Samstag, 27. Februar 2016

[REZENSION] Tannie Marias Rezepte für Liebe und Mord

Redakteur: Anette Leister

Titel: Tannie Marias Rezepte für Liebe und Mord (OT: Recipes for Love and Murder: A Tannie Maria Mystery)
Autor: Sally Andrew
Übersetzer: Andrea Fischer
Verlag: Atrium
Reihe: A Tannie Maria Mystery 1
Ausführung: Hardcover, 480 Seiten



Autor:
Sally Andrew lebt in Muizenberg, einem Vorort von Kapstadt, und in Ladismith in der Provinz Westkap, Südafrika, zusammen mit ihrem Mann und verschiedenen Wildtieren (darunter eine hochgewachsene Elenantilope und ein geheimniskrämerischer Leopard). "Tannie Marias Rezepte für Liebe und Mord" ist ihr erster Roman.


TANNIE MARIAS REZEPTE FÜR LIEBE UND MORD

Tannie Maria arbeitet in der Redaktion der Lokalzeitung von Klein-Karoo. Sie ist eine Kummerkastentante, die ihren Lesern Ratschläge gespickt mit Rezepten erteilt. Sie führt einen kleinen Haushalt mit Hühnern und Garten, seit dem Tod ihres gewalttätigen Mannes hat sie ihre Lebensfreude wiedergewonnen und lebt vor allem für das Kochen, sie erspürt, was ihren Lesern für Leib und Seele fehlt und tröstet sie mit Köstlichkeiten der afrikanischen Küche. So führt sie Liebespaare zusammen, schlichtet aber auch in bestehenden Ehen und Freundschaften Streit. Eines Tages bekommt sie Leserpost einer Frau, die in einer ähnlichen Ehe lebt, in der Tannie Maria früher gefangen war. Anonym schreibt ihr die Frau einige Briefe später, dass sie plant ihren Mann zu verlassen, nur wenig später wird sie tot aufgefunden. Tannie Maria fühlt sich mitschuldig an dem Geschehen und beginnt gemeinsam mit ihren Kolleginnen der Lokalzeitung eigenmächtig zu ermitteln, zu allem Ärger der ansässigen Polizei, die schon bald Tannie Maria und ihre Kolleginnen wegen den eigenmächtigen Ermittlungen in Gefahr sieht...

"Tannie Marias Rezepte für Liebe und Mord" ist ein Südafrika-Krimi mit viel Flair und gut ausgearbeiteten Charakteren. Allen voran die rüstige Witwe Tannie Maria, ihre Kollegin Jessie und der ermittelte Detective der Polizei von Klein-Karoo, Henk Kannemeyer. Manchmal nehmen die teilnehmenden Charaktere und ausschweifenden Beschreibungen von Land und Leuten jedoch Überhand, wodurch die eigentliche Kriminalgeschichte phasenweise an Spannung verliert, obwohl die Autorin nicht mit falschen Fährten und potentiellen Mördern geizt. Für die über 400 Seiten starke Story muss man schon einen langen Atem und Liebe für viel ausschmückendes Beiwerk mitbringen, um nicht das Interesse an der Auflösung des Falles zu verlieren. Neben der Ermittlung im Mordfall erzählt die Geschichte viel über die Beziehungsprobleme der einzelnen Figuren und Tannie Marias Liebe zum Kochen und guten Essen und zeigt mehr als einmal, das Liebe anscheinend tatsächlich durch den Magen geht. Die Landschaftsbeschreibungen und die regionalen Rezepte versetzen den Leser direkt an den Handlungsort, zusätzlich verwendet die Autorin in den Dialogen viele Wörter in Afrikaans, was zwar für zusätzlichen Flair sorgt, aber durchaus den Lesefluss stören kann, da leider ein erklärendes Glossar dafür fehlt. Dafür findet man im Anhang allerlei Rezepte zu den Köstlichkeiten, mit denen Tannie Maria in der Geschichte ihre Mitmenschen bekocht.

Wer Kriminalgeschichten mit viel Flair und zwischenmenschlichen Beziehungen mag, der ist mit dem Werk um Tannie Maria und dem Leben und Treiben in Klein-Karoo gut beraten, wen es nach mehr Spannung dürstet, sollte jedoch lieber die Finger von der ausgeschmückten Kleinstadtdetektivgeschichte lassen.

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