Samstag, 31. Januar 2015

[REZENSION] Engelsgleich

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Engelsgleich
Autor: Martin Krist
Übersetzer: -/-
Verlag: Ullstein
Reihe: Paul Kalkbrenner 4
Ausführung: Taschenbuch, 576 Seiten



Autor:
Martin Krist ist das Pseudonym des erfolgreichen Autors Marcel Feige. Geboren 1971, arbeitete er als leitender Redakteur bei verschiedenen Zeitschriften und lebt seit 1998 als Schriftsteller in Berlin.
Mehr über den Autor: www.martin-krist.de


ENGELSGLEICH

Als Hauptkommissar Paul Kalkbrenner am Tatort, einem verlassenen Fabrikgelände, gerufen wird, ahnt er noch nicht, was ihn und seine Kollegen erwartet. Aus diversen Kloakebecken werden immer mehr Leichen gehoben, allesamt Kinder und Jugendliche. Kalkbrenner und sein Team ermitteln in alle Richtungen und doch ohne greifbare und nachweisbare Spuren. Langsam rennt ihnen die Zeit davon, denn alle gehen davon aus, dass es noch mehr Leichen geben wird.

„Bitte, Paul, sei endlich vernünftig!“
„Ich bin immer vernünftig.“
„Ach ja? Alleine deine Reaktion auf die Nachricht ihrer Schwangerschaft gestern Abend...“ Ellen ruderte verzweifelt mit den Armen. „Und dass du sie noch ermutigst!“
„Ich ermutige sie nicht, Jessy ist...“
„...schwanger! Und sie ist krank, falls du das noch nicht kapiert hast. Außerdem hat Leif sie verlassen. Und jetzt will sie alleine nach Paris.“
„Sie hat doch das Baby!“ (S. 147)

Wer bereits andere Titel aus der Feder von Martin Krist gelesen hat, weiß, dass er nicht nur gleich mehrere Handlungsstränge entwirft, sondern auch gerne mit den Perspektiven spielt. Nicht überraschend daher, dass dies auch in „Engelsgleich“ wieder der Fall ist. Auch wenn der Leser bereits zu Beginn ahnt, dass sich irgendwann eine Verbindung ergibt, so ist man doch gespannt wie sich diese schlussendlich darstellen wird.

Mitreißend erzählen und Spannung aufbauen kann der Autor ohne Frage. Doch scheint es dieses Mal, als wolle er zuviel. Zeitweise wirkt das Geschehen konstruiert, auf der anderen Seite erahnt man einige Dinge bereits sehr früh, die später bestätigt werden, obwohl es sich hier vermutlich um überraschende Wendungen hätte handeln sollen. Sicherlich ergeben sich durchaus auch einige Passagen, die den Leser schockiert oder auch überrascht zurücklassen, der gewünschte Effekt auf das Gesamtgeschehen gesehen, tritt allerdings nicht ein.

War man von „Die Mädchenwiese“ oder „Drecksspiel“ noch mehr als begeistert, ist man von „Engelsgleich“ vergleichsweise enttäuscht. Vor allem, da man weiß, dass der Autor es besser kann. Die Vorhersehbarkeit bricht diesem Werk eindeutig das Genick, obwohl es in weiten Teilen absolut spannend und rasant zugeht, so dass man aufpassen muss, um den Faden nicht zu verlieren. Man kann nur hoffen, dass es sich hier um einen Ausrutscher und einmaligen Tiefpunkt handelt, denn trotz allem möchte man weitere Werke aus der Feder des Autors nicht missen.


Reiheninfo:
Band 1: Wut
Band 2: Gier
Band 3: Trieb

Freitag, 30. Januar 2015

[REZENSION] Als Opapi das Denken vergaß

Redakteur: Julia Ehrenberg (03.09.2014)

Titel: Als Opapi das Denken vergaß
Autor: Uticha Marmon
Verlag: Magellan
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 9 Jahren
Ausführung: Hardcover, 160 Seiten



Autor:
Uticha Marmon, geboren 1979, studierte Dramaturgie, Literaturwissenschaft und Pädagogik in Mainz, Wien und München. Sie arbeitete als Theater-Dramaturgin und war einige Jahre als Lektorin und Regisseurin bei einem Hörbuchverlag tätig, ehe sie sich als Autorin und Lektorin selbstständig machte. Uticha Marmon lebt in Hamburg.


ALS OPAPI DAS DENKEN VERGASS

Opapi, Mias Uropa, wird immer vergesslicher. Deswegen haben Mias Eltern beschlossen, ihn zu sich zu holen. Opapi zieht von Lindau nach Hamburg. Mia freut sich, dass ihr Opapi jetzt dicht bei ihr ist. Aber schnell merkt sie auch, dass er sich verändert hat. Immer öfter kämpft er gegen den bösen schwarzen Vergessenstroll, wie Mia das nennt. Mias Eltern finden das schlimm, fühlen sich schnell überfordert und hilflos. Mia geht ganz anders mit der Krankheit ihres Urgroßvaters um. Unbekümmert wie es wohl nur ein Kind sein kann, versucht sie, Opapi dabei zu helfen, sich zu erinnern. Und als plötzlich ein kleiner Junge auftaucht, nimmt sie auch den freundlich auf.

„Als Opapi das Denken vergaß“ ist ein besonderes Kinderbuch, denn es nimmt sich einem ernsten Thema an, mit dem viele Kinder in Berührung kommen. Wie viele Familien gibt es, in denen ein Großelternteil oder ein anderer älterer Verwandter an Demenz erkranken? Das sind sicher viele, und wenn es dann soweit ist, fragen sich die Erwachsenen, wie sie ihrem Kind erklären sollen, was im Kopf des alten Menschen passiert. Nun, dieses Buch bietet die Antwort darauf, am besten liest man es zusammen mit seinem Kind. Dann erfährt das Kind mehr über den schwarzen Vergessenstroll, wie man mit ihm umgehen kann und dass er nicht so schlimm ist, wie es die Erwachsenen glauben.

