Donnerstag, 30. April 2015

[REZENSION] Der Tag, als wir begannen, die Wahrheit zu sagen

Redakteur: Natalie Burger

Titel: Der Tag, als wir begannen, die Wahrheit zu sagen (OT:The Truth Commission)
Autor: Susan Juby
Übersetzer: Eva Müller-Hirteis
Verlag: cbj
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahren
Ausführung: Hardcover, 352 Seiten



Autor:
Susan Juby begann bereits als Kind zu schreiben. Nach ihrem Literaturstudium arbeitete sie zunächst in einem Verlag, begann aber auch schon ihre eigenen Bücher zu veröffentlichen. Ihre erste Jugendbuch-Trilogie wurde erfolgreich fürs Fernsehen adaptiert. Susan lebt und arbeitet in Kanada.



DER TAG, ALS WIR BEGANNEN, DIE WAHRHEIT ZU SAGEN

Inhalt:
Normandy ist Schülerin der 11. Klasse an der Kunstakademie und beginnt mit ihren Freunden Neil und Dusk ein Experiment. Sie werden Schüler nach der Wahrheit fragen. Einmal die Woche werden Mitschülern und Lehrern eine Frage gestellt die sie wahrheitsgemäß beantworten sollen. Doch bringt die Wahrheit nicht nur gute Sachen hervor sondern tritt auch eine ungeahnte Lawine los...

Meine Meinung:
Der Titel Klang schon gut und auch der Rückentext versprach eine spannende Lektüre. Vielleicht hätte ich zunächst die Leseprobe lesen sollen, das wäre hierbei sehr ratsam, denn mein negativer Eindruck beginnt bereits beim Schreibstil.

Dieser Schreibstil als Essay beschreiben, Normandy, die Protagonistin selber beschreibt ihn so. Es ist eine Art Erzählung, die sich sehr trocken und zäh lesen lässt. Hinzu kommen unzählige Fußnoten, die einen vom Geschehen ablenken. Gewiss hätte man die ein oder andere und vielleicht auch alle weglassen können beim Lesen, aber ich hätte da das Gefühl gehabt etwas zu verpassen. Somit wurde mein Lesefluss von den Fußnoten sehr oft unterbrochen. Fußnoten die teilweise ganz und gar unwichtig für die eigentliche Geschichte sind, andere waren Nebenkommentare zu den Ereignissen, die man vielleicht irgendwie verpackt auch in die Geschichte hätte schreiben können. Alles in allem sorgte eben dieser Art zu Schreiben schon dafür das ich kaum Lust hatte dieses Buch zu lesen.

Die Geschichte ist auch nur wenig interessant gehalten. Das was in der Zusammenfassung gut Klang war so umgesetzt das ich es als Langweilig empfand. Es fing schon damit an das eine Mitschülerin gefragt wurde ob sie wirklich ihre Brüste hat machen lassen. Eine Frage zum Start deren Antwort mir gelinde gesagt auch als Schülerin egal gewesen wäre. Die ehrliche Antwort, sollte sie ehrlich gewesen sein, versetzt Dusk in Euphorie und sorgt für diesen Pakt. Die Begeisterung hier konnte ich kein Stück verstehen.
Man sollte davon ausgehen das immer die ehrliche Antwort gegeben wurde, doch wer sagt das nicht auch dort geschummelt wird? Es wird davon ausgegangen das jeder ehrlich ist, wenn man ihn auf etwas anspricht, das ist Wunschdenken und wirkt teilweise recht unlogisch. Dazu kommt noch das Normandy selber nicht immer ehrlich ist und somit unglaubwürdig wirkt.

Das ist auch das Hauptwort was Normandy für mich umschreibt: Unglaubwürdig, Viel mehr kann ich zu ihr und auch den anderen Figuren nicht sagen. Sie bleiben allesamt blass und unnahbar. Es ist nicht eine Person die mir beim Lesen näher kam. Das mag auch damit zusammen hängen das ich sie teilweise einfach nicht verstand. Warum nimmt ein Teenager zum Beispiel einfach hin das sie sich der großen Schwester immer unterordnen muss. Das wäre in der Realität äußerst unwahrscheinlich. Warum kuschen Eltern vor ihrer Tochter nur weil sie berühmt ist? Wäre es da nicht nötig etwas zu tun, schließlich ist sie die Tochter.

