Dienstag, 31. März 2015

[INTERVIEW] Interview mit Lena Hach

Redakteur: Anette Leister

Nach "Wanted - Ja. Nein. Vielleicht" und "Kawasaki hält alle in Atem" hat Lena Hach vor Kurzem mit "Zoom - Alles entwickelt sich" ihr drittes Buch bei Betz und Gelberg veröffentlicht.

Laut Natalie hat "Kawasaki hält alle in Atem" ...alles was ein gutes Kinderbuch braucht.

"Wanted" kam bei mir und den Teilnehmern der damaligen Leserunde im Katze mit Buch Forum sehr gut an:
Julia: Das Buch war eine richtige Wundertüte für mich und hat mich sehr berührt. Daher eine unbedingte Leseempfehlung von mir!
Stella: Ich wusste nicht wirklich, was mich in "Wanted. Ja. Nein. Vielleicht.“ erwarten würde, die Geschichte konnte mich jedoch schnell in ihren Bann ziehen und zudem überzeugen. Die Autorin Lena Hach hat ernste Themen einfließen lassen, dabei aber auch eine gewisse Leichtigkeit sowie jugendliche Verliebtheit vermittelt. Die bildlich dargestellten (lustigen) Abrisszettel haben mich zum Schmunzeln gebracht.
Mein Fazit: Ein tolles Buch, das ich gerne weiterempfehle!

Mein persönliches Fazit (zur kompletten Rezension):
Das Ende - oder der Anfang - von Finns und Laras Geschichte ist einfach wunderbar, so wunderbar schön, dass sich die Frage:
- Solltet ihr dieses Buch lesen? Ja. Nein.Vielleicht. -
Nur mit einem lauten JAAA beantworten lässt! Ihr müsst unbedingt!

So stand für mich schon vor Erscheinen fest, dass ich auch "Zoom" lesen möchte.
Lena hat sich bereit erklärt mir nach der Lektüre des Buches einige Fragen zu ihrer Arbeit und ihrem aktuellen Buch zu beantworten.



Till fotografiert. Paula schreibt. Eine ideale Kombination. Eigentlich. Doch die Liebe ist manchmal ganz schön kompliziert ...

Till hat die Kamera seines Vaters, eine alte Leica M4, überall dabei. Aber die Fotos will Till erst entwickeln, wenn sich sein verschwundener Vater bei ihm meldet. Als Paula, die Chefredakteurin der Schülerzeitung, Till bittet, auf der Klassenfahrt Bilder zu machen, gerät er in ein Dilemma: Er findet Paula toll. Ach was – er ist total in sie verknallt! Aber was ist mit seinem Vorsatz? Kann Till Paula die Wahrheit über seinen Vater sagen?
Liebe Lena,

vielen Dank, dass ich dir einige Fragen zu deiner Arbeit und deinem neuen Buch stellen darf.

Danke dir für das Interesse!

Welche Bücher hast du als Kind und Jugendliche gerne gelesen und liest du heute noch zum Privatvergnügen Bücher, die speziell für diese Zielgruppe geschrieben wurden?

Ich habe kürzlich noch einmal in dem Regal gestöbert, in dem ich meine „alten“ Kinder- und Jugendbücher aufbewahre und dabei festgestellt, dass eine Autorin besonders stark vertreten ist: Christine Nöstlinger! Die habe ich wirklich unglaublich gern gelesen – und die lese ich immer noch gern.
Auch sonst lese ich mit großem Vergnügen Kinder- und Jugendbücher, zur Zeit vor allem englischsprachige.

Was macht ein gutes Buch für dich aus?

Ein gutes Buch erkenne ich daran, dass ich es auch unterwegs lese. Und zwar nicht in der Bahn oder so. Das zwar auch, aber ich meine vor allem zu Hause, in meiner Wohnung: Wenn ich mich lesend vom Sofa in die Küche bewege, um dort mit einer Hand nach etwas zu essen zu angeln, die Augen immer noch auf das Kapitel vor mir gerichtet.

Nach Berlin in „Wanted – Ja. Nein. Vielleicht“ hast du in „Zoom“ nun Frankfurt und Trier als Schauplätze gewählt. Hast du zu diesen beiden Städten eine besondere Verbindung oder hatte die Wahl der Schauplätze andere Gründe?

Ich wollte über Orte schreiben, die ich kenne: In Frankfurt habe ich eine Weile studiert und in Trier habe ich einige schöne Wochenenden verbracht. Das heißt, da war ich nur Besucherin bzw. Touristin, so konnte ich die Perspektive meiner klassenreisenden Figuren gut einnehmen.

Deine beiden Jugendbücher bei Beltz haben eine sehr stimmige und schöne Covergestaltung. Wie gefallen sie dir persönlich und hattest du ein Mitspracherecht bei der Ausführung?

Das Cover von „Wanted“ hat mir so gut gefallen, dass ich mir die gleiche Grafikerin für das zweite Jugendbuch gewünscht habe. Aber ich glaube, der Verlag hatte das sowieso vor ... Mir ist schon recht wichtig, dass es stimmig ist, also dass das Cover zum Inhalt passt. Früher als Leserin habe ich mich immer geärgert, wenn die Haarfarbe einer Figur „falsch“ war. Jetzt bin ich da großzügiger – zumindest als Leserin. Ein echtes Mitspracherecht habe ich aber nicht.

In „Zoom“ spielt das Fotografieren eine große Rolle, ist dies auch eins deiner Hobbies?

Ich fotografiere gern und viel und völlig unprofessionell. (o: Zugegeben: Vor allem mit dem Handy.