Auch die erwachsenen Leser können viel aus dem Buch mitnehmen, vor allem, dass man nicht alles so kompliziert machen und sehen sollte. Einfach Vertrauen in sich und die anderen haben, akzeptieren, dass das Gedächtnis der älteren Verwandten nachlässt, aber auch, dass das eben nicht das Ende von Spaß und schönen Momenten ist. Akzeptieren und das Beste aus der Situation machen, dass ist das, was jeder von Mia lernen kann. Das kleine Mädchen macht das ganz selbstverständlich, und ihre jungen Leser werden ihr hoffentlich nacheifern.
Wir Erwachsenen haben es da nicht ganz so leicht. Ich habe zwar viel aus dem Buch mitgenommen, fühlte mich unglaublich gut unterhalten und wurde immer wieder zum Nachdenken angeregt durch Mias und Opapis Geschichte, aber mit dem Strang rund um den kleinen Jungen, der plötzlich auftaucht, hatte ich z.B. etwas Probleme, fand es schwierig, ihn zu akzeptieren. Warum? Tja, das beantworte ich am besten mit einem Zitat aus dem Buch, das trifft es.

Wie genau es aber gehen konnte, was Mia mit Berti erlebte, darüber zerbrachen sie sich nicht den Kopf. Das war etwas für die Erwachsenen. Die mussten ja immer alles begreifen. Mia, Felicia und Tobi reichte es vollkommen zu wissen, dass Berti da war. (S.97)

Ich denke, Mia hat recht, wenn sie meint, dass der Umgang mit dementen Menschen verkompliziert wird, wenn man alles analysieren möchte, versucht, alles zu verstehen und rational zu betrachten. Mia ist ein gutes Beispiel dafür, dass man sich einfach auf seine Instinkte verlassen, seinen Gefühlen folgen und die Mitmenschen so akzeptieren sollte, wie sie sind.

Das Buch ist ein wunderschönes Kinderbuch, das zum Nachdenken anregt und Jung und Alt dabei helfen kann, Demenz zu akzeptieren und besser mit ihr umzugehen. Ein richtiges Juwel im Bereich der Kinderbücher!


Redakteur: Anette Leister

"Alle Menschen sollten ihre Kindheit von Anfang bis Ende mit sich tragen."
Astrid Lindgren

Mias Urgroßvater - den sie Opapi nennt - ist mittlerweile über 80 Jahre alt und wird immer vergesslicher. Da er nicht mehr alleine wohnen kann, zieht er vom Bodensee in den Norden zu seinem Enkel und dessen Familie.
Für seinen Enkel und seine Frau ist die Umstellung groß, denn ein demenzkranker Angehöriger bedeutet Verantwortung und Pflegeaufwand. Mia selbst geht an die Krankheit lockerer heran, auch wenn sie der unbekannte Junge in Opapis Wohnung verwirrt. Er riecht nach See und Fisch und hat ständig Unfug im Kopf. Scheinbar fällt der Junge aber niemandem außer Mia auf, und selbst mit ihrem Opapi kann sie nicht über ihn reden, denn Berti - der Junge - und Opapi sind nie zur gleichen Zeit anwesend. Es dauert eine Weile bis Mia merkt, dass die beiden trotzdem sehr eng miteinander verbunden ist...

Bei den Sachen, die Opapi einfach nur verlegte, half Mia ihm suchen. Bei denen, die er vergaß, war es etwas schwieriger. Denn dummerweise konnte Mia nur dann das Licht für Opapi anknipsen, wenn sie wusste, was er in seinem Gedächtnis gerade nicht fand. Bei allem anderen konnte sie nur wie bei Joni und Nils ein Nachtlicht in die Steckdose neben der Tür stecken. Und das tat Mia, so oft es ging. (S.99)

"Als Opapi das Denken vergaß" ist ein sehr gutes Kinderbuch, welches einem mit einem verzauberten Flair vermittelt, was Demenz bei Betroffenen und deren Angehörigen bewirkt und in welchem Maße diese Krankheit in das Leben all jener beeinflusst. Zudem ist es aber auch ein Plädoyer dafür, wie wichtig ein Mehrgenerationenhaushalt für eine Familie sein kann. Opapi bleibt trotz seiner Krankheit in einer familiären Umgebung, die Kinder wachsen mit einer Selbstverständlichkeit fürs Altwerden und (altersbedingte) Krankheiten auf und lernen dadurch mehr Verantwortung zu tragen und wachsen früher in die Selbstständigkeit hinein.
Von der Verantwortung, die die Erwachsenen im Umgang mit ihrem an Demenz erkrankten Verwandten tragen müssen, bekommt man nur etwas am Rande mit, da diese Geschichte aus der Sicht Mias erzählt wird. Kinder sollen diese Krankheit verstehen lernen und bekommen zudem von der Autorin vermittelt, wie sie dem Kranken helfen und damit ihre Eltern unterstützen und entlasten können. Denn Mia unternimmt gemeinsam mit Opapi regelmäßig unter zu Hilfenahme dessen alter Fotoalben Fantasiereisen in seine Vergangenheit, so wird sein Gedächtnis trainiert und er findet zudem Ruhepunkte in seinem bisher Erlebten, wenn ihn die Gegenwart mit der neuen Lebens- und Wohnsituation überfordert.

Die Covergestaltung gibt einen sehr schönen und umfassenden Einblick in Opapis "altes" und "neues" Leben, da man hier den kleinen Berti findet, das gelbe Haus, in dem Opapi aufgewachsen ist, aber auch Mia und Opapi, wie sie Hand in Hand durch die Erinnerungen spazieren.

"Als Opapi das Denken vergaß" ist ein richtiger Familienschmöker, der Verständnis, sowohl für die an Demenz erkrankten Personen als auch für deren Angehörige, vermittelt und spielerisch Tipps für das Leben und den Umgang mit dieser Krankheit gibt.

[REZENSION] Das Beste, das mir nie passiert ist

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Das Beste, das mir nie passiert ist (OT: The Best Thing that never happened to me)
Autor: Laura Tait & Jimmy Rice
Übersetzer: Marion Herbert
Verlag: Dumont
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 384 Seiten



Autor:
Laura Tait und Jimmy Rice sind beide 32 Jahre alt und leben in London. Sie kennen sich bereits seit dem Journalistikstudium an der Sheffield University. Zehn Jahre lang haben sie sich in Pubs getroffen und über das Leben und die Liebe philosophiert. Viel hat sich nicht verändert, seitdem sie die Arbeit an ihrem Debütroman begonnen haben. Außer dass sie ihre Laptops mitbringen und alles aufschreiben. Ansonsten schimpft Jimmy noch immer mit Laura, weil sie ständig zu spät ist. Und Laura kann Jimmy noch immer unter den Tisch trinken.