In diesem Buch gibt es viele Dinge die mir einfach nicht einleuchteten und weswegen mir das Lesen keinen Spaß machte. Ich kann mir auch nur schwer vorstellen das es Kids ab 12 Jahren da anders geht. Wenn überhaupt würde ich es bei 14-16 Jährigen ansiedeln.

[REZENSION] Wiener Totenlieder

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Wiener Totenlieder
Autor: Theresa Prammer
Übersetzer: -/-
Verlag: Marion von Schröder
Reihe: Band 1
Ausführung: Hardcover, 384 Seiten



Autor:
Theresa Prammer wurde 1974 in Wien geboren. Sie hatte Engagements als Schauspielerin unter anderem am Burgtheater, den Festspielen Wunsiedel und an der Volksoper. Seit sieben Jahren arbeitet sie außerdem als Regisseurin. 2006 gründete sie mit ihrem Mann das Sommertheater »Komödienspiele Neulengbach«. Theresa Prammer lebt abwechselnd in Wien und in Reichenau an der Rax. Wiener Totenlieder ist ihr Krimidebüt.


WIENER TOTENLIEDER

Gemeinsam mit Ex-Kriminalkommissar Konrad Fürst wird Kaufhausdetektivin Carlotta Fiore undercover in die Wiener Oper eingeschleust. Denn dort sterben bei den Aufführungen immer wieder Sänger während der Vorstellung, von Unfällen wird nicht mehr ausgegangen. Das ungleiche Duo Fiore und Fürst versuchen zu verhindern, dass das Morden weiter geht, doch scheint ihnen der Täter immer einen Schritt voraus...

[…] So war ich die ganze Probe über nicht in die Verlegenheit gekommen, mir eine Erklärung einfallen lassen zu müssen, warum ich als Statistin hier war.
Doch die Aussicht, dass das nur das erste von drei Stücken war und dass ich wahrscheinlich noch mehr Leute treffen würde, die meine Mutter gekannt hatten, löste einen einzigen Wunsch aus:
Alkohol! (S. 60)

Nicht nur ein ungewöhnlicher Fall erwartet den Leser hier, sondern auch ein ungewöhnliches Ermittlerpaar. Kaufhausdetektivin Carlotta Fiore und Ex-Kriminalkommissar Konrad Fürst, die undercover in die Wiener Oper geschleust werden, sind alles, aber keineswegs 08/15. Sicherlich steht die Polizei im Hintergrund der Aktion, nimmt aber eher die Statistenrolle ein, ebenso wie Fiore und Fürst auf der Bühne. Schon allein ihr Auftrag ist von höchster Brisanz, aber auch private Enthüllungen stehen dem eigentlichen Kriminalfall in nichts nach.

Der Leser wird in eine Welt geführt, die vermutlich die wenigsten von nahem kennenlernen. So ist man auch von dem Umfeld und dessen Beschreibung sehr angetan, versucht man doch alles erdenklich mögliche in sich aufzunehmen, um das große Ganze zu verstehen. Denn dass es hier mehr als nur ein Geheimnis gibt, dass es aufzudecken gilt, steht außer Frage. Allerdings ahnt man nicht, was sich einem hier noch eröffnen wird.

Relativ früh schon glaubt man ein wichtiges Element verstanden und gelöst zu haben, wartet jedoch noch auf die konkrete Bestätigung. Gleichzeitig hofft man jedoch, dass es nicht einfach nur bei dieser bleibt, sondern noch einiges folgt, mit dem man nicht gerechnet hat. Schließlich möchte man nicht schon im ersten Drittel den kompletten Fall gelöst wissen. Glücklicherweise geschieht dies auch nicht, denn zum Schluss ergeben sich noch einige Auflösungen, die den Leser fast schon fassungslos zurück lassen, vor allem aber unvorhersehbar über einem herein brechen.

Theresa Prammers Krimidebüt „Wiener Totenlieder“ hat mehr zu bieten als nur ein ungewöhnliches Setting. Man darf sich nie zu sicher sein das Geschehen bereits verstanden zu haben. Denn es kommt immer noch etwas, das man nicht erwartet hätte.