Denkst du im Zeitalter analoger Fotografie wurden die Motive bewusster gewählt als heute, wo die Datenkapazität einer Speicherkarte im Vergleich zu einer Filmrolle schier unendlich ist und hat sich deine Einstellung zur Fotografie von analog zu digital verändert?

Von mir kann ich sagen, dass ich deutlich mehr fotografiere, seit das digital geht: Das Motiv mag das gleiche sein, aber ich drücke viel öfter auf den Auslöser. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass ein – in meinen Augen – gelungenes Bild dabei ist.

„Zoom“ konnte mich nicht ganz so in seinen Bann ziehen, wie die Geschichte von Finn und Lara aus „Wanted“, für mich lag das vor allem an der Erzählperspektive. Wie kam es zu der unterschiedlichen Wahl von zwei Ich-Erzählern in „Wanted“ und nun der Perspektive aus Sicht einer dritten Person?

Ich habe mich dafür entschieden, weil bei „Zoom“ eine Schülerzeitung eine zentrale Rolle spielt. So wie in jeder Zeitung die Storys von AutorInnen erzählt werden (die vielleicht gründlich recherchieren, aber dennoch jedem Artikel einen subjektiven Touch geben), sollte auch die Liebesgeschichte von Till und Paula von einem nicht direkt betroffenem Dritten erzählt werden. Damit passt die Erzählform zu einem zentralen Element des Inhalts. Aber klar, der namenlose Erzähler bringt eine Distanz mit sich, die vielleicht auch die Leserinnen ein bisschen auf Abstand hält.

Bevorzugst du in Büchern eine bestimmte Erzählperspektive, oder ist dies für dich beim Schreiben - oder auch Lesen - zweitrangig für dich?

Beim Lesen bin ich recht offen; die Erzählperspektive ist kein Auswahlkriterium oder so. Und beim Schreiben ... hmm ... da habe ich Lust zu experimentieren. Bei „Wanted“ habe ich gar nicht lange überlegt: Da war mir gleich klar, dass beide Protagonisten eine eigene Stimme brauchen und zu Wort kommen sollen.

War es einfacher für dich ein Jugendbuch mit nur knapp 160 Seiten zu schreiben oder ist es dir lieber, wenn mehr Raum zum Erzählen einer Geschichte da ist?

Vorher weiß ich nie so genau, wie lang ein bestimmtes Buch wird. Ich schreibe erst einmal drauflos. Grundsätzlich mag ich schon auch knappe Formen; ich habe ursprünglich ja vor allem Kurzgeschichten geschrieben. Und Haikus (die ja minikurz sind) sind wahrscheinlich meine liebsten Gedichte.

Gibt es Klassenfahrterlebnisse aus deiner eigenen Schulzeit, die für die Storys in „Zoom“ Pate gestanden haben?

Nun ja, natürlich gab es heimliche Partys in den Zimmern. Aber es ist nie so wild geworden, dass jemand heimgeschickt wurde. (Allerdings habe ich mich mal abholen lassen.)

Wie wichtig sind dir Rückmeldungen von Lesern zu deinen Büchern?

Ich freue mich sehr über Rückmeldungen! Es ist spannend zu erfahren, was die Leser von den Figuren und ihren Erlebnissen so halten. (Und auch von der Perspektive, aus der diese Erlebnisse geschildert sind ...)

Hast du bereits Folgeprojekte in Planung und darfst du darüber schon Näheres verraten?

Ich plane gerade zwei sehr unterschiedliche Bücher für Jugendliche: Ein eher ernstes und ein eher witziges. Zumindest hoffe ich, dass es witzig sein wird ... auch da sind dann wieder Lesereindrücke gefragt!

Vielen Dank für das Interview :)

Schöne Fragen, danke!

[REZENSION] Vier Fälle für Sherlock Holmes (Hörspiel)

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Vier Fälle für Sherlock Holmes
Autor: Sir Arthur Conan Doyle
Sprecher: Walter Renneisen, Peter Fitz u.a.
Verlag: Audiobuch
Reihe: Sherlock Holmes
Ausführung: Hörspiel, ca. 208 Minuten, 4 CDs



Autor:
Sir Arthur Conan Doyle (1859 – 1930) war Arzt. Er begann nebenbei zu schreiben und erfand 1879 den berühmtesten Detektiv der Welt: Sherlock Holmes. Von 1912 bis 1929 veröffentlichte er außerdem insgesamt fünf Teile seiner Abenteuerreihe um Professor Challenger.

Sprecher:
Walter Renneisen, Peter Fitz, Gerd Andresen, Christian Brey, Peter Fricke, Achim Hall, Klaus Hemmele, Michael Holz, Hans-Peter Korff, Sebastian Kowski, Christiane Leuchtmann, Marius Marx, Philipp Otto, Irina Wanka, Charles Wirths


VIER FÄLLE FÜR SHERLOCK HOLMES

Wer kennt ihn nicht, den mitunter eigenwilligen und eigenbrötlerischen, aber ungemein scharfsinnigen Detektiv Sherlock Holmes. An seiner Seite natürlich sein treuer Freund Doktor Watson. Dieser ist es auch, der vor jedem Fall einen kurzen Einblick in das Schaffen des Detektivs gibt, seine Beweggründe Fälle anzunehmen oder eben abzulehnen. Die vorliegende Sammlung enthält vier Fälle für Sherlock Holmes, und zwar „Der adlige Junggeselle“, „Die einsame Radfahrerin“, „Die Internatsschule“ und „Der Schwarze Peter“. Die Ereignisse könnten unterschiedlicher nicht sein, doch genau dadurch wird die Vielseitigkeit dargestellt, die Holmes zu eigen ist.

