Sonntag, 10. Januar 2016

[REZENSION] Schönheitsfehler

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Schönheitsfehler
Autor: Heike Wolpert
Übersetzer: -/-
Verlag: Gmeiner
Reihe: Kater Socke 1
Ausführung: Taschenbuch, 246 Seiten



Autor:
Heike Wolpert, Jahrgang 1966, wurde in Bad Mergentheim geboren. Als Kind auf ihren Berufswunsch angesprochen gab sie stets zur Antwort »Schriftstellerin«. Nach dem Abitur begann sie dann aber eine Ausbildung zur Softwareentwicklerin in Schwäbisch Hall. 1990 zog sie nach Hannover, wo sie heute als Businessanalystin in einer großen Landesbank tätig ist. Lesen, insbesondere Krimis, war schon immer ihre bevorzugte Freizeitbeschäftigung und nachdem ihr vor fünf Jahren ein Kater zugelaufen ist, kam eine Vorliebe für Katzenromane dazu. Ihr Hobby Schreiben hat sie erst Anfang 2013 wieder entdeckt, als ihr Mann in Vorruhestand ging und sie seitdem mehr Freizeit zur Verfügung hat.


SCHÖNHEITSFEHLER

So hatte sich Kater Socke sein Leben eigentlich nicht vorgestellt. Vom Tierheim als schwer vermittelbar eingestuft fand er dann doch noch ein neues Zuhause, doch so richtig wohl fühlte er sich nie. Als hätten sich seine Vorahnungen bestätigt, wird er bald darauf in einer Katzenbox ausgesetzt. Obwohl einige Personen seinen Weg kreuzen, muss er noch etwas warten, bis er endlich befreit wird. Dann der nächste Schock: Auf der Bank, auf der zuvor noch seine Box gestanden hatte, sitzt ein Toter. Hauptkommissar Peter Flott nimmt sich nicht nur des Falls an, sondern auch den herrenlosen Kater bei sich auf, der endlich angekommen scheint und seinerseits ebenfalls Ermittlungen anstellt...

Ruhig bleiben, nur nicht die Nerven verlieren, beschwor sich Socke. Inzwischen war es totenstill um ihn herum. Nicht mal einen Vogel hörte man zwitschern, und nur ab und zu raschelte eine Maus durchs Unterholz. Dann knurrte sein Magen. Aber die kleinen Nager hielten sich wohlwissend fern, und er schaffte es einfach nicht aus dieser Box raus. (S. 21)

Diverse Tiere haben sich schon als Ermittler etabliert, anderen war nur ein kurzer Auftritt vergönnt, nun startet Kater Socke durch und landet sogleich vollkommen unvermittelt mitten in einem schwierigen Fall, der ihn einfach nicht mehr loslässt. Neben der Suche nach einer neuen Unterkunft, denn ins Tierheim zurück möchte er eigentlich nicht mehr, sucht er nach einem Mörder, den er zwar nicht gesehen, wohl aber gerochen hat. Wie es der Zufall will ist sein neu auserkorener Mensch Hauptkommissar, da wird es doch wohl dazu kommen einen Erfolg verbuchen zu können.

Für den Leser ist es zunächst ein wenig verwirrend, dass die Katzen, die sich untereinander natürlich verstehen können, ebenfalls die Sprache der Menschen verstehen, anders herum die Menschen aber nicht verstehen können was die Katzen sagen. Erfreulich schnell hat man sich dann aber doch mit der Situation arrangiert, so dass den Ermittlungen nichts mehr ihm Wege steht. Gleich von Anfang an gibt es diverse Spuren und Hinweise auf potentielle Täter, denn der Ermordete scheint nicht der beliebteste Mensch gewesen zu sein.

Während Peter Flott und sein Team jeden Stein umdrehen und Verhöre durchführen, schnappt Socke sich seine neuen Freunde und beginnt ebenfalls mit der Rekonstruktion des Falls. Das läuft nicht immer ohne Hindernisse ab, diese werden dann aber doch gekonnt überwunden, mal auf humoristische Art und Weise, mal mit Gänsehautfaktor. Hin und wieder gelingt es Socke sogar den Hauptkommissar auf Indizien aufmerksam zu machen, denen dieser zuvor noch gar keine genaue Beachtung geschenkt hat.

Dennoch fehlt der Erzählung ein wenig das Tempo, die Geschichte strahlt ein wenig zu viel Ruhe aus, als dass atemlose Spannung aufkommen würde. Sicherlich verfolgt man gebannt die Ermitllungen, schließlich können bis zum Schluss nicht alle möglichen Täter zweifelsfrei ausgeschlossen werden, der besondere Kick allerdings fehlt.

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