsgeladener Krimi gelungen, der den Leser von Anfang bis Ende fesselt. Denn obwohl man um die damalige Tat weiß und mit dem Täter einige Zeit verbringt, ahnt man doch nicht das gesamte Ausmaß der Geschichte.

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