Mittwoch, 30. September 2015

[REZENSION] lolCatz 2016

Redakteur: Anette Leister

Titel: lolCatz 2016
Autor: -/-
Fotografen: -/-
Verlag: Heel
Reihe: -/-
Ausführung: Spiralbindung, 28 Seiten



lolCatz 2016

"lolCatz" ist ein Jahreskalender, der die Humorschiene von Katzenliebhabern bedient.
Da jeder Monat mit zwei Kalenderblättern vertreten ist, kommt er auf 26 großformatige Fotos mit witzigen Sprüchen. Passend zum Katzenthema ist das Design mit Fischgräten als Hintergrundmuster der Kalenderblätter und schwarzen Katzen als Hintergrund für die Wochentaganzeige ausgeführt.
Die Papierqualität entspricht einem guten Durchschnitt.
Kleine Wermutstropfen: obwohl nur 2 Wochen auf einem Kalenderblatt vertreten sind, fehlt etwas Platz für vernünftige Notizen. Zudem sind die Sonntage mit roten Mäuschen gekennzeichnet, aber das Tagesdatum fehlt dort.
Wer seinen Wandkalender vorrangig als Eyecatcher nutzt und nicht, um seine Termine festzuhalten, dem empfehle ich lolCatz gerne weiter.
Außer lolCatz sind in der Reihe auch lolDogz und lolPetz erhältlich.

Dienstag, 29. September 2015

[REZENSION] Dieser Sommer gehört noch uns

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Dieser Sommer gehört noch uns
Autor: Heike Karen Gürtler
Übersetzer: -/-
Verlag: Thienemann
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 13 Jahren
Ausführung: Hardcover, 256 Seiten



Autor:
Heike Karen Gürtler, Jahrgang 1970, ist freiberufliche Grafikerin, Webdesignerin und lebt in München.


DIESER SOMMER GEHÖRT NOCH UNS

Gemeinsam mit ihren besten Freunden verbringt Franziska den letzten Sommer, bevor sich ihre Wege trennen, am Gardasee. Eigentlich sollte es einfache eine letzte große Party werden, doch schon bald wird klar, dass die Unbeschwertheit bereits der Vergangenheit angehört. Jeder hat mit seinen eigenen Dämonen und Ängsten zu kämpfen, die mal mehr mal weniger an die Oberfläche drängen. Es wird Zeit der Zukunft ins Auge zu blicken, um zu verstehen was gerade vor sich geht...

Auf den ersten Blick könnte man meinen in „Dieser Sommer gehört noch uns“ steckt eine locker leichte Teenager-Geschichte. Doch schnell wird deutlich, dass dem nicht so ist, dass nicht immer alles harmonisch zugeht und vor allem, dass etwas viel Tiefgründigeres dahinter steckt. Jeder, der das Alter der Protagonisten bereits überschritten hat weiß um solche Situationen, hat sie so oder in ähnlicher Form selbst erlebt, weshalb man sich gut in die Charaktere hineinversetzen kann, zumindest was ihre Zukunftsängste angeht.

Sicherlich ist man mitunter von manchen Verhaltensweisen weniger angetan, doch das soll nicht daran hindern die Geschichte weiter zu verfolgen. Allerdings spürt man unterschwellig eine gewisse Schwermut, welche sich schon bald auf den Leser überträgt, weshalb ein rasches Lesen nicht unbedingt möglich ist. Manche Szenen benötigen ihre Zeit, um sie sacken zu lassen, so dass man das Buch zunächst ein wenig zur Seite legen mag, um dem Inhalt Raum zu geben. Ebenso trägt die ein oder andere überraschende Wendung dazu bei, nicht vorschnell über den weiteren Verlauf des Geschehens zu urteilen.

Auch wenn man etwas anderes erhält als man möglicherweise zunächst erwartet, so bringt „Dieser Sommer gehört noch uns“ etwas im Leser zum Klingen. Der Schluss erscheint nicht gänzlich befriedigend, dennoch hat man eine berührende Geschichte vor sich, die einem noch einige Zeit im Kopf bleiben wird.

Montag, 28. September 2015

[REZENSION] This song will save your life

Redakteur: Anette Leister

Titel: This Song will save your Life (Ot: This Song will save your Life)
Autor: Leila Sales
Übersetzer: Anja Herre
Verlag: Kosmos
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren
Ausführung: Hardcover, 320 Seiten



Autor:
Leila Sales hatte sich schon als Kind fest vorgenommen, Autorin zu werden. Heute lebt sie in NewYork (USA) und arbeitet tagsüber als Kinderbuchlektorin, nachts schreibt sie ihre Bücher.


THIS SONG WILL SAVE YOUR LIFE

"This Song will save your Life" ist die Geschichte der 16jährigen Elise, die ein sehr gutes Beispiel dafür gibt, wie fortschreitend die Degenerierung der heutigen Generation fortschreitet überhaupt noch in der Lage zu sein ein ausgefülltes Sozialleben zu führen. Elise ist vielseitig interessiert und besitzt eine ausgeprägte Auffassungsgabe. Um nach den Ferien Freunde zu finden, lernt sie anhand von Zeitschriften und Fernsehsendungen alles mögliche auswendig, was derzeit so angesagt ist. Aber es ist nicht nur das was sie mag oder das was sie sagt, es ist einfach ihr Typ, der es so schwierig für sie macht Freundschaften zu schließen. Was vom Klappentext nicht hervorgeht, ist, dass Elise unbehandelte Depressionen hat und auf der Suche nach Freundschaften ziemlich egoistisch vorgeht.