Wie eh und je fungiert Watson als Erzähler, schließlich ist er es, der den Menschen von den Taten seines Freundes berichtet. Auf Grund dessen, dass er zwangsläufig selbst auch in ebenjene involviert ist, wirkt die Erzählung authentischer und lebendiger, als wenn es sich um einen außenstehenden Erzähler handeln würde.

Vier ganz unterschiedliche Fälle, vier verschiedene Sachverhalte, doch jeder zeigt auf seine Art, wie scharfsinnig Holmes an die Lösung heran geht. Er besitzt bereits erste Erkenntnisse, während man als Hörer noch dabei ist sich in die Situation einzufinden und die Charaktere zu sortieren. Sicherlich kann man einiges nicht wissen, wenn es sich beispielsweise um Äußerlichkeiten handelt, die bisher nicht erwähnt wurden, doch manches Mal, wenn man das Vorhergegangene noch einmal überdenkt, erhält man doch die Gewissheit, dass man ebenfalls frühzeitiger zu Ergebnissen hätte gelangen können.

Die vier Hörspiele, und somit die komplette Sammlung, bieten kurzweilige Unterhaltung und halten Spannung, aber auch Humor bereit. Man begibt sich gemeinsam mit Holmes und Watson auf Spurensuche und ist einmal mehr überrascht über die Erkenntnisse, die sich im Verlauf der Geschichten ergeben. Allesamt sind sie unvorhersehbar und häufig erst nach der letzten Erklärung Holmes' eindeutig nachvollziehbar. Für Fans ein unbedingtes Muss, aber auch für jeden anderen Krimi-Liebhaber absolut empfehlenswert. Freuen würde man sich über weitere solcher Zusammenstellungen, Fälle gibt es ja noch ein paar.

Montag, 30. März 2015

[REZENSION] Mordsommer

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Mordsommer
Autor: Rudi Jagusch
Übersetzer: -/-
Verlag: Heyne
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 464 Seiten



Autor:
Rudi Jagusch, 1967 geboren, lebt mit seiner Familie in einem kleinen Dorf bei Köln. Als Bücherwurm entdeckte er bereits als Jugendlicher seine Leidenschaft zum Schreiben. Nach sechs Regionalkrimis schrieb er mit »Amen« seinen ersten Thriller.


MORDSOMMER

Nachdem Staatsanwältin Nina Lehmann wieder einmal einen Fall zu einem großartigen Abschluss gebracht hat, eröffnet sich ihr plötzlich die Chance Oberstaatsanwältin zu werden. Doch dann erhält sie einen mysteriösen Brief, der ihre Welt ins Wanken bringt. Kurzentschlossen folgt sie der „Einladung“ und ist überrascht ihrer alten Schulclique gegenüber zu stehen. Allesamt haben ominöse Mitteilungen erhalten, denn sie haben ein gemeinsames Geheimnis, das um keinen Preis ans Licht gelangen soll...

Von Stollwerk blinzelte erneut. Jetzt stand niemand mehr vor ihm. Das Drahtseil hatte sich wieder gesenkt. „Wenn es dich tröstet: Die anderen werden dir folgen. Viel Spaß weiterhin dort unten.“
Ein Klacken ertönte, dann schoss von Stollwerk im freien Fall in die Tiefe. Er kniff die Augen zusammen. Gleich würde der unvermeidliche Schmerz seinen Körper durchfluten. (S. 85)

Mit „Mordsommer“ legt Rudi Jagusch nach „Amen“ seinen zweiten Thriller vor, der es buchstäblich in sich hat. Jugendsünden sind dem ein oder anderen sicherlich aus eigener Erfahrung bekannt, und auch, dass man sie tunlichst vergessen sollte. Doch vermutlich handelt es sich dabei schlussendlich um weitaus harmlosere Dinge als das, was die Protagonisten in diesem Fall zu verbergen haben. Zu Beginn kann man das Ausmaß der damaligen Geschehnisse nicht einmal erahnen, erst als sich ein detaillierteres Bild ergibt, zeigt sich das wahre Grauen.

Ohne Gnade wird man sofort ins Geschehen hineingestoßen und findet sich gleich in einer mehr als unangenehmen, wenn nicht gar grausamen, Situation wieder. Doch aller Befindlichkeit zum Trotz ist man gewillt herauszufinden mit wem man es hier zu tun hat, denn eines hat der Autor mit der Aktion sofort geschafft: den Leser in den Bann zu ziehen. Kurzzeitig gibt es im weiteren Verlauf zunächst eine Ruhepause, die man unbedingt nutzen sollte, denn so bald wird sich keine mehr ergeben.

Je weiter das Geschehen fortschreitet, desto weiter steigt die Spannung an. Dabei gibt es immer mal wieder Rückblicke in die Zeit, die scheinbar der Auslöser für das aktuelle Geschehen ist. Die Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart stacheln die Vermutungen immer weiter an und heizen die Spannung auf, denn natürlich macht man sich auch als Leser Gedanken was die Ereignisse zu bedeuten haben und wer möglicherweise als Drahtzieher fungiert. Relativ früh hat man eine Ahnung wie sich alles zusammenfügen könnte, doch muss man schlussendlich den Zeitpunkt abwarten, der einiges offenlegt, bevor man entweder bestätigt wird oder seine Überlegungen doch noch einmal komplett neu durchdenken muss.

Rudi Jagusch zeigt, dass er nicht nur das Schreiben von (Regional)Krimis beherrscht, sondern auch Thriller vorlegen kann, der dem Leser von Zeit zu Zeit kalte Schauer über den Rücken jagt und einige spannende Lesestunden beschert.

