Freitag, 31. Juli 2015

[REZENSION] Zilly und der böse Roboter

Redakteur: Sabrina Best

Titel: Zilly und der böse Roboter (OT: Winnie's Big Bad Robot)
Autor: Korky Paul, Valerie Thomas
Übersetzer: Ulli Günther, Herbert Günther
Illustrator: Korky Paul
Verlag: Beltz
Reihe: Zilly
empfohlenes Lesealter: ab 6 Jahren
Ausführung: Hardcover, 30 Seiten



Autoren:
Korky Paul wurde 1951 in Zimbabwe geboren. Er studierte Grafik und arbeitete für Werbeagenturen in Kapstadt und London. Mittlerweile hat er mit großem Erfolg zahlreiche Bilderbücher veröffentlicht. Er lebt mit seiner Familie in Oxford.
Valerie Thomas wurde in Australien geboren, wo sie auch lebt, wenn sie nicht gerade auf Reisen ist.


ZILLY UND DER BÖSE ROBOTER

Ein neues Zilly Buch zieht jedes Kind in seinen Bann.
Gerade für Jungs beinhaltet dieser Band ein sehr verlockendes Thema: Die lustige Zilly und ihr verrückter Kater haben Probleme mit einem Roboter? Das kann man sich gar nicht vorstellen, aber überzeugt euch selbst.

Mit "Zilly und der böse Roboter" ist wieder eine witzige, lustige, farbenfrohe und tolle Geschichte erschienen, die sowohl beim Vor- als auch beim Selbstlesen sehr viel Spaß macht. Dieses Mal ist es Kater Zingaro, der Zilly aus der Patsche helfen muss.

Wie in allen Zilly Büchern sind auch hier wieder die tollen und liebevoll gezeichneten Illustrationen zu erwähnen. Diese machen die Bücher aus, und so lustig Korky Pauls Erzähltexte auch sind, ohne die Bilder von Valerie Thomas wären die Bücher nur halb so schön. Sie unterstreichen den kurzen, knackigen, aber aussagekräftigen Text. Kinder können dadurch alleine selbst eine Geschichte erzählen, da alles mit viel Liebe zum Detail fest gehalten wurde.

Donnerstag, 30. Juli 2015

[REZENSION] Im Angesicht der Toten

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Im Angesicht der Toten
Autor: Janet Clark
Übersetzer: -/-
Verlag: Loewe
Reihe: Finstermoos 3
empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahren
Ausführung: Broschur, 208 Seiten



Autor:
Mit elf Jahren hat Janet Clark ihren ersten Roman geschrieben. Er hatte zwölf Seiten und eine Leserin. Obwohl diese sofort von ihren schriftstellerischen Fähigkeiten überzeugt war, brauchte es viele Jahre und Umwege über diverse Länder und Berufe, bis Janet Clark ihr erstes Manuskript an eine Agentur schickte. Seitdem finden ihre Bücher immer mehr Fans. Heute lebt die Autorin mit ihrer Familie in München.


IM ANGESICHT DER TOTEN

Nic und Mascha sind, nachdem sie sich von Basti, Luzie und Valentin getrennt hatten, damit ihr Verfolger sie nicht alle zusammen erwischen kann, gefangen in einer Gletscherspalte und können nur noch hoffen, dass sie rechtzeitig gefunden werden. Eine Tote, die, wie es scheint, schon mehrere Jahrzehnte dort unten liegt, ist Mascha wie aus dem Gesicht geschnitten. Langsam scheint sich ein Bild zu verdichten.
Obwohl die anderen bereits in wieder in Finstermoos sind, ist von Sicherheit noch lange keine Rede. Schon bald ergibt sich die nächste Gefahrensituation, aus der Basti nur mit Glück gerettet werden kann. Es ist noch lange nicht vorbei...

Nic stemmte sich von der Wand ab und drehte sich zu ihr. Mit beiden Händen krallte sie sich in schmale Ritzen in der Wand, während sie mit den Füßen nach dem nächsten Vorsprung suchte. Ihre Arme zitterten vor Anstrengung. Ihr Fuß fand kurz neuen Halt, dann rutschte er ab und sie fiel. (S. 28)

Wie bereits der zweite Band der Finstermoos-Reihe ist auch der dritte Band mit einer kurzen Einleitung der vorangegangenen Ereignisse versehen. Dieser Rückblick ruft nochmals die wichtigsten Informationen ab und bringt den Leser schnell zurück an den Ort des Geschehens. Denn Schlag auf Schlag geht es weiter, Ausruhen kann man sich in diesem dritten Band wahrlich nicht. Immer näher kommt man dem Geheimnis, dass sich um Finstermoos rankt, und umso gefährlicher wird es für die Jugendlichen, die sich eigentlich nur auf den Weg gemacht hatten, um Maschas Mutter zu suchen.

Das Spannungsniveau ist von Anfang an sehr hoch und kann, im direkten Vergleich zum Vorgänger, durchgängig gehalten werden. Man traut sich kaum das Buch aus der Hand zu legen, aus Angst die Handlung könne ohne einen weiter laufen. Außerdem muss man einfach wissen was geschieht, denn es scheint als wäre niemand wirklich hundertprozentig ehrlich. Erste Geheimnisse kommen ans Tageslicht, die allerdings schon bald darauf hindeuten, dass etwas viel größeres darauf wartet an die Oberfläche zu gelangen. Unwillkürlich stellt der Leser sich die Fragen: Wer hat eigentlich nichts zu verbergen? Und: Gibt es schlussendlich möglicherweise mehr als nur einen Übeltäter?