Plötzlich hatte ich dieses Gefühl. Ich bekomme es oft, aber ich weiß nicht, ob es ein Wort dafür gibt. Es ist nicht nervös oder traurig oder einsam. Es ist all das zusammen und noch ein bisschen mehr.
Das Gefühl sagt: Ich gehöre nicht hierher. Ich weiß nicht, wie ich hierher gekommen bin, und ich weiß nicht, wielange ich bleiben kann, bevor alle anderen merken, dass ich eine Hochstaplerin bin. Ein Betrug. (S.58f)

Elise ist die meiste Zeit sicher kein Sympathieträger, als sie durch Zufall nachts in einer geheimen Undergrounddisco landet, spürt man zwar ihr Glück darüber diese Szene entdeckt zu haben und mit dem DJ-ing eine Sache, für die sie ein unglaubliches Talent mitbringt und für die schon bald ihr ganzes Herz schlägt, auch wenn sie dafür neu gewonnene Freunde und sogar ihre Familie gegen sich aufbringen muss. So teiltman einerseits die Freude über den neuenLebensinhalt, andererseits kommen durch diese neuentdeckte Leidenschaft ihre negativen Seiten stärker zum Tragen, womit sie wiederum Sympathiepunkte verspielt.

Als ich allein im Dunklen an meinem Schreibtisch saß, dachte ich an Selbstmord.
Manchmal tat ich das, an Selbstmord denken, aber nicht, weil ich es tun wollte - es war eher so, wie wenn man seinen Glücksstein aus der Hosentasche holt. Es war etwas Beruhigendes, das man dabei hatte, um darüberzureiben und sich selbst zu versichern, das es da war, wenn man es brauchte. Ich wollte mich nicht umbringen, ich wollte weder das Blut noch die aufgelösten Eltern noch die Schuld, nichts davon. Doch manchmal gefiel mir die Vorstellung, einfach nicht mehr da sein zu müssen, nicht mit meinem Leben klarkommen zu müssen. Als wäre der Tod ein verlängerter Urlaub. (S.167)

Ich bin der Meinung, es sollte aus der Buchbeschreibung deutlicher Hervorgehen, dass Elise an Depressionen leitet, und es ist von Vorteil, wenn man mit dieser Erkrankung bereits Berührungspunkte hatte, damit man in dem Buch nicht nur eine egoistische und unsympathische Elise kennenlernt.
Wenn man hinter das eigenbrötlerische Äußere blickt, lernt man nämlich eine ungewöhnliche Elise kennen, die durchaus in der Lage ist soziale Kontakte und wahre Freundschaften zu knüpfen.

Das Ambiente dürfte von allem Musikliebhabern der 80-Alternativszene gefallen. Im Anhang des Buches ist Elise's Playlist abgdruckt, die den passenden Soundtrack zum Buch liefert.

Sonntag, 27. September 2015

[RUND UMS BUCH] Neuzugänge KW39


Im Briefkasten

Anette:
Cleo und der total uncoole Kuchenclub, Stephanie Polák (RE)

Christiane:
Wintergäste in Trouville, Catherine Simon (RE)
Im Auge des Mörders, Marcus Hünnebeck (RE)
TKKG 193, Hörspiel (RE)

Donnerstag, 24. September 2015

[TTT] Top Ten Thursday #227 (Anette)


Der Top Ten Thursday ist eine wöchentliche Aktion von Steffis Bücherbloggeria.

Das Thema diese Woche lautet:
10 Bücher, mit einem Titel bestehend aus mehr als drei Wörtern


Anette:
  1. Agard, John - Mein Name ist Buch: und nun erzähle ich euch meine Geschichte...
  2. Endres, Brigitte - Der Tag, an dem mein Meerschweinchen zum Kriminaloberkommissar wurde  
  3. Ende, Michael - Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch (eigentlich besteht der Titel gerade so aus 3 Wörtern, aber da Satan-Anarchie-Archäologe-Lüge-Genial-Alkohol-Höllisch sieben Wörter sind, die zu einem zusammengezogen werden, beinhaltet der Titel damit  sogar 9 Wörter :)
  4. Freund, Wieland - Ich, Toft und der Geisterhund von Sandkas
  5. Hong, Li - Der Duft meiner Heimat: Die wunderbaren Rezepte meiner chinesischen Familie
  6. Huppertz, Nikola - Die unglaubliche Geschichte von Wenzel, dem Räuber Kawinski, Strupp und dem Suseldrusel
  7. Kolbe, Karolin - 17 Briefe oder der Tag, an dem ich verschwinden wollte
  8. McEvedy, Allegra - In 120 Rezepten um die Welt: Souvenirs einer reisenden Köchin 
  9. Shusterman, Neal / Elfman, Eric - Accelerati 1: Teslas unvorstellbar geniales und verblüffend katastrophales Vermächtnis
  10. Shusterman, Neal / Elfman, Eric -  Acelerati 2: Teslas irrsinnig böse und atemberaubend revolutionäre Verschwörung
   
