Donnerstag, 18. Februar 2016

[REZENSION] Die Tote am Lago Maggiore

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Die Tote am Lago Maggiore
Autor: Bruno Varese
Übersetzer: -/-
Verlag: KiWi
Reihe: Matteo Basso 1
Ausführung: Taschenbuch, 304 Seiten



Autor:
Bruno Varese lebt im Valle Vigezzo und in der Schweiz. »Die Tote am Lago Maggiore« ist sein erster Kriminalroman.


DIE TOTE AM LAGO MAGGIORE

Matteo Basso hat seinem alten Leben den Rücken gekehrt und betreibt nun die Macelleria seiner verstorbenen Eltern in Cannobio. Als einstiger Mailänder Polizeipsychologe kann er dann allerdings doch nicht so ganz aus seiner Haut als eine Freundin tot aufgefunden wird. Die Polizei vor Ort geht von einem Unfall aus, doch Matteo kann und will dies nicht einfach so hinnehmen. Er beginnt Gisellas Spuren zu verfolgen und muss einsehen, dass er seine Freundin scheinbar doch nicht so gut kannte wie gedacht. Die Hinweise verdichten sich, so dass auch Kommissarin Zanetti bald daran glaubt, dass Matteo recht haben könnte. Dann geschieht ein weiteres Unglück...

Als sich die Gasse öffnete, zur Rechten das in sattem Rot gestrichene „Hotel Cannobio“, und den Blick auf den Lago freigab, realisierte Matteo, dass etwas nicht stimmte. Die Mittagsruhe in den Gassen erschien im plötzlich gespenstisch angesichts des Menschenauflaufs, der sich an der kleinen Badestelle an diesem Ende der Promenade gebildet hatte. Matteo beschleunigte seine Schritte, die letzten Meter bis zum Quai rannte er fast, um dann abrupt stehen zu bleiben. (S. 37)

Mit „Die Tote am Lago Maggiore“ legt Bruno Varese den ersten Fall für Matteo Basso vor, der den Leser in eine idyllische Landschaft entführt, die allerdings nur auf den ersten Blick friedvoll erscheint.

Hat man gemeinhin ein ziemlich vorgefertigtes, klischeehaftes Bild der italienischen Mentalität vor Augen, zeigt sich schnell, dass Matteo Basso diesem keineswegs entspricht. Er ist eher ruhig und in sich gekehrt, denn aufbrausend, dennoch nicht abweisend oder gar desinteressiert. Bei ihm spielt sich Aufregung eher innerlich ab, doch sollte man sich nicht täuschen lassen, er kann auch ordentlich austeilen, wenn das Fass zum Überlaufen gebracht wurde.

Ebenso ruhig wie der Hauptprotagonist läuft auch das Geschehen an. Die Darstellungen sind ausladend und ausführlich, gleichzeitig aber merkt man auch, dass einiges nicht gesagt wird, damit der Leser nicht zu früh auf die richtige Spur gelenkt wird. Denn auch wenn man den Eindruck gewinnen kann, dass an manchen Stellen die Spannung fehlt, überraschende Wendungen gibt es zuhauf. Bis zum Schluss muss der Leser mit Überraschungen rechnen, ganz schlechte Karten hat man, wenn man glaubt sich bereits frühzeitig zurücklehnen zu können, da scheinbar alles gesagt wurde.

Dieser etwas ruhigere Krimi wirkt im Grunde nur nach außen so. Wenn man sich auf das Leseerlebnis einlässt wird schnell klar, dass unterschwellig ein ganz anderer Film abläuft, den es zu entschlüsseln gilt. Neben einem hohen Maß an Lokalkolorit erschafft der Autor zudem Protagonisten, die dem Leser schnell ans Herz wachsen und von denen man hofft, bald schon weitere Geheimnisse zu erfahren, denn dass es auch charaktertechnisch noch einiges zu erzählen gibt liegt klar auf der Hand.

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