DAS BESTE, DAS MIR NIE PASSIERT IST

Holly und Alex waren schon in jungen Jahren ineinander verliebt. Das Problem: Keiner hat es dem anderen je gesagt. Als Holly ihr Heimatdorf hinter sich lässt, scheint alles aus, beide leben nun ihr eigenes Leben. Nach elf Jahren will es der Zufall, dass Alex nach London geht, in ebenjene Stadt, in der auch Holly ihr Glück gefunden hat. Sie nähern sich wieder an und fast scheint es, als hätte es die lange Auszeit nie gegeben. Aber lassen sich elf Jahre der Veränderung wirklich einfach so ausblenden?

So ist das eben, wenn man seine Beziehung geheim hält.Trotzdem ist das vermutlich immer noch besser, als es allen zu sagen und in ihren Augen dann als die Klischee-Sekretärin dazustehen, die mit ihrem Chef vögelt. (S. 33)

Es heißt immer: Die erste Liebe vergisst man nicht. Doch wie ist das, wenn man seiner ersten Liebe diese nie gestanden hat? Wird man sich ständig daran erinnern und sich überlegen 'was wäre gewesen, wenn' oder kommt man irgendwann einfach drüber hinweg? Eine mögliche Antwort auf diese und weitere Fragen versuchen Laura Tait und Jimmy Rice in ihrem Roman „Das Beste, das mir nie passiert ist“ zu geben.

Abwechselnd wird mal aus Hollys, mal aus Alex' Sicht erzählt, wobei nicht nur die Perspektiven, sondern auch Zeiten und Orte wechseln. Denn um das gesamte Geschehen nachvollziehen zu können, ist es unumgänglich einige Ereignisse aus der Vergangenheit zu kennen. Somit wird hier immer mal wieder ein Rückblick eingeschoben und nicht chronologisch erzählt. Dies mag zu Beginn ein wenig verwirrend erscheinen, doch passt es sehr gut zur Geschichte als solche, die auch mehr als chaotisch anmutet.

Mit den beiden Hauptcharakteren wird man schnell warm und möchte sie ebenso schnell am liebsten packen und gut durchschütteln. Sie scheinen beide blind für die Tatsachen und schaffen es nicht auch nur einmal ehrlich miteinander zu sprechen. Zumindest nicht, wenn es um ihre Gefühle geht, alles andere können sie nämlich nächtelang bereden. Könnte man als Außenstehender eingreifen, man würde es sofort tun.

Auch wenn sich die meisten Situationen klischeehaft entwickeln und sie häufig vorhersehbar waren, bahnen sich doch, vor allem zum Ende hin, einige Überraschungen an, mit denen man überhaupt nicht gerechnet hätte. Entsprechend darf man sich keinesfalls zu sicher sein, die Erzählung bereits durchschaut zu haben, denn es kann durchaus vollkommen anders kommen als man denkt.

In „Das Beste, das mir nie passiert ist“ verbindet das Autorenduo gekonnt Romantik mit Humor und einem Spritzer Spannung. Der Leser könnte sich entspannt zurück lehnen und unterhalten lassen, würde ihn das ein oder andere Verhalten der Figuren nicht so aufregen und mitten ins Geschehen ziehen...

Donnerstag, 29. Januar 2015

[REZENSION] Sie kriegen jeden

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Sie kriegen jeden
Autor: Diverse
Übersetzer: -/-
Verlag: dtv
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 352 Seiten



Autoren und Autorinnen:
Friedrich Ani mit Tabor Süden in München, Oliver Bottini mit Louise Boni in Freiburg, Rita Falk mit Franz Eberhofer in Niederkaltenkirchen, Lucie Flebbe mit Lila Ziegler in Bochum, Doris Gercke mit Bella Block in Hamburg, Georg Haderer mit Johannes Schäfer in Wien, Jürgen Kehrer mit Georg Wilsberg in Münster, Gisa Klönne mit Judith Krieger in Köln, Ralf Kramp mit Herbie Feldmann in der Eifel, Tatjana Kruse mit Siegfried Seifferheld in Schwäbisch Gmünd, Volker Kutscher mit Gereon Rath in Berlin, Inge Löhnig mit Kommissar Dühnfort in München, Sandra Lüpkes mit Wencke Tydmers in Hannover, Susanne Mischke mit Kommissar Völxens in Hannover, Gisa Pauly mit Mamma Carlotta auf Sylt, Peter Probst mit Anton Schwarz in München, Jutta Profijt mit Autoknacker Pascha in Köln, Thomas Raab mit Willibald Metzger in Österreich, Silvia Roth mit Hendrik Verhoeven in Wiesbaden, Michael Theurillat mit Kommissar Eschenbach in Zürich, Klaus-Peter Wolf mit Ann-Kathrin Klaasen in Ostfriesland


SIE KRIEGEN JEDEN

Deutschland und das deutschsprachige Umland kann sich eigentlich nicht beklagen. Es sind genügend Ermittler und Ermittlerinnen vorhanden, um jegliche Verbrechen aufzuklären. Und einige von ihnen wurden nun von Sandra Lüpkes und Jürgen Kehrer versammelt, um in Kurzkrimis ihr Können zu beweisen, aber auch, um sich kurz vorzustellen. Denn manch einen mag man möglicherweise vom Namen her kennen, hat ihn oder sie aber noch nie in Aktion erlebt.

In „Sie kriegen jeden“ sind namhafte Kommissare und (Hobby-)Detektive zu finden, unter ihnen beispielsweise Franz Eberhofer, Mamma Carlotta, Georg Wilsberg oder Bella Block. Diese vier stehen stellvertretend für alle 21 in dieser Sammlung vertretenen Ermittler.

Der geneigte Krimileser mag die meisten von ihnen, zumindest dem Namen nach, kennen, vermutlich auch den ein oder anderen seiner Fälle gelesen haben, doch so wie hier wird man sie wohl noch nicht erlebt haben. Neben kurzen Fällen wird nämlich jedem Ermittler noch die Plattform geboten, um sich selbst kurz vorzustellen. Sei es anhand eines Steckbriefs, in einem Interview oder einfach einer kurzen Selbstdarstellung. Dies ermöglicht dem Leser ein wenig mehr den Charakter hinter dem Ermittler kennenzulernen.