Sonntag, 29. März 2015

[RUND UMS BUCH] Neuzugänge KW13


Im Briefkasten

Anette:
Aufstand der Tiere, Band 2, Piers Torday (RE)


Christiane:
Wiener Totenlieder, Theresa Prammer (GW)
Zwölf Wasser 03, E.L. Greiff (RE)
Seebestattung, Natascha Manski (GW)
Unland, Antje Wagner (GW)
Zeit des Sturms, Andrzej Sapkowski (RE)
Der geheime Club, Angie Westhoff (GW)
Matamba, Kirsten Brox (GW)
Der letzte Engel 02, Zoran Drvenkar (RE)
Der gestohlene Sommer, Hörbuch, Lauren Willig (RE)



Rund um die "Katze mit Buch"

Rund ums Forum:
* Leserunden für 2015:
- Unland (Antje Wagner, mit Autorenbegleitung)
- Marias letzter Tag (Alexandra Kui, mit Autorenbegleitung)

* BGR 2015:
cbj/cbt:
- Susan Juby - Der Tag, als wir begannen die Wahrheit zu sagen (3 Ex., ET 20. April): ab 30.03.

* Rezensionsexemplare zu vergeben
- Helene Mierscheid - Vokuhila

[REZENSION] Möwenalarm

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Möwenalarm
Autor: Sina Beerwald
Übersetzer: -/-
Verlag: Emons
Reihe: Band 2
Ausführung: Taschenbuch, 192 Seiten



Autor:
Sina Beerwald, 1977 in Stuttgart geboren, hat sich bislang mit sechs erfolgreichen Romanen einen Namen gemacht. 2011 wurde sie Preisträgerin des NordMordAward, 2014 erhielt sie für ihren Sylt-Krimi »Mordsmöwen« den Samiel Award. Vor sieben Jahren wanderte sie mit zwei Koffern und vielen kriminellen Ideen im Gepäck auf die Insel Sylt aus und lebt dort seither als freie Autorin.


MÖWENALARM

Kaum hat sich das Chaos bei Ahoi und seiner Bande gelegt und Suzette ihm die ewige Treue geschworen, liegt ein Menschenbaby in dem gerade neu gebauten Nest. Klar, dass die Möwenbande sich aufmacht, um die Eltern des Kindes ausfindig zu machen, doch gestaltet sich das Vorhaben schwerer als gedacht. Zudem muss Ahoi sich auch noch mit einem aufdringlichen Nebenbuhler auseinander setzen sowie dafür sorgen, dass das Nest alsbald leer ist, denn seine frisch Angetraute steht kurz vor der Eiablage...

„Ich bin ja froh, dass mir so langsam überhaupt wieder was dämmert. Suzette darf auf keinen Fall das Chaos sehen, sonst ist meine Ehe zu Ende, noch bevor die Hochzeitsnacht stattgefunden hat.“
„Und nun soll ich in deiner Bude klar Schiff machen?“
„Du weißt doch, was Meinungsaustausch bedeutet, oder?“, entgegne ich.
Harry verzieht den Schnabel. Er begreift, worauf ich hinauswill, und lamentiert: „Ich gehe mit meiner Meinung zum Scheff und komme mit seiner Meinung wieder zurück.“ (S. 12)

Nach den „Mordsmöwen“ ist „Möwenalarm“ nun der zweite Band rund um Möwerich Ahoi und seine Bande. Bereits im Vorhinein werden alle Mitglieder sowie weitere wichtige Figuren kurz vorgestellt, damit man weiß mit wem man es zu tun hat. Schon beim Lesen der kurzen Darstellungen ist man sich allerdings sicher, dass das Chaos vorprogrammiert ist. Das Geschehen als solches wird, wie bereits im ersten Band, von Ahoi erzählt, so begleitet man ihn auf seinen Wegen und erlebt Situationen, in die man wohl nur mit einer Möwe gelangen kann. Auf Grund der Beschreibungen zu Beginn und der kurzen Einführung von Ahoi selber, kann man der Geschichte auch ohne Vorkenntnisse folgen, einzig, dass man mehr als neugierig auf den ersten Fall gemacht wird, der nicht allzu lange ungelesen bleiben sollte.

Schnell ist man mitten im Geschehen, und würde man nicht immer wieder daran erinnert werden, dass man es hier mit Möwen zu tun hat, man könnte es glatt vergessen und sie für Menschen halten. Dafür handeln sie einfach viel zu typisch, so dass man mit Sicherheit sehr schnell jedem Bandenmitglied eine real existierende Person aus dem eigenen Freundes- und Bekanntenkreis zuordnen kann.

Der Wind hat gedreht. Heute Vormittag kam er noch federnfreundlich aus West, jetzt ist Sturmfrisur aus Ostrichtung angesagt. Der starke Seitenwind macht mal wieder alles Federlegen bei der Morgentoilette zunichte.
Schwarze Wolken ziehen vom Festland herüber – und ich weiß genau, in spätestens einer Stunde werde ich schreiend irgendwo rumsitzen. Warum? In meinem Alter vertrage ich diese Wetterumschwünge einfach nicht mehr so gut. Bei Ostwind bekomme ich immer Migräne. (S. 96)

Ahoi interagiert mit dem Leser und gibt ihm somit das Gefühl tatsächlich mittendrin zu sein. Mit seiner tollpatschigen, manchmal auch leicht naiven, Art, heimst er sich sofort alle Sympathien ein. Wortwitz und Charme tun schließlich ihr übriges. Doch darf darüber nicht der eigentliche Fall vergessen werden, denn ein Baby kommt nicht von alleine in ein Möwennest. Hier muss eine Entführung vorliegen und die Eltern sind vermutlich schier verzweifelt.