Das Thema für den 01.10.2015 lautet:
10 Bücher, die du gerne im Herbst lesen möchtest

Mittwoch, 23. September 2015

[REZENSION] Das bisschen Hüfte, meine Güte (Hörbuch)

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Das bisschen Hüfte, meine Güte
Autor: Renate Bergmann
Sprecher: Marie Gruber
Übersetzer: -/-
Verlag: DAV
Reihe: Renate Bergmann 2
Ausführung: Gekürzte Lesung, ca. 257 Minuten, 3 CDs



Autor:
Renate Bergmann, geb. Strelemann, wohnhaft in Berlin. Trümmerfrau, Reichsbahnerin, Haushaltsprofi und vierfach verwitwet: Seit Anfang 2013 erobert sie Twitter mit ihren absolut treffsicheren An- und Einsichten - und mit diesem Buch jetzt die ganze analoge Welt.

Sprecher:
Marie Gruber, geboren 1955 in Wuppertal, studiert von 1979 bis 1982 Schauspielerei an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch". Ihr erstes festes Bühnenengagement erhält sie von Frank Castorf, der Gruber ans Theater Anklam holt. Seither hat Gruber zahllose Theaterrollen gespielt und ist unter anderem an renommierten Bühnen wie dem Berliner Friedrichstadtpalast, dem Dresdner Staatsschauspiel und der Berliner Volksbühne aufgetreten.


DAS BISSCHEN HÜFTE, MEINE GÜTE

Trotz dessen, dass Renate Bergmann, 82, vierfach verwitwet, sich seit einiger Zeit mit den neuen Medien auseinander setzt, zeigt ihr Körper ihr nun doch, dass sie nicht mehr ganz so jung ist, wie sie sich fühlt. Ein unbedachter Schritt und die Hüfte hat es erwischt. Dennoch wäre alles halb so schlimm, müsste Renate Bergmann nicht auch noch in Reha. Die Langeweile, die sich dort schnell ausbreitet, ist einfach nichts für die Online-Omi, also muss sie sich etwas einfallen lassen...

Nach „Ich bin nicht süß, ich hab bloß Zucker“, legt Renate Bergmann mit „Das bisschen Hüfte, meine Güte“ nun nach und erzählt von ihrer Zeit in der Reha und natürlich auch wie es überhaupt dazu kam, dass sie sich dieser Tortur unterziehen musste. Näher darauf einzugehen würde inhaltlich wieder zuviel vorwegnehmen, weshalb sich jeder Interessierte am besten selbst ein Bild macht.

Wer den ersten Band schon kennt, was allerdings keine Voraussetzung ist, um den Nachfolger verstehen zu können, weiß, dass Renate Bergmann weder auf den Mund, noch auf den Kopf gefallen ist. So bleibt auch dieses Mal wieder die lockere Erzählweise beibehalten, wodurch das Geschehen einerseits gut verfolgt werden kann, andererseits die Zeit wie im Flug vergeht. Sicherlich lebt die Geschichte in erster Linie von der ganz und gar humoristischen Ader, doch werden zwischenzeitlich auch ernstere Töne angeschlagen, die nicht vergessen werden dürfen.

Schwer vermeiden lässt sich die ein oder andere Wiederholung, die manch einer möglicherweise aus dem ersten Band bereits kennt. Dies wird zwar nicht als übermäßig störend empfunden, ein wenig dämpft es dann aber doch die Freude, hatte man sich auf gänzlich neue Einlagen gefreut.

Marie Gruber schlüpft für das Hörbuch erneut in die Rolle der Online-Omi und nimmt den Hörer mit auf die Reise. Sie scheint sich nach wie vor mit der Figur identifizieren zu können, so dass ein ein wahres Vergnügen ist Grubers Stimme zu lauschen.

„Das bisschen Hüfte, meine Güte“ bietet erneut kurzweilige Unterhaltung, auch wenn es im direkten Vergleich mit dem ersten Teil ein wenig schwächer wirkt.


Reiheninfo:
Band 1: Ich bin nicht süß, ich hab bloß Zucker

Montag, 21. September 2015

[REZENSION] Luzies verrückte Welt

Redakteur: Anette Leister

Titel: Luzies verrückte Welt
Autor: Anna Lott
Illustrator: Lucie Göpfert 
Verlag: dtv
Reihe: Luzies verrückte Welt 1

empfohlenes Lesealter: 7-11 Jahre
Ausführung: Hardcover, 180 Seiten




Autor:
Anna Lott, geboren 1975, heißt eigentlich Anna Tollkötter. Sie hat viele Jahre als Redakteurin bei Radio Bremen gearbeitet, wo sie noch immer regelmäßig Bücher für Kinder im Radio vorstellt. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Drehbuchautorin und ist seit 2014 als freie Autorin tätig. Sie schreibt und entwickelt mit Leidenschaft Geschichten für Kinder - für TV, Hörfunk, Print und digitale Medien. ›Luzies verrückte Welt‹ ist ihr Kinderbuchdebüt.