Mittwoch, 29. April 2015

[COOL-TOUR-KATZE] Dirk Steinhöfel und Andreas Pflitsch im Werkstattgespräch zu "Die Weltenträumerin"

Redakteur: Anette Leister


Am diesjährigen Welttag des Buches waren Dirk Steinhöfel und Andreas Pflitsch in der Villa Herrmann zu Gast zu einer Lesung und einem Werkstattgespräch zu ihrem neuen Werk "Die Weltenträumerin", die im Herbst diesen Jahres bei Oetinger erscheint. 40 Originalbilder aus dem Werk sind die nächsten drei Monate exklusiv in den Austellungsräumen der Villa Herrmann zu bewundern, danach werden sie erst wieder im Herbst im gedruckten Buch zu sehen sein.

Zur Zusammenarbeit zwischen Steinhöfel und Pflitsch kam es, da die Dokufotos von Pflitschs Studienreisen Steinhöfel mit ihrer Ästhetik künstlerisch angesprochen haben. So kam es irgendwann zu der Idee, dass Steinhöfel in die Bilder eingreifen wollte, einen Charakter in die Fotos platzieren, und mit ihrer Unterstützung eine Geschichte erzählen wollte. Von den beiden ist so beispielsweise das Buch "Irgendwo in der Tiefe gibt es ein Licht" beim Arena Verlag erschienen, der Titel der beiden, der bislang vom Verkauf her am Besten läuft.


"Die Weltenträumerin" ist kein Bilderbuch im klassischen Sinne, sondern spricht vom Inhalt eher erwachsene Kunstbuchliebhaber an. Das Ende ist recht dunkel, denn wie Dirk Steinhöfel sagt "das Leben ist schließlich kein Kirschkörbchen".
Das Buch sollte ursprünglich nach dem Namen des Mädchens "Alaska" heißen, doch der Verlag verwarf diesen Vorschlag Steinhöfels wegen der Namensähnlichkeit zu John Greens "Eine wie Alaska" und da die Assoziation zu einem Sachbuch zu groß gewesen wäre.
Dirk Steinhöfels Anliegen ist es, Zustände wie Missbrauch oder Krankheit in Büchern darzustellen und zur Sprache zu bringen, allerdings mit einem gewissen Sinn für Ästhetik und Schönheit, er will niemanden erschrecken, aber er will die Dinge aufzeigen, wie sie nun mal sind. Das Leben mag totale Kacke sein, aber man kann aufstehen und was dagegen tun. Man kann sich seinem Schicksal stellen.


Der reine Arbeitsprozess an "Die Weltenträumerin" dauerte rund ein Jahr, der Weg von der Idee bis zur Veröffentlichung war um mehrfaches länger. Dirk Steinhöfel stellt sich dem steinigen und harten Weg Bücher zu machen, die sich wahrscheinlich nicht gut verkaufen lassen. Zudem ist er leider häufig in der Position sich rechtfertigen zu müssen, dass Computerillustrationen genauso arbeitsintensiv und künstlerisch anspruchsvoll sind, wie Illustrationen per Hand.
Damit er nicht am Hungertuch nagen muss, hält er unter anderem Workshops - auch gemeinsam mit seinem Partner Andreas Pflitsch - und erstellt Coverdesigns für verschiedene namhafte Verlage.


Auf dem oben zu sehenden Bild liest Dirk Steinhöfel aus der Pressemeldung zu "Die Weltenträumerin" für die Vertreterkonferenz, vor dem Lesungspult ist ein großer Print zu sehen, der das Cover der Weltenträumerin abbildet.


Andreas Pflitsch ist Höhlenforscher, seine Fotos sind unter anderem auf Exkursionen in Alaska und auf Hawaii entstanden. Er ist kein ausgebildeter Fotograf, liebt die Fotografie aber sehr. Er genießt das Privileg an Orte zu dürfen, an die andere Menschen nicht gelangen. Er will, dass seine Bilder der Natur entsprechend abgebildet werden und nicht "verphotoshopt", bis auf eventuelle Belichtungskorrekturen. Er hat schon zu viele enttäuschte Studenten auf seinen Exkursionen erlebt, die von der Natur vor Augen enttäuscht waren, weil sie Bilder aus dem Internet im Kopf hatten, die besser aussahen.


In der nachfolgenden Ausstellungseröffnung erklärten die beiden Autoren, dass die Größe des Mädchens zu den fotografierten Hintergründen variiert. Einige Bilder sind aus mehreren Motiven zusammengesetzt, teilweise sind es Makroausschnitte, teilweise Komplettaufnahmen.