Auf Grund der Erzählperspektive weiß der Leser nicht mehr als Ahoi selber und das, was seine Bande zusammenträgt. Entsprechend muss man sich ebenfalls auf Spurensuche begeben, um herauszufinden was eigentlich geschehen ist und warum. Vor allem aber, wer die Tat begangen hat und wie das Baby nun unbeschadet zu seinen Eltern zurück findet. Mit Spannung verfolgt man also die Ermittlungen der Möwenbande, die mal mehr mal weniger erfolgreich vonstatten gehen, bis sich ein erstes Bild der Vorfälle ergibt. Bis zum Schluss bleibt Spannung auf hohem Niveau und lässt sich auch durch den nach wie vor vorhandenen Humor nicht verringern, eine gleichermaßen explosive wie gelungene Mischung.

Mit „Möwenalarm“ ist Sina Beerwald ein grandioser Nachfolger gelungen, der sich nicht hinter „Mordsmöwen“ verstecken muss. Bleibt zu hoffen, dass es mit Ahoi und seiner Bande weitergehen wird und wir uns auf einen dritten Fall freuen dürfen.


Reiheninfo:
Band 1: Mordsmöwen

Samstag, 28. März 2015

[REZENSION] Entschuldigen ist nicht mein Ding

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Entschuldigen ist nicht mein Ding
Autor: Martin Gülich
Übersetzer: -/-
Verlag: Thienemann
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 13 Jahren
Ausführung: Taschenbuch, 192 Seiten



Autor:
Martin Gülich, geboren 1963, lebt und arbeitet als freier Schriftsteller in Stuttgart. Seit seinem Jugendroman-Debüt „Vorsaison“ (1999) sind neben zahlreichen Büchern für Erwachsene zuletzt bei Thienemann seine Jugendromane „Der Zufall kann mich mal“ (2014) und „Entschuldigen ist nicht mein Ding" (2015) erschienen. Martin Gülichs Bücher wurden in neun Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Thaddäus-Troll-Preis, dem Reinhold-Schneider-Förderpreis der Stadt Freiburg und dem Heinrich-Heine-Stipendium der Stadt Lüneburg.


ENTSCHULDIGEN IST NICHT MEIN DING

Während seine Freunde die interessantesten und exotischsten Orte besuchen, muss Seb die Sommerferien mit seiner Mutter auf einer langweiligen Ostseeinsel verbringen. Da sie dort auf Grund ihres Asthmas diverse Therapien wahrnehmen muss, hat Seb Zeit für sich und zum Erkunden der Umgebung. Dabei trifft er auf Kim, die so ganz und gar anders ist als die anderen Insulaner. Die Annäherung der beiden Jugendlichen gestaltet sich allerdings schwieriger als gedacht...

„Korrektur!“, brummte Karl.
Kim nickte. „Mit Achtzehn das Heim auf eigenen Wunsch verlassen. Beginn einer Malerlehre. Abgebrochen. Beginn einer Maurerlehre. Abgebrochen. Schreinerlehre. Abgebrochen.“
„Nein, nein“, meldete sich Karl erneut zu Wort und drehte sich zu uns zurück, „die habe ich nicht abgebrochen, da bin ich rausgeflogen.“ (S. 71)

Da Seb seine Geschichte aus der Ich-Perspektive schildert, fällt es leicht, sich in seine Situation hinein zu versetzen. Auch wenn es den Anschein macht, als übertreibe er das ein oder andere Mal, kann man doch nachvollziehen wie er sich fühlen muss und dass er sich durchaus etwas besseres vorstellen kann als mit seiner Mutter in Kur zu fahren. Selbst wenn seine Darstellungen an der ein oder anderen Stelle etwas überzogen erscheinen, so versteht man ihn immer mehr, je näher man seine Mutter kennenlernt. Sicherlich kann man auch ihr Verhalten in Teilen nachvollziehen, dass sich ihr Sohn jedoch immer weiter distanziert ist ebenfalls absolut verständlich.

Gemeinsam mit Seb erkundet man also die Insel, die eigentlich gar nicht so schrecklich ist. Auch wenn er immer wieder versucht dies in seinen Beschreibungen einfließen zu lassen, spürt man doch, dass er gar nicht so negativ denkt wie er es gerne darstellt. Vor allem nicht, als Kim in sein Leben tritt. Zusammen machen beide Persönlichkeiten eine Wendung durch, die so vermutlich nie stattgefunden hätte, wären sie sich nicht begegnet. Sie haben beide ihre Probleme, sind sich aber andererseits auch eine enorme Stütze, müssen dies nur noch in aller Deutlichkeit begreifen.

„Entschuldigen ist nicht mein Ding“ ist um einiges tiefgründiger als man auf Grund der Inhaltsangabe möglicherweise denken mag. Auch liegt hier noch einiges an Potential, um die Geschichte weiter zu erzählen, denn es wird zwar vieles beantwortet, ein bißchen offen ist das Ende dennoch, hier kann man der Fantasie einfach freien Lauf lassen.