Zwangsläufig verliert man sich in dem ein oder anderen Gedankengang und stellt Überlegungen an welche Zusammenhänge noch offenbart werden, was man eventuell übersehen haben könnte. Häufig muss man konzentriert und zwischen den Zeilen lesen, um weitere Anhaltspunkte für den weiteren Verlauf zu finden. Die Gesamtlösung bleibt allerdings noch immer verborgen und wird sich erst im Abschlussband zeigen, der glücklicherweise bereits im September diesen Jahres erscheint.

Mit „Im Angesicht der Toten“ hat Janet Clark den Leser nochmals so richtig neugierig gemacht. Bald schon gilt es das Geheimnis von Finstermoos aufzudecken.


Reiheninfo:
Band 1: Aller Frevel Anfang
Band 2: Am schmalen Grat

[TTT] Top Ten Thursday #219 (Anette + Christiane)


Der Top Ten Thursday ist eine wöchentliche Aktion von Steffis Bücherbloggeria.

Das Thema diese Woche lautet:
10 Bücher aus dem Bastei Lübbe Verlag

Christiane:
Puh, das war mal gar nicht so einfach. Denn obwohl das ein oder andere Buch aus dem Hause Lübbe bei mir einen Platz im Regal einnehmen darf, musste ich bei der Durchsicht doch tatsächlich erschreckenderweise feststellen, dass ich nicht einmal ansatzweise zum Lesen derselben gekommen bin. Oder aber es handelte sich um Reihen, von denen ich eigentlich nicht mehr als einen Titel auflisten wollte. Entsprechend wurde dieses Thema geteilt und ich benötigte nur noch fünf Titel, die dann aber doch recht flott aufzuzählen waren. Die Auswahl ist hauptsächlich aus dem Krimi/Thriller- sowie aus dem Jugendbuch-Bereich, denn dort siedele ich auch meine Hauptlesegenre an, logisch, dass sich hier der Großteil finden lässt.
Sofern eine Rezi vorhanden ist, ist diese verlinkt.
4. Claus Beling: Was du nicht weißt
5. Mark Allen Smith: Der Spezialist

Anette:
Aktuell ist Bastei Lübbe (plus diverse Imprints) ein Verlag, zu dessen Büchern ich nur in unregelmäßigen Abständen greife. 5 Bücher bzw. Reihen habe ich trotzdem recht schnell zusammengehabt. "Die Hexer von Salem" Reihe von Wolfgang Hohlbein hatte ich in den 90ern komplett gelesen, die restlichen Bücher erst in der Zeit, seit der ich blogge. Ganz aktuell "Elias & Laia", zu dem ich meine Rezension jedoch noch austehen habe. "Der Spiegel der Göttin" von Corina Bomann war ursprünglich als Auftaktband einer Trilogie angedacht, wurde dann jedoch nach dem ersten Band eingestellt:
 
7. Andreas Schlüter und Irene Margil: Zwillingschaos hoch zwei - Band 1 - Band 2
8. Wolfgang Hohlbein - Der Hexer von Salem
10. Sabaa Tahir: Elias & Laia 1 - Die Herrschaft der Masken

Das Thema für den 6. August 2015 lautet:
10 Bücher, die du während des Lesens kaum aus der Hand legen konntest

[GEWINNSPIEL] Margos Spuren

Zum Kinostart der Verfilmung von John Greens Roman "Margos Spuren" habt ihr die Gelegenheit zwei Freikarten für die Verfilmung oder das Hörbuch zu gewinnen:


Beantwortet bis zum 06.08.2015 23:59 Uhr in einem Kommentar folgende Frage:

Welche Romane von John Green habt ihr bisher gelesen? Falls ihr mehrere gelesen habt, welches war euer liebster und von welchem würdet ihr euch ebenfalls eine Verfilmung wünschen?

Wer mag, darf gerne eine Benachrichtigungsmöglichkeit hinterlassen, ansonsten seid Ihr selbst verantwortlich, von einem etwaigen Gewinn zu erfahren.
Die Gewinner wird in einem gesonderten Post nach der Ziehung bekannt gegeben und hat 1 Woche Zeit, sich bei uns zu melden. Gebt in eurem Kommentar bitte noch an, ob ihr für die Freikarten, das Hörbuch oder beides in den Lostopf springen wollt.
Teilnahmeberechtigt sind alls mit einer Postadresse in Deutschland, bei Teilnehmern unter 18 Jahren wird zudem die Einverständiserklärung eines Erziehungsberechtigten benötigt.


Mittwoch, 29. Juli 2015

[REZENSION] chillen, killen, campen

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: chillen, killen, campen
Autor: Regine Kölpin (Hrsg.)
Übersetzer: -/-
Verlag: KBV
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 320 Seiten



Autoren:
Eva Almstädt, Guido M. Breuer, Oliver Buslau, Martin Ebbertz, Gitta Edelmann, Jürgen Ehlers, Almuth Heuner, Matthias Houben, Thomas Kastura, Regine Kölpin, Ralf Kramp, Tatjana Kruse, Ulla Lessmann, Gisa Pauly, Annette Petersen, Elke Pistor, Regina Schleheck, Jobst Schlennstedt, Andreas Schmidt, Manfred Schmidt, Anna Schneider, Martina K. Schneiders, Jan Schröter, Andreas Schulte, Fabian Skibbe, Alexa Stein, Petra Steps, Klaus Stickelbroeck, Jennifer B. Wind


CHILLEN, KILLEN, CAMPEN

Man sollte doch eigentlich meinen, hält man sich an Vorurteile und Klischees, dass man auf dem Campingplatz nie allein ist, keine Privatsphäre hat und somit auch kein Verbrechen begangen werden kann. 29 Autorinnen und Autoren gehen in ebenso vielen Kurzgeschichten der Sache kriminalistisch auf den Grund und zeigen dem geneigten Leser auf, dass man manches Mal zwar etwas Fantasie walten lassen muss, es aber durchaus möglich ist unbehelligt davon zu kommen, selbst bei einem Mord auf engem Raum...

