Samstag, 5. Dezember 2015

[REZENSION] Chablis

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Chablis
Autor: Ulrike Dömkes
Übersetzer: -/-
Verlag: KBV
Reihe: Band 1
Ausführung: Taschenbuch, 220 Seiten



Autor:
Ulrike Dömkes, geb. in St. Tönis, wohnt in Wachtendonk. Sie absolvierte das Studium Textil-Design mit Diplomabschluss an der FH Niederrhein und eröffnete 1994 eine Buch- und Weinhandlung in Wachtendonk. 1998 besuchte sie die Wein- und Sommelierschule Koblenz und machte dort den Abschluss als Weinfachberaterin. Im Jahr 2000 verbrachte sie einen längeren Arbeitsaufenthalt im Weingut Aldo Vajra im Piemont und ist seit 2008 schriftstellerisch tätig. Ihre profunden Weinkenntnisse und ihr erzählerisches Talent fließen in ihre unterhaltsamen Weinkrimis ein.


CHABLIS

Weinhändlerin Marlene Roth und ihr Partner Claudio Manera, Ispettore aus Italien, treffen sich im nördlichen Burgund, um gemeinsam einen entspannten Urlaub zu verbringen, da ihre Berufe sie ansonsten räumlich voneinander trennen. Als jedoch die Leiche einer Frau aus dem Wasser gefischt wird, stecken sie fast sofort inmitten der Ermittlungen, obwohl Claudio weder im Dienst ist noch sich in seinem Zuständigkeitsbereich befindet. Die Spurenlage allerdings lässt die Möglichkeit offen, dass sich dies bald ändern könnte...

Marcel starrte wie gebannt auf den Körper, der mit dem Rücken nach oben trieb. Durch die Bewegungen des Wassers vollführten Arme und Beine einen grausigen Tanz, den die langen, schwarzen Haare anmutig begleiteten. (S. 21)

Sobald der Leser erfährt welchem Beruf Claudio Manera nachgeht, ist es fast schon absehbar, dass er sich in das Verbrechen, das zweifelsohne bald geschehen wird, einschaltet. Kaum ist der Gedanke zu Ende gedacht, ist es auch schon so weit, eine Leiche im Wasser, Täter, Motiv und Tatwaffe nicht auffindbar. Natürlich gibt es für diesen Fall zuständige Ermittler, dennoch schalten sich zusätzlich Claudio und Marlene sowie der ein oder andere Bekannte ihrerseits ein. Schnell erhält man den Eindruck, dass jeder irgendwie mitmischen möchte. Sicherlich kommt es zu erfolgversprechenden Lösungsansätzen, die Zuständigkeitsgrenze verwischt jedoch zusehends. Außerdem gibt es nicht umsonst das Sprichwort mit den Köchen und dem Brei, die Ermittlungen erscheinen zunehmend unkoordiniert, was schade ist, da im Grunde eine ganz andere Absicht hinter dem Agieren der Protagonisten zu vermuten ist.

Zuweilen scheint es ebenfalls als würde es mehr um private Belange als um die Aufklärung des Falls gehen, wodurch die zunächst steigende Spannungskurve stagniert, zeitweise sogar absinkt. Zwar werden Tempo und Spannung in manch einer Passage merklich angezogen, so dass man wahrlich mitgerissen wird, doch leider überwiegen diese Szenarien nicht, kurbeln jedoch glücklicherweise den Lesefluss immer wieder an.

Der Schreibstil der Autorin ist an sich flüssig und gut zu verfolgen, sprachlich nicht zu sehr an Fachtermini orientiert, obwohl die Thematik dies durchaus erahnen lassen könnte. Doch schafft sie es nicht in Gänze den Leser abzuholen und in das Geschehen hineinzuziehen, es bleibt bei einer Betrachtung von außen, ohne emotionale Bindungen zu den Charakteren herzustellen. Einzig die bereits erwähnten Passagen mit hohem Spannungsgehalt heben die Gesamtwertung, des ansonsten leider recht flachen Krimis, dessen Lösung teilweise vorhersehbar, teilweise mehr als abwegig erscheint.

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