Die Arbeit von Dirk Steinhöfel und Andreas Pflitsch ist eine Zusammenführung von Kunst und Wissenschaft. Seitdem Pflitsch mit Steinhöfel zusammenarbeitet, fotografiert er bewusster als früher.
Beiden ist es wichtig, dass Kinder nicht nur eine Medienkompetenz, sondern auch eine Naturkompetenz erlernen.

Artikel in der Main-Spitze

PS: Auch wenn sich der Bericht nach einer Veranstaltung mit einem recht ernsten Inhalt anhört, war der Abend sehr, sehr lustig. Mehr dazu in meinem Bericht zu der Lesung aus "Anders" von Dirks Bruder Andreas Steinhöfel, der in den nächsten Tagen hier auf dem Blog veröffentlicht wird.

[REZENSION] Der Galimat und ich

Redakteur: Anette Leister

Titel: Der Galimat und ich
Autor: Paul Maar
Illustrator: Ute Krause
Verlag: Oetinger
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: 8-10 Jahre
Ausführung: Hardcover, 256 Seiten



Autor:
Paul Maar ist einer der beliebtesten und erfolgreichsten deutschen Kinder- und Jugendbuchautoren. Er wurde 1937 in Schweinfurt geboren, studierte Malerei und Kunstgeschichte und war einige Jahre als Lehrer und Kunsterzieher an einem Gymnasium tätig, bevor er den Sprung wagte, sich als freier Autor und Illustrator ganz auf seine künstlerische Arbeit zu konzentrieren. Sein Werk wurde mit zahlreichen bedeutenden Auszeichnungen gewürdigt, u.a. mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis, dem Friedrich-Rückert-Preis und dem E.T.A.-Hoffmann-Preis. Für seine Verdienste um Kunst und Bildung wurde er vom Bayerischen Staatsministerium geehrt.
Paul Maars Arbeit ist von beeindruckender Vielseitigkeit. Zu seinen bekanntesten Figuren gehören das Wünsche erfüllende SAMS, der zwischen Tier- und Menschenwelt wandelnde Herr Bello und der von orientalischen Abenteuern träumende Lippel, die in Buch und Film Erfolge feiern. In vielen seiner Bücher zeigt sich Paul Maar als virtuoser Wortkünstler, der in Gedichten, Reimen und Rätseln Unerwartetes aus Buchstaben und Begriffen zaubert, so in »Kreuz und Rüben. Kraut und quer. Das große Paul-Maar-Buch«. Ein Klassiker ist sein Bilderbuch »Die Maus, die hat Geburtstag heut«, zum Fürchten für Vierjährige sind »Drei miese, fiese Kerle«, poetisch-satirisch »Als Herr Martin durchsichtig wurde«. In der Erstlesereihe Sonne, Mond und Sterne interessiert Paul Maar Anfänger geschickt für die Kunst des Lesens, u.a. in »Der Buchstabenfresser«. Über seine Arbeit reflektiert der Autor in »Vom Lesen und Schreiben – Reden und Aufsätze zur Kinderliteratur«.

Illustrator:
Ute Krause, 1960 in Berlin geboren, wuchs u.a. in der Türkei, Nigeria, Indien und den USA auf. An der Berliner Kunsthochschule studierte sie Visuelle Kommunikation, in München Film und Fernsehspiel. Ute Krause ist als Schriftstellerin, Illustratorin, Drehbuchautorin und Regisseurin tätig. Sie hat zahlreiche Bilder- und Kinderbücher veröffentlicht, die in viele Sprachen übersetzt und für das Fernsehen verfilmt wurden. Ute Krause wurde u.a. von der Stiftung Buchkunst ausgezeichnet und für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.


DER GALIMAT UND ICH

Der zehnjährige Jim wächst bei Onkel und Tante auf, nachdem seine Eltern sich auf Grund von Spionagetätigkeiten weltweit verstecken müssen. Jim wäre gerne erwachsenen, dann hätte er mehr Freunde und die Lehrer wären nicht ständig von seinem fotografischen Gedächtnis genervt, dank dem er seine Lexika auswendig lernt, um irgendwann an der Superwissershow teilnehmen und eine Million Euro gewinnen zu können. Ganz besonders nervtötend für seine Umgebung ist es, dass er das Wissen nur in seinem Kopf abspeichern kann, in dem er die Definitionen aus dem Lexikon immer laut vor sich her sagt.

