Sonntag, 24. Januar 2016

[REZENSION] Im Auftrag der Ölsardine

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Im Auftrag der Ölsardine
Autor: Frauke Scheunemann
Übersetzer: -/-
Verlag: Loewe
Reihe: Winston 4
empfohlenes Lesealter: ab 11 Jahren
Ausführung: Hardcover, 240 Seiten



Autor:
Frauke Scheunemann, geboren 1969 in Düsseldorf, ist promovierte Juristin. Sie absolvierte ein Volontariat beim NDR und arbeitete anschließend als Journalistin und Pressesprecherin. Seit 2002 ist sie freie Autorin. Ihre Romane um den kleinen Dackel Herkules waren monatelang auf der Spiegel-Bestsellerliste. Frauke Scheunemann ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann, ihren vier Kindern und dem kleinen Hund Elmo in Hamburg.


IM AUFTRAG DER ÖLSARDINE

In der Vorweihnachtszeit geht es gar nicht harmonisch zu. Zuerst verdirbt sich Kater Winston durch eine Nascherei so sehr den Magen, dass er sogar in die Tierklinik muss, in der festgestellt wird, dass es sich um eine Vergiftung handelt. Und dann ist auch noch jemand unterwegs, der ganz gezielt Köder für Hunde und Katzen auslegt, die mit giftigen Inhalten versehen sind. Doch so einfach lässt Winston sich nicht von seiner Mission abbringen. Gemeinsam mit seiner Menschenfreundin Kira und weiteren tierischen wie menschlichen Ermittlern begibt er sich auf Spurensuche, die plötzlich zu einem Freund führt...

Bevor ich wieder nach Hause trabe, beschließe ich, Odette zu suchen. Weit kann sie noch nicht sein. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass sie vielleicht traurig ist. Also, ich bin natürlich kein Püschelloge, aber mein Herz sagt mir, dass es so ist. (S. 44)

Kater Winston, der tierische Ermittler, ist in „Im Auftrag der Ölsardine“ bereits in seinem vierten Fall unterwegs. Doch auch für Neueinsteiger ist es ein Leichtes ins Geschehen hineinzufinden und die Charaktere kennenzulernen. Denn es wird immer ein kurzer Einblick gegeben mit wem man es gerade zu tun hat und in welcher Beziehung derjenige zu den anderen Figuren steht. Außerdem gibt es Rückblicke auf vergangene Fälle, so dass man nicht das Gefühl bekommt zu wenige Informationen erhalten zu haben.

Gleich zwei Fälle gilt es dieses Mal zu lösen, denn einerseits sind Tierhasser unterwegs, die vergiftete Köder auslegen, auf der anderen Seite scheint es noch eine Stelle zu geben, an der man sich Vergiftungen zuziehen kann, denn Winston hat definitiv nichts von der Straße genascht und dennoch stellt die Tierärztin Gift in seinem Katerkörper fest. Ehrensache, dass Winston und Kira, sowie ihre Freunde sich der Sache annehmen, Plakate, die vor den Ködern warnen, erstellen und um Hinweise aus der Bevölkerung bitten. Denn mit den wenigen Indizien, die es bisher gibt, können sie sich den Gang zur Polizei gleich sparen.

So ein Schreiben habe ich doch schon mal irgendwo gesehen. Ich überlege kurz – richtig! Genau so sah der Brief der Erpresser aus, die Kiras Klassenkameradin Emilia entführt hatten. Das verwirrt mich sehr – ist hier etwa auch jemand entführt worden? Etwa der Koch von Sandro, was dazu geführt hat, dass er nun selbst kochen muss und deswegen gewissermaßen aus Versehen seine Gäste vergiftet? (S. 118)

Winston erzählt die Geschichte aus seiner eigenen Sicht, wodurch der Leser sich sogleich einbezogen fühlt, auch wenn er gar nicht direkt angesprochen wird, sondern nur an den Gedanken des Katers teilnimmt. Dennoch verspürt man schnell den Drang selbst in die Ermittlungen einzutauchen, um dem oder den Verbrechern das Handwerk zu legen. Während der Spurensuche ergeben sich diverse vielversprechende Ansätze, deren weitere Verfolgung jedoch so manche Improvisation erfordert. Gleichzeitig werden bei einigen Figuren unliebsame Erinnerungen geweckt und lange gehütete Geheimnisse aufgedeckt.

Mit seiner leicht tollpatschigen, aber dennoch sehr liebenswürdigen Art, schafft es der detektivisch veranlagte Kater sofort ins Herz des Lesers. Auch wenn man sich während des Geschehens relativ bald auf der richtigen Spur wähnt, so wird nach wie vor für Spannung gesorgt, da die Verständigung zwischen Mensch und Tier nicht immer einwandfrei funktioniert und somit nicht von vornherein gewiss ist, ob beide dieselben Gedankengänge verfolgen.


Reiheninfo:
Band 1: Ein Kater in geheimer Mission
Band 2: Agent auf leisen Pfoten
Band 3: Jagd auf die Tresorräuber

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