Es dauerte eine ungute Stunde, bis ich meine Gattin endlich zum Einsteigen ins Wohnmobil und zur Weiterfahrt bewegen konnte. Als wenig später mein offenbar schon länger nicht mehr aktualisiertes Navigationsgerät inmitten eines Gebirgstunnels zwischen massiven Felswänden die unsinnige Ansage tätigte, ich solle jetzt scharf rechts abbiegen, war ich in größter Versuchung. (S. 35, aus: Jan Schröter; „Familientherapie“)

Wie es bei Anthologien so ist, treffen auch hier die verschiedensten Stile aufeinander, zig kreative Köpfe betrachten den Campingurlaub aus ihrer ureigenen Sicht. Manches Mal möchte man lieber nicht so genau wissen, ob wirklich alles nur der Fantasie entsprungen ist, denn die ein oder andere Situation mag jedem Leser aus diversen Familienurlauben, ob mobil oder nicht ist dabei irrelevant, bekannt vorkommen.

Bereits eingangs erwähnt, zeigt sich durchweg, dass einige Klischees was den Urlaub auf dem Zeltplatz angeht, widerlegt werden. So mancher Protagonist hat sich vermutlich noch nie so allein und unbeobachtet gefühlt, wünscht es sich aber womöglich, um seinem Schicksal entfliehen zu können. Interessante, wie außergewöhnliche Mordwaffen werden verwendet – man muss halt nehmen was man kriegen kann – Leichen verschwinden zu lassen wird schon fast Volkssport – auch hier darf man nicht wählerisch und schon gar nicht kleinlich sein.

„Ihr feiert hier ordentlich und dort draußen sitzen unsere Henker?“ Wütend berichtete ich von meiner Entdeckung.
Mucksmäuschenstill war es. Alle dachten bestürzt über eine Lösung der Fragen nach: Wie könnten wir die Killer abhängen? Wieso waren sie überhaupt in der Lage, uns hier zu finden? Und wie zum Teufel war so ein großes Loch von zehn Millionen in der Kasse entstanden? (S. 113, aus: Manfred C. Schmidt; „Consiliere“)

Interessant und durchaus humorvoll zu verfolgen sind die Motive, weshalb es überhaupt dazu kommt, dass jemand zum Täter, ein anderer zum Opfer wird. Da reichen zum Teil schon Kleinigkeiten – kein Wunder, wenn man sich auf engstem Raum quasi auf dem Schoss hockt – und man wird zum Tier.

So unterschiedlich die Stile der jeweiligen Verfasser, so unterschiedlich auch die Meinung des Lesers zu den einzelnen Geschichten. Mal sagt einem das Geschehen, beziehungsweise die Umsetzung, sowie die Charaktere mehr zu, mal weniger. Doch wie immer gilt: Die Mischung machts. Entsprechend gut unterhalten wird man auch von dieser Sammlung, jedem leidenschaftlichen Nicht-Camper aufzeigt, warum es sicherer ist auch dabei zu bleiben.

Dienstag, 28. Juli 2015

[REZENSION] Mind Games

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Mind Games (OT: Mind Games)
Autor: Teri Terry
Übersetzer: Petra Knese
Verlag: Coppenrath
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren
Ausführung: Hardcover, 464 Seiten



Autor:
Teri Terry lebte in Frankreich, Kanada, Australien und England, und sie hat dabei drei Abschlüsse, eine ganze Sammlung von Reisepässen und mehr Adressen, als sie zählen kann, erworben. Ihre häufigen Umzüge haben Teri oft in eine Beobachterrolle gezwungen. Seitdem interessiert sie sich sehr für Personen, die in eine fremde Umgebung kommen oder sich dort eingliedern müssen.


MIND GAMES

Luna ist eine Verweigerin. Sie besitzt kein Implantat und loggt sich nicht in virtuelle Welten ein, obwohl ihre Familie und Freunde all dies tun. Als sie dennoch von PareCo, die mächtige Entwickler-Firma, einen Prüfungstermin erhält, ist Luna alarmiert. Wieso wollen sie unbedingt sie? Doch bietet sich ihr gleichzeitig die Chance zu erfahren, was damals wirklich mit ihrer Mutter geschehen ist. Dafür muss sie sich allerdings einloggen und entgegen ihrer eigentlichen Einstellung handeln...