Eines Abends sitzt plötzlich ein Galimat in seinem Zimmer, eine kugelförmige Figur, die ebenfalls durch eine sprachliche Besonderheit auffällt: bei Galimaten gehört es sich aus Gründen der Höflichkeit, das Wort am Gesprächsende doppelt auszusprechen, damit das Gegenüber weiß, dass es nun antworten kann.
Der Galimat hat aber noch eine viel bessere Eigenschaft, die Jim von Nutzen sein kann und seinen Wunsch erfüllen, zumindest für eine Weile ein Erwachsener zu sein. Der Galimat kann Sachen materialisieren, auch eine Pille zum Erwachsenwerden. Jim probiert sie aus, um seiner Schulfreundin Rebekka zu helfen und sich an dem Klassenclown Alex und seinem Klassenlehrer zu rächen. Aber die Anwendung ist nicht ganz einfach und urplötzlich besteht die Gefahr, dass Jim für immer erwachsen bleiben muss, zu einem Zeitpunkt, an dem er es eigentlich viel schöner fände wieder Kind zu sein, denn er freundet sich richtig dicke mit Rebekka an, aber als alter Mann kann er ja schlecht mit ihr befreundet sein.

Wie in den Sams-Bänden zeigt Maar auf, dass es nicht immer die Wunscherfüllung schlechthin ist, die unser Leben lebenswerter und glücklicher macht. Jim und Gali weisen durchaus einige Parallelen zu Herrn Taschenbier und dem Sams auf, wer die Geschichten dieser beiden verschlungen hat, wird auch mit dem Gali seinen Spaß haben.
Zudem ergeben sich noch einige Überraschungen aus Jims familiären Umständen und die sprachlichen Besonderheiten von ihm und seinem Freund Gali sorgen für Lacher und so manche Verwirrung.

Meiner siebenjährigen Tochter ist der Einstieg in die Geschichte leicht gefallen, da sie sowohl Schreibstil als auch den Erfindungsreichtum Maars bereits aus Geschichten mit dem Sams kennt. Sie stört sich nicht an der männlichen Hauptfigur und möchte das Buch genau wie ich noch fertiglesen.


Dienstag, 28. April 2015

[COOL-TOUR-KATZE] Mitmachlesung von Thomas Krüger und Anton Riedel zu "Die drei Superbrillen"

Redakteur: Anette Leister


Am Welttag des Buches stellten der Autor Thomas Krüger und der Illustrator Anton Riedel den ersten Band ihrer neuen Kinderbuch-Trilogie "Die Superbrillen" vor.

Helden der Reihe sind die drei Jungs Max "Chip", Leo "Kiste" und Uli "Nudel", deren Spitznamen von Anton Riedel gekonnt in Bildern umgesetzt wurden.

Die drei sind die coolste Bande der Welt. Bei ihren Aufträgen im Kampf gegen das Böse ist der "Coolator" eine ihrer wichtigsten Geheimwaffen: der Coolator ist eine Sonnenbrille, die bewirkt, dass man für Erwachsene ebenfalls ein Erwachsener ist, und zwar ein wichtiger Erwachsener, ein Chef.


Diese und andere Erfindungen zeigte Anton Riedel auf einer großen Leinwand, damit die anwesenden Zuhörer sich von den verrückten Innovationen ein Bild machen konnten.


Im Wechsel las Thomas Krüger Auszüge aus der turbulenten Agentengeschichte, ...


... die Anton Riedel nicht nur mit Illustrationen aus dem Buch untermalte, sondern sogar live in Bilder umsetzte.