Überhaupt bieten die kurzen Krimis einen Einblick in die Arbeit des jeweiligen Ermittlers. Diejenigen, die man möglicherweise aus anderen Fällen kennt, lernt man so manches Mal von einer ungewohnten Seite kennen. Andere, die einem bisher gänzlich unbekannt waren, kann man auf ihrem kurzen Weg begleiten. So lernt man ihre Tätigkeit sowie den Schreibstil bereits kennen und hat womöglich im Nachhinein das Bedürfnis mehr über ihn oder sie zu erfahren und greift zu einem umfangreicheren Werk.

Ebenso unterschiedlich wie die Ermittler gestalten sich natürlich auch die jeweiligen Geschichten, die mal mehr mal etwas weniger mitreißend sind, aber allesamt Individualität und Charakter besitzen. Eine Sammlung, die in keinem Krimiregal fehlen sollte.

Mittwoch, 28. Januar 2015

[REZENSION] Das Mädchen, das verstummte (Hörbuch)

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Das Mädchen, das verstummte
Autor: Michael Hjorth & Hans Rosenfeldt
Sprecher: Douglas Welbat
Übersetzer: Ursel Allenstein
Verlag: Audiobuch
Reihe: Sebastian Bergman 4
Ausführung: Gekürzte Lesung, ca. 495 Minuten, 6 CDs



Autor:
Michael Hjorth, geboren 1963, ist ein erfolgreicher schwedischer Produzent, Regisseur und ebenfalls Drehbuchautor. Er schrieb u.a. Drehbücher für die Verfilmungen der Romane von Henning Mankell.
Ihr gemeinsames Krimidebüt «Der Mann, der kein Mörder war» wurde ein Riesenerfolg, das Buch erschien in 22 Ländern und stand monatelang auf den internationalen Bestsellerlisten. Der zweite und dritte Band der Reihe um den Stockholmer Kriminalpsychologen Sebastian Bergman, die von Sveriges Television in Kooperation mit dem ZDF verfilmt wird, befanden sich wochenlang unter den Top 10 der Spiegel-Bestsellerliste.

Hans Rosenfeldt, Jahrgang 1964, schreibt Drehbücher, zuletzt für die ZDF-Koproduktion «Die Brücke - Transit in den Tod». In Schweden ist er ein beliebter Radio- und Fernsehmoderator.

Sprecher:
Douglas Welbat, geboren 1957 in Berlin, ist Schauspieler und vielbeschäftigter Hörbuch- und Hörspielsprecher. er ist die deutsche Stimme von Rolf Lassgård, dem Hauptdarsteller der ZDF-Krimi-Reihe Sebastian Bergman - Spuren des Todes. Welbat synchronisiert Lassgård außerdem in seiner Rolle als Komissar Wallander. Welbat hat alle bisher erschienenen Bergman-Romane des Autorenduos Hjorth & Rosenfeldt für AUDIOBUCH eingelesen.


DAS MÄDCHEN, DAS VERSTUMMTE

Kaltblütig und brutal wird eine Familie ausgelöscht. Am Tatort in Torsby finden die Ermittler nur noch die Leichen der vierköpfigen Familie Carlstens in ihrem eigenen Haus. Hinweise ergeben, dass sich neben den beiden getöteten Jungen noch ein Mädchen im Haus gewesen sein muss. Hat sie den Täter gesehen? Konnte sie fliehen? Kommissar Torkel Höglund und sein Team machen sich auf die Suche, natürlich ist auch der eigenwillige Kriminalpsychologe Sebastian Bergman mit von der Partie, der sich, zum Erstaunen aller, anders verhält als erwartet...

„Das Mädchen, das verstummte“ ist der vierte Band des Autorenduos Hjorth & Rosenfeldt und zeigt den mitunter ruppigen Kriminalpsychologen Sebastian Bergman von einer ungewohnten, anderen Seite.
Auch für Neueinsteiger dieser Reihe ist es nicht schwer dem Geschehen zu folgen, da der Fall als solcher in sich abgeschlossen ist. Wichtige Ereignisse aus der Vergangenheit sowie Informationen bezüglich der Charaktere werden immer wieder eingestreut, um Hinweise darauf zu liefern wieso sich manche Handlungen genau so darstellen wie sie es tun.

Nicht nur Sebastian Bergman scheint sich zu verändern, auch andere Charaktere zeigen Seiten, die man bisher noch nicht kannte oder zumindest noch nicht allzu häufig zu Gesicht bekommen hat. So ergibt sich ein ganz aktuelles Bild des Kriminalistenteams, das mit einem schier unglaublichen Fall betraut ist. Die Ermittlungen scheinen immer wieder ins Leere zu laufen, jeglicher Ansatz wird schon bald verworfen, eine Sackgasse nach der anderen tut sich auf. Auch der Hörer wird langsam ungeduldig, macht sich seine eigene Gedanken, bekommt aber ebenfalls keine Bestätigung für seine Vermutungen. Diese Spannung zehrt ganz schön an den Nerven aller Beteiligten.

Atmosphärisch dicht erzählt ist nicht nur der Inhalt als solcher, auch die Interpretation des Sprechers Douglas Welbat trägt dazu bei, dem Hörer das Gefühl von innerer Unruhe und Anspannung zu vermitteln. Man kann sich dem Sog nicht entziehen und würde lieber sofort als später die Auflösung erfahren. Auch stellt man sich natürlich die Frage, inwiefern die eigenen Überlegungen zutreffend sind.

Bis zum Schluss bleibt es spannend, auch wenn man meinen könnte es sei alles vorbei. Doch gibt es auch außerhalb des Falls noch ungeklärte Dinge, die nicht alle mit Antworten aufwarten werden, aber doch unerwartete Wendungen nach sich ziehen. „Das Mädchen, das verstummte“ ist sowohl inhaltlich wie auch von der Sprecherleistung als sehr gut einzustufen und zieht somit eine klare (Hör-)Empfehlung nach sich.