Was habe ich mir nur dabei gedacht? Habe ich wirklich geglaubt, dass ich mit den gleichen Klamotten plötzlich dazugehöre? Darunter bin ich doch noch immer Loony Luna.
Selbst ohne Implantate breitet sich der Tratsch mit Lichtgeschwindigkeit aus. Als meine Zimmergenossinnen zurückkommen, wissen sie Bescheid. Ich sehe es an ihrem Blick, höre es an ihrem Schweigen. Und die, die das Bett neben mir hat, zieht es so weit wie möglich von mir weg an die Wand. (S. 77)

Die Kurzbeschreibung und der erste Einblick in Lunas Welt erinnert zunächst ein wenig an Matrix. Doch bald schon wird klar, dass sich einige Elemente sicherlich ähneln, was bei der Thematik nicht weiter verwunderlich ist, doch entwickelt sich die Geschichte komplett eigenständig. Von welcher Zeit man ausgehen darf wird nicht deutlich, doch dass sich die Technik in der Zukunft so wie beschrieben, oder zumindest dorthin tendierend, entwickeln kann, ist schon erschreckend genug.

Schon bald fällt es schwer zwischen realen und virtuellen Ereignissen zu unterscheiden. Die Beschreibungen sind so detailliert und anschaulich, dass man immer das Gefühl hat sich in der Wirklichkeit zu befinden, selbst wenn eindeutig betont wird, dass es dies nicht ist. Vermutlich ist man einfach noch nicht bereit sein Gehirn darauf einzustellen, dass nicht alles wahr sein muss was man sieht oder liest, doch ist es mehr als schwer sich vorzustellen irgendwo virtuell zu existieren. Für Luna ist dies lange Zeit überhaupt keine Option, ihre Gründe werden allerdings erst nach und nach offen gelegt, so dass sich am Schluss ein Komplettbild ergibt, das man zu Anfang noch nicht erwartet hätte.

Teri Terry erschafft eine Welt, die gleichzeitig fasziniert und Angst macht. Einerseits möchte man sie gerne erkunden, andererseits ist man aber auch darauf bedacht kein allzu großes Risiko einzugehen. Ähnlich wie Luna muss man sich aber entscheiden, ob man bereit ist über seinen eigenen Schatten zu springen und sich auf eine Art Experiment einzulassen. Mit Spannung verfolgt man den Weg der Protagonisten, der alles andere als geradlinig ist und schon gar keinem Muster folgt. Zwar hat man immer mal wieder den ein oder anderen Gedanken, der sich als wahr herausstellt, doch oft kann man sich kaum vorstellen was als nächstes geschieht, wer hier die Strippen zieht und vor allem wie dies geschieht.

Im letzten Drittel hat man jedoch über eine kurze Zeitspanne etwas mehr Wissen als Luna, wodurch die Spannung stagniert und die Passage sich zu ziehen scheint. Am liebsten würde man sich ins Geschehen einklinken und Luna das ein oder andere Geheimnis verraten, damit die Handlung schnell fortgesetzt werden kann. Dieser Einschub hätte durchaus etwas gerafft werden und komprimierter dargestellt werden können.

Mit „Mind Games“ ist der Autorin ein Werk gelungen, das dem Leser eine mögliche Zukunft noch einmal bewusster macht. Zwar ist es unwahrscheinlich innerhalb der nächsten Jahre eine solche Entwicklung zu erleben, doch im Grunde weiß kaum jemand wie weit die Technik wirklich ist und welche Phasen sich bereits im Test befinden.

Montag, 27. Juli 2015

[REZENSION] Lattenknaller

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Lattenknaller
Autor: Regina Ramstetter
Übersetzer: -/-
Verlag: Emons
Reihe: Band 2
Ausführung: Taschenbuch, 400 Seiten



Autor:
Regina Ramstetter wurde 1972 in Niederbayern geboren. Nach einem Au‑pair-Aufenthalt in England, BWL-Studium, Auslandssemester in Nordirland, Diplom und dem ersten Job als Redakteurin der Mitarbeiterzeitschrift eines großen Konzerns verschlug es sie zurück in die niederbayerische Heimat, wo sie ihren ersten Roman schrieb. Heute lebt sie mit ihrem Mann und drei Kindern als freie Autorin auf dem elterlichen Hof, nicht weit von Passau entfernt.


LATTENKNALLER

Ein junger Fußballer wird tot aufgefunden. Ist er tatsächlich erfroren? Im Juni? So recht kann das niemand, und schon gar nicht Hauptkommissar Kroner, glauben. Die Mutter des Toten hat sogleich eine Ahnung und hält mit dieser auch nicht hinterm Berg. Doch die Ermittler lassen sich nicht beirren und schon gar nicht bedrängen, sie wissen, es muss in jede erdenkliche Richtung gedacht werden – und da gibt es so einige Verdächtige sowie Motive. Allerdings wäre Kroner um einiges entspannter und vermutlich auch objektiver, wenn nicht Ziehtochter Valli sich wieder einmal einmischen würde...

Wer sich vor dem Wolf fürchtet, der soll nicht in den Wald gehen.
Ein kluger Spruch, aber Hildegard Ranner war nicht in den Wald gegangen. Der Wolf stand vor ihrer Tür und erschreckte sie fast zu Tode.
Kroner kam sich vor wie der böse Isegrim, dessen Zähne bereits tief im Schafspelz steckten. Zu tief. Das Blut spritzte nur so – rein metaphorisch. Ranners Gattin zitterte, Tränen liefen über ihre Wangen, und dann sagte sie etwas, das Kroner fast von den Socken haute. (S. 165)

„Lattenknaller“ ist der Nachfolger von „Leichrevier“, in dem Hauptkommissar Kroner 2014 zum ersten Mal ermittelte. Doch auch ohne Vorkenntnisse lässt sich der aktuell vorliegende Band ohne Weiteres verstehen, man wird sogar eher noch darin bestärkt den ersten Band noch nachträglich zu verschlingen. Und das nicht, weil man Zusammenhänge nicht versteht oder glaubt zu wenige Informationen zu erhalten, sondern weil durch die kurzen Rückblenden Neugierde geschürt wird.