Besonderen Spaß hatte das Autorenduo und der Rest der anwesenden Lesungsbesucher mit dem 5jährigen Lorenzo, der Thomas und Anton mit seinen Fragen zum Buch teilweise arg in die Bredouille brachte. Sollten den beiden jemals die verrückten Ideen ausgehen, wissen sie nun, wer sie mit neuem Input versorgen kann ;) Die Lacher hörten auch nach der Lesung nicht auf, als Lorenzo sein Buch quasi selbst "signierte" - "meinen Namen kann ich schon selbst schreiben" :D


Mein mitgebrachtes Buch hat mir Anton Riedel mit einem ganz besonderen Kaninchen signiert, da während der Lesung eine Szene auftauchte, bei der eine Überwachungskamera in einer Bisamratte versteckt war, aber Lorenzo meinte, es wäre ein Kaninchen, zumindest wenn man die Ohren länger ziehen würde ;)


Nächstes Frühjahr soll es mit dem heldenhaften Trio Chip, Kiste und Nudel weitergehen, der Abschlussband der Trilogie erscheint dann entweder im Herbstprogramm 2016 oder im Frühjahr 2017.
Außer mir war eine weitere Bloggerin zu Gast auf der Lesung: Verena von Books-and-cats, bei ihr könnt ihr eine Doppel-Rezension zu "Die drei Superbrillen: Wo ist Professor Nitroglitz?" lesen, denn sie hat sowohl die Print- als auch die Hörbuchversion der drei Superbrillen unter die Lupe genommen: Verenas Rezension auf Books-and-cats.

Montag, 27. April 2015

[REZENSION] Die Leiche, die sich aus dem Anzug haute (Hörbuch)

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Die Leiche, die sich aus dem Anzug haute
Autor: Sascha Gutzeit
Sprecher: Sascha Gutzeit
Übersetzer: -/-
Verlag: KBV
Reihe: Kommissar Engelmann 1
Ausführung: Hörbuch, ca. 60 Minuten, 1 CD



Autor und Sprecher:
Sascha Gutzeit, geboren 1972, ist Sänger, Schauspieler, Autor und Entertainer. Seit 1993 macht er CDs mit eigenen Songs und schreibt auch Musiktheaterstücke, in denen er alle Rollen selber spielt - unter anderem die Krimikomödie „Der Mörder ist immer der Täter“. Er ist Mitgründer des „Vollplaybacktheaters“, nahm ein Duett mit Wolfgang Niedecken auf, komponierte Filmmusik, arbeitet als Sprecher, schrieb und vertonte u.a. Kai Meyers Buchreihe „Die Sieben Siegel“. Er liebt Tomate mit Mozzarella und isst nachts heimlich Nutella mit dem Löffel. Wenn er nicht gerade durch die Lande tourt, lebt er zusammen mit Frau und Hund in der Vulkaneifel.


DIE LEICHE, DIE SICH AUS DEM ANZUG HAUTE

Eine Beerdigung ohne Leiche? Wo gibt’s denn sowas? In Hiesig. Denn dort liegt, statt der Ommi, nur ihr Totenhemd im Sarg. Kommissar Heinz Engelmann wittert sofort einen neuen Fall und macht sich auf, die Spur der abtrünnigen Toten zu verfolgen, weit kann sie schließlich nicht sein. Doch was ihn dann bei seinen Ermittlungen erwartet, damit hätte er niemals gerechnet...

Wem Kommissar Heinz Engelmann bis dato kein Begriff war, der sollte sich schämen und schleunigst das Versäumte nachholen. Denn hier wird Kult groß geschrieben und die 60er und 70er wieder lebendig. In seinem ersten Fall verschwindet eine Leiche spurlos, und es soll nicht die letzte gewesen sein. Unterwegs mit seinem rosaroten Panda und Assistentin Liesel Weppen macht Engelmann jagd auf einen Verbrecher, der lange Zeit im Dunkeln agiert. Nebenbei bleibt auch das Motiv unklar, wozu kann totes Fleisch wohl benötigt werden..

Gemeinsam mit Heinz Engelmann begibt der Hörer sich auf Zeitreise, zurückversetzt in jene Dimensonen, als es noch keine Handys gab und an den Euro noch überhaupt nicht gedacht wurde. Dennoch gelingt es dem Kommissar, wenn auch mit zahlreichen konfusen Methoden, des Rätsels Lösung immer näher zu kommen. Der eigenwillige Ermittler zieht schnell die Sympathien der Hörer auf sich, wenn man auch so manches Mal den Kopf schüttelt, ob seiner schrägen Denk- und Handlungsweise.

