Sonntag, 27. Dezember 2015

[REZENSION] Abschiedskonzert

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Abschiedskonzert
Autor: Kristina Herzog
Übersetzer: -/-
Verlag: edition Oberkassel
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 250 Seiten



Autor:
Kristina Herzog wurde 1972 in Berlin geboren. Sie studierte in Berlin und Heidelberg Jura und Mediation. Neben dem Rechtsreferendariat schloss sie eine Schreibschule ab und veröffentlichte diverse Kurzgeschichten. Ihre Kurzgeschichte „Weit draußen“ wurde 2011 für den NordMordAward nominiert, „Schlaf Lubo“ für den Candela -Kurzgeschichtenpreis. 2013 erschien ihr erster Thriller „Führers Vermächtnis“. Sie wohnt mit ihrer Familie in Berlin und ist Mitglied bei den „Mörderischen Schwestern“ und im „Syndikat“.
Mehr unter: www.kristinaherzog.de


ABSCHIEDSKONZERT

Ein toter Dirigent ist eine Sache, dass bisher nur sein Kopf gefunden wurde, eine andere. Die Ermittlungen von Alexander Rosenberg und Kathleen Neubauer laufen schleppend an. Nicht nur, dass ihnen aus diversen Richtungen Steine in den Weg gelegt werden, auch in ihrer Eigenschaft als neues Team gibt es noch die ein oder andere Differenz auszumerzen. Je tiefer sie Einblick in das Leben des Opfers erhalten, desto mehr Abgründe entdecken sie, die zu ebenso vielen Tatverdächtigen führen. Eile ist geboten, denn schon bald gibt es den nächsten Toten im Konzerthaus...

Ärgerlich schob sie den Wagen zur Seite um nachzusehen, was ihr in die Quere gekommen war. Regungslos blieb sie stehen und starrte auf den Boden. Dann schlug sie sich die Hand vor den Mund. Sie kannte ihn. Seine leeren Augen starrten sie an. Sein Mund stand offen. An dem sauber abgetrennten Kopf und den schwarzen, vollen Locken klebte Blut. (S. 6)

Kristina Herzog schickt mit Alexander Rosenberg und Kathleen Neubauer ein Team ins Rennen, dass sich erst noch aneinander gewöhnen muss. Betrachtet man allerdings den Hintergrund, dass es einen Mord aufzuklären gilt, sollten zwischenmenschliche Differenzen keine Rolle spielen. Es ist Professionalität gefragt, schließlich ist es kein Wunschkonzert mit wem man zusammen arbeitet. Auf Grund kleinerer Streitereien verlieren die Ermittler manchmal das Ziel aus den Augen, wodurch die ein oder andere Chance vertan wird in dem Fall weiter zu kommen.

Je tiefer in das Leben des Opfers eingedrungen wird, desto verworrener wird die Geschichte, die zunächst recht unscheinbar aussah. Doch plötzlich ergeben sich zahlreiche Motive und mit ihnen ebenso viele mögliche Täter, was bedeutet, dass nicht nur die Ermittler, sondern auch der Leser einen kühlen Kopf bewahren muss, um die richtige Spur herauszufiltern. Die Spannung, die von Anfang an kontinuierlich aufgebaut wird, steigt stetig an und bietet somit eine Grundlage für die ein oder andere Überraschung.

Gemeinsam mit den Protagonisten taucht man ins Geschehen ein, das sich ob des flüssigen Schreibstils der Autorin gut verfolgen lässt. Mit der Zeit zeichnet sich für den Leser eine Person ab, die durchaus als Hauptverdächtiger in Frage kommt, doch handelt es sich dabei mehr um ein Bauchgefühl als um handfeste Beweise. Dennoch möchte man von seinem Verdacht nicht so leicht ablassen, sondern sucht fieberhaft nach konkreten Hinweisen, um denjenigen zu überführen. Ob dies gelingt wird sich allerdings erst am Schluss herausstellen.

Da Alexander und Kathleen inzwischen ihre Differenzen beseitigt haben, kann man sich gut vorstellen sie in dem ein oder anderen Fall wieder zu treffen und während der Ermittlungen zu unterstützen.

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