Mitnichten ist „Lattenknaller“ nur etwas für Fußballbegeisterte. Man muss sich mit der Materie nicht einmal auskennen, geschweige denn Fan sein. Sollte es etwas Wichtiges über den Sport oder Vereinsmodalitäten zu wissen geben, wird dies ins Geschehen eingeflochten, so dass es auch für den Laien verständlich ist. Ebenso mag der eingepflegte Dialekt für den ein oder anderen zunächst etwas gewöhnungsbedürftig erscheinen. Doch zum einen gibt es im Anhang den „Preußenguide“ für alle, die es ganz genau wissen wollen. Zum anderen ergibt sich alsbald einiges aus dem Zusammenhang, zwar nicht unbedingt wortwörtlich, aber zumindest inhaltlich.

„Wirst du jetzt dafür bezahlt, deinen Allerwertesten von der Lichtschranke bestrahlen zu lassen, Willi? Und unsereins muss sich die Lunge aus dem Leib keuchen, nur damit ich dem K1-Chef höchstpersönlich eine wichtige Info übermitteln kann? Weil der auch lieber zusieht, wie sich sein bester Mann den Popo grillt, als ans Telefon zu gehen.“ (S. 215)

Regina Ramstetter zieht den Leser schon recht früh in ihren Bann. Mit ihrem angenehm zu lesenden, wenn auch zu Beginn auf Grund des Dialekts leicht holprigen, Schreibstil erschafft sie eine Atmosphäre, der man sich bald schon kaum noch entziehen kann. Man fühlt sich als säße man in der ersten Reihe, sei ganz nah am Geschehen und bräuchte nur die Hand ausstrecken, um die Szenerie und die Protagonisten berühren zu können. Hinzu kommt die Spannung, die von Seite zu Seite weiter aufgebaut wird und den ein oder anderen Raum für Spekulationen bietet.

Sicherlich macht sich jeder seine Gedanken bezüglich des Tatgeschehens, doch gibt es einfach zu viele Verdächtige und mögliche Motive. Beinahe jeder könnte es im Verlauf der Geschichte mindestens einmal gewesen sein. Selbst, wenn man jemanden bereits aus dem Kreis entfernt hatte, ist es möglich, dass er sich wieder dorthin zurück katapultiert. So bleibt nichts übrig als zu verfolgen wie Kroner und sein Team die Sache angehen. Gleichzeitig heißt es zu hoffen, dass der Fall tatsächlich aufgeklärt wird, denn dies ist bis zum bitteren Ende alles andere als sicher.

„Lattenknaller“ besticht mit Lokalkolorit und Höchstspannung, durch die die anfänglichen Verständnisschwierigkeiten schnell in Vergessenheit geraten.


Reiheninfo:
Band 1: Leichrevier

Sonntag, 26. Juli 2015

[RUND UMS BUCH] Neuzugänge KW30


Im Briefkasten

Anette:
Auf und davon, David Arnold (RE)
Der Zauberer von Oz, Frank L. Baum, Robert Ingpen (GW)
Margos Spuren, Hörbuch, John Green (RE)

Christiane:
Chablis, Ulrike Dömkes (RE)
Das bisschen Hüfte, meine Güte, Hörbuch, Renate Bergmann (RE)
Tod in der Tuchagentur, Sibyl Quinke (RE)
Schlagzeile, Rolf von Siebenthal (GW)
Heartbeat Berlin 01. WG mit Aussicht, Antonia Rothe-Liermann (RE)
Lost Souls Ltd. 04. Red Rage, Alice Gabathuler (RE)
Gallagher Girls 05. Spione lieben gefährlich, Ally Carter (RE)
Kissing, Katrin Bongard (GW)
Das große Schweigen, Katja Montejano (GW)
Lügenschwester, Claudia Puhlfürst (GW)
#Der Blogger, Patrick Brosi (RE)

Rund um die "Katze mit Buch"

Rund um den Blog:
Gewinnspiel Andi Meisfeld
in Kürze: Gewinnspiel Margos Spuren

Rund ums Forum:
* Leserunden für 2015:
School's Out - Jetzt fängt das Leben an! (Karolin Kolbe, Thienemann, 5 Ex.) - HIER geht's zur Anmeldung 

[REZENSION + GEWINNSPIEL] Andi Meisfeld und das Termitenkopftrio

Redakteur: Julia Ehrenberg

Titel: Andi Meisfeld und das Termitenkopftrio (OT: - / -)
Autor: Tom Steinbrecher
Illustrator: Paula Voss
Übersetzer: - / -
Verlag: von Bezold Verlag
Reihe: Andi Meisfeld – Der Jungameisenagent
empfohlenes Lesealter: ab 8 Jahren
Ausführung: Taschenbuch, 119 Seiten



