Mittwoch, 17. Februar 2016

[REZENSION] Tote haben kein Zahnweh

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Tote haben kein Zahnweh
Autor: Isabella Archan
Übersetzer: -/-
Verlag: Emons
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 368 Seiten



Autor:
Die ausgebildete Schauspielerin Isabella Archan, geboren 1965 in Graz, arbeitete viele Jahre an Stadt- und Staatstheatern in Österreich, der Schweiz und Deutschland. Seit 2002 lebt sie freiberuflich in Köln, hier begann auch ihre zweite Karriere als Autorin. Neben dem Schreiben ist Isabella Archan immer wieder in TV- und Filmrollen zu sehen (»Tatort«, »Lindenstraße«, »Diese Kaminskis«) und sorgt mit ihren szenischen Krimilesungen bundesweit regelmäßig für ausverkaufte Lesungen.
Mehr Infos unter: www.isabella-archan.de


TOTE HABEN KEIN ZAHNWEH

Zufällig findet Zahnärztin Dr. Leocardia Kardiff die Leicht einer betuchten Witwe und ist von da an hin- und hergerissen was das weitere Vorgehen angeht. Soll sie die Ermittlungen tatsächlich komplett der Polizei überlassen? Doch ihre Neugierde treibt sie immer wieder an, ebenfalls den Spuren zu folgen, die zu mehr als nur einer Überraschung führen. Gleichzeitig kreuzt ihr Weg immer wieder den des Hauptkommissars Jakob Zimmer, der ebenfalls einen inneren Konflikt auszutragen hat...

Früher konnte ich schon mal beim Aufziehen einer Spritze das Bewusstsein verlieren oder während einer Behandlung zu schluchzen beginnen. Heute ist es nur mehr das Herzklopfen, das schnelle Atmen, der Schweiß.
Damit kann ich umgehen.
Ich bin Zahnärztin von Beruf. (S. 15)

Es mag paradox klingen, aber warum sollte es nicht auch Zahnärzte geben, die unter einer Spritzenphobie leiden. Zugegeben, ob man sich als Patient, wüsste man von dieser Eigenschaft, wirklich vertrauensvoll in diese Hände begeben würde, ist fraglich, aber schließlich hat jeder so seine Eigenheiten. Dr. Leo jedenfalls wirkt dennoch auf Anhieb sympathisch, auch wenn sie zusätzlich eine ziemlich nervöse Ader zu haben scheint.

Die meiste Zeit ist man als Leser nah dran am Geschehen, denn Frau Doktor erzählt die Geschichte aus ihrer Sicht. Passend zu ihrem Gefühlsleben und ihrer Gedankenwelt in manchen Teilen recht wirr, dennoch lässt sich die Handlung gut verfolgen, so dass wichtige Ergebnisse nicht untergehen. Zeitweise ist es notwendig die Perspektive zu wechseln, wenn beispielsweise die Gedankenwelt des Täters beleuchtet wird. Namen werden in diesem Zusammenhang natürlich keine genannt, so bleibt ausschließlich die Möglichkeit der Spekulation, die jedoch zu unterschiedlichen Zeitpunkten ebenso unterschiedlich ausfällt. Diverse Personen verhalten sich verdächtig, so dass erst im weiteren Verlauf, auf Grund kleinster Hinweise, deutlich wird, inwiefern die Geschichte sich noch entwickeln wird.

Der Einbruch, die Verhaftung und dann der fehlende Magister Heinz. Kein Wunder, dass mein Hirn überlastet ist. Dieser Jakob Zimmer hat schon recht, ich tauge wirklich überhaupt nicht zur Hobbydetektivin.
Und bin auf der Stelle total Feuer und Flamme.
Klar! (S. 195)

Trotz recht frühzeitigem Leichenfund nimmt das Geschehen zunächst recht langsam Fahrt auf, wodurch auch der Spannungsanstieg sich mitunter verzögert. Dann aber, nach dem ersten Viertel etwa, erhöhen sich Tempo und Spannung zeitgleich und rapide, dass man beinahe aufpassen muss, um den Anschluss nicht zu verlieren. Gespickt mit einer gehörigen Portion Humor ergibt sich im Endeffekt ein amüsanter, charmanter und spannender Kriminalroman der etwas anderen Art, mit Charakteren, die ihresgleichen suchen.

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