Dienstag, 30. Juni 2015

[REZENSION] Hanni und Nanni im Kinderdorf (Hörspiel)

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Hanni und Nanni im Kinderdorf
Autor: Enid Blyton
Sprecher: Erzähler: Lutz Mackensy
Übersetzer: -/-
Verlag: Europa
Reihe: Hanni und Nanni 47
empfohlenes Lesealter: ab 6 Jahren
Ausführung: Hörspiel, ca. 55 Minuten, 1 CD



Autor:
Enid Blyton, 1897 in London geboren, begann im Alter von 14 Jahren, Gedichte zu schreiben. Bis zu ihrem Tod im Jahre 1968 verfasste sie über 700 Bücher und mehr als 10.000 Kurzgeschichten, die in über 40 Sprachen übersetzt wurden. Bis heute gehört Enid Blyton zu den meistgelesenen Kinderbuchautoren der Welt und mit den »Fünf Freunden« hat sie die bekanntesten Helden aller Zeiten geschaffen.

Sprecher:
Lutz Mackensy, Regine Lamster, Manuela Dahm, Kerstin Draeger, Reinhilt Schneider, Susanne Wulkow, Barbara Schipper, Lino Böttcher, Jule Hayn, Ole Heelsen, Samira Chanfir, Lea Sprick, Tim Helssen, Louis Körting, Tim Kreuer, Moritz Harder, Marion Martienzen, Robin Brosch, Ingeborg Kallweit, Ben Hecker, Maureen Havlena


HANNI UND NANNI IM KINDERDORF

Eigentlich sollten die Lindenhof-Mädchen für einige Tage ins SOS-Kinderdorf reisen, um das Leben dort hautnah mitzukommen und um ein wenig anzupacken. Doch schon bald stolpern sie in ein neues Abenteuer. Nicht nur, dass ein Unbekannter sein Graffiti auf der Spielhütte hinterlässt, es verschwinden auch noch diverse Lebensmittelvorräte. Sieht es zunächst noch so aus, als ließe sich das Rätsel schnell lösen, wird erst nach und nach klar, dass mehr hinter dem Geheimnis steckt als angenommen...

Sicherlich hat jeder seine ganz eigenen Vorstellungen wie es in einem SOS-Kinderdorf zugeht, vielleicht hat man sich sogar auch schon eingehender mit der Thematik beschäftigt. So geht es auch den Lindenhof-Mädchen, voller Vorfreude, aber gleichzeitig auch etwas angespannt machen sie sich auf den Weg ein paar ereignisreiche Tage zu verleben.

Man spürt zu Beginn noch gewisse Berührungsängste, die man vermutlich selbst ebenfalls hätte und demnach gut nachvollziehen kann. Entsprechend interessant ist es, von den im Dorf lebenden Kindern ein wenig mehr Informationen und Hintergründe zu erfahren. So wird die Atmosphäre immer lockerer und doch erfährt man Dinge, die man sich möglicherweise nicht getraut hätte zu fragen. Spätestens als es daran geht einen kniffligen Fall zu lösen ist die Anspannung von allen abgefallen, schließlich müssen diverse Hinweise und Spuren voller Konzentration ausgewertet werden.

Und doch ist alles gar nicht so eindeutig wie es zunächst scheint. Mit der Zeit entwickelt der Hörer einen bestimmten Verdacht, der jedoch einzig auf Bauchgefühl zurück zu führen und demnach schwer nachweisbar ist. Es bleibt einem also nichts übrig als darauf zu warten, ob die Kinder ebenfalls auf diese Möglichkeit stoßen, oder ob man sich vollkommen verrannt hat. Mit der Zeit ergeben sich immer wieder auch kleine Rätsel, die gelöst werden müssen, um das Große Ganze schließlich entschlüsseln zu können.

Die Lindenhof-Mädchen erleben nicht nur ein spannendes Abenteuer im Kinderdorf, sondern erhalten nebenbei auch noch interessante Informationen, die sie möglicherweise mal mehr mal weniger nachdenklich werden lassen, ebenso wie den Hörer.

Montag, 29. Juni 2015

[REZENSION] Tod und tiefer Fall

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Tod und tiefer Fall
Autor: Elias Haller
Übersetzer: -/-
Verlag: -/-
Reihe: Erik Donner 1
Ausführung: Taschenbuch, 300 Seiten



Autor:
Elias Haller, Jahrgang 1977, lebt mit seiner Familie in einer sächsischen Großstadt.
Der Zündstoff für seine Thriller sind seine beruflichen Erfahrungen im Umgang mit Rechtsbrechern und Opfern von Straftaten. Dank der langjährigen Leidenschaft für das Schreiben kann Elias Haller (kaltblütige) Mörder und (tragische) Helden aufeinander loslassen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.


TOD UND TIEFER FALL

Über den Verlust seiner Familie ist Kriminalhauptkommissar Erik Donner verständlicherweise nie hinweg gekommen, doch seinen Job aufzugeben war ebenfalls nie eine Option, daher wurde er kurzerhand von höherer Stelle an den Schreibtisch verbannt. Dann jedoch nimmt der Mann Kontakt zu ihm auf, der für Donners Lage verantwortlich ist. Der Ermittler ist verwirrt und angespannt zugleich, zu Recht, denn Jeff ist tot...