Autor:
Der in Hamburg geborene Tom Steinbrecher ist ein deutscher Musiker, Hörspielproduzent und Autor.
Steinbrecher spielte jahrelang in verschiedenen Bands und war Mentor mehrerer musikalischer Projekte mit einer Bandbreite die von Jazz Rock zu Electro bis hin zu Heavy Metal führt. 2001 komponierte er für die damals größte Homepage der Jugendserie Die drei Fragezeichen Musik und machte sich damit einen Namen in der Hörspielszene.
So fing er an Hintergrundmusik für Amateurhörspiele, Funk und Fernsehen zu schreiben. 2004 stieß er zum Verlag Dreamland Productions und arbeitet seit dem als freier Audio- und Sounddesigner für verschiedene Labels und Verlage. Beteiligt war er als Musiker, Sprecher und Sounddesigner u.a. bei den Hörspielproduktionen BATMAN, OFFENBARUNG 23, SHERLOCK HOLMES NEUE FÄLLE, TONY BALLARD, MACABROS, CAPTAIN FUTURE, PROF. VAN DUSEN, GEISTER SCHOCKER.
Er ist Gitarrist der Electroband Sin with Sebastian und komponierte mit Kay Poppe zusammen sämtliche Kindermusiken für den OETINGER AUDIO VERLAG.
2006 rief er seine eigene Hörspielserie Andi Meisfeld ins Leben, agiert dort als Produzent und Sprecher. 2015 brachte er sein erstes Buch auf dem Markt „Andi Meisfeld und das Termitenkopftrio“.



ANDI MEISFELD UND DAS TERMITENKOPFTRIO

Andreas Meisfeld, genannt Andi, ist eine ganz normale Jungameise. In der Schule ist er nicht wirklich gut, denn lieber denkt er im Unterricht an Musik – er kann Meisoline und Klavier gleichzeitig spielen - oder lässt seine Blicke zu der neuen Schülerin Aleksa schweifen. Die findet er wirklich dufte, aber er ist viel zu schüchtern, um mit ihr zu reden. Das ändert sich, als Aleksa die Maiskorn-Ledertasche geklaut wird. Zusammen mit seinem besten Freund Armin spricht er sie an und Andi ist fest entschlossen, ihr zu helfen. Er macht sich auf die Suche nach dem Dieb. Als er dabei fälschlicherweise selbst für den Täter gehalten und zur Königin geschickt wird, beginnt ein großes Abenteuer für ihn. Denn Königin Arianne von der Meisenbrücke die 146. glaubt an Andis Unschuld und bittet ihn, in der Schule die Augen offen zu halten. Er ist nun offizieller Jungameisenagent und tut alles, um den Fall zu lösen. Dabei bringt er allerdings nicht nur sich sondern auch seinen Freund Armin in Gefahr…
Meisenstedt.
So heißt eine kleine Ameisenkolonie
irgendwo auf unserem Planeten.
Dort lebt auch eine Jungameise,
die unglaubliche Abenteuer erlebt:
ANDI MEISFELD

Mit diesen Worten beginnt jedes der von mir geliebten Hörspiele rund um den Jungameisenagenten Andi Meisfeld. Acht reguläre und einige Weihnachtsfolgen gibt es von dieser Hörspielreihe, die von der Stimmung her ein wenig an die Hörspielreihen der 80er und 90er erinnert, bereits. Und nun beginnen mit diesen Worten nicht mehr nur Hörspiele, sondern sie stehen auch am Anfang eines Buches.

Andi Meisfeld und das Termitenkopftrio war 2007 das erste Hörspiel rund um den Jungameisenagenten. Nun kann man die Geschichte, wie es dazu kam, dass er im Auftrag der Königin unterwegs ist, auch nachlesen. Erzählt wird die Geschichte dabei von Andi selbst. Zusammen mit ihm erlebt man das spannende Abenteuer.

Die Handlung war für mich als alten Andi Meisfeld - Fan natürlich nicht neu, trotzdem habe ich mich keine Sekunde lang gelangweilt. Das Buch ist genauso toll wie das Hörspiel. Der Ton ist locker-leicht und lustig-frech und die dufte Stimmung, die das Hörspiel vermittelt, kommt auch im geschriebenen Text herüber. Natürlich fehlt die gesamte Geräuschkulisse, die ein Hörspiel bietet, aber stattdessen hat man viele liebevolle und lustige Beschreibungen und erfährt so alle Details, die man braucht.

Der Andi Meisfeld - Fan wird sich gleich zu Hause fühlen in dem Buch, aber auch wer bisher nichts von Andi gehört hat, kann unbesorgt zugreifen. Die Geschichte führt alles, was man über die Ameisen und ihr Leben wissen muss, nach und nach ein. Neben all den Informationen, die in die normale Handlung eingebaut wurden, gibt es zwischendurch auch ein paar kursive Texte, in denen Andi Begriffe und Begebenheiten noch einmal genauer erklärt. Und so kann sich jeder Leser gut zurechtfinden in der Welt der Ameisen, die unserer gar nicht so unähnlich ist.

Auch als Buch bietet Andi Meisfeld also perfekte Unterhaltung für Groß und Klein. Es ist Tom Steinbrecher gelungen, die ganz besondere Stimmung der Hörspiele in das Buch zu transportieren. Andi hat mich mit seiner witzigen und sympathischen Art erneut verzaubert, und ich hoffe, auch alle weiteren Abenteuer in Buchform noch einmal erleben zu dürfen. Ich kann Andi Meisfeld und das Termitenkopftrio wirklich allen empfehlen, die intelligente, warmherzige und witzige Geschichten mögen. Ein Muss für alle Kassettenkinder und für alle abenteuerlustigen kleinen und großen Leser. Gebt Andi eine Chance und ich bin mir sicher, er wird auch euer Herz erobern!