Reiheninfo:
Band 1: Der Mann, der kein Mörder war
Band 2: Die Frauen, die er kannte
Band 3: Die Toten, die niemand vermisst

[REZENSION] 17 Briefe oder der Tag, an dem ich verschwinden wollte

Redakteur: Anette Leister

Titel: 17 Briefe oder der Tag, an dem ich verschwinden wollte
Autor: Karolin Kolbe
Verlag: Thienemann
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: 12-20 Jahre
Ausführung: Taschenbuch, 192 Seiten



Autor:
Karolin Kolbe, 1993 in Kassel geboren, denkt sich Geschichten aus, seitdem sie Kassetten aufnehmen und Buntstifte halten kann. Mit der Grundschulzeit begann das Aufschreiben und lässt sie nun nicht mehr los. Nach ihrem Abitur zog sie für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr nach Berlin, wo sie nun studiert. Die Autorin liebt interessante Menschen, gute Gespräche, spannende Bücher und Filme, bunte Farben, blühende Natur und die Sonne.
www.karolin-kolbe.de


17 BRIEFE ODER DER TAG, AN DEM ICH VERSCHWINDEN WOLLTE

Line ist sehr unglücklich. Ihr dominanter Vater macht ihr, der jüngeren Schwester und der Mutter ständig Vorwürfe und schüchtert sie ein. Line soll Schuld daran sein, dass er vor 18 Jahren nach der Schule keine Weltreise machen und anschließend studieren konnte. Line zieht sich immer mehr in sich zurück, ihre Schwester tröstet sich über den Familientwist mit Essen hinweg, die Mutter duckt sich vor den Vorwürfen des Vaters weg und versucht einen oberflächlichen Frieden zu bewahren, in dem sie zu allem, was ihr Mann will, ja und Amen sagt.
Line weiß nicht mehr, was sie tun soll, sie weiß nur, so wie jetzt kann es nicht mehr weitergehen. Da sie auf Grund ihrer familiären Lage das Vertrauen zu Menschen verloren hat, sucht sie in ihren Büchern um Rat. Ihre Sammlung an Reclam-Heftchen wird zu ihrem Orakel, auf Grund dessen Vorhersagungen sie in 17 Tagen verschwinden will...

So wenig Ruhe Line für die Dinge fand, die ihr Freude bereiteten, ihre Bücherliebe hatte sie schon immer geflegt. Die Bücher waren ihre Freunde, ihre Familie und vor allem ihre Ratgeber. Ihr Orakel eben.
An dem Tag, an dem sie entschieden hatte, dass etwas passieren musste, war sie mit geschlossenen Augen an das Regalbrett getreten, das Brett, auf dem fein säuberlich ihre Reclam-Heftchen standen, eines neben dem anderen. Sie wusste nicht wieso, aber sie vertraute den gelben Lektüren mehr als irgendeinem Menschen. (S.15)

Eine weitere Textstelle bringt sie doch zunächst dazu alle ihre Sorgen und Gedanken in einem Brief festzuhalten, den sie unter einem Stein am Bach versteckt, an dem sie sich gerne zurückzieht. Dort wird er von Anton gefunden, einem Jungen aus ihrer Klasse, mit dem sie als Außenseiterin keinerlei Kontakt hat. Im Gegensatz zu ihr ist er beliebt, ein toller Fußballspieler und mit einem hübschen und angesagten Mädchen zusammen. Seltsamerweise berührt der Brief Anton, denn was keiner weiß: bei ihm ist vieles nur Fassade, in Wirklichkeit ist auch seine Familie am Zerbröckeln. Seine Schwester ist magersüchtig, doch die Mutter weigert sich strikt der Wahrheit ins Auge zu sehen, da eine Magersucht ihrer Tochter ihrem Ruf als Kinderärztin schaden würde. Anton selbst setzt sich unter Druck, weil er Erwartungen erfüllen möchte, sowohl im Sport als auch in seiner Beziehung.
Zwischen den beiden problembeladenen Jugendlichen entwickelt sich ein Austausch mit 17 Briefen, für jeden Tag einen bis zu dem Tag, an dem Line eigentlich verschwinden wollte...

Karolin Kolbes Geschichte von Line und Anton ist in Kapiteln aufgebaut, die von "Noch 17 Tage" bis "Heute" vorwärtszählen, vom Beginn der Handlung, bei der der Leser erfährt, dass Line aus ihrem traurigen Leben verschwinden will, bis zu dem Zeitpunkt, als der letzte Brief geschrieben und gelesen wird.
Die Idee ein Mädchen ohne Rückhalt bei Familie und Freunden nach Ratschlägen in Büchern suchen zu lassen und dadurch auf ein offenes Ohr zu stoßen, dass von einer Stelle her rührt, mit dem sie nie gerechnet hätte, ist eine schöne Parabel, dass Freunde und Hilfe manchmal an ganz anderen Stellen zu finden ist als man erwartet. Zudem zeigt die Figur des Anton auf, dass auch Menschen, die nach außen hin selbstsicher wirken und beliebt sind, ihr Päckchen an Problemen mit sich herumzutragen haben.
Karolin Kolbe reisst sehr viele Probleme in ihrem Buch an, die in Familien mit Kindern und Jugendlichen auftreten können, wie Übergewicht, Magersucht, Beziehungsprobleme der Eltern, Verdrängung von Problemen, Bevormundung und Unterdrückung. Trotzdem - und auch trotz des relativ geringen Umfangs - schafft die Autorin es in meinen Augen die Geschichte nicht zu überladen wirken zu lassen.
Durch das Ansprechen vielfältiger Probleme und dem Aufzeigen verschiedener Wege, wie man diese anpacken und möglicherweise lösen kann, finde ich "17 Briefe" sehr geeignet, um als Schullektüre gelesen zu werden. Karolin Kolbe schickt ihre Protagonisten auf einen guten Weg, sie müssen nur den Mut beweisen aus ihrer vertrauten Umgebung auszubrechen und neue Wege zu beschreiten.



Redakteur: Julia Ehrenberg

Line ist fast 18 und sehr unglücklich. Zu Hause gibt es immer wieder Stress mit ihrem Vater, vor dem die Mutter und die kleine Schwester richtiggehend Angst haben. In der Schule war sie schon immer Außenseiterin und Freunde hat sie auch keine.
Bei Anton ist das ganz anders. Er ist mit dem beliebtesten Mädchen der Schule zusammen und außerdem ein erfolgreicher Fußballspieler. Sein Leben scheint perfekt. Alle seine Freunde glauben auch, dass es so ist. Was sie nicht wissen, ist, wie es bei Anton zu Hause aussieht. Da ist absolut keine heile Welt. Seine Schwester ist krank, aber statt ihr zu helfen kehren die Eltern das lieber unter den Teppich. Und Anton traut sich auch nicht, einzugreifen und etwas zu ändern.
Dann findet er eines Tages einen Brief am Bach unter einem Stein. Der Brief ist von Line, was er aber nicht weiß. Sie schreibt darüber, dass sie gehen will, nicht weiß, was sie tun soll. Und Anton antwortet ihr, ohne zu wissen, wer es ist, dem er antwortet. Ab da an kommen beide jeden Tag zum Bach, schreiben sich immer abwechselnd kleine Briefe, in denen sie viel von sich und ihren Problemen berichten und sich gegenseitig Mut machen. Sie berichten mehr, als sie jemals jemanden anvertraut haben. Kann sich dadurch ihr Leben ändern?