Früher als alle Tage zuvor betrat Donner sein Büro. Er war so müde, dass er sich in den nächsten Sarg legen könnte. Doch so sehr die Kaffeemaschine ihn anlächelte, er musste erst den Computer befragen. Jemand hatte eine Rechnung mit ihm zu begleichen, und dieser jemand konnte unmöglich Balthasar sein. (S. 116)

Schon ganz zu Anfang wird man in das grausame Geschehen hineingezogen, denn man wohnt der Szene bei, die Donner für immer verändern sollte. Dadurch fühlt man eine gewisse Art von Verbindung, die durchweg anhält, auch wenn man sein Agieren nicht unbedingt immer gutheißt. Die Abneigung der Kollegen kann man dagegen überhaupt nicht nachvollziehen, es scheint eine große Verschwörung im Gang zu sein, die nicht so einfach zu sprengen ist. Es bleibt aber auch überhaupt keine Zeit darauf Energien zu verschwenden, denn Jahre nach der schrecklichen Tat scheint der Übeltäter auferstanden zu sein.

Gemeinsam mit Erik Donner verfolgt man ein Phantom, das nicht nur einen, sondern mindestens zwei Schritte voraus zu sein scheint. Ein Manipulator erster Klasse, dem schnellstmöglich das Handwerk gelegt werden sollte. Doch einfacher gesagt als getan, wenn man alleine handeln muss und niemanden auf seiner Seite hat. Mental versucht man als Leser schon den Ermittler zu unterstützen, was dieser bekanntermaßen leider nicht spüren kann. So bleibt einem nur eigene Vermutungen anzustellen und Schlüsse zu ziehen was die Zusammenhänge angeht und gleichzeitig zu hoffen, dass es Donner gelingt den Täter zu stellen oder alternativ seine Unschuld zu beweisen, denn die Kollegen sind hinter ihm her wie Bluthunde.

Die (An-)Spannung kennt keine Grenzen, man fliegt förmlich durch die Seiten und kann partout nicht aufhören zu lesen, denn man muss ganz dringend erfahren was eigentlich vor sich geht. Die wildesten Phantasien nehmen im Kopf des Lesers Gestalt an, es fehlen jedoch konkrete Beweise, dass es sich dabei nicht nur um Hirngespinste handelt. Bis zum Schluss kann man nicht sicher sein, ob die eigene Theorie Bestand hat, vom Ausgang des Geschehens ganz zu schweigen.

Elias Haller legt mit „Tod und tiefer Fall“ ein Thrillerdebüt vor, dass darauf hoffen lässt, Erik Donner noch häufiger zu begegnen.

[REZENSION] Sternschnuppenstunden

Redakteur: Anette Leister

Titel: Rachel McIntyre (OT: Me and Mr J)
Autor: Rachel McIntyre
Übersetzer: Jessika Komina, Sandra Knuffinke
Verlag: Magellan
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren
Ausführung: Hardcover, 304 Seiten



Autor:
Rachel McIntyre ist in einem Haus voller Bücher aufgewachsen und ihre Leidenschaft für Sprache versucht sie nun als Lehrerin weiterzugeben. Sie weiß, dass Jugendliche gute Geschichten lieben – Geschichten, die ihnen dabei helfen, mit den täglichen Herausforderungen ihres Lebens umzugehen. Rachel McIntyre lebt in Nordengland. "Sternschnuppenstunden" ist ihr erster Roman.


STERNSCHNUPPENSTUNDEN

In "Sternschnuppenstunden" vertraut sich die fünfzehnjährige Lara über den Zeitraum eines halben Jahres ihrem Tagebuch an. Passend dazu ist die gedruckte Ausgabe der deutschen Fassung auch äußerlich dicht an einem echten Tagebuch angelehnt: Autorenname und Titel stehen auf einer papiernen Applikation, die Ränder und Stellen des Covers sehen abgenutzt aus, die Vorsatzseiten sind ebenfalls in einem passenden Design gestaltet.

Laras Tagebucheinträge beginnen am ersten Januar. Das Tagebuch hat ihr ihre Granny zu Weihnachten geschenkt.
Eigentlich sind Tagebücher nicht so Laras Ding, zumindest hätte sie sich keines gewünscht, wäre sie danach gefragt worden, doch schnell wird klar, dass das Tagebuch ein geduldiger "Gesprächspartner" in einer schweren Zeit für Lara ist:
Durch die Insolvenz der Firma ihres Vaters, hat ihre Familie ihr ganzes Vermögen verloren, selbst das Haus konnten sie nicht halten, so dass sie nun in einer Wohnung mit unausstehlicher Nachbarschaft wohnen. Ihre Mutter hat eine Putzstelle bei einer von Laras vermögenden Mitschülerinnen - gefundenes Fressen für die oberflächliche und fiese Molly. Sie mobbt Lara mit deren familiären Situation und erpresst sie zudem, dass ihre Mutter die notwendige Anstellung verlieren würde, wenn Lara zu irgendjemanden ein Wort über die Schikanen verliert, die bald nicht mehr nur in psychischer, sondern auch körperlicher Form stattfinden.
Niemanden wagt sich Lara anzuvertrauen, bis in ihrer Schule der Aushilfslehrer Ben Jagger den Englischunterricht übernimmt, der nicht nur wahnsinnig gut aussehend und nett ist, sondern auch ein Gespür für Laras missliche Lage zu haben scheint.