Gewinnspiel:
Tom Steinbrecher hat uns eines der Bücher für euch zur Verfügung gestellt. Wie ihr gewinnen könnt? Beantwortet einfach bis zum 01.08.2015 23:59 Uhr in einem Kommentar folgende Frage:

Wenn euch eine Geschichte gefällt, lest und hört ihr sie dann manchmal, falls es sie neben der Buchform auch als Hörbuch oder Hörspiel gibt, oder reicht es euch, sie einmal zu erleben?

Wer mag, darf gerne eine Benachrichtigungsmöglichkeit hinterlassen, ansonsten seid Ihr selbst verantwortlich, von einem etwaigen Gewinn zu erfahren.
Der Gewinner wird in einem gesonderten Post nach der Ziehung bekannt gegeben und hat 1 Woche Zeit, sich bei uns zu melden.

Samstag, 25. Juli 2015

[REZENSION] Stinker und Matschbacke und die abschauderlichen Pizzaschurken

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Stinker und Matschbacke und die abschauderlichen Pizzaschurken (OT: Stinkbomb and Ketchup-Face and the Evilness of Pizza)
Autor: John Dougherty
Illustrator: David Tazzyman
Übersetzer: Cornelia Panzacchi
Verlag: Magellan
Reihe: Stinker und Matschbacke 3
empfohlenes Lesealter: ab 8 Jahren
Ausführung: Hardcover, 192 Seiten



Autor:
John Dougherty war eins dieser Kinder, die ihre Nase immer in einem Buch haben. Später wurde er einer dieser Erwachsenen, die ihre Nase immer in einem Buch haben, weshalb er nach vielen Jahren als Grundschullehrer beschloss, Autor zu werden. Inzwischen lebt der gebürtige Ire im Südwesten Englands, zusammen mit seiner Frau, zwei Kindern, Hühnern und ein paar Bienen.

Illustrator:
David Tazzyman wuchs in Leicester auf, studierte Illustration an der Manchester Mertropolitian University und reiste drei Jahre durch Asien, bevor er nach London zog, wo er heute mit Freundin und Kind lebt.


STINKER UND MATSCHBACKE UND DIE ABSCHAUDERLICHEN PIZZASCHURKEN

Fast schon scheint es als würde nichts Aufregendes passieren, da schlittern Stinker und Matschbacke schon in ihr nächstes Abenteuer. Die Dachse sind aus dem Gefängnis geflohen und die Bibliothek droht umzustürzen und die ganze Insel mit sich zu reißen. Der Sache muss jemand auf den Grund gehen, und zwar schnell, bevor es zur Katastrophe kommt. Doch was hat die Pizza damit zu tun?

„[…] Und wenn wir ein Abenteuer haben, kann ich mit miteinander verknoteten Beinen nicht vor den Bösen weglaufen.“
Das sah Matschbacke ein. „Okay.“ Sie stand auf. „Glaubst du, dass wir ein Abenteuer haben werden?“
„Das glaube ich sehr wohl“, antwortete Stinker bedächtig. „So fühlt sich diese Geschichte nämlich an.“ (S. 18)

Stinker und Matschbacke sind voller Vorfreude auf ihr drittes Abenteuer, und das teilen sie gleichsam euphorisch wie lautstark jedem, der es hören beziehungsweise lesen will, mit. Der Stil mag zu Beginn etwas ungewohnt, vielleicht sogar außergewöhnlich daher kommen, schließlich geschieht es nicht oft, dass Figuren beispielsweise wissen in welchem Kapitel sie sich gerade befinden. Auch gibt die Kapitelüberschrift immer eine kurze Zusammenfassung auf was man sich als nächstes gefasst machen darf. Doch gerade diese originelle Darstellung wirkt anziehend, so dass man sich schwerlich vom Geschehen lösen kann.

Zudem wird der Inhalt nicht nur durch Zeichnungen bildlich dargestellt, auch mit der Schrift und einzelnen Worten wird gekonnt gespielt. Das kann sich in der Schriftgröße, -art oder auch einfach nur am Schriftbild auswirken. Wer dieses Buch vorliest erhält somit eine mögliche Anleitung in welchen Passagen Kreativität und Fantasie gefragt sind. Einzig die Wortwahl mag für die angegebene Zielgruppe nicht immer passend sein, dabei handelt es sich jedoch glücklicherweise nur um ein paar wenige Stellen.

„[…] Wir müssen die Bücherei retten!“
„Die Bücherei retten?“, fragte Rolfi Maulwurf verwundert. „Was meinst du mit 'die Bücherei retten'?“
„Die Bücherei von Pflapflingen kippt um“, erklärte Stinker mit wichtiger Miene, „und unsere geheime Mission besteht darin, den Grund dafür herauszufinden.“ (S. 108)

Ob Stinker und Matschbacke sich wirklich als Geheimagenten eigenen, das sei einfach mal dahin gestellt, doch junge Leser und Leserinnen können durchaus ihr Können beweisen. Es gibt sicherlich die ein oder andere Sequenz in denen sie den Hauptprotagonisten am liebsten zurufen würden was sie übersehen. Denn dass sie nicht die schnellsten im Kombinieren sind, ist ein offenes Geheimnis. So wird spielerisch die Aufmerksamkeit gefördert sowie Auffassungs- und Kombinationsgabe.