Freitag, 27. März 2015

[REZENSION] Hollywood-Horror (Hörspiel)

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Hollywood-Horror
Autor: Markus Topf (nach einem Roman von Earl Warren)
Sprecher: Erzähler: Reent Reins
Übersetzer: -/-
Verlag: Contendo Media
Reihe: Gespenster-Krimi 3
empfohlenes Lesealter: ab 16 Jahren
Ausführung: Hörspiel, ca. 68 Minuten, 1 CD



Sprecher:
Reent Reins, Tobias Schmidt, Eva Michaelis, Norbert Langer, Erik Schäffler, Martin May, Christian Stark, Martin Kautz, Sascha Rotermund, Peter Weis, Daniela Hoffmann, Merete Brettschneider, Tammo Kaulbarsch, Detlef Tams, Simona Pahl, Gabi Libbach, Tino Kießling, Douglas Welbat, Patrick Holtheuer, Christoph Piasecki


HOLLYWOOD-HORROR

Der Serienmörder Gordon Gloom hat mit seinen grauenhaften Taten alle in Angst und Schrecken versetzt. Jahre nach seinem Tod soll nun der Schauspieler Ryan Swann in die Rolle des Mörders schlüpfen, dessen Leben von Hollywood verfilmt wird. Plötzlich ereignen sich am Set jedoch Bluttaten, die so nicht vorgesehen waren. Jeder glaubt, Ryan Swann hätte sich etwas zu sehr mit seiner Rolle identifiziert, weshalb dieser abtauchen muss. Um seine Unschuld zu beweisen, muss er den wahren Täter finden, doch handelt es sich dabei wirklich um einen Menschen?

Mit „Hollywood-Horror“ legt Contendo Media innerhalb kurzer Zeit bereits den dritten Gespenster-Krimi vor und es wird kein bißchen leiser. Nach dem Roman „Der Satan führt Regie“ von Earl Warren erlebt der Hörer einen wahren Horrorschocker. Man sieht die Szenen sofort filmisch vor sich und kann sich kaum entscheiden was schlimmer ist: Die eigene Vorstellungskraft oder vorgegebene Sequenzen, bei denen man auch mal die Augen schließen kann.

Von außen betrachtet besitzt man natürlich eindeutig mehr Wissen ob der Ereignisse als die Protagonisten, obgleich nicht jedes Detail, wie bspw. das Motiv, bekannt ist. Dennoch überträgt sich die Atmosphäre in einem hohen Maße auf den Hörer, so dass man das Gefühl hat selbst live dabei zu sein, ohne zu wissen was als nächstes zu tun ist, um zu überleben. Gemeinsam mit dem vermeintlich Gesuchten Ryan Swann macht man sich auf, um dem wahren Täter Einhalt zu gebieten, auch wenn das möglicherweise nicht eine der besten Ideen ist. Weiß man schließlich nicht wer oder was einen erwartet.

Trotz dessen, dass für den Hörer einiges bekannt ist, bleibt auch diese Folge von Anfang bis Ende spannend, denn man weiß nie was noch geschieht. Hinter jeder Ecke könnte die nächste Gefahr lauern, Ruhepausen erwartet man vergeblich. Es ist erst vorbei, wenn der letzte Ton verklungen ist... Oder vielleicht doch nicht?


Reiheninfo:
Folge 1: Mörderbäume
Folge 2: Teufelstochter

[GEWINNSPIEL] Suche das dtv-Bloggerei



Der Osterhase hat auf Katze mit Buch und einigen anderen Blogs buchige Ostereier für euch versteckt.

Irgendwo in den Beiträgen auf Katze mit Buch ist ein dtv-Bloggerei versteckt. Wenn ihr den Beitrag gefunden habt, könnt ihr für das dort vorgestellte Buch in den Lostopf hüpfen, in dem ihr bei dem Beitrag einen Kommentar hinterlasst.

Die Teilnahmebedingungen für das Gewinnspiel, welche Bücher versteckt wurden und welche Blogs an der Aktion teilnehmen findet ihr HIER.

Das Gewinnspiel läuft bis zum 06.04.2015.
Bitte hinterlasst in eurem Kommentar eine Kontaktmöglichkeit, damit ich euch per Email über den Gewinn in Kenntnis setzen und eure Adresse erfragen kann, die zum Versand des Buches an den Verlag weitergegeben wird.

Viel Spaß bei der Ostereiersuche und viel Glück bei der Auslosung :)

[REZENSION] Der Apfelsammler (Hörbuch)

Redakteur: Julia Ehrenberg

Titel: Der Apfelsammler
Autor: Anna Jonuleit
Verlag: DAV
Reihe: -/-
Ausführung: Hörbuch, 464 Minuten



Autor:
Anja Jonuleit wurde in Bonn geboren, wuchs am Bodensee auf und lebte einige Jahre im Ausland. Sie studierte Italienisch und Englisch und arbeitete als Übersetzerin und Dolmetscherin, bis sie anfing, zu schreiben. Mit ihren Romanen »Herbstvergessene« (2010) und »Die fremde Tochter« (2013) feierte sie große Erfolge. Sie hat vier Kinder und lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Friedrichshafen.


DER APFELSAMMLER

Als Hannah sich von ihrem Freund trennt. Kommt es ihr sehr gelegen, dass ihre Tante ihr ein Haus in Umbrien vermacht hat. Sie reist in den kleinen Ort, in dem die Tante, die sie mit aufgezogen hat, viele Jahre verbracht hat. Eigentlich will sie das Haus möglichst schnell zum Verkaufen fertig machen. Aber dann findet sie Briefe von ihrer Tante Eli und kommt einen Familiengeheimnis auf die Spur. Auf der Suche nach der Wahrheit lernt sie das kleine Dorf und seine Bewohner immer besser kennen.

