Dienstag, 5. Januar 2016

[REZENSION] Die große Bärenschule

Redakteur: Petra Pfingsten

Titel: Die große Bärenschule (OT: The Hermit and the Bear)
Autor: John Yeoman
Übersetzer: Hanni Ehlers, Regine Kämper
Verlag: dtv
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 6 Jahre
Ausführung: Hardcover, 160 Seiten



Autor und Illustrator:
John Yeoman, geboren 1934 in London, studierte Englisch am Downing College in Cambridge und Pädagogik an der London University. Bereits sein erstes Kinderbuch war illustriert von Quentin Blake. Zahlreiche gemeinsame Projekte mit dem Illustrator folgten.


DIE GROSSE BÄRENSCHULE

Dies ist die Geschichte eines sehr einsamen Bären. Niemand wollte ihn in seiner Nähe haben, weil er immer alles falsch machte. Dabei meinte er es doch nur gut. Aber er verstand in seinem Eifer eben immer alles falsch. Er wollte doch nur alles in Ordnung bringen. Das er dabei einen Ameisenhaufen zerstört hat und damit das Picknick der Eichhörnchen ruiniert oder den Hasen ihre Eingänge verstopft, hat der Bär nicht bedacht. So trottet er traurig durch den Wald und trifft zufällig auf den Einsiedler. Dieser ist auch ganz allein und sehnt sich nach einem Schüler dem er alles beibringen kann, was er weiß. Und das ist einiges, schließlich ist er schon ein alter Mann. Da kommt ihm der Bär gerade recht, er hatte zwar eher an einen Menschen gedacht – aber was soll‘s. Als der Bär hört, dass er hier etwas lernen kann, ist er sofort Feuer und Flamme. Denn wenn er nicht mehr so dumm ist, denkt der Bär, hat er wieder Freunde. Doch das Lehrer-Schüler-Verhältnis ist schwieriger als gedacht. Denn auch hier geht alles schief. Statt das Geschirr zu waschen, hängt der Bär es an einer Wäscheleine auf - das Fischerboot säuft ab, weil er den Anlegestein mit ins Boot nimmt - als er das Teewasser auf das Feuer stellen soll, kippt der Bär das Wasser einfach drüber. Tja, er ist eben ein Bär mit geringem Verstand und er muss ja auch völlig bärenuntypische Dinge tun. Trotz dieser ganzen Missgeschicke – und ich könnte noch etliche aufzählen - schimpft der Einsiedler nicht, sondern versucht dem Bären immer noch Mut zu machen. Zum guten Schluss muss der Bär einer Seniorengruppe ein Theaterstück vorspielen. Das macht er so gut, dass der Einsiedler ihm ein Diplom ausstellt. Nun ist er ein fertig ausgebildeter Bär. Es soll sich nun einen Job suchen, und der Einsiedler hat auch schon eine Idee bei wem der Bär anfangen könnte und hängt ein neues Schild auf „Bär gesucht …“.

Meine Meinung:
Es ist ein leises unaufgeregtes Buch, ja schon fast philosophisches Buch. Es hat mich sehr an „Puh der Bär“ erinnert – und ich meine nicht diesen Disneykram sondern das Original. Die Geschichte ist langsam ja schon fast behäbig, wie der Bär eben. Es passieren ausschließlich alltägliche Dinge. Der Inhalt erschöpft sich tatsächlich darin, dass der Bär in vollem Eifer alles falsch macht und der Einsiedler sich in unfassbarer Geduld und Nachsicht übt. Ich fand es sehr lustig, ob Kinder diesen hintergründigen Humor verstehen, bin ich mir nicht ganz sicher. Mein Sohn ist 7 und fand es schon ziemlich lustig, aber ich glaube auch ein bisschen langweilig. Es ist ein hintergründiges Buch. Als erwachsener Vorleser wird man oft daran erinnert, dass es mit Kindern oft so ähnlich ist. Man muss erklären und vormachen und vor allem sich in Geduld und Nachsicht üben – es klappt eben nicht alles auf Anhieb – wie bei dem Bären. Ich habe den Einsiedler um seine Ruhe und Nachsicht bewundert, dass würde ich nicht so ruhig hinbekommen. Die Gemeinschaft ist dem Einsiedler wichtiger als das Perfekte. Der Weg ist in diesem Fall das Ziel. Ich würde vielen Erwachsenen empfehlen es zu lesen.

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