Oder vielleicht haben die anderen auch nie mitbekommen, wie die Leute mich behandeln. Man braucht schließlich nicht unbedingt eine Tarnkappe, um unsichtbar zu sein, stimmt's? (S.20)

Da ihre Mutter bis zum Umfallen arbeitet, ihr Bruder noch viel zu klein ist, ihr Vater seinen Kummer in Alkohol ertränkt und ihre Cousine und beste Freundin Emma nicht mehr in der gleichen Stadt wohnt, wird Mr. Jagger bald zu Laras wichtigster Bezugsperson.

Langsam wird mir klar, dass das Schlimmste am Armsein nicht die ollen Klamotten oder das fehlende Satellitenfernsehen sind, sondern der Schaden, den die Familie dabei nimmt. (S.106)

Dabei bleibt es jedoch nicht bei einer normalen Lehrer-Schüler-Beziehung, denn Lara verliebt sich in ihren sympathischen und fürsorglichen Lehrer und auch Mr. Jagger scheint mehr für sie zu empfinden als das berufliche Verhältnis zwischen den beiden vor Gesetz erlaubt.
Dank Ben wird der Teufelskreis aus psychischem und körperlichem Mobbing für Lara zwar erträglicher, denn die Zeit mit ihrem geliebten Lehrer ist für sie wie Sternschnuppenstunden, jedoch sehen sich die beiden bald einem anderen, gesellschaftlichen Problem gegenüberstehen.
Kann Lara das Schuljahr durchstehen, bis Ben Jagger seine Aushilfsstelle an ihrer Schule aufgibt?

"Sternschnuppenstunden" behandelt das Thema Mobbing, insbesondere auf Grund gesellschaftlicher Unterschiede. Lara war niemals ein wirkliches It-Girl, hatte jedoch zumindest ein paar gute Freunde bevor sie durch den beruflichen Ruin ihres Vaters in der sozialen Unterschicht gelandet ist.
Die finanzielle Misere bestimmt ihr ganzes Leben. Nicht nur das extrem fiese Mobbing in der Schule, auch das Familienleben, welches immer mehr in die Brüche geht, auf Grund Überbelastung und Alkoholismus, führt sie an den Rande eines Selbstmordversuchs. Als Leser kann man stellenweise gar nicht glauben, zu welchen Aktionen ihre Mitschüler fähig sind, und es stimmt abgrundtief traurig zu sehen, dass Lara neben ihrem Tagebuch niemanden hat, dem sie sich anvertrauen kann.
"Sternschnuppenstunden" hat einen sehr einnehmenden und dringlichen Schreibstil, da man auf Grund der Tagebucheinträge direkt an Laras Gefühlschaos teilnimmt. Zudem sind die täglichen Einträge oft recht knapp und stellenweise umgangssprachlich gehalten, so dass die Seiten nur so an einem vorbeifliegen. Da sich Laras Situation bezüglich des Mobbings und ihrer Verbundenheit zu Ben Jagger immer mehr zuspitzt, baut sich darüber hinaus eine kaum erträgliche Spannung auf, dass man das Buch irgendwann nur noch schwer aus der Hand legen kann.
Gegen Ende war mir Laras Verhalten schon fast zu obsessiv und die Geschichte hätte meinetwegen einige Kapitel eher enden können. Ich hätte mir lieber mehr eigene Gedanken zu Laras und Bens Zukunft gemacht, statt ein Ende präsentiert zu bekommen, aber diese Kritik ist nicht so groß im Vergleich zu der ansonsten überragenden Mobbinggeschichte, dass sie meine Gesamtwertung herabstufen würde.

Rachel McIntyre ist eine wichtige Story über Mobbing, Selbstwertgefühl, familiäre und soziale Beziehungen gelungen, die in meinen Augen unbedingt von vielen Jugendlichen gelesen werden sollte. Oder auch von Erwachsenen... um die Anzeichen bei gemobbten Jugendlichen zu erkennen, die sich niemandem anvertrauen können, um sie durch Hilfe aus ihrem Teufelskreis herausholen zu können.