Illustrator:
Lucie Göpfert, geboren 1983, studierte Spiel- und Lernmitteldesign an der Burg Giebichenstein in Halle/ Saale. Während des Studiums entdeckte sie ihre Liebe für das Illustrieren. So kam es, wie es kommen musste: seit 2010 ist sie als freiberufliche Illustratorin tätig. Sie zeichnet für Zeitschriften wie Familienwelt und ELTERN.


LUZIES VERRÜCKTE WELT

Luzie ist die Heldin eines Comicromans, die Handlung beginnt zwei Tage bevor sie in die dritte Klasse der Grundschule kommt. Das Buch ist aus ihrer Perspektive geschrieben in Tagebuchform. So umfasst die Handlung gerade mal eine Woche, was man gut verfolgen kann, da neben den durchnummerierten Kapiteln immer der betreffende Tag aufgeführt ist. In einer Woche kann aber jede Menge passieren: nicht nur, dass Luzie jetzt einen eigenen Haustürschlüssel und ihr eigenes Zimmer hat, muss sie sich so kurz vor Schulbeginn Gedanken machen, wie sie möglichst wenig in der Schule auffällt, denn in ihre Klasse geht neben ihrer besten Freundin Bella auch die gemeine Horrorbande, die sich in jedem Schuljahr ein Kind aussucht, das kleiner ist als sie, und dieses dann in jeder Schulpause quälen. Nur wie soll sie es anstellen, möglichst wenig aufzufallen, wenn sich die neuen Nachbarn als Anführer Leon und seine Eltern herausstellen? Gar nicht - denn Leon entpuppt sich als böser Tierquäler - was die tierliebende Luzie natürlich nicht dulden kann - so dass sie es bereits am ersten Tag seines Einzugs schafft in seinen Radar zu raten, als sie ihn davon abhalten will die Schmetterlinge auf dem Balkon zu quälen...

Es gibt zwar mittlerweile Comicromane wie Sand am Meer, sowohl für Jungs als auch wie hier für Mädchen, trotzdem kann ich die Geschichte von Luzie und ihrer etwas verrückten Familie sehr empfehlen. Ein wenig hat mich die Geschichte nicht nur wegen der Namensgleichheit der Hauptfigur an "Luzie, der Schrecken der Straße" erinnert, sondern vor allen Dingen wegen der Figur des Leon, der mich an die Figur des Oswald aus dem erwähnten Klassiker der Kinderliteratur erinnert, der bei Lehrern und Eltern immer seine brave Seite heraushängen lässt, während er hinter dem Rücken der Erwachsenen heimlich Kinder und Tiere quält. Dabei besteht der Witz und der rote Faden in der Geschichte vorrangig aus den Strategien von Luzie und Bella, die sie entwickeln, um Leon und die Horrorbande auffliegen zu lassen und den Reaktionen der uneinsichtigen Erwachsenen, die immer an Leons Unschuld glauben und im Laufe der Handlung mehr und mehr in Luzie und Bella die Schuldigen für den Streit zwischen den Kindern suchen, weil ihre Pläne nicht selten anders ausgehen, als die beiden es vorgesehen haben.
Neben den Schmetterlingen vom heimischen Balkon gibt es noch eine viel wichtigere tierische Figur in der Geschichte und dabei handelt es sich um Luzies haarloses Meerschweinchen Herkules, das eines Tages entführt wird. Dahinter kann nur Leon stecken und nun geht es nicht mehr nur um die Wahrheit über die Horrorbande, sondern um Leben und Tod!

Durch die Tagebuchform und die zahlreichen Illustrationen von Lucie Göpfert - die gerade die Szenen mit Situationskomik unheimlich gut hervorheben und noch witziger werden lassen - liest sich das Buch weg wie nichts. Gerade für Leseanfänger oder Lesemuffel finde ich Comicromane immer wieder empfehlenswert. Zudem überzeugt Anna Lotts Debüt mit verrückten Figuren, die man in der ein oder anderen Art selbst schon begegnet ist. Sei es die zerstreute Mutter, die vorurteilsbehafteten Lehrer, die Sorte Eltern, die immer nur das Beste auf ihr Kind geben, egal was sie von anderen zu hören bekommen oder die beiden Freundinnen Luzie und Bella, die zusammen durch dick und dünn gehen, egal was passiert. Bleibt zu hoffen, das es weitere Abenteuer der beiden geben wird. Die Mission aus "Luzies verrückter Welt" ist am Ende der Geschichte zwar erfolgreich gelöst, aber das witzige Ende deutet darauf hin, dass sich weitere Schlachten zwischen dem sympathischen Freundinnenduo und der Horrorbande entwickeln könnten ;)

Sonntag, 20. September 2015

[RUND UMS BUCH] Neuzugänge KW38


Im Briefkasten

Anette:
Elvis hat das Gebäude verlassen, Max Zadow (RE)
Wie man ein wunderbares Bilderbuch macht, Martin Baltscheit (GS)