17 Tage lang begleitet man Line und Anton, 17 Briefe werden geschrieben. Es sind also nur 2,5 Wochen, die man die beiden begleitet, eine kurze Zeit, in der aber viel passiert. Das Buch ist unglaublich berührend du intensiv. Am Anfang noch etwas holprig, war ich doch schnell drinnen in der Geschichte, richtig versunken in die Welt der beiden Jugendlichen. Erzählt wird die Geschichte immer abwechselnd aus der Sicht von Line und Anton. Das erhöht die Spannung, vor allem aber erfährt man so viel mehr, als man es bei einem Erzähler hätte erfahren können.
Das Buch handelt von vielen Problemen. Aber irgendwie schafft Karolin Kolbe es, dass es trotz allem kein deprimierendes Buch ist. Es ist zwar ein ruhiges etwas melancholisches Buch, aber keins, was einen hoffnungslos und traurig zurücklässt. Trotz allem strahlt das Buch auch etwas Positives aus.
Ich hatte beim Lesen auf jeden Fall sehr viel Spaß und wünsche diesem Werk der jungen Autorin viele Leser! Ich bin gespannt, was wir in Zukunft noch von Karolin Kolbe werden lesen können. Ich werde die Autorin auf jeden Fall im Auge behalten! 

Dienstag, 27. Januar 2015

[REZENSION] Karpfhamer Katz

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Karpfhamer Katz
Autor: Ingrid Werner
Übersetzer: -/-
Verlag: Emons
Reihe: Karin Schneider 3
Ausführung: Taschenbuch, 320 Seiten



Autor:
Ingrid Werner wurde 1964 in München geboren. Nach Abitur und Banklehre studierte sie in München und Erlangen Jura. Im Anschluss daran arbeitete sie bei der Landeshauptstadt München als Verwaltungsjuristin. Nach der Geburt ihrer drei Kinder und dem Umzug nach Niederbayern ist sie als Heilpraktikerin und Entspannungspädagogin in eigener Praxis tätig. Daneben stellt sie als freischaffende Malerin in der Region ihre Werke aus und veranstaltet regelmäßig Workshops in Meditativem Malen. Sie lebt mit ihrer Familie im Rottal.
Mehr zur Autorin: www.werner-ingrid.de


KARPFHAMER KATZ

Karin Schneider wird gebeten ein Auge auf den potentiell untreuen Ehemann einer Bekannten zu werfen. Doch das Karpfhamer Fest bietet noch ganz andere Verbrechen, so dass Karin sich plötzlich Ermittlungen ganz anderer Art gegenüber sieht – wieder einmal. Allerdings bleibt ihre Schnüffelei und ihre Verdächtigungen in mehrere Richtungen nicht lange unbemerkt, so dass sie gefährlich nah ins Visier des wahren Täters gerät...

Eigentlich sollte ich es inzwischen besser wissen – die Polizei und ich, wir passen einfach nicht zusammen. Wütend stürmte ich zu meinem Auto zurück. Dann muss ich selbst für uns sorgen und wenigstens meine Kinder in Sicherheit bringen. Ich werde hier ausharren und weiterhin meine Nase in Sachen stecken, die mich nichts angehen. Jetzt erst recht! (S. 184)

Hobbyermittlerin Karin Schneider ist eigentlich Heilpraktikerin, gerät aber immer wieder in verzwickte Fälle, die sie, sehr zum Leidwesen der Polizei, auf eigene Faust zu lösen versucht. „Karpfhamer Katz“ ist ihr dritter Fall, der sich gefährlicher darstellt als zunächst angenommen. Doch auch ohne Kenntnis der Vorgängerbände ist das Geschehen verständlich und nachvollziehbar. Wichtige Informationen, in erster Linie bezüglich der agierenden Personen, werden immer mal wieder eingestreut, um jedem die vorherrschenden Charaktereigenschaften zugänglich zu machen.

Nicht nur Karins Ermittlungen führen zu mehreren Tatverdächtigen, auch der Leser verfolgt diverse Spuren, bleibt allerdings schnell an einer sehr heißen hängen und ist gespannt, ob sich diese im Endeffekt auch tatsächlich als die richtige herausstellen wird. Schnell ist man mitten im Geschehen und auf dem Karpfhamer Fest. Obwohl die meisten Leser dieses wohl noch nie hautnah miterlebt haben, so springt die Atmosphäre doch gleich über, als wäre man live dabei. Die authentische Darstellung macht es leicht sich ein Bild von den Begebenheiten zu machen.

Ein bißchen verärgert ist man dann allerdings doch ob Karins offen zur Schau gestellter Naivität. Am liebsten würde man die Hauptprotagonistin packen und gut durchschütteln, damit sie wieder klar sehen und denken kann. Daher wird man mit ihr nicht so richtig warm, auch wenn sie ansonsten ein herzensguter Mensch ist.

„Karpfhamer Katz“ bietet neben einem spannenden Kriminalfall immer wieder auch humoristische Passagen, bei denen man sich fragt, ob diese wirklich gänzlich der Fantasie der Autorin entspringen oder vielleicht doch den ein oder anderen wahren Hintergrund haben.


Reiheninfo:
Band 1: Niederbayerische Affären
Band 2: Unguad

[REZENSION] Witch & Wizard 3: Verborgenes Feuer

Redakteur: Natalie Burger

Titel: Witch & Wizard 3: Verborgenes Feuer (OT: Witch & Wizard: The Fire)
Autor: James Patterson
Übersetzer: Ulrich Thiele
Verlag: Loewe
Reihe: 3/3
empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahren
Ausführung: Hardcover, 352 Seiten



Autor:
James Patterson wurde er vor allem durch die Romanreihe um den Polizeipsychologen Alex Cross bekannt, die sogar verfilmt wurde (u. a. mit Morgan Freeman). Bis heute hat er fast 100 Bücher geschrieben und er zählt zu den erfolgreichsten Autoren aller Zeiten. Seine Bücher haben sich weltweit über 275 Millionen mal verkauft und wurden in 40 Sprachen übersetzt.