Sonntag, 28. Juni 2015

[RUND UMS BUCH] Neuzugänge KW26


Im Briefkasten

Anette:
Archie Greene 1: Archie Greene und die Bibliothek der Magie, D. D. Everest (RE)
Käpt'n Chaos und die Schoko-Aliens, Thomas Klitschke (GW)
Mitternachtsclowns, J.J. Howard (GW)
Smek for President, Adam Rex (RE)

Christiane:
Acht Sinne - Band 1 der Gefühle, Rose Snow (GW)
Der Tote am Kirchturm, Alexander Bálly (GW)
Watch me, James Carol (RE)
Hell's gate, Richard Crompton (RE)
Mind Games, Teri Terry (GW)

[REZENSION] Mission Pferdeshow (Hörspiel)

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Mission Pferdeshow
Autor: -/-
Sprecher: Mia Diekow, Sonja Stein, Merete Brettschneider u.a.
Übersetzer: -/-
Verlag: Europa
Reihe: Die drei !!! 37
empfohlenes Lesealter: ab 8 Jahren
Ausführung: Hörspiel, ca. 55 Minuten, 1 CD



Sprecher:
Mia Diekow, Sonja Stein, Merete Brettschneider, Jodie Ahlborn, Anne Moll, Marin Lohmann, Alexandra Doerk, Ingo Abel, Nils Rieke, Thomas Karallus, Clemens Gerhard


MISSION PFERDESHOW

Fiona, eine Freundin von Franzi, die vor einiger Zeit mit ihren Eltern weggezogen ist, ist für kurze Zeit wieder in der Stadt. Und das Beste daran ist, dass sie bei einer Pferdeshow auftreten, mit der sie auch reisen. Klar, dass Franzi als absoluter Pferdefan ganz nah dabei sein will, umso mehr freut sie sich natürlich, als sie auch eine kleine Rolle in der Show ergattern kann. Auch wenn Kim und Marie weder mit Fiona, noch mit Pferden allzu viel anfangen können, begleiten sie ohne Frage ihre Freundin. Und prompt stoßen sie auf einen neuen Fall.

Der Medikamentenschrank der Artistentruppe wurde aufgebrochen, jeder verdächtig plötzlich jeden und die drei Detektivinnen stecken mittendrin. So viele Hinweise und Indizien, doch wem soll man trauen, so richtig kennen sie doch niemanden aus der Truppe. Irgendetwas läuft nicht ganz rund und die Mädchen versuchen nun herauszufinden was das ist, damit die Shows nicht gefährdet werden und alle wieder ruhig schlafen können...

Franzi und Fiona haben sich lange nicht gesehen, klar, dass das Wiedersehen sehr herzlich ausfällt, auch wenn sie bei ihrer letzten Begegnung kaum Grund zur Freude hatten. Marie und Kim mochten Fiona schon damals nicht und das merkt man auch jetzt wieder. Aber Franzi zuliebe arrangieren sie sich mit der Situation, die schließlich zeitlich begrenzt sein wird. Da wird gleich wieder deutlich, wie tief die Freundschaft der drei Mädchen inzwischen geworden ist. Sicherlich gibt es nach wie vor Meinungsverschiedenheiten, schließlich hat jede ihren eigenen Kopf, aber im Grunde stehen sie hundertprozentig füreinander ein. Das ist auch dieses Mal wieder wichtig, denn nur, wenn sie clever zusammenarbeiten, ist es möglich, den Fall zu lösen, da ihnen auch hier nur begrenzt Zeit für bleibt.

Mit Medikamentendiebstahl ist wahrlich nicht zu spaßen, schließlich weiß man doch als Laie meist gar nicht, wie gefährlich bestimmte Substanzen sein können. Und dann ist ja auch noch die Frage zu klären, warum man diese stiehlt. Will man jemandem schaden oder hat man selber Beschwerden, von denen man sonst niemandem etwas sagt? Aber egal welcher Grund es ist, gefährlich ist es immer. Deshalb setzen die drei Detektivinnen auch alles daran, den Täter so schnell wie möglich ausfindig zu machen, da sie wissen, was für einen Schaden er damit anrichten könnte. Die Zeit drängt und würden sie auf alle Hinweise hören, müssten sie jeden aus der Artistentruppe verdächtigen. Sicherlich hätte jeder die Möglichkeit gehabt, aber es gilt wieder einmal gezielt auszusortieren und auch ein bisschen auf seine Menschenkenntnis zu vertrauen.

Kim, Franzi und Marie haben einen spannenden Fall zu lösen, der ihnen einiges abverlangt. Es lastet eine große Verantwortung auf ihren Schultern, denn sie wissen, wenn der Fall nicht rechtzeitig gelöst wird, ist die Show gefährdet.

Samstag, 27. Juni 2015

[REZENSION] Die wahre Geschichte von Regen und Sturm

Redakteur: Anette Leister

Titel: Die wahre Geschichte von Regen und Sturm (OT: Rain reign)
Autor: Ann M. Martin
Übersetzer: Gabriele Haefs
Verlag: Königskinder
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahre
Ausführung: Hardcover, 240 Seiten





Autor:
Ann M. Martin wurde in Princeton, New Jersey (USA), geboren. Sie war Lehrerin und arbeitete als Lektorin in einem New Yorker Kinderbuchverlag. Mittlerweile lebt sie vom Schreiben und hat bereits viele Romane veröffentlicht, die vielfach ausgezeichnet wurden, unter anderem mit der renommierten Newbery Medal.