Christiane:
Takeover, Jussi Adler-Olsen (RE)

[REZENSION] Stolperherz (Hörbuch)

Redakteur: Julia Ehrenberg

Titel: Stolperherz
Autor: Britta Sabbag
Sprecher: Uta Dänekamp
Verlag: Rubikon Audioverlag
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahren
Ausführung: Hörbuch, 378 Minuten




Autor:
Britta Sabbag, geboren in Osnabrück, studierte Sprachwissenschaften, Psychologie und Pädagogik an der Universität Bonn. Nach dem erfolgreichen Abschluss ihres Studiums arbeitete sie sechs Jahre als Personalerin in verschiedenen Firmen. Als die Krise zuschlug, nutzte sie die Chance, um das zu tun, was sie schon immer tun wollte: schreiben. Ihr Debüt "Pinguinwetter" wurde auf Anhieb zum Bestseller.

Sprecher:
Uta Dänekamp zeichnet sich durch ihre junge Stimme und lebendige Erzählweise aus. Neben Hörbüchern hat sie in zahlreichen Hörspielen mitgewirkt (Die drei !!!, Teufelskicker, Peter Lundt, Mord in Serie uvm.). Außerdem steht sie als Schauspielerin vor der Kamera, zuletzt war Uta Dänekamp in den ZDF-Serien SOKO Wismar und Da kommt Kalle zu sehen. Regelmäßig ist sie als Synchronsprecherin und in TV-Dokumentationen zu hören.


STOLPERHERZ

Sanny ist 15 und alles andere als mutig. Sie ist eine graue Maus, unsichtbar, kaum beachtet, das Mädchen mit dem Herzfehler. Das Mädchen mit der überfürsorglichen Mutter. Sie verhält sich still und unauffällig. Doch dann hat sie auf einmal genug von diesem unsichtbaren Leben. Sie rebelliert. Erst nur mit einer neuen Haarfarbe, mit der sie plötzlich alles andere als unsichtbar ist. Doch die führt zu unvorhergesehenen Ereignissen. Auf einmal ist die schüchterne Sanny mit dem Herzfehler auf der Reise ihres Lebens. Einen Sommer lang will sie mit einer Band durch Deutschland touren. Kann das gut gehen?

Die Geschichte rund um Sanny hat mich sehr berührt. Ich bin tief in sie hineinversunken und habe mit Sanny mit gezittert, mich mit ihr gefreut, habe beobachtet, wie sie sich weiterentwickelt hat. Und nicht nur sie entwickelt sich während der Tour. Auch die Bandmitglieder und die beiden anderen Mädchen, die sie begleiten, verändern sich.

Sannys Handlung kann man sicher nicht gutheißen, aber verstehen. Natürlich ist es gefährlich, mit einem Herzfehler heimlich auf eine anstrengende Reise zu gehen. Natürlich ist es nicht richtig, die Eltern zu hintergehen. Aber anders hätte Sanny sich wohl nicht von der gluckenhaften Mutter befreien können. Und auch wenn der Weg von Sanny sicher nicht nachahmenswert ist, ihre Taten und Entwicklungenauf der Reise sind es. Sanny bringt einem zum Nachdenken über sich selbst, macht einem Mut, Mut zu haben. Was ist das überhaupt, Mut? Wer das wissen will, der sollte sich in Sannys Geschichte entführen lassen, denn im Epilog wird genau diese Frage wunderbar beantwortet. Und auch auf dem Weg dorthin fällt so mancher schlaue Satz.

Stolperherz erzählt ein Abenteuer, das voller Sommerstimmung, Liebe und Freundschaft aber auch voller weiser Gedanken ist. Eine unglaublich mitreißende Geschichte, die von Uta Dänekamp sehr lebendig erzählt wird. Ihre jugendliche Stimme sorgt dafür, dass man wirklich glaubt, Sanny selbst erzählt einem die Geschichte. So konnte ich noch tiefer in die Welt von Sanny eintauchen und mit ihr mitfiebern. Das ungekürzte Hörbuch ist wirklich ein Genuss.

Stolperherz kann ich allen jugendlichen, die auf der Suche nach sich selbst sind, nur empfehlen. Und auch allen Erwachsenen, die gerne an die Zeit des Erwachsenwerdens zurück denken, oder die im Herzen jung geblieben sind und wissen, dass man sich immer wieder verändern kann und wie wichtig es ist, Mut zu haben und sich selbst zu suchen und zu finden!

Samstag, 19. September 2015

[GEWINNSPIELAUSLOSUNG] "Threesome: Wo die Liebe hinfällt" von Sarah Saxx

Redakteur: Christiane Demuth

Ein bisschen musstet Ihr warten, doch nun steht sie fest, die Gewinnerin eines Exemplars von: 


Und es ist:

SOPHIE

Herzlichen Glückwunsch und ganz viel Freude mit dem Gewinn!

Donnerstag, 17. September 2015

[TTT] Top Ten Thursday #226 (Anette + Natalie)


Der Top Ten Thursday ist eine wöchentliche Aktion von Steffis Bücherbloggeria.