Gleichwohl horcht man gebannt dem Geschehen, schließlich möchte man nicht versäumen zu erfahren was sich in Hiesig ereignet und wer für das Verschwinden der Leichen verantwortlich ist. Denn trotz allem Humor bleibt die Spannung keineswegs auf der Strecke. So ergibt sich ein Mix, der den Hörer fast vom Schemel haut, wäre die Auflösung nicht gar so erschreckend. Über Geschmack lässt sich gemeinhin streiten und auch Humor ist etwas, das nicht von jedem gleich aufgefasst wird, doch lässt man sich auf so manche Absurdität ein, wird man mit Kommissar Engelmann erfreulich viel Vergnügen haben. Gelesen wird dieses Hörbuch vom Autor selbst, der die Darstellungen der Personen zudem in einer Weise vornimmt, dass der Hörer glaubt sich in einem Hörspiel mit mehreren Sprechern zu befinden.

Nicht unerwähnt bleiben sollte auch die Aufmachung, denn die CD zeigt sich in Vinyl-Optik und passt somit wunderbar zum retrotastischen Inhalt.
Die nächsten zwei Fälle für Kommissar Engelmann stehen ebenfalls bereits in den Startlöchern und versprechen mehr als nur gute Unterhaltung.

[REZENSION] Dangerous Visions – Es liegt in deiner Hand

Redakteur: Sabrina Best

Titel: Dangerous Visions – Es liegt in deiner Hand (OT: Sleep no More)
Autor: Aprilynne Pike
Übersetzer: Karen Gerwig
Verlag: cbj
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 13 Jahre
Ausführung: Hardcover, 384 Seiten



Autor:
Aprilynne Pike denkt sich Geschichten aus, seit sie ein Kind ist. Sie studierte kreatives Schreiben und schloss sich später derselben Schriftstellergruppe an, zu der auch Stephenie Meyer gehört. Ihre Elfensaga machte sie über Nacht zur gefeierten Bestsellerautorin. Mit »Dangerous Visions – Es liegt in deiner Hand« legt sie nun ihren ersten Thriller vor. Pike lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in Utah.


DANGEROUS VISIONS - ES LIEGT IN DEINER HAND

Kennen- und liebengelernt habe ich diese Autorin durch ihre vierteilige Elfen Reihe. Da konnte ich schlecht „Nein“ zu einem spannenden Thriller sagen.

Und das neue Buch aus ihrer Feder hat mich nicht enttäuscht:
Ohne große Umschweife geht es spannend los.
Charlotte, Freak und Einzelgänger, ist ein Orakel. Visionen über die nahe Zukunft überrollen sie. Abblocken oder Zulassen? Das ist hier die Frage.
Ihre Tante Sierra ist ihre Lehrerin, aber Charlotte noch zu jung, als das sie bereits in alle Geheimnisse eingeweiht ist.
Dann lernt sie Smith kennen. Endlich jemand, der ihr hilft ihre Fähgkeiten auszubauen. Aus Nächstenliebe oder reinem Eingennutzen?
"Dangerous Visions" entwickelt sich zu einer rasante Geschichte, die man nicht gerne aus der Hand legt.

Die ganze Geschichte dreht sich um Charlotte, Smith, Sierra, Linden und ein paar wenige Personen, die keine vordergründigen Rollen spielen. Die Charaktere sind gut beschrieben, sympathisch, geheimnisvoll und spannend.
Auch der Schreibstil, ist genau wie bei ihren anderen Büchern, spannend und flüssig. Man kommt direkt in das Buch rein, auch wenn man es zwischenzeitlich mal zur Seite legen muss.

Es ist eine gute Mischung zwischen paranormal, fantastisch und thrillig.

Sonntag, 26. April 2015

[RUND UMS BUCH] Neuzugänge KW17


Im Briefkasten

Anette:
Die drei Superbrillen 1: Wo ist Professor Nitroglitz?, Thomas Krüger / Anton Riedel (RE)
Gefahr lauert überall - Docter Noel Zones großes Handbuch der Gefahrologie, David O'Doherty / Chris Judge, (GW)


Christiane:
Kommissar Engelmann 01, Hörbuch, Sascha Gutzeit (RE)
Kommissar Engelmann 02, Hörbuch, Sascha Gutzeit (RE)
Kommissar Engelmann 03, Hörbuch, Sascha Gutzeit (RE)
Serafina 02, Rachel Hartman (RE)


Rund um die "Katze mit Buch"

Rund ums Forum:
* Leserunden für 2015:
#Skandal (Sarah Ockler, cbt, 10 Ex., ET 25. Mai)

*BGR
Bastei Luebbe:
- Sabaa Tahir - Elias & Laia 1: Die Herrschaft der Masken (5 Ex., ET 15. Mai): ab 16.05.