WITCH & WIZARD 3: VERBORGENES FEUER

Inhalt:
Whit und Wisty sind dem Einen entkommen, sind aber jetzt getrennt. Während Wisty auf einer Krankenstation arbeitet sucht Whit sie. Eine Seuche breitet sich aus und Wisty erkrankt daran. Sie wollte selber helfen und hat sich angesteckt. Whit findet sie doch wird sie es schaffen zu überleben und werden die Geschwister die Prophezeiung erfüllen können und den Einen besiegen?

Meine Meinung:
Der dritte Band fängt spannend an. Wisty ist an der Seuche erkrankt und kämpft um ihr leben, das mitten in dem Kampf gegen den Einen und gegen die N.O. Das dauert auch ein wenig bis sie wieder bei Kräften ist, aber ein Ereignis folgt nach dem anderen und man kommt als Leser kaum zum durchatmen. Immer wieder bangt man was wohl als nächstes passiert und ob die Geschwister es am Ende schaffen werden.

Ich habe den ersten Band geliebt, es war ein echtes Highlight. Der Zweite war etwas schwächer, aber das macht der dritte Teil der Trilogie wieder wett. Es tauchen wieder einige Figuren auf. Egal ob bekannt oder auch neue Personen. Es ist überschaubar und nicht zu viel. Ich konnte mir alle Namen gut merken und auch die Rolle die sie spielen. Neue Personen lernt man langsam kennen und kann sich auch lang genug an sie gewöhnen um sie im Gedächtnis zu behalten
Die Handlung bleibt auch nach längerer Pause in Erinnerung auch wenn manchmal ein wenig zu viel passiert auf den 336 Seiten.

Die Entwicklung von Whit und Wisty merkt man in diesem Band ganz Besonders. Sie werden reifer, Erwachsener und folgen nicht mehr nur ihrer blinden Wut. Sie lernen mit ihrer Magie umzugehen und setzen sie gezielter ein. Sie werden aber auch roher in ihrem Handeln und tun Dinge die sie sich selber nicht hätten vorstellen können.

Gerade am, Ende überschlagen sich die Ereignisse und auch als Leser gibt man langsam die Hoffnung auf ein happy End auf. Gut und Böse kann teilweise nicht so recht getrennt werden. Die letzten 50 Seiten waren für mich sehr chaotisch auch hier passiert einfach zu viel auf einmal, so dass es schon etwas kompliziert wird. Doch ich kam mit und ich denke jeder der so richtig gefesselt ist wird keine Probleme damit haben

Alles in Allem ist diese Trilogie äußerst spannend und lesenswert. Die Altersangabe ist passend, doch auch Erwachsene haben hier spannende Lesestunden. Von mir eine klar Empfehlung!!!

Montag, 26. Januar 2015

[REZENSION] Insel der Haie (Hörspiel)

Redakteur: Yvonne Müller

Titel: Insel der Haie
Autor: Ulf Blanck
Sprecher: Erzähler: Johannes Steck
Verlag: Europa
Reihe: Die drei ??? Kids 41
empfohlenes Lesealter: 6-8 Jahre
Ausführung: Hörspiel, 1 CD



Autor:
Es trifft wohl auf die meisten Menschen zu, dass sie sich noch sehr gut an ihre eigene Kindheit erinnern. Aber nur wenige sind in der Lage, diese Erinnerungen kraft ihrer Fantasie auch für andere lebendig werden zu lassen. Kinderbuchautor Ulf Blanck hat dieses Talent. Dabei helfen ihm indirekt seine beiden Töchter und die Kinder in den Ferienzeltlagern, die der Autor schon seit Jahren betreut. Herausgekommen ist die Reihe "Die drei ??? Kids", deren Titel "Panik im Paradies" oder "Gruft der Piraten" neugierig machen auf spannende Abenteuer. Ulf Blanck lebt mit seiner Familie in der Nähe von Hamburg, wo er 1962 geboren wurde.

Sprecher:
Jannik Schümann, Yoshij Grimm, David Wittmann, Oliver Schmitz, Lutz Mackensy


INSEL DER HAIE

Auf Justus, Peter und Bob wartet eine ganz besondere Aufgabe. Ein Piratenfilm soll auf einer kleinen Insel, mit dem Namen Shark Island, gedreht werden. Peters Vater bietet den drei Jungs an, auf die Filmausrüstung aufzupassen. Begeistert nehmen die drei ??? Kids an und Mr. Shaw bringt Justus, Peter und Bob auf die Insel. Kaum angekommen, wird die Insel erkundet, samt der Filmkulisse. Doch schon nach kurzer Zeit ist Peters Vater verschwunden. Die drei Jungs suchen nach ihm, doch Mr. Shaw bleibt verschollen. So beschließen die Jungs mit dem Boot die Umgebung abzusuchen. Doch zum Boot kommen die drei ??? nicht, denn Hai ist aufgetaucht und umrundet das Boot. Nun müssen die drei ??? Kids all ihr Können aufwenden, um der Sache auf den Grund zu gehen. Wo ist Mr. Shaw? Und was hat es mit dem Hai auf sich? Ein geheimer Gang bringt Jutsus, Peter und Bob der Sache näher, doch auch da lauert auch Gefahr...

Dieser Teil der drei ??? Kids, bringt die Jungs in Gefahr. Von Anfang an wird spannend erzählt wie Justus, Peter und Bob auf der Insel eintreffen. Plötzlich ist Peters Vater verschwunden und ein Hai taucht auf. Wer steckt dahinter? Und was hat es mit der alten Piratengeschichte auf sich?
Autor Boris Pfeiffer hat ihr einen flotten Fall für die drei ??? Kids geschaffen und dies spannend zu einer Hörspielgeschichte umgesetzt.
Der Spannungsbogen bleibt lang erhalten und so muss man wirklich mitfiebern, was nun wirklich hinter der ganzen Sache steckt. Viele Sprecher sind bereits bekannt und haben Wiedererkennungswert besonders für jüngeren Lauscher. Auch die Musik und Effekt sind passend zur Geschichte abgestimmt.

„Insel der Haie“ ist ein Lauschabenteuer für Jung und Alt.