Das Thema diese Woche lautet:
10 Bücher, die fast jeder liebt, mit denen du aber nicht wirklich etwas anfangen konntest


Natalie:
Der Kinderdieb von Brom - viel habe ich über dieses Buch gelesen und vor allem viele begeisterte Stimmen. So kaufte ich mir dieses Buch und als ich es dann anfing zu lesen gefiel es mir so wenig das ich es abgebrochen habe.
Die House of Night Reihe von P.C. Cast und Kristin Cast - Ehrlicherweise muss ich sagen das ich nur den ersten Band begonnen habe, doch es störte mich der doch sehr Gettomäßige Schreibstil. Es gab einfach zu viele Sprüche die geballte Ladung an Jugendsprache so dass ich gar keine Lust hatte das erste Buch zu beenden und demnach natürlich auch die anderen Teile nicht gelesen habe.
After Passion von Anna Todd - Eine Reihe die momentan ziemlich gehypt wird, bisher habe ich mich davon fern gehalten. Schon der Titel sorgt dafür das es mich irgendwie nicht interessiert. Hier ist es wie bei Fifty Shades of Grey die einen lieben es und die anderen eben nicht. Ich gehöre zu denjenigen die es vermutlich gar nicht erst versuchen werden.
Fifty Shades of Grey von E L James - Hier muss ich sagen das ich mich wie bei After Passion von Beginn an gegen das Buch gesperrt habe. Es wurde von vielen gelesen und auch mir wurde es im Bekanntenkreis empfohlen, aber schon die Geschichte sagte mir nicht zu. Der Film dagegen gefiel mir gar nicht so schlecht auch wenn man mich zunächst rein zwingen musste ;-)
Sa(r)g niemals nie von Dan Wells - Nach der Ich bin kein Mörder Reihe wollte ich den Nachfolger natürlich auch lesen und war sehr enttäuscht. Dieses lockere Lesen fehlte mir hier. Mit dem schwarzen Humor kam ich nicht klar und so wurde auch dieses Buch leider zu einem Flop für mich und abgebrochen.
Ich soll nicht töten von Barry Lyga - Ein Buch das auch in aller Munde war und hoch gelobt wurde. Ich habe es zumindest beendet, aber die Bewertung konnte nur wenig schlechter ausfallen. Seitdem rühre ich auch kein Buch des Autors mehr an. Irgendwie ist mir da die Lust vergangen.

Anette:
Fräulein Smillas Gespür für Schnee - hochgelobt - für mich nur mittelmäßig originell und spannend, nach Jahren ist nicht ein Flöckchen der Handlung bei mir parat geblieben.
Sophies Welt - komplett gelesen, aber als sehr langweilig und anstrengend empfunden, für mich eine sehr enttäuschende Lektüre.
Der englische Patient - zirka eine Hälfte tödlich gelangweilt, dann weggelegt. Mit dem Film hatte ich irgendwann einen zweiten Versuch gestartet, aber auch da habe ich mittendrin das Handtuch geworfen.
Sixteen Moons - Interesante Idee, aber ein Schreibtil, mit dem ich nicht klar kam, nach der Hälfte unterbrochen und irgendwann unfertig aussortiert und weggegeben.

Das Thema für den 24.09.2015 lautet:
10 Bücher, mit einem Titel bestehend aus mehr als drei Wörtern

[NEWS] „Maze Runner – Die Auserwählten in der Brandwüste“ kommt in die Kinos

Redakteur: Anette Leister

Nach dem im letzten Jahr der erste Teil der Auserwählten (Im Labyrinth) erfolgreich im Kino liefen,  kehren dies am 24.09. mit ihren weiteren Abenteuern in die Brandwüste zurück.


Die Trilogie, auf der die Filme basieren, ist im Chicken House Verlag erschienen, wer die Filme und Bücher noch nicht kennt, kann sich nun mit dem Prequel "Kill Order" Lust auf die Reihe holen, das seit dem 28.08. lieferbar ist. Wer gleich richtig Blut geleckt hat, kann sich die komplett Reihe als günstiges ebook-Bundle besorgen.


Kurzbeschreibung:
Die Vorgeschichte zur Maze Runner-Trilogie – düster, packend, nervenaufreibend!
***
13 Jahre bevor Thomas ins Labyrinth kam:
Unerträgliche Hitze, radioaktive Strahlen und riesige Flutwellen – das Land liegt brach. Jeder Tag ist ein Kampf ums Überleben. Mark und seine Freunde irren durch verlassene Städte auf der Suche nach einem Ort, an dem sie bleiben können. Als sich ein Hubschrauber nähert, glauben sie an Rettung. Doch sie werden beschossen, mit infizierten Pfeilen, die einen Virus verbreiten. Wer tut den Menschen so etwas an? Mark und seiner Truppe bleibt nicht viel Zeit das herauszufinden, denn der Virus mutiert und wird zur tödlichen Gefahr …
***
Vorsicht: Spoiler-Alarm für die Trilogie.

Mittwoch, 16. September 2015

[REZENSION] Mein Name ist Buch: und nun erzähle ich euch meine Geschichte...