DIE WAHRE GESCHICHTE VON REGEN UND STURM

Ruth (ruht) ist ein fast (fasst) 12jähriges Mädchen mit hochfunktionalem Autismus. Sie (sieh) wächst bei ihrem alleinerziehenden Vater auf, da die Mutter die Familie verlassen hat, als sie (sieh) gerade (gerade im Sinne von erst, nicht im Sinne von nicht schief) mal zwei Jahre alt war (wahr).
Ruth mag:
1. Wörter (vor allem Homophone)
2. Regeln
3. Zahlen (vor allem Primzahlen)
Wegen Ruths Vorlieben mutet der Beginn meiner Rezension auch etwas eigenartig an, da Ruth ihre Geschichte selbst erzählt, und so während der kompletten Handlung Homophone und Homonyme in Klammern aufgeführt werden. Ruth sammelt diese Wortpaare (ein Paar sind immer zwei, wohingegen ein paar auch mehr als zwei sein können) auf einer handgeschriebenen Liste, wenn jemand Regeln nicht einhält, ist ihr fast zum Heulen und zur Beruhigung schreit sie dann meistens Primzahlen laut heraus. Kein Wunder also, dass die Kinder in ihrer Klasse sie seltsam finden und kaum einer es schafft eine Bindung zu ihr aufzubauen. Selbst zu ihrem Vater hat sie keinen Draht. Dieser war gerade mal 21 Jahre alt als Ruth geboren wurde, und ist mit ihrer Erziehung eindeutig überfordert. Wenn er nicht arbeiten ist, geht er meistens ins "Irische Glück" zum Trinken, Hauptsache, er kann Ruth und den täglichen Sorgen aus dem Weg gehen. Er hat Probleme den Tatsachen ins Auge zu sehen und möchte eigentlich nur, dass Ruth sich integriert und ihr merkwürdiges Verhalten sein lässt, damit er sich nicht noch mehr mit ihren Problemen auseinander setzen muss.
Zum Glück hat Ruth neben ihrem Vater noch ihren Onkel Weldon und ihren Hund Regen, den ihr Vater im Regen gefunden hat. Mit Weldon kann sie über alles reden und Regen verhilft ihr sogar Kontakt zu ihren Klassenkameraden zu schließen. Doch als ein Hurrikan die kleine Stadt heimsucht, in der Ruth zuhause ist, lässt ihr Vater Regen ohne Halsband heraus und diese geht im Unwetter verloren. Was soll Ruth nun bloß ohne Regen machen? Zum Glück hilft Onkel Weldon ihr auf der Suche nach Regen und Ruth beweist in dieser tragischen Situation, welch ein großartiges und intelligentes Mädchen tatsächlich in ihr steckt.

Die Nachmittage sind lang. Es ist, als wären sie voll von leerem Raum - Raum zwischen der  Schachtel und den Hausaufgaben, Raum zwischen den Hausaufgaben und dem Kochen. Ich weiß nicht, was ich mit dem Raum machen soll. Sonst hat Regen den immer gefüllt.
Wie füllt man leeren Raum? (S.158)

"Die wahre Geschichte von Regen und Sturm" ist ein sehr berührendes, ruhiges und doch außerordentlich spannendes Buch über ein ungewöhnliches Mädchen.
Da Ruth ihre Geschichte selbst erzählt, kann man sich sehr gut in ihr Gefühlsleben und ihren Verstand hinein versetzen, dennoch schafft es die Autorin trotz der Ich-Perspektive auch die weiteren Haupt- und Nebencharaktere einfühlsam und echt zu schildern, so dass man sich auch in deren Situation und den täglichen Umgang, den sie mit Ruth haben, hineinversetzen kann.
Obwohl die Autorin (bzw. in der deutschen Version die Übersetzerin) konsequent die Aufführung von Homophonen und Homonymen durchziehen, unterbricht dieses Stilmittel nicht den Lesefluss. Viel mehr habe ich mich auf dieses Spiel eingelassen und mich häufig gefragt, ob mir alle Homophone beim Schreiben eingefallen wären. An dieser Stelle muss ich auch die Übersetzungsarbeit von Gabriele Haefs loben, denn wie bereits am Originaltitel "Rain reign" zu sehen ist, sind es im englischen wie im deutschen natürlich ganz andere Wörter, die Homophone oder Homonyme bilden.
Ich habe die Geschichte ab der ersten Seite sehr gerne gelesen, ab dem Verschwinden von Regen während des Hurrikans konnte ich die Geschichte dann gar nicht mehr aus der Hand legen: zu gespannt war ich, ob Ruth Regen wiederfinden kann, ich habe regelrecht mit ihr gelitten nach dem Verschwinden des Hundes. Doch nicht nur die Sache mit Regen führt im weiteren Lauf der Geschichte noch zu der einen oder anderen Überraschung, die Autorin wirft am Ende des Buches einige Tatsachen über den Haufen, die sich als blanker Trug und Schein entpuppen.

"Die wahre Geschichte von Regen und Sturm" ist eine ungewöhnliche Geschichte: sowohl vom Erzählstil als auch von ihrer tragenden Hauptfigur. Es ist eine berührende Geschichte über Familie und Freundschaften und über die außergewöhnliche Stärke eines kleinen Mädchens, dass es in seinem Leben nie einfach hatte und in einer Krisensituation weit über sich und seine Möglichkeiten hinauswächst.

Freitag, 26. Juni 2015

[GEWINNSPIELAUSLOSUNG] Big Game - Die Jagd beginnt

Redakteur: Julia Ehrenberg

Gestern ging unser Gewinnspiel zu Big Game zu Ende. Danke an alle, die teilgenommen haben!