[INTERVIEW] Interview mit Mechthild Gläser

Redakteur: Anette Leister


Während des Sommerurlaubs auf einer vergessenen Shetlandinsel erfährt Amy, dass sie als Mitglied der Familie Lennox of Stormsay über die Fähigkeit verfügt, in Bücher zu reisen und dort Einfluss auf die Geschichten zu nehmen. Schnell findet Amy Freunde in der Buchwelt: Schir Khan, der Tiger aus dem Dschungelbuch, hat stets wertvolle Ratschläge für sie, während Goethes Werther zwar seinen Liebeskummer in tintenhaltigen Cocktails ertränkt, Amy aber auch ein treuer Freund ist, seit sie ihn vor den Annäherungsversuchen der Hexen aus Macbeth gerettet hat. Lediglich die Idee, Oliver Twist Kaugummi zu schenken, war nicht die beste...

Doch bald merkt Amy, dass die Buchwelt nicht so friedlich ist, wie sie zunächst scheint. Erst verschwindet Geld aus den Schatzkammern von Ali Baba, dann verletzt sich Elizabeth Bennet auf dem Weg zum Ball mit Mr Darcy, sodass eine der bekanntesten Liebesgeschichten der Weltliteratur im Keim erstickt wird. Für Amy ist klar: Sie muss den Störenfried stellen! Doch erst, als sich die Zwischenfälle auch auf die Realität auswirken und schließlich sogar ein Todesopfer fordern, wird Amy klar, wie ernst die Bedrohung ist. Worauf hat es der geheimnisvolle Attentäter wirklich abgesehen?
Liebe Mechthild,

danke, dass du dich zu einem Interview bereit erklärt hast.

Figuren wie deine Buchspringer sind in ähnlicher Form Thema in der Reihe von Jasper Ffjorde rund um Thursday Next. Haben dich diese Reihe oder andere Einflüsse zu deinem neuen Buch inspiriert?

Vermutlich hat jeder, der gerne liest, schon einmal davon geträumt, Teil seiner Lieblingsbücher zu werden, Figuren zu treffen oder gar in die Handlung einzugreifen. Ich würde daher sagen, dass mich vor allem die Liebe zum Lesen zu den Buchspringern inspiriert hat. Aber natürlich bin ich nicht die erste Autorin, die eine Geschichte über die Reise in andere Geschichten geschrieben hat. Die Thursday Next-Romane kenne ich, genauso wie zum Beispiel die Tintenwelt-Trilogie von Cornelia Funke. Mich hat es gereizt, meine eigene Version dieser Grundidee zu erzählen.

Würdest du selbst gerne die Fähigkeit der Buchspringer besitzen, und in welches Buch würdest du als erstes springen und warum?

Durch die Welten meiner Lieblingsbücher spazieren zu können, wäre natürlich ein wahrgewordener Traum. Aber, ehrlich gesagt, wüsste ich gar nicht, wohin ich zuerst reisen würde, es gibt so viele tolle Geschichten. Vielleicht würde ich mit etwas von Jane Austen anfangen. Oder, so wie Amy, in „Alice im Wunderland“ springen und mit dem verrückten Hutmacher Tee trinken. Oder ich würde einen Tag in Hogwarts verbringen...

Wie kam es zur Wahl des Handlungsschauplatzes Stormsay?

Ich liebe Schottland und wollte schon immer mal eine Geschichte vor der imposanten landschaftlichen Kulisse dieses Landes erzählen. Für die Buchspringer brauchte ich außerdem einen abgelegen Ort, am besten eine Insel, abgeschieden vom Rest der Welt. Ein romantischer Ort sollte es sein, an dem Geheimnisse sicher sind und Unglaubliches etwas weniger unglaublich erscheint, als wenn es nebenan passieren würde.

Wie gefällt dir das Cover? Hattest du Mitspracherecht, welche Buchfiguren auf dem Cover erscheinen?

Das Cover gefällt mir total gut. Ich finde vor allem die Farbgebung wunderschön. Die Idee der Grafikerin, Buchfiguren mit aufzunehmen, erscheint mir auch ziemlich genial, Einfluss darauf hatte ich allerdings nicht. Ich hatte mir aber im Vorhinein die fliegenden Bücher gewünscht und freue mich sehr, dass sie es aufs Cover geschafft haben.

Das Märchen innerhalb der Geschichte bietet Raum für eine Fortsetzung. Könntest du dir vorstellen eine zu schreiben oder hast du bewusst ein offenes Ende gewählt?

So offen finde ich das Ende der Geschichte eigentlich nicht. Worauf du anspielst, das ist ja eher so ein kleiner Twist, der vielleicht noch mal zum Nachdenken anregt. Die Haupthandlung ist für mich aufgelöst und beendet. Ob ich trotzdem noch einmal nach Stormsay zurückkehren werde, weiß ich noch nicht. Gerade beschäftige ich mich mehr mit neuen Ideen.

Hast du bereits Pläne für zukünftige Buchprojekte, und falls ja, wie sehen diese aus?

Ideen für zukünftige Bücher habe ich viele. Ob und welche davon das Licht der Öffentlichkeit erblicken werden, hängt aber auch von den Verlagen ab. Gerade arbeite ich an einer Geschichte für Kinder, über die ich aber leider noch nichts verraten kann.

Bist du immer noch in der Agentur unter Vertrag, in der du mit 17 deine ersten Schritte gemacht hast? Würdest du heute etwas anders machen ... Immerhin hat es noch 7 Jahre gedauert bis du bei deinem Verlag untergekommen bist?

Ja, ich bin immer noch bei meiner Agentur, auch und vielleicht gerade weil es so viele Jahre gedauert hat, bis ich den ersten Verlagsvertrag bekam. Immerhin hat meine liebe Agentin unglaublich lange zu mir gehalten, obwohl ich nur Absagen bekam. Letztlich hat sich unser beider Durchhaltevermögen gelohnt, von daher bereue ich es nicht, dort geblieben zu sein.

Wie willst du nach deinem Studienabschluss Arbeit und Schreiben vereinen?

Das ist tatsächlich etwas, mit dem ich mich momentan auseinandersetze. Eine optimale Lösung habe ich noch nicht gefunden, aber ich denke, dass es mit Disziplin schon funktionieren wird. Während des Studiums musste ich schließlich auch immer wieder Zeitfenster für meine Geschichten finden.

Vielen Dank für dieses interessante Interview.


Ab heute läuft im Katze mit Buch Forum ein Bewerten-Gewinnen-Rezensieren, bei dem ihr euch durch Bewertung der Leseprobe eines von drei Rezensionsexemplaren sichern könnt. Die Bewerbungsphase läuft zwei Wochen, am 08.02. könnt ihr hier auf dem Blog außerdem meine Rezension zu "Die Buchspringer" lesen