„Der Apfelsammler“ erzählt gleich zwei Geschichten. Die Handlung spielt zum einen in der Gegenwart, in der Hannah sich in dem Dorf in Umbrien einlebt und sich auf die Suche nach Antworten macht. Zum anderen erfährt man die Geschichte von Eli. Eli hat ein bewegtes Leben hinter sich. Und gerade ihr Teil der Geschichte konnte mich völlig in seinen Bann ziehen. Sie hatte kein einfaches Leben, war nicht wirklich glücklich. Aber ihr Leben war auf jeden Fall abwechslungsreich und faszinierend. Geboren auf einem kleinen Hof in einem Dorf ist sie nach schrecklichen Ereignissen früh geflohen und als Mitarbeiterin des Auswärtigen Amtes viel herumgekommen. Ihr Leben war bunt und aufregend und auch immer wieder tragisch. Mit ihr habe ich viel stärker mitgefiebert als mit Hannah, irgendwie war mir Eli näher. Aber auch Hannahs Geschichte habe ich interessiert verfolgt.

„Der Apfelsammler“ erzählt eine faszinierende Geschichte rund um ein Familiengeheimnis. Spannende Wendungen, wunderschöne Landschaften, Liebe, Tragik und Herzschmerz, das Hörbuch bietet einem wirklich alles, was man braucht, um völlig in die fremden Leben der Protagonisten abzutauchen.

Erzählt wird die Geschichte von Marion Martienzen und Maja Schöne. Beide machen ihre Sache sehr gut, lesen langsam und gleichzeitig eindringlich. So war es noch leichter als es beim selber lesen gewesen wäre, in diese wunderschöne Geschichte einzutauchen.

Manchmal hatte die Geschichte ein paar Längen, so war ich froh, dass ich zum gekürzten Hörbuch gegriffen habe. Ich hatte nicht das Gefühl, dass mir etwas von der Handlung fehlt und denke, die Kürzungen haben der Story gut getan.

Insgesamt ist es ein stimmungsvolles Hörbuch, das einen aufsaugt, in eine ganz fremde Welt versetzt und wunderbar verschiedene Stimmungen transportiert. Nur mit dem Ende bin ich nicht ganz zufrieden, hätte mir hier gewünscht, noch etwas länger die Handlung verfolgen zu dürfen. Das trübt den Hörgenuss aber nur geringfügig.

Der Apfelsammler ist eine gute Wahl für alle, die Geschichten rund um Familiengeheimnisse mögen, die gerne in ruhige und zum Teil melancholische Erzählungen eintauchen und die es mögen, wenn dabei zwischen verschiedenen Zeitebenen gesprungen wird. Eine wunderbare Geschichte, um sich ins warme Italien zu träumen.

Donnerstag, 26. März 2015

[REZENSION] Ein Fotograf zum Verlieben

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Ein Fotograf zum Verlieben
Autor: Violet Truelove
Übersetzer: -/-
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
Reihe: Band 2
Ausführung: Taschenbuch, 322 Seiten



Autor:
Violet Truelove ist das Pseudonym einer Autorin, die sich auf "Chick-Lit" Romane spezialisiert hat. Ein Roman ist für sie gut, wenn der Leser gelacht und geweint hat. Den Anspruch hat sie selbstverständlich auch an ihre eigenen Bücher. Sie liebt das Surfen, das Schreiben, das Fotografieren, ihren Mann und ihre Kinder ... nicht zwangsläufig in dieser Reihenfolge. Zur Zeit arbeitet sie an weiteren Romanen und an sich selbst.


EIN FOTOGRAF ZUM VERLIEBEN

Die Geschwister Hope und Raph sind ihrem Nachbarn, dem Fotografen Aiden Innings, noch nicht begegnet, kümmern sich aber durch einen Zufall bereits um dessen anschmiegsames Haustier. Sowohl Hope als auch Aiden sind in vergangenen Beziehungen nicht nur maßlos enttäuscht worden, weshalb ein Aufeinandertreffen der beiden nur im heillosen Chaos enden kann... Oder?

Nach „Ein Surfer zum Verlieben“ legt Violet Truelove mit „Ein Fotograf zum Verlieben“ nach. Einige Charaktere, die im „Surfer“ bereits eine Rolle spielten, tauchen auch hier wieder auf, doch gibt es keine großartigen Verständnisprobleme, wenn hier keinerlei Kenntnisse vorliegen, da wichtige Ereignisse aus der Vergangenheit noch einmal kurz aufgegriffen werden und die Haupthandlung als solche sowieso in sich abgeschlossen ist.

Auch wenn Hope sich ziemlich einigelt und nicht einmal ihrem Bruder alles anvertraut, zieht sie den Leser magisch an. Man möchte ihr Geheimnis ergründen, auch wenn man schnell ahnt, dass die Wahrheit alles andere als angenehm werden wird. Am liebsten würde man sie an die Hand nehmen und ihr bei den schwierigen Wegen, die vor ihr liegen, zur Seite stehen, doch da dies nicht geht, hofft man darauf, dass ein anderer an diese Stelle tritt.

Man stürzt hier in ein einziges Gefühlschaos, bei dem bald auch die Protagonisten schon nicht mehr wissen für wen sie eigentlich was empfinden. Das führt zu Verwirrungen, auch beim Leser, selbst wenn man bereits ahnt in welche Richtung sich das Geschehen entwickeln wird. Es gibt mitunter ein, zwei Passagen, die durchaus etwas langwierig anmuten, wodurch das eigentlich hohe Tempo gedrosselt wird, doch glücklicherweise hält dies nie lange an.

Von Anfang an hat man gewisse Erwartungen und Vorstellungen was sich im Verlauf des Geschehens ereignen wird. Natürlich wird das ein oder andere Klischee bedient, wodurch sich vorhersehbare Situationen entwickeln, aber man darf sich auch auf einige Überraschungen freuen, mit denen man in dieser Form nicht gerechnet hätte.
„Ein Fotograf zum Verlieben“ bietet kurzweilige Unterhaltung, die aber nicht nur humoristische, sondern durchaus auch ernstere Töne anschlägt.