Redakteur: Anette Leister

Titel: Mein Name ist Buch: und nun erzähle ich euch meine Geschichte... (OT: Book)
Autor: John Agard
Übersetzer: Ursula C. Sturm 
Illustrator: Neil Packer
Verlag: Knesebeck
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: 10-16 Jahren
Ausführung: Hardcover, 144 Seiten



Autor:
John Agard ist Dichter, Stückeschreiber und Kinderbuchautor. Er stammt aus Guyana, wo seine Liebe zur Sprache durch Cricket-Kommentare im Radio geweckt wurde. Er ist Co-Autor mehrerer Anthologien für Kinder und hat viele Gedichtsammlungen veröffentlicht. Agard ist Träger der Königlichen Goldmedaille für Poesie 2012.

Illustrator:
Neil Packer ist Diplom-Illustrator und arbeitete für Werbeagenturen, bevor er sich der Illustration von Romanen zuwandte, u.a. illustrierte er Ausgaben von Hundert Jahre Einsamkeit, Der Name der Rose und Die Odyssee.


MEIN NAME IST BUCH

Mit "Mein Name ist Buch" ist John Agard ein sehr persönliches und vom Stoff her jugendgerecht aufgearbeitet Sachbuch zum Thema Buch gelungen.
Das Buch selbst erzählt hier seine Geschichte, von Tontafeln und der Erfindung des Alphabets bis hin zu seiner hundert- und tausendfachen Vervielfältigung über Druckmaschinen bis zum digitalen Zeitalter, in dem dem "analogen" Buch der ebookreader gegenübersteht.
Aufgelockert wird die Geschichte durch zahlreiche O-Töne und Zitate zeitgenössischer Schriftsteller [Wissen Sie, dass Bücher nach Muskatnuss oder sonstwelchen fremdländlichen Gewürzen riechen? Als Junge habe ich immer daran geschnuppert. Gott, was gab es schöne Bücher, Bevor wir davon abkamen. Ray Bradbury (1938-2012), amerikanischer Schriftsteller, in seinem berühmten Roman Fahrenheit 451].
Neil Packer schmückt das Buch mit zahlreichen Schwarzweißillustrationen: stilisierten Hieroglyphen oder Pflanzen aber auch einigen verspielten Bildern. 

Neben historisch verbürgten Tatsachen wie der Bücherverbrennung während des zweiten Weltkriegs, liest man auch Anekdoten, dass der Zutritt in Büchereien früher für Kinder und Hunde verboten war,
Obwohl das Thema für ein jugendliches Publikum aufgearbeitet wurde, liest sich die Geschichte auch für Erwachsene sehr interessant, auch wenn man sich gerne in den einen oder anderen Punkt weiter vertieft hätte.
Im Anhang zählt der Autor jedoch zahlreiche Quellen auf, die vielleicht des Potential bieten favorisierte Punkte weiter auszuschöpfen. "Mein Name ist Buch" ist in jedem Fall ein schön gestalteter und kurzweilig geschriebener Einstieg in die Entstehungsgeschichte des Buches bis zu seiner heutigen Entwicklung, die Lust auf mehr macht! 

Das bunte Cover zieren zahlreiche Gegenstände, die mit dem Buch zu tun haben - es erweckt die Lust in seinem Inneren zu erfahren, wie welche Gegenstände mit dem Buch in Verbindung stehen.

"Buch" ist ein leicht zu lesendes Buch, das viel Bekanntes aber auch Neues über unseren treuen Begleiter aus Papier verrät.

Dienstag, 15. September 2015

[REZENSION] Wintergäste

Redakteur: Petra Pfingsten

Titel: Wintergäste
Autor: Sybil Volks 
Verlag: dtv
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 416 Seiten




Autor:
Sybil Volks lebt in Berlin als freie Autorin und Lektorin. 2015 erscheint ihr dritter Roman "Wintergäste". Der vorherige Roman "Torstraße 1" erzählte von zwei Familien und einem geschichtsträchtigen Gebäude im Herzen Berlins. Das Hörbuch zu "Torstraße 1" war für den Deutschen Hörbuchpreis nominiert, der Berlin-Krimi "Café Größenwahn", ihr erster Roman, für den Glauser-Preis als bestes Krimidebüt. Außerdem hat sie zahlreiche Erzählungen und Gedichte veröffentlicht. Sybil Volks erhielt ein Literaturstipendium des Berliner Senats. Sie ist Mitglied bei den BücherFrauen und der Autorinnengruppe "die alphabettínen".