Kann die Bibliothek gerettet werden oder stürzt die gesamte Insel ins Verderben? Und werden Stinker und Matschbacke noch weitere Fälle lösen können? Das wird sich erst am Ende zeigen, bis dahin bleibt alles offen.


Reiheninfo:
Band 1: Stinker und Matschbacke und die Doofheit der Dachse
Band 2: Stinker und Matschbacke und das Stachelschwein aus Vollblödberg

Freitag, 24. Juli 2015

[COOL-TOUR-KATZE] Das 11. Literarische Fantasy Festival im Garten der Villa Herrmann

Redakteur: Anette Leister


Letzten Freitag fand zum 11. Mal das Fantasy Festival im Rhein Main Gebiet statt. Nachdem es in den ersten Jahren in den Weilbacher Kiesgruben abgehalten wurde, zog es vor zwei Jahren nach Gustavsburg um. Im letzten Jahr hatte der Wettergott leider kein Einsehen mit Zuhörern und Autoren gehabt und das eigentlich als Open Air Veranstaltung ausgelegte Festival musste kurzfristig in die Kirche verlegt werden. In diesem Jahr hatten wir jedoch Glück mit dem Wetter (fast viel zu viel, denn es war brütend heiß) und die fantastische Lesenacht konnte wie geplant im Garten der Buchhandlung in der Villa Herrmann stattfinden.
 

Das Fantasy Festival ist für Kinder und Jugendliche ab 8 Jahren, meine Tochter war allerdings schon zum zweiten Mal dabei. Da ich sie schon seit sie drei oder vier war mit ins Theater, zu Lesungen und auf Buchmessen geschleppt habe, ist sie derart "kulturgeschädigt", dass sie sich fast überall mit dranhängt, soweit die Veranstaltungen für ihr Alter geeignet sind ;)
Schon bevor die Lesungen losgingen hat sie sich in der Buchhandlung Hohlbeins "Die wilden Schwäne" gekauft, vorgestellt hat er an diesem Abend zwar "Die Schneekönigin", aber die Geschichte erscheint erst im Oktober - die möchte sie dann gerne im nächsten Jahr kaufen und signieren lassen ;)



Den Abend eröffnete Vanessa Walder mit einer Lesung aus dem ersten Abenteuer des kleinen Ham - dem wilden Määäh - später gab sie außerdem eine Kostprobe aus "Der Zauberfluch des Elfenkönigs" zum Besten. Vanessa hat sehr fesselnd mit verstellten Stimmen gelesen, so dass wir uns das Määäh zum Signieren lassen auch noch besorgen mussten.



Dass die Atmosphäre des Fantasy Festivals sehr locker und familiär ist, sah man auch daran, dass die anderen Autoren während der Lesungsparts ihrer Kollegen die meiste Zeit aufmerksam lauschend im Publikum zugegen waren.


Nach Vanessa Walder eroberte Jens Schumacher mit dem dritten Teil seiner Asmoduin-Reihe die Lesungsbühne.


Zuhörer nur wenige Meter vom Autor entfernt im Schlafsack liegend und den Lesungen lauschend sieht man auch nicht alle Tage...


Ich hoffe, hoffe, hoffe irgendwann wird es von Jens Schumachers Jugendromanen eigens eingelesene Hörbuchfassungen geben. Jens Schumacher liest seine Geschichten derart genial vor, dass sie noch kurzweiliger und lustiger herüberkommen als in der Printfassung.


Nach Jens betrat Wolfgang Hohlbein die Bühne und las aus dem Manuskript der Schneekönigin, wie "Die wilden Schwäne" wird auch dieses Buch wieder bei Ars Edition erscheinen.



Nun ging es mit einer Lesung für ein etwas älteres Publikum weiter: Mechthild Gläser war in diesem Jahr zum zweiten Mal Gast des Fantasy Festivals und stellte ihren Anfang des Jahres erschienenen Roman "Die Buchspringer" vor.



Nina Blazon präsentierte zunächst den ersten Band aus ihrer Faunblut Welt, später am Abend noch den vierten Band "Der Winter der schwarzen Rosen", der im Oktober bei cbt erscheinen wird.



In zwei großen Pausen gab es genügend Zeit und Gelegenheit die Buchhandlung leerzukaufen und die Bücher von den anwesenden Autoren signieren zu lassen oder sich Erfrischungen an den Cateringständen zu besorgen, insofern man sich nicht schon von zuhause ausreichend mit Vorräten eingedeckt hatte.

Neben den genannten Autoren war auch Tim Schwarzmeier zu Gast, der die ersten beiden Tesla-Bände von Neal Shusterman und Eric Elfman vorstellte, deren Hörbuchfassung er eingelesen hat.
Es war mit Rainer Strecker noch ein weiterer Hörbuchsprecher angekündigt, dieser musste jedoch kurzfristig seine Teilnahme an dem Abend absagen, da bei seiner Frau die Wehen eingesetzt hatten.
Die zweiten Lesungen der Autoren Blazon, Hohlbein und Schumacher habe ich nicht mehr erlebt, da meine Tochter irgendwann ihren Schalter von volle Pulle auf Stand By geschaltet hat und da mussten wir möglichst schnell nach Hause, sonst hätte ich sie womöglich bis dorthin tragen müssen ;)

Meine Rezensionen zu den vorgestellten Büchern:

Vanessa Walder:
Mechthild Gläser:
Neal Shusterman, Eric Elfman:

Artikel in der Main-Spitze
Artikel im Echo-Online