Montag, 8. Februar 2016

[REZENSION] Hinten sind Rezepte drin

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Hinten sind Rezepte drin
Autor: Katrin Bauerfeind
Übersetzer: -/-
Verlag: Fischer
Reihe: -/-
Ausführung: Broschur, 224 Seiten



Autor:
Katrin Bauerfeind moderierte das erste ruckelfreie deutsche Internetfernsehen, »Ehrensenf«, ausgezeichnet mit mehreren Grimme-Online-Awards. Harald Schmidt verpflichtete sie daraufhin als Teilzeitfrau in seiner ARD-Show. Seit Jahren sendet sie außerdem aus der Kulturnische 3sat, wo sie aktuell in »Bauerfeind assistiert …« Prominente portraitiert. Mittlerweile tauscht sie immer öfter die Fernseh- gegen die Filmkamera.
Unter dem Titel ›Mir fehlt ein Tag zwischen Sonntag und Montag‹ wurden ihre ›Geschichten vom schönen Scheitern‹ zum Bestseller. Mit dem gleichnamigen Programm tourte sie – dem Untertitel zum Trotz – erfolgreich in der gesamten Republik.


HINTEN SIND REZEPTE DRIN

Ich sitze beim Programmdirektor eines Senders. Er hat mich eingeladen, um mit mir über meine Zukunft zu sprechen. Er wird gesehen haben, was ich so mache, denke ich, es wird ihm gefallen haben, denke ich. Stattdessen sagt er: „Lassen Sie mich ehrlich sein. Wir haben keine Frauen. Wir brauchen Frauen. Wir brauchen vor allem junge Frauen.“ (S. 20)

Ist es wirklich so, dass es bei der Stellenbesetzung noch immer nach der Frauenquote geht und nicht nach Fertigkeiten, Fähigkeiten und Kenntnissen? Katrin Bauerfeind geht in ihrem zweiten Streich, „Hinten sind Rezepte drin“, den Dingen auf die Spur, vornehmlich solchen, die Männern nie passieren würden – denkt man. Doch im Grunde verspricht der Titel mehr als er hält. Weder sind Rezepte enthalten, noch geht es in der Hauptsache um Situationen, die Männern vorbehalten bleiben. Eher dreht sich vieles um Klischees und um die zwischenmenschliche Beziehung von Mann und Frau. Unterhaltsam, in der Tat, ein wenig ungeschickt jedoch, es anders zu vermarkten.

Ob beruflich oder privat, Beziehungen zu Männern oder zu Familienmitgliedern, Frau Bauerfeind gibt Einblicke in alles und jeden, der nicht schnell genug das Weite gesucht hat. Natürlich kann man sich in manche Situation zu hundertzwanzig Prozent hineinversetzen, was vermutlich Sinn der Sache ist. Wieder anderes kennt man zwar nicht aus eigener Erfahrung, kann sich aber herrlich darüber amüsieren, und freut sich insgeheim, selbst nicht ähnliches erlebt zu haben. Dennoch scheinen die Abhandlungen manches Mal recht knapp, als müsste noch eben schnell etwas erzählt werden. Dabei leidet auch der Humor, der dadurch aufgesetzt und zeitweise erzwungen wirkt.

Für viele Männer ist eine lustige Frau immer noch wie ein veganes Mettbrötchen. Etwas, das es nicht gibt und das auch keiner braucht. (S. 132)

In der Tat sei gesagt, dass man dieses Buch vornehmlich häppchenweise zu sich nehmen sollte, sonst geht sehr viel Flair flöten. Trotz humoristischem Tief in der ersten Hälfte schafft es die Autorin auf den letzten Metern doch noch den Leser zu fesseln, obwohl man damit kaum noch gerechnet hätte. Lässt man also einmal den Aspekt außen vor, dass Inhalt und Titel nicht wirklich zueinander passen und die Thematik nicht unbedingt neuwertig ist, hält man doch ein solides Werk in Händen, das charmant über Frauen und Männer berichtet.

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