WINTERGÄSTE

Inhalt:
"All das Kommen und Gehen in unserer Familie begann mit einem angekündigtem Tod und einem unangekündigten Sturm." (S.11)
Inge liegt im Bett und wundert sich. Alles ist so still und dunkel um sie herum, der Spiegel schwarz. Was ist passiert? Sie kann nicht reden und sich nicht bewegen. Ist sie tot? Sie denkt daran, was sie heute Morgen alles noch erledigt hat und wundert sich, dass man als Tote noch so viel denken kann. Aber wer weiß schon wie das Jenseits aussieht. Aber Inge will nicht sterben, nicht tot sein. Mitten in ihre Gedanken platzen Stimmen. Die Stimmen ihrer Familie. Sie sieht schemenhaft ihr Zimmer und ist fast ein bisschen entrüstet, das sie so daliegt, wo so viel Leben im Haus ist. Sie kann ja gar nicht tot sein – denkt Inge. Dann schaut ihr plötzlich ihre Tochter Kerrin in die Augen - und fällt in Ohnmacht.
Inge lebt ganz offensichtlich - es geht ihr den Umständen entsprechend gut. Hatte sie einen Schlaganfall? Keiner kann sich erklären wie das passieren konnte. Die Ärztin steht vor einem Rätsel.

Es ist die Zeit kurz nach Weihnachten, der Baum steht noch in der Stube und im Haus Tide auf einer kleinen Nordsee-Insel hat sich die Familie Boysen versammelt. Der vermeintliche Tod der Mutter, Oma und Tante hat alle mitten aus ihrem Leben gerissen. Sohn Enno saß beim Arzt um zu erfahren ob er einen Hirntumor hat. Tochter Gesa, hochschwanger von ihrem Liebhaber, war gerade im Begriff Mann und Kinder zu verlassen. Tochter Berit war mal wieder dabei eine ihrer belanglosen Grabreden für Tiere zu schreiben. Sohn Boy kreuzte zu der Zeit mal wieder irgendwo auf einem Schiff in der Welt herum. Und Enkelin Inka war gerade als Austauschschülerin in Moskau und dabei ihre lesbische Seite und ihren Hang zu Gothic zu entdecken. Die Nachricht von Inges Tod hat alle (außer Boy) dazu veranlasst alles stehen und liegen zu lassen und sich auf den Weg in die Heimat zu machen. Die Nachricht von Inges Auferstehung erreicht sie leider zu spät.
Haus Tide, bisher nur bewohnt von Inge, ihrem Sohn Enno und dessen Frau Kerrin, füllt sich langsam mit Leben. Nach und nach kommt die trauernde Familie zusammen um dann zu erfahren, dass es ein Fehlalarm war, ein Versehen, ein medizinischer Irrtum.

Diese drei Generationen hocken jetzt mitsamt Ehepartner und Kindern in diesem alten Haus voller Erinnerungen - guten wie schlechten. Natürlich möchten alle nach der guten Nachricht, dass Inge putzmunter ist, das Eiland wieder verlassen, aber ein Unwetter zieht auf und macht ihre Pläne zunichte. Das führt unweigerlich zu Reibereien. Zwischen den Geschwistern treten alte Konflikte wieder ans Licht. Alte unbeglichene Rechnungen werden wieder aufgefrischt, verdrängte Gefühle kommen hervor und ein gut gehütetes Familiengeheimnis kommt ans Licht. Gesa sitzt hochschwanger von ihrem Liebhaber mit Noch-Ehemann und Kindern auf engstem Raum. Enno kann, dank des Wetters nicht klären, ob er nun einen Tumor hat und bald stirbt. Berit scheint die einzige zu sein, die ohne Partner und große Altlasten ist. Aber auch sie gerät durch die Enge und Nähe ins Grübeln über ihr Leben und den Sinn ihres Tuns. Und über all den Einzelschicksalen und Problemen schwebt die Frage - was passiert mit dem Familiensitz Haus Tide, wenn Inge dann doch irgendwann stirbt? Wer erbt es? Wird es verkauft? Was bringt die Zukunft? Und da hat jeder seine ganz eigene Vorstellung die sich während des Aufenthalts auch bei dem ein oder anderen ändern kann.

Meine Meinung:
Ein wunderschönes atmosphärisches Buch, das einen in den Bann zieht. Es ist ein Buch voller Geschichten die das Leben schreibt. Kleine und große Schicksale von 3 Generationen treffen aufeinander. Die Atmosphäre dieser rauen Landschaft, dieses alten Hauses zieht die Protagonisten in ihren Bann und verändert sie. Jeder besinnt sich auf das wirklich wichtige. Kommt zurück zur den Wurzeln, zu sich selbst. Eingeschlossen auf einer Insel, zusammen mit der Familie, fernab von fremden Einflüssen kommen verdrängte Wünsche ans Licht. Kapitel für Kapitel wird die Sichtweise der einzelnen Bewohner beleuchtet, wie sie dachten als sie im Haus ankamen und welche Entwicklung jeder so nimmt. Der Leser wird mitgesogen, man taucht ab in die Welt der Deiche, Schafe, Sturmfluten und Alkoven. Man hört den Sturm und schmeckt das Salz in der Luft. Jeder Leser wird sich in einer der Personen irgendwie wiederfinden und vielleicht auch anfangen über einiges nachzudenken. Ein zauberhaftes unaufgeregtes Buch für den Herbst. Einziger Störfaktor, aus meiner Sicht, sind die permanent zitierten englischen Songtexte, die jeder Protagonist zu jeder Zeit parat hat. Finde ich ein bisschen nervig. Trotzdem 5 Punkte von mir