Titel: Big Game – Die Jagd beginnt (OT: Big Game )
Autor: Dan Smith
Sprecher: Julian Greis
Übersetzer: Birgit Niehaus
Verlag: Silberfisch
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahren
Ausführung: Hörbuch, 423 Minuten




Bevor ich die Glücksfee die Gewinner ziehen lasse, möchte ich euch selbst die Frage beantworten, die ich euch gestellt habe:

Wenn ihr Buchverfilmungen anschaut, lest ihr das Buch dann lieber vor oder nach dem Anschauen der Verfilmung und warum?

Nun, ich muss gestehen, besonders oft schaue ich keine Buchverfilmungen, aber wenn, dann lese ich lieber erst das Buch. Am Besten aber nicht genau vor dem Film sondern mit zeitlichem Abstand. Dann kann ich beim Lesen meine eigenen Vorstellungen haben, beim Filmschauen dagegen fällt mir nicht jede veränderte Kleinigkeit, die es unweigerlich gibt, auf.

So, und nun also zur Verkündung der Gewinner. Über das Hörbuch dürfen sich folgende Teilnehmer freuen:

  • Petra
  • Peter
  • Margareta


  • Herzlichen Glückwunsch! Peter und Margareta habe ich bereits per Mail informiert.
    Petra, bitte schicke innerhalb von einer Woche deine Adressen an julia@katzemitbuch-forum.de. Die Hörbücher machen sich dann nächste Woche auf den Weg zu den Gewinnern.

    [REZENSION] Machtfrage

    Redakteur: Christiane Demuth

    Titel: Machtfrage
    Autor: Bettina Kerwien
    Übersetzer: -/-
    Verlag: Gmeiner
    Reihe: -/-
    Ausführung: Taschenbuch, 342 Seiten



    Autor:
    Bettina Kerwien wurde 1967 geboren und hat Amerikanistik und Publizistik an der Freien Universität Berlin studiert. Daneben schrieb und fotografierte sie für verschiedene Zeitungen. 1989 gründete sie die Werbeagentur »Horizonte« und hob die Berliner Handball-Fachzeitschrift »HiB« aus der Taufe. 1997 erwarb sie gemeinsam mit sieben Kollegen ein traditionelles Stahlbau-Unternehmen. Nach einer beruflichen Zäsur im Jahr 2004, die sie zur Geschäftsführerin dieses Unternehmens machte, widmete sie sich dem Schreiben. Mit »Machtfrage« gibt sie ihr Debüt im Gmeiner-Verlag.


    MACHTFRAGE

    Ex-RAF-Mitglied Martin Landauer und Politologe Johannson kümmern sich mit ihrer Stiftung um die Wiedergutmachung gesellschaftlichen Unrechts. Doch sie müssen einsehen, dass sie damit nicht bei allen auf Gegenliebe stoßen. Staatssekretär Grendel ist nur einer ihrer Widersacher. Plötzlich taucht Michael Glass, seit fast drei Jahrzehnten totgeglaubt, wieder auf und facht den Konflikt erst so richtig an...

    Ali hieß den Schmerz willkommen. Er bog den Rücken durch, wartete, bis sein Herzschlag sich beruhigte. Dann krallte er die Hände in das Laub des Waldbodens, zog sich auf die Knie. Quälte sich hoch. Sein ganzer Körper schmerzte, aber es fühlte sich mehr nach einer überstandenen Schlägerei an. Nichts Lebensbedrohliches. (S. 172)

    Politische Themen, gerade wenn sie nahe an der Realität angesiedelt sind, gleichen immer ein wenig einer Gratwanderung. Einerseits besitzt der Leser zumeist Vorwissen, andererseits hat er gewisse Erwartungen an die Geschichte. Bettina Kerwien gelingt es, eine mit Sicherheit nicht einfache Thematik, in ein vielschichtiges, spannendes Geflecht einzubetten, das den Leser in seinen Bann zieht.

    Zu Beginn mag man sich noch gar nicht so sicher sein, dass das wirklich geschieht, denn es gibt viele Perspektiv- und Ortswechsel, somit auch eine Vielzahl an Personen, die bereits auf den ersten Seiten eingeführt werden. Leicht kann man sich von dieser Menge erschlagen fühlen, ebenso wie man möglicherweise leicht verloren dasteht, auf Grund der manches Mal verwirrenden Szenenwechsel.

    Es lohnt sich jedoch am Ball zu bleiben und nicht zu früh aufzugeben, denn schon bald zeichnen sich erste Zusammenhänge ab, die im weiteren Verlauf vertieft werden. So verfolgt man voller Spannung die verschiedenen Handlungsstränge und hat bereits das ein oder andere Mal mögliche Erklärungen im Hinterkopf, wie diese nun wieder in den Zusammenhang eingepflegt werden könnten. Ob die eigenen Überlegungen sich schließlich mit den tatsächlichen decken, wird sich zeigen. Man ist schlussendlich jedoch so tief im Geschehen verankert, dass man beinahe das Gefühl hat nur den Arm ausstrecken zu müssen, um die Figuren berühren zu können.