Reiheninfo:
Band 1: Ein Surfer zum Verlieben

[REZENSION] Schlusstakt

Redakteur: Natalie Burger

Titel: Schlusstakt
Autor: Arno Strobel
Verlag: Loewe
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren
Ausführung: Klappenbroschur, 222 Seiten



Autor:
Arno Strobel, 1962 in Saarlouis geboren, studierte Informationstechnologie und arbeitet heute bei einer großen deutschen Bank in Luxemburg, mittlerweile in Teilzeit. Im Alter von fast vierzig Jahren begann er mit dem Schreiben von Kurzgeschichten, die er in Internetforen veröffentlichte, bevor er sich an seinen ersten Roman heranwagte. Als der nach fast drei Jahren, einer Recherchereise nach Rom und vielen Hochs und Tiefs fertig war, schickte er eine Leseprobe an etwa zwanzig Verlage, bekam aber von allen eine Absage. Also gründete er mit zwei Freunden einen Verlag und brachte das Buch selbst heraus.
 "Magus - Die Bruderschaft" erschien in einer Startauflage von 1.000 Exemplaren, die nach drei Wochen durch Mund-zu-Mund-Propaganda in der Region Trier zur Hälfte, und nach weiteren 4 Wochen komplett verkauft war, so dass eine zweite Auflage gedruckt werden konnte. Kurze Zeit später zog MAGUS die Aufmerksamkeit einer der größten Buchhandelsketten Deutschlands auf sich. Dem Seniorchef gefiel das Buch so gut, dass er Empfehlungsschreiben an einige der größeren Verlage sandte. Parallel dazu entdeckte ein Vertreter des dtv den MAGUS in einer Trierer Buchhandlung und nahm ihn mit. Zwei Wochen später ging die Lizenz dann an den dtv, der "MAGUS - Die Bruderschaft" im Herbst 2007 herausbrachte und in 7 Länder verkaufte.
Auf der Buchmesse in Frankfurt lernte Arno Strobel im gleichen Jahr Joachim Jessen von der Agentur Schlück kennen, der ihn seitdem als Agent vertritt. Im September 2009 erschien beim dtv noch Castello Cristo, im April 2010 ging es dann mit dem Psychjothriller "Der Trakt" im Fischer Taschenbuchverlag weiter, der auf Anhieb eine gute Platzierung in der Spiegel Bestsellerliste erreichte. Es folgten "Das Wesen" im November 2009, "Das Skript" im Januar 2011 und "Der Sarg" im Januar 2013. Arno Strobel lebt mit seiner Familie in der Nähe von Trier.



SCHLUSSTAKT

Inhalt:
Vicky sieht sich schon fast am Ziel ihrer Träume. In das Finale von GMS zu kommen, Germany´s MegaStar. Die neue Castingshow bei der es um Gesangstalente zwischen 18 und 24 Jahren geht. Sie ist in der dritten Phase unter den ersten 50. Mit 49 anderen Kandidaten abgeschottet auf einer Insel, als ein Mädchen ermordet wird. Doch wer ist der Täter? Fest steht nur das er noch auf der Insel sein muss, denn sie sind alle von der Außenwelt abgeschnitten. Banges warten während die Macher der Sendung darauf bestehen weiter zu machen als wäre nichts passiert.

Meine Meinung:
Schlusstakt ist der zweite Jugendthriller von Arno Strobel und nach Abgründig war ich mehr wie gespannt auf dieses Buch. Nun habe ich im Vorfeld schon einige sehr kritische Stimmen gehört und wurde dadurch nur noch gespannter. Es wuurde gesagt der Klappentext verrät zu viel und ja es wird schon recht viel der 222 Seiten verraten und doch geht es denke ich nicht anders, wenn man dem Leser dieses Buch schmackhaft machen möchte. Denn zu Beginn geht es nur um die Show, das Casting und die Machenschaften der Chefs und Jurymitglieder. Jedes Klischee und Voruteil wird hier herausgeholt. Knebelverträge, falsche Mitschnitte etc. werden dargestellt und gipfeln in der endgültigen Tat.

Nun möchte ich natürlich einen Jugendthriller nicht unbedingt aus Erwachsenensicht bewerten, denn dann wäre er mir zeitweise doch zu langweilig gewesen, aber für Teenies oder Fans von Castingshows ist dieser Jugendthriller bestimmt absolut spannend und fesselnd, denn auch mich konnte er begeistern, wenn ich auch manch ein anderes Buch des Autors auch Abgründig wesentlich spannender fand.
Hier hat Arno Strobel es geschafft, die Interessen der Jugendlichen mit der Sehnsucht danach berühmt und reichzuwerden, das Castinggeschehen und einen Mordfall gut zu vermischen und zu einer flüssig zu lesenden Geschichte zu schreiben.

Die Protagonisten lernt man nur in dem Camp auf der Insel kennen und so bleiben diese recht blass. Auch kursiv geschriebene Passagen sorgen zunächst für Verwirrung und wären meines Erachtens nicht unbedingt nötig gewesen. Auch ohne diese Nebengeschichte wäre für mich der Lesespaß nicht auf der Strecke geblieben.

Am Ende muss ich sagen, das mich das Buch nicht vom Hocker gehauen hat, was vielleicht an meinem Alter und die doch eher nüchterne Betrachtung auf die ganze Castingwelt heutzutage zurück zu führen ist. Doch hatte ich spannende und interessante Lesestunden.