[REZENSION] Wenn der Postmann nicht mal klingelt

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Wenn der Postmann nicht mal klingelt
Autor: Lotte Minck
Übersetzer: -/-
Verlag: Droste
Reihe: Loretta Luchs 4
Ausführung: Taschenbuch, 295 Seiten



Autor:
Lotte Minck ist von Geburt halb Ruhrpottgöre, halb Nordseekrabbe. Nach 50 Jahren im Ruhrgebiet entschied sie sich, an die Nordseeküste zu ziehen. Ihre Heldin Loretta Luchs und alle Personen in Lorettas Universum sind eine liebevolle Huldigung an Lotte Mincks alte Heimat, die sie immer gern besucht.


WENN DER POSTMANN NICHT MAL KLINGELT

Loretta staunt nicht schlecht als Isolde ihr eröffnet, dass ausgerechnet ihr Leben als Vorlage für das Drehbuch gedient hat, das nun verfilmt werden soll. Theaterdiva Emily Eichberger soll dabei die weibliche Hauptrolle spielen, die bei einer Sexhotline arbeitet und nebenbei Kriminalfälle löst. Entsprechend naheliegend ist es, dass Loretta der Schauspielerin einen Einblick in ihre Arbeit gewährt. Was jedoch ganz harmlos anfängt, entwickelt sich mehr und mehr in eine Richtung, die Loretta sich so nicht gewünscht hat. Geheimnisvolle Geschenke, ein irrer Stalker und ein mysteriöser Todesfall versammelt die bewährte Truppe am Tisch, um den Dingen auf den Grund zu gehen...

„Loretta? Wir sind angekommen. Wie geht es dir?“
Ich gab meiner Stimme einen munteren Klang. „Super! Stell dir vor, Erwin und Frank haben mich überredet, in dein Schlafzimmer umzuziehen, und haben bis gerade Möbel geschleppt.“
Sie kicherte. „Das war meine Idee. Ist doch echt doof, so ein leerer Raum gegenüber der Küche. Hast du das Bild schon aufgehängt?“
„Hat Erwin erledigt. Hängt über dem Küchentisch. Das Bild, meine ich. Nicht Erwin.“ (S. 51)

„Wenn der Postmann nicht mal klingelt“ ist bereits der vierte Band rund um Loretta Luchs und ihre Freunde, denen man vieles nachsagen kann, aber nicht, dass sie austauschbar wären. Hier handelt es sich um einzigartige Charaktere mit Wiedererkennungswert, was man sofort merkt, egal ob man bereits einen der Vorgänger gelesen hat oder nicht. Auch wenn die ein oder andere Person zu Beginn ein wenig gewöhnungsbedürftig erscheint, hat man doch schon bald seine Sympathien verteilt.

Der Humor kommt nicht zu kurz, das merkt man auf den ersten Blick. Doch auch dieses ist alles andere als 08/15. Nicht jeder mag Ironie und Sarkasmus, daher werden die Meinungen hier auch auseinander gehen, doch diese Art Humor passt wunderbar zu Personen und Inhalt. Die Spannung steigt schleichend, hier würde man sich manches Mal etwas mehr Tempo wünschen, da die Handlung doch ein ums andere Mal stagniert, entsprechend nicht richtig voran zu kommen scheint. So bleibt auch der vorliegende Fall immer mal wieder auf der Strecke. Schnell hat man zudem einen Verdacht, der sich immer weiter erhärtet, doch erst am Schluss zeigt sich, ob man richtig kombiniert hat.

Generell ist der Mix von humoristischen und spannenden Elementen immer auch eine Gratwanderung, weshalb hier auch einfach ein neues Genre erfunden wurde, die Krimödie. Denn man darf keinen klassischen Krimi erwarten, dann würde man zweifelsohne enttäuscht, ebenso wenn man glaubt eine reine Komödie vor sich zu haben. „Wenn der Postmann nicht mal klingelt“ bietet ein paar unterhaltsame Stunden, in denen man tief im Ruhrpott versinkt.


Reiheninfo:
Band 1: Radieschen von unten
Band 2: Einer gibt den Löffel ab
Band 3: An der Mordseeküste