    Nicht alles wird zum Schluss bis ins allerletzte Detail aufgeklärt, so hofft man natürlich auf eine Fortsetzung, die diese Fragen aufgreift und weiterführt. „Machtfrage“ bietet einige spannende sowie lehrreiche Lesestunden, lässt den Leser aber gleichzeitig nachdenklich zurück.

    Donnerstag, 25. Juni 2015

    [REZENSION] Die verhexte Mitternachtsparty (Hörspiel)

    Redakteur: Christiane Demuth

    Titel: Die verhexte Mitternachtsparty
    Autor: Christoph Piasecki / Tatjana Auster
    Sprecher: Erzählerin: Judy Winter
    Übersetzer: -/-
    Verlag: Contendo Media
    Reihe: Potz Blitz - Die Zauberakademie 2
    empfohlenes Lesealter: ab 6 Jahren
    Ausführung: Hörspiel, ca. 63 Minuten, 1 CD



    Sprecher:
    Judy Winter, Lea Kiernan, Kai Hogenacker, Celina Walter, Peer Scholmann, Benny Hogenacker, Charlotte Bergmeier, Patrick Mölleken, Yann Moison, Juliane Spillecke, Werner Spillecke, Alissa Puke, Saskia Puke, Sascha Rotermund, Karin Lieneweg, Santiago Ziesmer, Michael Deffert, Nana Spier, Martin Sabel, Christoph Piasecki, Tatjana Auster, Ulrike Stürzbecher, Wolfgang Bahro, Patrick Bach, Sylvie Nogler, Claudia Urbschat-Mingues


    DIE VERHEXTE MITTERNACHTSPARTY

    Ein paar Wochen sind bereits vergangen, seit Flo, Finn und Jazz ihren Einstand in der Potz Blitz Zauberakademie gegeben haben. Nun wollen sie es so richtig krachen lassen und eine Mitternachtsparty schmeißen. Doch es muss nicht nur einiges organisiert werden, sondern sollte möglichst nicht nach außen dringen, schließlich sind solche Feiern nicht erlaubt. Zugleich geht etwas seltsames im Schloss vor, es scheint als sei wirklich alles und jeder verhext...

    Nach „Ein zauberhafter Anfang“ ist „Die verhexte Mitternachtsparty“ nun der zweite Streich für die jungen Hexen und Hexer der Zauberakademie. Dass wahrlich noch nicht alles glatt geht, wenn es um magischen Unterricht geht, wundert niemanden. Ebenso wenig wie der Abenteuerdrang der Jungen und Mädchen. So ist es nicht verwunderlich, dass Flo, Finn und Jazz auf die Idee kommen eine geheime Mitternachtsparty zu schmeißen. Doch bis es soweit ist geschieht noch einiges, manchmal mehr, manchmal weniger seltsames.

    Die Charaktere, die man bereits in der ersten Folge kennenlernen durfte, haben nun die Möglichkeit sich noch umfangreicher vorzustellen, um nicht sofort wieder aus den Köpfen der Hörer zu verschwinden. Der eine nutzt dies mehr, der andere weniger, was natürlich auch abhängig von der jeweiligen Persönlichkeit ist. Auf alle Fälle erhält man einen ersten Einblick in die Entwicklung der Figuren, wodurch eine gewisse Richtung angezeigt wird, die man möglicherweise im nächsten Abenteuer direkt weiter verfolgen kann.

    Es scheint gar nicht so leicht zu sein diese Party zu planen, einiges geht schief und man hat schon die Befürchtung der Plan muss auf Eis gelegt werden. Gespannt verfolgt man also den weiteren Verlauf und ahnt schon, dass noch einiges auf die jungen Magier zukommen wird. Zwar kann man nicht vorhersehen womit sie es zu tun bekommen, doch bis zum Schluss darf und muss unbedingt mit Überraschungen gerechnet werden. Niemals sollte man sich zu sicher fühlen, dass bereits alles überstanden ist.

    Auch das zweite zauberhafte Abenteuer macht Lust auf mehr, schließlich gibt es noch einiges zu entdecken und den ein oder anderen Handlungsstrang weiter zu führen, der in dieser Folge aufgezeigt wurde.


    Reiheninfo:
    Folge 1: Ein zauberhafter Anfang

    [REZENSION] Drachen lieben Feuerwerk

    Redakteur: Sabrina Best

    Titel: Drachen lieben Feuerwerk
    Autor: Claudia Weiand
    Verlag: Gerth Medien
    Reihe: Das Tagebuch des Julian S. 3
    empfohlenes Lesealter: 7-10 Jahre
    Ausführung: Hardcover, 208 Seiten



    Autor:
    Claudia Weiand entwirft und verkauft Kritzeleien oder bemalt auch schon mal eine ganze Krankenhausstation. Und sie schreibt Bücher. Sie ist verheiratet und Mutter von zwei Söhnen. www.claudia-weiand.de


    DRACHEN LIEBEN FEUERWERK

    Wie die beiden vorherigen Abenteuer von Julius und dem Drachen Quentin ist auch dieses Buch wieder liebevoll gestaltet.
    Der Einband ist ein Hingucker in knallrot und wiederum befindet sich in der unteren, rechten Ecke der Seiten ein Daumenkino bemalt mit dem Drachen Quentin. Einfach schön und einfallsreich!

