Montag, 29. Februar 2016

[REZENSION] Zwei für immer

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Zwei für immer (OT: The Two of Us)
Autor: Andy Jones
Übersetzer: Teja Schwaner / Iris Hansen
Verlag: Rütten & Loening
Reihe: -/-
Ausführung: Broschur, 432 Seiten



Autor:
Andy Jones lebt mit seiner Frau und seinen zwei kleinen Mädchen in London. Tagsüber arbeitet er in einer Werbeagentur, am Wochenende und furchtbar früh am Morgen schreibt er. Eigentlich sollte dieses Buch ein richtiges Männerbuch werden - dass dabei nun ein Liebesroman raugekommen ist, hat ihn selbst überrascht.


ZWEI FÜR IMMER

Sich kennenlernen, heiße Nächte miteinander verbringen, möglicherweise heiraten und Kinder bekommen, so der eigentliche Plan. Ivy und Fisher jedoch bringen diese Dinge in eine gänzlich andere Reihenfolge. Kaum, dass sie ihre erste Nacht miteinander verbracht haben wird Ivy schwanger, das tatsächliche Kennenlernen muss also nachträglich stattfinden. Sie versuchen ihr neues, gemeinsames Leben, so gut es geht, mit Höhen und Tiefen, zu meistern. Doch ob diese Bemühungen am Ende ausreichen werden?

Dreimal in zwei Monaten.
Zweimal an einem Tag.
Ich bin ein Sexgott, eine Schlafzimmerlegende, ein Meister der Matratze. O ja, noch einmal ganz deutlich: Ich bin eine Nonstop-Love-Machine. (S. 349)

Ein romantisches Buch, geschrieben von einem Mann, aus der Sicht eines Mannes? Geht das? Zugegeben, man hat in dieser Hinsicht durchaus seine Vorurteile und unterliegt klischeehaftem Denken, doch warum sollte man sich nicht einfach mal auf etwas Neues einlassen. Egal in welcher Hinsicht, nur weil man etwas nicht kennt, muss es nicht per se schlecht sein. Man kann sich schließlich immer erst hinterher eine tatsächliche Meinung erlauben, egal wie diese schlussendlich ausfallen wird.

Wie bereits angedeutet, wird die Geschichte aus Fishers Sicht erzählt, wodurch die Gedanken und Gefühle Ivys ein wenig in den Hintergrund rücken. Zu Beginn mag den Leser dies noch nicht unbedingt stören, denn Ivy wirkt alles andere als sympathisch. Doch mit der Zeit spürt man, dass ihr Verhalten nicht einfach nur kühle Ablehnung darstellt, sondern einen tieferen Grund hat. Daher würde man sich wünschen auch in ihr Seelenleben eintauchen zu können, um die ein oder andere Reaktion besser nachvollziehen zu können.

Es ist ein wahres Auf und Ab mit den beiden werdenden Eltern. Kein Wunder, bedenkt man, dass Ivy genauso lange schwanger ist wie sie und Fisher überhaupt zusammen sind. Die Kennenlernphase birgt meist Hürden und führt zwangsläufig zu Reibereien, stellt man sich vor, dass hier noch ein weiterer Faktor hinzu kommt, ist abzusehen, dass noch mehr Potential für Missverständnisse besteht. Dennoch hofft man, dass die beiden sich zusammenraufen, nicht nur des Ungeborenen willen. Über weite Teile sieht es allerdings wahrlich nicht rosig aus, so dass man bereits überlegt, ob eine getrennte Zukunft nicht doch das Beste für alle ist.

Gerade zum Ende hin wird die Geschichte noch einmal richtig emotional, auf Grund diverser Aspekte, die dem Leser ziemlich nahe gehen. Hatte man bis zu diesem Zeitpunkt noch keine engere Bindung zu den Charakteren aufgebaut, wird es spätestens dann der Fall sein. Die vorherrschende Stimmung überträgt sich auf den Leser, der nicht anders kann, als Freud und Leid ebenfalls zu empfinden.

Andy Jones hat es mit „Zwei für immer“ geschafft eine anrührende Geschichte zu erschaffen, die durchaus humorvolle Sequenzen birgt, dadurch allerdings nie lächerlich wirkt und somit begeistern kann.

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