    Die Ferien bei Opa Ignatz sind zu Ende, Julius wird von seinem Papa abgeholt und sie fahren nach Hause.
    Julius ist sehr traurig, er möchte gar nicht vom Opa, Pauline und all seinen neuen Freunden weg. Aber er muss, denn die Schule geht wieder los.
    Aber was für eine Überraschung... Zu Hause merkt er, dass er nicht alleine vom Opa abgereist ist. Er hat jemand im Gepäck. Na, könnt ihr erraten wer es ist? :)

    Ein Buch, welches auch erwachsene Leser schmunzeln lässt, egal ob beim Selbstlesen oder Vorlesen.

    Sehr schön ist auch in diesem Band wieder, das der religiöse Aspekt nicht verloren geht. In dieser Geschichte erläutert Quentin, dass jeder einzigartig ist, genau so, wie er ist. Und keiner muss jemand anderen Nachahmen oder Neiden. Jeder wurde als etwas Einzigartiges geschaffen. Dies ist sehr schön und einfach beschrieben, so dass auch jüngere Kinder den Aspekt verstehen und nachvollziehen können.

    "Drachen lieben Feuerwerk" ist ein absolutes Wohlfühlbuch, das man in einem Rutsch liest. Kinder, denen man die Geschichte vorliest, möchten sicherlich, das man nicht damit aufhört, bevor das Abenteuer zu Ende ist :)

    Reihen-Info:
    Band 1: Drachen haben Mundgeruch
    Band 2: Drachen mögen keine Kekse
    Band 3: Drachen lieben Feuerwerk

    Mittwoch, 24. Juni 2015

    [REZENSION] Mondscheindisco

    Redakteur: Christiane Demuth

    Titel: Mondscheindisco
    Autor: Maren von Klitzing
    Übersetzer: -/-
    Verlag: Pink
    Reihe: -/-
    empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahren
    Ausführung: Taschenbuch, 192 Seiten



    Autor:
    Maren von Klitzing wurde in Hamburg geboren. Sie hat als Redakteurin für ein Kinder-Umweltmagazin gearbeitet und schreibt seit 2001 Bücher für Kinder und Jugendliche. Mit ihrer Familie lebt sie in Hamburg.


    MONDSCHEINDISCO

    Elin kann es kaum fassen, als ihre Mutter tatsächlich abreist und sie für ganze drei Wochen alleine lässt. Gemeinsam mit ihrer neuen Freundin Vero, die kurzerhand bei ihr einzieht, lebt Elin einfach in den Tag hinein. Nachts machen die Mädchen sich auf zu geheimen Treffpunkten, die stetig wechseln. Denn die „Mondscheindisco“ ist eine Party nur für geladene Gäste, an nicht unbedingt einwandfreien Orten. Aber wen stört das schon, wenn sich dort der tollste Typ, den Elin je gesehen hat, aufhält?

    Meret füllt meinen Teller mit Spaghetti, die sie schnell in den Topf geworfen hat. Das Pesto ist natürlich selbst gemacht und duftet nach frischem Basilikum. Ich staune selbst, was für einen Heißhunger ich habe. Es schmeckt absolut lecker, und ich nehme mir ein zweites Mal nach. Okay, das ist nicht gerade toll für die Bikinifigur, aber ich liebe nun mal gutes Essen. Tag und Nacht nur am Salatblatt knabbern, das ist nichts für mich. Niemals. (S. 17)

    Die „Mondscheindisco“ hat sicherlich einen gewissen Reiz, egal, ob man noch im Teenager-Alter ist oder nicht. Eine solch geheime Party zieht Menschen einfach an, auch wenn man genau weiß, dass es nicht richtig ist. Entsprechend verständlich ist es, dass auch Elin sich auf dieses Abenteuer einlässt. Dass sie dabei ihren Traumtypen trifft, ist ein ganz besonderes Highlight, das dem Ganzen noch das i-Tüpfelchen aufsetzt.

    Überall, wo verschiedenste Charaktere aufeinander treffen, kommt es zu Unstimmigkeiten. Daher ist es nicht schwer zu erraten, dass auch bei Elin und ihren Freunden nicht immer alles friedlich zugeht. Doch kann der Leser nicht unbedingt alle Verhaltensweisen der involvierten Personen nachvollziehen oder gar verstehen. Da würde man die ein oder andere Figur doch gerne mal beiseite nehmen und ihr gehörig den Kopf waschen. Versetzt man sich allerdings in das Alter zurück, ahnt man schon, dass man nicht weit kommen würde, hatte man doch selbst seinen eigenen Kopf und ließ sich nichts sagen.

    Der Verlauf des Geschehens ist in weiten Teilen vorhersehbar, wenn auch nicht bis ins kleinste Detail. Ebenso gibt es Elemente, die wahrlich überraschend sind und die Handlung beleben. So bietet „Mondscheindisco“ ein paar unterhaltsame Lesestunden, wenngleich die Thematik in mancher Hinsicht vielleicht ein wenig strittig ist.